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am 23. April 2001
Die Klasse dieses Buches ist unbestritten: Es gehört in jede Bibliothek. Locke ist einfach einer der wichtigsten Männer der Geschichte. So ist es zum Beispiel keine Hollywooderfindung, dass Locke, nachdem King James II in England die Macht ergriffen und den Einfluß des Parlaments zurückgedrängt hatte, mit dem selben Schiff aus seinem Exil nach England zurückkam, mit dem Englands „Befreier" Wilhelm von Oranien einmarschierte. Aber nicht nur an englischen „Glorious Revolution" hat Locke entscheidenden Anteil, mit seinen 2 Abhandlungen über die Regierung ist er auch der wahre Autor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, sowie der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte während der französischen Revolution. Die Qualität der „Abhandlungen" zeigt sich auch darin, dass diese auch heute noch ein aktueller Beitrag zu der Diskussion um Staatsaufgaben und -legitimation ist. . Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Aber nicht nur seine Bedeutung, sondern auch Lockes Rhetorik machen die 2 Abhandlungen über die Regierung zu einem echten, im übrigen sehr leicht zu lesenden, Genuss für den Verstand.
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John Locke( 1632-1704) ist einer der Begründer der politischen Theorie des Liberalismus, die er vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen und politischen Aufschwungs in England im 17. Jahrhundert entwickelt hat und die diesen, wie auch den Fortschrittsoptimismus und den politischen Machtanspruch des Bürgertums deutlich zum Ausdruck bringt.

Auf dem Hintergrund der gedanklichen Konstruktion eines Naturzustandes entwickelt Locke seine Staatsrechtfertigung und die darin beinhaltete Legitimation der staatlich garantierten Grundfreiheiten. In seinen "Zwei Abhandlungen über die Regierung" , hat sich der englische Philosoph damit auseinandergesetzt.

Im Folgenden sollen einige zentrale Gedanken der von John Locke errichteten Konzeption dargestellt werden.
Der Naturzustand ist ein Zustand vollkommener Freiheit und Gleichheit. Das bedeutet hinsichtlich der Freiheit, dass der Mensch im Naturzustand frei über seine Person und seinen Besitz entscheiden kann.

Der Mensch ist in seiner Freiheit zu handeln von keinem anderen Menschen abhängig. Er braucht sich bei keinem eine Handlungserlaubnis einzuholen, sondern kann stattdessen seine Handlungen eigenständig steuern. Der Mensch, der im Naturzustand lebt, ist in seinem gesamten Tun an niemanden und an nichts gebunden, außer an ein "natürliches Gesetz".
Dieses Gesetz allerdings ist für alle Individuen maßgebliche Handlungsvorraussetzung.

Inhalt des natürlichen Gesetzes ist das Gebot, dass alle Menschen gleich und unabhängig sein sollen; keiner soll den anderen an seinem Leben, seiner Freiheit, seiner Gesundheit und an seinem Besitz schädigen.

Dieses natürliche Gesetz wird verletzt, wenn ein Individuum das Gebot aus eigennützigen Motiven übertritt. Mit seinem unrechtmäßigen Vorgehen demonstriert der Rechtsbrecher, "dass er nach einer anderen Regel lebt, als der der Vernunft und der allgemeinen Billigkeit, die Gott den Menschen zu Sicherheit voneinander als Maß für ihre Handlungen gesetzt hat.

Strafe und Wiedergutmachung werden im Naturzustand zum Akt der Selbstjustiz, denn es gibt keine anerkannten Richter, die berechtigt sind in allen Streitigkeiten den Ausschlag zu geben und den Gesetzen entsprechend zu entscheiden, zudem ist keine zwingende Gewalt vorhanden, die imstande wäre, die Vollstreckung der Gesetze zu sichern.

Das bedeutet, dass im Falle einer Gesetzesübertretung ein Mensch einem anderen "rechtmäßig Schaden zufügen" darf, allerdings gibt es hierbei auch im Naturzustand Grenzen. So darf die Strafe nur die Höhe erreichen, die zur Abschreckung zweckdienlich ist, wobei das Recht zu strafen im Naturzustand ein allgemeingültiges Recht ist, welches von jedem Individuum ausgeübt werden kann. Die Wiedergutmachung muss im rechten Verhältnis zum erlittenen Schaden stehen und kann nur von demjenigen gefordert werden, dem der Schaden zugefügt worden ist.

