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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Identität, Subjekt und Christentum
Auf Zizek wurde ich durch einen Artikel in der "Presse" aufmerksam, wo er zusammen mit dem österreichischen Philosophen Robert Pfaller (geboren 1962 und Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft in Linz) als dessen Vorbild erwähnt wird.
Ich habe bei You Tube außerdem ein Video von Zizek gesehen, wo er über die Welt aus der Sicht der...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2009 von Mag Sarah Krampl

versus
2.0 von 5 Sternen Selbst der Lektor schlief hier ein
Wie konnte dem Lektor eigentlich entgehen, dass auf den Seiten 75 und 99 dieselbe Passage über Leibniz als Gewährsmann der "Cyberspace-Theoretiker" jeweils in fast gleichlautender Formulierung steht? Von Suhrkamp war man früher einmal professionelleres Arbeiten gewohnt. Aber anscheinend schlief hier sogar der Bearbeiter ein.
Vor 1 Monat von Nafiris veröffentlicht


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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Identität, Subjekt und Christentum, 2. Oktober 2009
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die gnadenlose Liebe (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Auf Zizek wurde ich durch einen Artikel in der "Presse" aufmerksam, wo er zusammen mit dem österreichischen Philosophen Robert Pfaller (geboren 1962 und Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft in Linz) als dessen Vorbild erwähnt wird.
Ich habe bei You Tube außerdem ein Video von Zizek gesehen, wo er über die Welt aus der Sicht der Physik spricht. Erstens hat mir der Akzent, mit dem er Englisch spricht, sehr zum Lachen gebracht aber im netten Sinne. Das Video ist sehenswert und Sie finden es bei You Tube unter "Zizek clip from the movie Zizek This guy is amazing".
Ich finde, dass Zizek ein Philosoph ist, der sehr in die Tiefe geht wobei er die menschliche Psyche wirklich gut zu kennen scheint. Nicht nur die Psyche sondern auch die gesellschaftlichen Verbindungen und Motive bringt er oft auf den Punkt. Nicht zu sprechen über die religiöse Komponente, die gerade in diesem Buch von ihm sehr oft zur Sprache kommt. Einerseits verteidigt er das Christentum, andererseits verteidigt er es auf sehr kritische Weise. Er setzt sich mit den Problemen auseinander und versucht nicht billige Antworten zu geben. Zizek nimmt seinen Beruf als Philosoph wirklich ernst und wie Lacan damals, ist in seinen Ansichten sehr bestimmt, fast ein bisschen zu bestimmt. In erster Linie setzt er sich in diesem Buch mit dem Glauben auseinander wobei der erste Bezug auf das Christentum fällt. In zweiter Linie setzt er sich mit dem Begriff des Subjektes auseinander und mit der Gefahr, die heutzutage aufgrund dekonstruktivistischer Bestrebungen für die Einheit des Subjektes entsteht bzw. mit dem Begriff des "Narzissmus". Die Identitätsfrage kreist um das Selbst des Menschen, wer sind wir und wer ist der Freund und wer ist der Feind des Menschen? Im Zusammenhang mit neuen Technologien und medizinischen Fortschritten geht Zizek auf Fragen der Ethik und der menschlichen Sichtweisen ein. Er beschäftigt sich mit der Frage des Bewusstseins. Was ist Selbstbewusstsein z.B. und welche Beiträge dazu kommen von anderen Philosophen wie Adorno oder Kant oder neuere Psychologen und Wissenschaftler wie Francisco Varela? Marx und Hegel werden auch öfter zitiert. Zizek versuch auf mehreren Seiten Psychoanalytische Überlegungen hinsichtlich des analen Charakters unserer neuen Zivilisation zu erklären. Schließlich kommen Überlegungen hinsichtlich des Begriffs der Freiheit auch nicht zu kurz. Insgesamt ein Sammelsurium an Gedanken über unsere heutige Gesellschaft samt ihrer Neurosen und falschen Einstellungen.
Die Sätze sind eher kompliziert, so dass sich die Lektüre nicht ganz einfach gestaltet.

