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5.0 von 5 Sternen Originell, Bedenkenswert
Mit diesem Buch stellte Gunnar Heinsohn 1984 seine Überlegungen zur Entstehung von Privateigentum, Patriarchat und Geldwirtschaft und zur Funktionsweise einer Geldwirtschaft erstmals der Öffentlichkeit vor. Leser von Heinsohn/Steigers "Eigentum, Zins und Geld" werden in Kapitel 4 diejenige zusammenhängende Darstellung von Heinsohns Ideen finden, die sie in...
Am 25. Juli 2003 veröffentlicht

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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das zirkuläre Elend sozialtheoretischer Rekonstruktion
Dieses Buch aus dem Jahre 1984 ist zweifelsohne bemerkenswert. Denn es ist d e r Ur-Entwurf dessen, was rund dreißig Jahre später als "Eigentumsökonomik" des untrennbaren Bremer Theorietandems Heinsohn/Steiger - in traditioneller Bescheidenheit großer Gelehrter - nicht weniger behauptet, alle bisherige Ökonomie unendlich blamiert und Zins und...
Veröffentlicht am 11. August 2011 von Rubesco


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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originell, Bedenkenswert, 25. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike (Broschiert)
Mit diesem Buch stellte Gunnar Heinsohn 1984 seine Überlegungen zur Entstehung von Privateigentum, Patriarchat und Geldwirtschaft und zur Funktionsweise einer Geldwirtschaft erstmals der Öffentlichkeit vor. Leser von Heinsohn/Steigers "Eigentum, Zins und Geld" werden in Kapitel 4 diejenige zusammenhängende Darstellung von Heinsohns Ideen finden, die sie in "Eigentum, Zins und Geld" vermissen.
Heinsohns Forschungsansatz ist hochgeradig originell, weil er sich gleichzeitig auf ökonomische Theorie, Wirtschaftsethnologie und Wirtschaftsgeschichte bezieht und versucht, ein Modell zu entwerfen, das mit den Anforderungen aller drei Disziplinen kompatibel ist.
Dabei versucht er, hypothetisch zu rekonstruieren, aus welchen Gründen und mit welchen Zielen die Zivilisationsgründer die Einrichtung des Eigentums und der Vertragsfreiheit geschaffen haben könnten, und wie sich daraus die oft umstrittenen Phänomene des Zinses, des Geldes, des Marktes, des ökonomischen Fortschritts (Produktivkraftentwicklung) und der Konjunktur entwickelt haben könnten.
Dabei sieht er deutlich, wie stark sich die Eigentums-, Zins- und Geldwirtschaft von den früheren Formen sozialen Zusammenlebens, die entweder auf verwandtschaftlicher Solidarität oder auf der Befehlsgewalt eines Herrschers (Königs) beruht hatten, unterscheidet. Sein Theorieentwurf vermeidet den Universalismus der Neoklassik, greift die Erkenntnisse der Wirtschaftsethnologie und der Wirtschaftsgeschichte auf und sieht für jeden dieser Gesellschaftstypen ein eigenes Erklärungsmodell vor.
Es wird auch deutlich, warum Privateigentum, Zins und Geld oft umstrittene Phänomene waren (z.B. Zinskritik in der Bibel), daß es privates Eigentum and Grund und Boden keineswegs immer gegeben hat (z.B. Ureinwohner Nordamerikas) und daß die ungeheure Freiheit, die die Institution des Privateigentums historisch mit sich gebracht hat, von komplementären wirtschaftlichen Zwängen begleitet wird (von denen jeder Selbstständige ein Lied singen kann und mit denen nicht zu spaßen ist).
Einen solchen Ansatz sucht man in den Sozialwissenschaften heute vergebens, und in gewissem Sinn halte ich auch Heinsohns neues Buch "Eigentum, Zins und Geld" für einen Rückschritt gegenüber seinem hier präsentierten Forschungsansatz, der es unbedingt wert wäre, weiter durchdacht zu werden.
Dieses Buch ist ein unentdecktes Juwel für all jene, die sich für den Ursprung von Eigentum, Zins und Geld und die manchmal paradox erscheinende Funktionsweise der darauf basierenden Wirtschaft interessieren. Heinsohns Methode, Perspektive und Fragestellungen halte ich für hochgradig fruchtbar. Bei aller Vorläufigkeit der Ergebnisse weist es doch einen Weg zu Schlüsseleinsichten in die Grundstrukturen der westlichen Zivilisation.
Wer eine Kopie dieses Buchs ergattern kann, sollte sofort zugreifen.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das zirkuläre Elend sozialtheoretischer Rekonstruktion, 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike (Broschiert)
Dieses Buch aus dem Jahre 1984 ist zweifelsohne bemerkenswert. Denn es ist d e r Ur-Entwurf dessen, was rund dreißig Jahre später als "Eigentumsökonomik" des untrennbaren Bremer Theorietandems Heinsohn/Steiger - in traditioneller Bescheidenheit großer Gelehrter - nicht weniger behauptet, alle bisherige Ökonomie unendlich blamiert und Zins und Geld aus dem Eigentum kausal linear erst- und einmalig in stringent-konsistenter Weise "abgeleitet" zu haben (Eigentum -> Zins -> Geld). Zu dieser (an die Vollmundigkeit zudringlicher Werbesendungen erinnernden) Prätention hat bereits der Monetärkeynesianer H. Riese 1999 sehr scharf und mit aller, wie nachstehend belegt wird, angebrachten Zurechtweisung Position bezogen.