Das natürliche Gesetz, aus dem die natürlichen Grundfreiheiten des Menschen hervorgehen, ist nicht schriftlich fixiert, sondern beruht auf einer bloßen Anerkennung durch alle im Naturzustand lebenden Individuen. Diese Anerkennung ergibt sich auf der Basis der vernunftsgeleiteten Einsicht in den Willen Gottes. Besagte Anerkennung schließlich, dazu schreibt Locke ausführlich, verkörpert für ihn den Legitimationsgrund für die Grundfreiheiten, die durch Lockes politische Gesellschaft garantiert werden.

Die natürliche Freiheit steht bei Locke in einem engen Zusammenhang mit der Vorraussetzung die Verfügungsgewalt über materielles Eigentum zu besitzen. Um diesen Zusammenhang zwischen der natürlichen Freiheit und dem materiellen Eigentum aufzuzeigen, bedarf es zunächst der Erläuterung des Lock`schen Eigentumsbegriffes.

Obschon alle Menschen im übergeordneten Sinne Eigentum Gottes verkörpern, ist doch jedes Individuum im Hinblick auf die anderen Indiviuen Eigentümer an seiner eigenen Person und in dieser Beziehung auch Herr seiner Handlungen und Arbeit.
Locke weist in Kapitel V seiner Schrift mehrfach darauf hin, dass Gott zu dem Zeitpunkt als er den Menschen die Welt zum gemeinsamen Besitz gab, ihnen zu arbeiten gebot. Auf diese Weise sollten sich die Menschen die Erde untertan machen. Allerdings war es nicht nur Gottes Gebot, sondern auch die eigene Vernunft die den Menschen befahl in diesem Sinne tätig zu sein.

Die Produkte der Arbeit waren das "unbestrittene Eigentum des Arbeitenden." Arbeit und menschlicher Fleiß waren es, die zu Anfang materielles Eigentum entstehen ließen und dem Einzelnen ein Recht an dem so erworbenen materiellen Eigentum verliehen. Die Schranken solch erwerbbarem, materiellen Eigentums im Naturzustand ergeben sich durch dessen ungenutzte Anhäufung. Das bedeutet, dass der Einzelne zwar materielles Eigentum in beliebiger Menge erwerben kann, aber er muss in der Lage sein, dieses Eigentum zu verbrauchen, bevor es verdirbt.

Tauschhandel zu betreiben ist grundsätzlich nicht untersagt, denn man verletzt die Grenzen rechtmäßigen Eigentums nicht durch die Vergrößerung seines Besitzes, sondern eben nur dadurch, dass man etwas ungenutzt verderben lässt.
Mit der Einführung des Geldes wurde es im Naturzustand möglich, auch unverderbliches Eigentum anzuhäufen. Dadurch wurden die Besitzverhältnisse ungleich.

Locke zufolge haben die Menschen durch stillschweigende Übereinkunft mit der Einführung des Geldes der sich daraus ergebenden Folge- der Ungleichheit des Besitzes- zugestimmt. Somit ist an dieser Stelle festzuhalten, dass Geld und ungleiche Besitzverhältnisse aus der Sicht des Philosophen eine vorstaatliche Errungenschaft sind, die ihren Wert und ihre Geltung der natürlichen Vernunft des Einzelnen verdanken.

Die Zustimmung der Individuen bezüglich der Transformation gleicher natürlicher Rechte in unterschiedliche natürliche Rechte verschaffen den "Fleißigeren" die Möglichkeit, ihr natürliches Recht auf Eigentum in unbeschränkte Aneignung desselben umzuwandeln. Denjenigen, die die Chance nicht nutzen konnten, blieb nur die Alternative, die Verfügungsgewalt über ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

John Locke sieht die Arbeitskraft des Einzelnen im Hinblick auf die anderen Individuen als dessen unbestreitbares Eigentum an. Insofern ist der Einzelne in der Lage, ohne dadurch unfrei, d.h. zum Sklaven zu werden, seine Arbeitskraft für eine gewisse Zeit gegen Lohn zu veräußern. Allerdings ist die verkaufte Arbeitskraft dann Eigentum des Käufers. Dieser Käufer ist nunmehr berechtigt sich die Produkte aus dieser Arbeit anzueignen.