Hier noch einige Textpassagen zur Erläuterung des vorher Gesagten und die sehr zum Nachdenken anregen:

Warum vergibt uns Gott nicht direkt? Warum besteht für ihn überhaupt eine Verpflichtung, für die Sünde zu büßen? ... Verziehe uns Gott direkt, dann würde uns dies nicht verwandeln und zu neuen, besseren Menschen machen; nur das Mitleid und das Gefühl der Dankbarkeit und Schuld, die durch den Opfertod Christi hervorgerufen werden, besitzen die notwendige Kraft, uns zu verwandeln. ... In diesem Sinne erzeugt Gott zunächst den Sündenfall, d. h., er beschwört eine Situation herauf, in der wir Ihn brauchen, und erlöst uns danach, d. h. befreit uns aus dem Chaos, das Er selbst angerichtet hat.

... Beziehung zwischen Chaos und Ordnung, zwischen den vielen und dem einen, zwischen Teilen und ihrem Ganzen: Wie können wir "Ordnung gratis" erhalten, d. h., wie kann aus anfänglicher Unordnung Ordnung entstehen? Wie lässt sich ein Ganzes erklären, das mehr ist als die Summe seiner Teile? Wie kann ein Eins mit einer eindeutigen Selbstidentität aus dem Zusammenwirken seiner multiplen Konstituenten hervorgehen? Eine ganze Reihe zeitgenössischer Forscher von Lynn Magulis bis Varela ist der Auffassung, die eigentliche Frage laute nicht, wie interagieren der Organismus und seine Umgebung miteinander oder wir treten zueinander in Beziehung, sondern im Gegenteil: Wie taucht ein eindeutig selbstidentischer Organismus aus seiner Umgebung empor? Wie bildet eine Zelle die Membran, die ihre Innenseite von ihrer Außenseite trennt? Die eigentliche Frage lautet also nicht, wie passt sich ein Organismus an seine Umgebung an, sondern wie kommt es, dass da etwas ist, eine eindeutige Entität, die sich überhaupt anpassen muss? Und hier, an diesem entscheidenden Punkt, beginnt die Sprache der heutigen Biologen der Sprache Hegels auf unheimlich Weise zu ähneln. Wenn Varela etwa seinen Begriff der Autopoiesis erklärt, wiederholt er fast wörtlich Hegels Definition des Lebens als einer teleologischen, sich selbst organisierenden Entität.

Die Art und Weise, wie ich "mich selbst sehe", die imaginären und symbolischen Kennzeichen, die mein "Selbst-Bild" konstituieren, oder noch grundlegender, die Phantasie, die mir die ultimativen Koordinaten meines Seins liefert, steckt weder in den Genen, noch wird sie mir von der Umwelt auferlegt, sondern ist die einzigartige Weise, in der sich jedes Subjekt auf sich selbst bezieht, "sich selbst wählt" im Hinblick auf seine Umgebung sowie auf das, was es für seine "Natur" hält.

Der Psychoanalytiker ist daher tatsächlich eine Art "Prostituierte des Geistes", der aus dem gleichen Grund auf das Geld zurückgreift, aus dem sich Prostituierte bezahlen lassen, nämlich um Sex zu haben, ohne persönlich involviert zu sein, um Distanz zu wahren. Und das gleiche gilt heute, wenn die jüdische Gemeinschaft Geld für ihr Leiden im Holocaust verlangt.

Man sollte sich hier an Lacans Aussage erinnern, dass die ursprüngliche Rolle des Geldes darin besteht, als unmögliches Äquivalent für etwas zu fungieren, das keinen Preis hat, nämlich das Begehren selbst.