All das Reden in Superlativen über das eigene "Paradigma" nahm in d i e s e m Buch seinen Anfang. Auch in den 30 Jahre später verfassten "reifen" Elaboraten dieses Gespanns taucht es in Fußnotenverweisen oder Zitaten mindestens als Geheimtip-Verweis, wenn nicht gleich als erstmalige Offenbarung dessen, dessen Namen man nicht unnütz nennen soll, auf. Dies stimmt zumindest soweit, - lassen wir all die mysti- und glorifizierenden Nebelkerzen beiseite, die die beiden selbst gezündet haben oder die um sie gezündet wurden -, als die Art und Weise, wie Heinsohn/Steiger ökonomische Sachverhalte sich auszudenken pflegen, in diesem Buch zu ebenso prägnanter wie banaler Kenntlichkeit herabgekommen (und in späteren Schriften stets gleich geblieben) ist.

Sicher, Heinsohn/Steiger haben dann viel Mühe und Zeit darauf verwendet, zwar in seltener Dogmatik nichts, aber auch gar nichts aus der Kritik (der, der bereits diese Schrift zu ihrer Zeit unterzogen wurde, wie späterer) zu lernen, dafür aber ein Höchstmaß an Sophistik zu entwickeln, um ihre im Kern über 30 Jahre beibehaltenen Konstrukte bzw. die Intention, aus Eigentum Zins und aus Zins Geld linear-kausal "erklären" zu wollen, gegen Kritik zu immunisieren. Wohlgemerkt dabei: sie (re-)konstruieren. Ganze Welten. Später die Neuzeit, hier zuvörderst die Antike, beides als "Eigentumsökonomien". Das ist kein schlechter Witz: Heinsohn/Steiger wähnen sich im Besitz der demiurgischen Formel, aus der, nennen wir es klarer, kapitalistische Gesellschaften entstehen. Und das beansprucht viel mehr, als die Vergesellschaftung durch Geld, die sich heute als dessen globale Herrschaft darstellt, "nur" verständig zu erklären (wobei man dazu allerdings peinlichst beachten muß, dass ein Denken über Geld bereits im "Horizont des Geldes eingebettet" ist, ähnlich wie das Denken über Sprache bereits im Horizont der Sprache; hierzu muß man diesen Horizont also "denkend durchschreiten"). Heinsohn/Steiger nehmen dagegen eine extra-horizontale Haltung ein, als stünden sie außerhalb und könnten diesen "konstitutiv" per "sozialtheoretischer Rekonstruktion" erfinden . Diese Hybris eines "Sozialingenieurs" blamiert sich aber an der Ärmlichkeit ihrer Konstruktionen - und ihrem schlichten theoretischen Scheitern. Denn an ihrem "Gegenstand" erfahren Heinsohn/Steiger mit und in ihrer Denkbewegung, dass dieser sinnvoll und verständig nicht so gedacht werden kann, wie sie ihn, präformativ gesetzt, denken wollen.