Obschon der Naturzustand ein friedvoller ist, beinhaltet er doch die Gefahr des Übergriffes. Der Einzelne ist nicht immer bereit, die grundsätzliche Verbindlichkeit des von ihm anerkannten Naturgesetzes zu akzeptieren. Ursache hierfür ist nach Locke einerseits der persönliche Egoismus eines jeden Individuums und andererseits das Moment der mangelhaften gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Gesetzes.

Leben, Freiheiten und Güter des Einzelnen werden im Naturzustand nicht durch die Gefahr des Rechtsbruches bedroht, sondern auch durch eine nicht immer klar vorhersehbare Vorgehensweise beim Akt der Selbstjustiz. Die Selbstjustiz beinhaltet die Möglichkeit der emotionalen und damit zugleich subjektiven Betrachtungs- und Handlungsweisen seitens desjenigen, dem ein Schaden zugefügt worden ist gegenüber dem Rechtsbrecher. Die Grenzen für Strafe und Wiedergutmachung könnten möglicherweise widerstandslos überschritten werden, weil sich Dritte in solchen Angelegenheiten eventuell gleichgültig verhalten.

Durch die Neigung der Individuen dem natürlichen Gesetz auszuweichen wird ein Zustand erzeugt, welcher als bedrohlich empfunden wird und Reaktionen , wie etwa Furcht und Verunsicherung freisetzt. Das Wissen um die fortwährende Gefahr der Bedrohung des persönlichen Eigentums und die daraus resultierende Furcht bewirken, dass der Einzelne sich entscheidet den Naturzustand zu verlassen, um sich mit anderen zu einem Staatswesen zusammenzuschließen, welches in erster Linie dieses Eigentum schützen und jene bestrafen soll, die die aufgestellten Rechtsregeln übertreten.

Die diesem Staatswesen obliegende Schiedsfunktion soll durch anerkannte, unparteiische Richter ausgeübt werden. Diese Richter sollen in allen Streitigkeiten den Ausschlag geben und den Gesetzen entsprechend entscheiden. Außerdem soll es eine zwingende Gewalt geben, die die Vollstreckung der Gesetze sichert.

So wird der Staat zum "Schiedrichter nach festgesetzten Regeln, unparteiisch und derselbe für alle". Die Freiheit des Einzelnen im Staat scheint zwar im Verhältnis zur Freiheit im Naturzustand durch die Richter begrenzt zu sein, tatsächlich aber gewährt der Staat dem Eigentum des Einzelnen eine größere Sicherheit. Jeder, der in eine politische Gesellschaft eintreten möchte, muss nach Locke hierzu seine individuelle Zustimmung geben.

Der englische Theoretiker unterscheidet zwischen einer "stillschweigenden" und einer "ausdrücklichen" Zustimmung.
Die stillschweigende Zustimmung gibt jedermann , der innerhalb des Herrschaftsbereiches einer Regierung lebt, bzw. sich dort für eine gewisse Zeit aufhält. Diese Form der Zustimmung setzt Locke also bei jedermann, d.h. letztendlich bei Besitzenden und bei Besitzlosen voraus. Die stillschweigende Zustimmung genügt allerdings nicht um vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft zu werden, denn "nichts kann einen Menschen dazu machen als sein tatsächlicher Eintritt durch positive Verpflichtung und ausdrückliches Versprechen und Vertrag".

Die vollwertigen Mitglieder der politischen Gesellschaft, d.h. die durch individuellen Vertragsabschluss , respektive ausdrückliche Zustimmung in dieselbe eintreten, bilden die Mehrheit und nur sie haben das Recht zu regieren bzw. die Regierung zu kontrollieren.