Der Spätkapitalismus, die so genannte "Konsumgesellschaft"

Wie es in der Werbung heißt: "Sie werden Wünsche in sich entdecken, von denen Sie gar nicht ahnten, dass Sie sie haben". Sie bestätigt damit einmal mehr Marx Erkenntnis, dass die Produktion das Konsumbedürfnis, das Bedürfnis nach den Gegenständen, die sie produziert, überhaupt erst erzeugt.

Wir dürfen unsere kleinen Entscheidungen treffen, "uns völlig neu erfinden", aber nur unter der Bedingung, dass diese Entscheidungen das soziale und ideologische Gleichgewicht nicht durcheinander bringen.
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2.0 von 5 Sternen Selbst der Lektor schlief hier ein, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die gnadenlose Liebe (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Wie konnte dem Lektor eigentlich entgehen, dass auf den Seiten 75 und 99 dieselbe Passage über Leibniz als Gewährsmann der "Cyberspace-Theoretiker" jeweils in fast gleichlautender Formulierung steht? Von Suhrkamp war man früher einmal professionelleres Arbeiten gewohnt. Aber anscheinend schlief hier sogar der Bearbeiter ein.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Immer zu spät oder: Wie man Unsinn wieder und wieder verkauft, 17. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die gnadenlose Liebe (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Kulturelle Entwicklungen beginnen bekanntlich in Deutschland in aller Regel 10 Jahre später als in den USA. Weitere 10 Jahre dauert es, bis sie Österreich erreichen. Und ganz offenbar noch einmal so lange, bis man von ihnen in Slowenien hört. Dem Heimatland von Slavoj Zizek. Denn was er verbreitet ist, freundlich gesprochen, abgestandener Kaffee. Oder wie muss man es verstehen, dass jemand im Jahre 2001 - dem Erscheinungsjahr des Buches - meint, den Leser überraschen zu können, indem er den Begriff des "analen Charakters" auf Intellektuelle münzt? Oder mit der Konstruktion, dass eine Frau, die von ihrem Mann hintergangen wird, das eigentlich weiß, schweigt, und dass der Mann dann schuldig dasteht? Dass er Vokabeln wie "Spätkapitalismus" und "globale Krise" ohne den Anflug von Selbstironie als den Renner verkauft?

Zizek ist ohne Frage ein vielbelesener Mann. Aber ich werde den Eindruck nicht los, dass er zu viel gelesen hat. Das alles spannend fand und nun die Welt mit seinen Leseerlebnissen zwischen Hegel und Lacan behelligt. Dazu kommen noch Kurzkritiken diverser Filme - Zitat: "der missglückte Film 'Unter den Brücken'" -, die eigentlich nur nerven, zumal sie als Beispiele dienen, wo gute Argumente fehlen. Eigene Gedanken Zizeks sind mir keine aufgefallen. Außer vielleicht der Versuch, den Stalinismus zu retten, was sich heutzutage sonst kaum noch einer traut. Aber ein eigener Gedanke ist das auch nicht.

Am interessantesten sind noch die logischen Schnitzer. Wenn Zizek die Tatsache, dass Hannah Arendt eine unbestrittene Größe der Analyse des Totalitarismus ist, als Regel bezeichnet. Oder wenn er den Geiz als übertriebene Mäßigung interpretiert und daraus die Paradoxie strickt, dass Mäßigung, also eine Tugend, zur Untugend führt. Was Unsinn ist, weil ja die Mäßigung eben nicht in Maßen erfolgt. Und nur dann wäre sie eine Tugend. Dass er diesen banalen Selbstbezug nicht mal bemerkt, überrascht dann kaum noch. Hätte er doch nur einen sprachanalytischen Text gelesen, wäre das womöglich nicht passiert.

Zusammengefasst: Jeder Beitrag des Bandes hätte in einen Satz gepasst, das ganze wären 12 Seiten geworden - und der Leser hätte sich - neben dem Geld - einige Stunden gespart.
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Die gnadenlose Liebe (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Die gnadenlose Liebe (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) von Slavoj Zizek (Taschenbuch - 24. September 2001)
EUR 13,00
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