Heinsohn führt dies erstmals in seiner Dissertation aus 1983, die dann 1984 in Buchform erschien, in extenso vor. Seine Hauptdenkfigur, die bis zum leiernden Mantra wiederholt wird, ist, dass einem Sachverhalt, den er vorgibt in seinem sozialen Grund zu erklären, etwas ermangle. Dieser Mangel soll dann der Grund des In-Existenz-tretens des mangel-freien Sachverhalts sein. Im gängigen Geld-Erklärungsmuster der mainstream-Ökonomie funktioniert das so: eine Geldwirtschaft impliziert eine komplexe Tauschstruktur. Wird vom "organisierenden Prinzip" dieser Wirtschaft, dem Geld, abstrahiert, sei diese Wirtschaft auf den "umständlichen" Tauschhandel zurückgeworfen, funktioniere als nur noch "unbequem". Deshalb sei aus dem Tauschhandel das Geld als Mittel seiner Erleichterung entstanden. Der Fehler dieser "Ableitung" ist tatsächlich, einen Sachverhalt als bestimmt durch einen Sachverhalts-Mangel, damit auch mangelhaft zu denken. Woher weiß der, der den Mangel denkt, dass da ein Mangel ist ? Er "weiß" es nur, indem er das "Fehlende", den "Mangel" aus einem "Fertigen", eben Nicht-Mangelhaften hinwegabstrahiert, um dies Hinwegabstrahierte Mangel-heilend wieder hinzuzufügen, es also zum "Fertigsein" wieder imputiert. Weg, mangelnd war es aber nur in seiner Abstraktion. Ein Sachverhalt, seines "konstututiven organisierenden Prinzips" beraubt, wäre realiter zerstört, kann nicht existieren. Diese Erfahrung machten z.B. die russischen Kommunisten 1917 ff., als sie die Vergesellschaftung über das Geld abschaffen wollten und meinten, eine "dahinter" liegende Struktur (gesellschaftliche Arbeit, entwickelte Produktivkräfte) erben zu können.

Genauso wie die mainstream-Ökonomie, bloß "rekonstruktiv" statt plump vom "Fertigen" abstraktiv, funktioniert der gesamte Heinsohnsche "sozialtheoretische" Text als Theorie: dem im Privateigentum individualisierten Existenzrisiko fehlt die Sicherheit, weshalb individuelle Sicherheitsvorräte erwirtschaftet werden, den individuellen Sicherheitsvoräten fehlt die Kostenlosigkeit der Aufbewahrung, deshalb werden sie kostensenkend verliehen, der Verleihung fehlt die Sicherheit gegen die Verlierbarkeit und der Anreiz, deshalb ist das Verliehene zu besichern und zu verzinsen, dem Zins fehlt die Handhabbarkeit, deshalb wird er im Geld handhabbar und immer so fort...dauernd fehlt also etwas, um einen wesentlich durch einen Mangel charakterisierten Sachverhalt sukzessiv dazu zu vervollständigen, was Heinsohn von vorneherein voraussetzt: eine fertige "Eigentumsökonomie", deren Vorstellung er sich wiederum aus der Anschauung der heutigen Welt genommen hat.