Diese vollwertigen Mitglieder der politischen Gesellschaft verfügen über materiellen Besitz oder haben solchen in Aussicht, denn nach Locke kann davon ausgegangen werden, dass nur diejenigen ihre " ausdrückliche Zustimmung" geben, die ein berechtigtes Interesse an der Sicherung ihres materiellen Eigentums haben. Da die Besitzenden Steuern aufbringe, die notwendig sind, damit eine Regierung unterhalten werden kann, sollen diese besitzenden auch über den Verwendungszweck dieser Steuern entscheiden können und zudem das Recht haben in öffentlichen Angelegenheiten mitzubestimmen.

Die Mehrheit in Lockes politischer Gesellschaft bilden also diejenigen, die über materiellen Besitz verfügen. Entscheidungen , die von ihnen getroffen werden, binden aber nicht nur sie selbst, sondern auch diejenigen, über deren Arbeitskraft sie verfügen, denn die Pflicht den Gesetzen zu gehorchen und sich einer legalen Regierung unterzuordnen haben sowohl diejenigen, die ausdrücklich ihre Zustimmung gegeben haben als auch diejenigen , die stillschweigend zugestimmt haben.

Alle Individuen, die durch einen individuellen Vertragsabschluss Mitglied der von Locke beschriebenen Gesellschaft werden, stimmen darin überein, dass die primäre Aufgabe ihres Staates darin besteht, die gottgewollten und von allen Individuen anerkannten Grundfreiheiten zu schützen und sicherzustellen. Dieser "christlich-religiöse Konsens" stellt die Rechtfertigung für Lockes Staat und der darin enthaltenen Grundfreiheiten dar.

Ganz abgesehen davon, dass Lockes Konsensidee hinsichtlich der Anerkennung des Staates und der durch ihn garantierten Grundfreiheiten aufgrund eines christlich-religiösen Rechtfertigungsgrundes unhistorisch und nicht empirisch ist, wäre sein Modell selbst dann nicht in die Realiät übertragbar, wenn man von einer dem individualistischen Konsensmodell angemessenen Ausgangssituation ausgeht, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass die einzelnen Bürger, unabhängig von einem organisatorischen Prozess kollektiver Willensbildung alle das Gleiche wollen.

Eine bemerkenswerte Lektüre
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Locke war nah an der Macht - als Kritiker und anschließend als Cheftheoretiker Wilhelms von Oranien. Dieser erreichte 1688/89 die letzte geglückte Invasion Englands - und den moderneren konstitutionelleren Staat, welcher zumindest eine Art Parlament der großbesitzenden Klasse einbezog.

John Locke in seinen "Zwei Abhandlungen über die Regierung"/"Two Treatises" ist beredt, auch dies ist das Lesen wert. Ein purer Liberaler in einem heutigen Sinne ist er auch wieder nicht (manche sagen: zum Glück). Doch die Details, eigene Einschätzung und die Lesefreude sei jedem komplett unbenommen - es einmal durchzuarbeiten ist jedenfalls ein Genuss wie eine starke Denkanregung und sei ausdrücklich empfohlen. Wenn es nicht das Original sein soll: Diese deutsche Suhrkamp-Ausgabe ist geeignet.
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am 23. August 2015
Die vorliegende Ausgabe der zurecht weltberühmten "Zwei Abhandlungen über die Regierung" von John Locke beginnt mit einer hervorragenden Einleitung von Walter Euchner. Diese fasst nicht nur die wesentlichen Aussagen von Locke prägnant zusammen, sie stellt das Werk auch in den historischen Zusammenhang und bietet auch eine sehr gute Einführung in die Interpretationsgeschichte dieses Klassikers des politischen Denkens.

Während die zweite Abhandlung "Über den wahren Ursprung, die Reichweite und den Zweck der staatlichen Regierung" auch heute noch, d.h. mehr als 300 Jahre nach ihrer Entstehung, auf breite Zustimmung rechnen kann, ja man kann sogar sagen im Kern die heute allgemein herrschende Staatsphilosophie westlicher Demokratien enthält, fällt die erste Abhandlung demgegenüber deutlich ab und hat eigentlich nur als historisches Zeugnis bleibenden Wert. Wie bereits aus dem Titel dieser ersten Abhandlung erkennbar, beschränkt diese sich auf die "Aufdeckung der falschen Prinzipien und (die) Widerlegung der Begründung der Lehre Sir Robert Filmers und seiner Nachfolger." Zum Verständnis der zweiten Abhandlung ist die Lektüre der ersten nicht erforderlich, mit Euchner spricht aber für den gemeinsamen Abbdruck neben der Intention des Verfassers die hierduch erreichte zeitgenössische Einbettung.