Insb. fehlt dem ganzen Heinsohnschen Räsonnement vom solipsistisch isolierten "Eigentum an sich" - statt seiner historischen Fiktion einer Eigentümerrevolution gegen feudale Verhältnisse hätte er genauso den Urknall walten lassen können, mit dem dann plötzlich sozialzusammenhangslose isolierte Eigentümer "in der Welt sind" (ein bezeichnender Lieblingsausdruck Heinsohns in seinen "Schlüssen") - zum "Eigentum für sich" (also "eingebettet" in einem komplexen sozialen Horizont) etwas, das das soziale Ganze an Schulden, Zinsen, Prämien etc. überhaupt erst möglich macht, ein "Denken in Geld", also ein Rechnen in einer abstrakten qualitätslosen Einheit, der (nicht nur)"Güter und Leistungen" berechnend unterworfen sind und in der Eigentum sich verdinglicht darstellt. Dies stellt Heinsohn am E n d e seiner "Rekonstruktion" fest. Und der Heinsohnsche "Schluß" hieraus ist, wir kennen ihn schon: weil dies dem ganzen Räsonnement bisher mangelte, wird es jetzt einfach diesem unerörtet vorausgesetzt. Genau dieses nonchalante Verfahren beweist, dass Heinsohn sich eine Geldwirtschaft ohne Geld denkt bzw. ihr organisierendes Prinzip als einen (einem an sich ohne Einheit ablaufenden "Geldverkehr" äußerlich imputierbaren) schlichten Walrasianischen "numeraire" ansieht. Auch diese völlig gedankenlose Vorstellung zum Geld als qualitätslos abstrakter Einheit, in der sich das "geldrechnende Denken" konstitutiv vollzieht, ist bei Heinsohn wie Steiger über 30 Jahre gleich dürftig geblieben. Über den Zusammenhang von Geld und (rechnendem) Denken nachzudenken erachteten beide stets als überflüssig. Hierzu reichten auch ihre handwerklichen Fähigkeiten bereits nicht hin.

Den allein aus einem Gedankenfehler sich ergebenden hoffnungslos zirkulären "sozialtheoretischen" Unsinn reichert Heinsohn daneben dann noch mit allerlei Esoterik an, z.B. Velikovskys Planetenbillard. Hierzu ist nur zu sagen, dass er "sozialhistorisch" mit den Quelltexten so umgeht, wie es bereits im Vorwort steht: vom vorhandenen Material hat er sich das genommen, was er als passend für seine Rekonstruktion" ansah, alles andere hat er als unpassend" herausgeworfen. So verfahren eben Leute, die lediglich "Bebilderungen" ihrer vorgefaßten Meinungen suchen.

Was in den "reifen" Schriften Heinsohn/Steigers dann "entfaltet" wird, ist nur "angereichert" ganz die gleiche Manier des zirkulären Schließens und des brachialen Zurechtbiegens der Sachverhalte. Entgegen Gerüchten haben Heinsohn/Steiger also auch das sog. Tauschparadigma des Geldes nicht wirklich kritisiert. Sie haben sich vielmehr nur über die kindischsten Formulierungen dieser Theorie lustig gemacht - "unbequemes Tauschen Schweine gegen Esel, deshalb Geld" Ha ha ! - und dem dogmatisch ihr Eigentumsparadigma des Geldes und des Zinses gegenübergestellt. Hätten sie dagegen ihren utilitaristischen Antipoden ernsthaft kritisiert, dann hätte ihnen auffallen müssen, dass sie haarscharf dieselbe defekte Denk- und Schlußform verwenden wie dieser: die Ermangelung einer Sache (ihr Fehlen) als ihren Grund.
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PS: Einem (vgl. Kommentar) ziemlich unverschämten Eigentumsökonomik-Fan mißfällt, daß mit dieser Rezension glattweg begründet verweigert wird "...insb. Heinsohn einen erstmals nachvollziehbaren Ablauf der tatsächlich historischen Eigentumsentstehung zu attestieren", denn es ist eben schon schlicht theoretischer Unfug, weil durchdacht nicht konsistent Denkbares, was Heinsohn (seit rd. 30 Jahren grundfalsch) denken möchte. Als DAS "Argument", daß man gefälligst "zu attestieren" habe führt jener völlig verwirrte junge Mensch an, daß ER eben befinde, man habe zu attestieren, weil ER es so gesehen haben möchte. Einem dreijährigen Kind, das trotzköpfig sein EGO erproben möchte, sieht man das vielleicht noch nach.
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