Für den heutigen Leser ist die erste Abhandlung kaum von Interesse. Durch den gemeinsamen Abdruck beider ragt die Qualität der zweiten Abhandlung aber nur um so deutlicher hervor. Locke entwickelt hier eine vertragsrechtliche Theorie, die noch heute fundamental ist. Es ist sicher richtig, dass ihm die logische Konsequenz und Geschlossenheit eines Thomas Hobbes fehlt. Auch ist er ein Advokat der "bürgerlichen Gesellschaft", wobei man aber nicht unterschlagen darf, dass sein Begriff des Eigentums auch Leben und Freiheit mitumfasst.

Gerade diese genannten Beschränkungen dürften aber wesentlich gewesen sein, dass Locke besser als andere die Wirklichkeit erfasste und eine Theorie anbot, die so wirkmächtig werden konnte, dass man beim Lesen stellenweise den Eindruck gewinnen kann, ein Buch des 21. Jahrhunderts vor sich zu haben (natürlich nur, wenn man von den zeitbedingten Regierungsformen und ihrer Begrifflichkeit abstrahiert).
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John Locke gilt in der politischen Theorie- und Ideengeschichte als Wegbereiter des politischen Liberalismus, ohne jedoch eine ganzheitliche liberale Demokratietheorie zu entwickeln.
Wie Thomas Hobbes steht er in der Tradition der Vertragstheorie zur Begründung politischer Herrschaft. Im Gegensatz zu diesem befasst er sich aber auch mit der Limität der Herrschaft.
Ausgehend von einem (fiktiven) Naturzustand "vollkommener Freiheit und Gleichheit", in der es in der Regel keine zwischen menschlichen Konflikte gibt, begründet er die Notwendigkeit eines politischen Körpers durch das für jeden gegebene Recht auf Privatjustiz. Dises Recht kann zu Kriegszuständen führen, womit eine politische Gewalt durch Übereinkunft aller Individuen geschaffen werden muss, um die natürlichen Rechte zu schützen. Eines der wichtigsten Rechte ist das Recht auf Besitz durch Arbeit. Damit ist der Naturzustand durch ein Charakterisitkum der bürgerlichen Gesellschaft definiert. Die ungleiche Besitzverteilung.
Damit ist die von Locke angestrebte Gesellschaft eine Besitzgesellschaft und der Staat hat insbesondere die Pflicht, das Eigentum und die Tauschbeziehungen zu schützen.
Somit schließen die Individuen eine Übereinkunft, der sie zu einem politischen Körper zusammenfasst, der durch die Teilung in Legislative (entweder als Monarchie oder Demokratie) und Executive die Herrschaft limitiert, während bei Hobbes der Souverän noch ungeteilte Macht ausübt.
Dabei führt Locke das Mehrheitsprinzip und das Zensuswahlrecht ein, da Vollbürger nur die sein können, die Besitz haben.
Aufgrund dieser Einschränkungen kann Locke als Vordenker der liberalen Demokratietheorie und der liberalen Marktwirtschaft gesehen werden, die später durch John Stuart Mill und andere erweitert wurden.
Trotzdem lesenswert, da ein Klassiker.
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am 8. Februar 2004
Zugegeben, die erste Abhandlung erscheint uns heute etwas eigenartig überflüssig. Dennoch: Wer lernen will, wie man gut und konsequent argumentiert, wird hier auf seine Kosten kommen.
Zur zweiten Abhandlung: Sie ist wahrscheinlich die beste Basis für eine demokratische Verfassung und Rechtsordnung, die je ein Mensch entworfen hat. John Lockes Ausführungen sind brilliant: Einfach, einleuchtend und von bestechender Klarheit. Ein Werk von zeitlosem Wert und man darf es ruhig nocheinmal sagen: Ein Genuß für den Verstand.
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