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am 14. Oktober 2005
Ohne "Bergführer" läßt sich das Massiv der "Kritik der reinen Vernunft" fast nicht zu ersteigen. So haben sich die Herausgeber Mohr und Willaschek der Aufgabe gestellt, gleich mit einem ganzen Autorenteam den Leser zu begleiten. Das Projekt gelingt - fast. Die Autoren weisen fachkundig den Weg; sie lassen den Leser den Gedankenweg aufschauen und auf ihn zurückblicken. Sie weisen ihn zuverlässig auf wichtige, auf den ersten Blick verborgene Details hin, und sie machen auf dem Weg nicht zu häufig Rast. Neblige Passagen, gedankliche Abgründe und schmale Grate dieses Gedankenwerks werden zwar nicht mühelos, doch ungefährdet passiert - Stück für Stück, Schritt für Schritt. Alle Achtung!
Doch was die Herausgeber reitet, den kletternden, klimmenden und sich mühenden Leser passagenweise mit englischpsrachigen Führern (Aufsätzen) zu plagen - das weiß der Himmel! Der Leser hat genug Last mit der schwierigen Sprache Kants; jetzt muß er darüber hinaus noch den Kommentar zu einem deutschprachigen Buch (!) stellenweise in fremden Idiom verstehen. Eine Übersetzung hätte ihm diese zusätzliche Last genommen. So habe ich mich bei einigen schwierigen Passagen dann doch wieder mutterseelenallein (und ein Stück weit betrogen) gefühlt. Schade, sehr schade! Deshalb zwei Punkte Abzug!
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am 8. März 2001
Dieser Band enthält einen durchgehenden Kommentar zur 'Kritik', geschrieben von 24 namhaften Kantexperten. Die einzelnen Artikel sind textnah, meistenteils verständlich geschrieben und insgesamt sehr hilfreich. Man kann das Buch deshalb sowohl nutzen, um sich einen Überblick über die Kritik zu verschaffen, als auch als einen Begleiter bei der Lektüre. Einen Stern Abzug gibt es allerdings für den hohen Preis des Buches.
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Immanuel Kant hat mit der "Kritik der reinen Vernunft" eine Revolution ausgelöst. Das Buch begründete die Transzendentalphilosophie und traf seine Zeitgenossen wie ein Schock. Der Königsberger Philosoph untersucht die Grundlagen unserer Erkenntnisfähigkeit und kommt zum Schluss, dass diese begrenzt ist. Im Gegensatz zu vielen Philosophen vor ihm beweist er mit seiner Abhandlung, dass der menschliche Verstand Fragen wie die nach der Existenz Gottes, der Seele oder dem Anfang der Welt nicht lösen kann. Kant nimmt den modernen Konstruktivismus vorweg, wenn er mit seiner "kopernikanischen Wende" behauptet, dass dem Menschen nur begrenzte Wahrnehmungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, mit denen er (wie durch eine farbige Brille) die Wirklichkeit betrachtet. Den Empirismus und den Rationalismus wollte Kant durch seine Philosophie versöhnen, er entließ aber seine staunenden Leser und zahlreichen Zuhörer in der Universität mit der für sie deprimierenden Folgerung, dass sie die wirkliche Welt "an sich" niemals erkennen könnten. Die "Kritik der reinen Vernunft" gehört sicher zum Kompliziertesten, was die Weltliteratur aufzuweisen hat. Ein philosophisch nicht geschulter Leser hat bei Kant kaum eine Chance. Dennoch lohnt sich die Lektüre: Ohne Kant sind die Philosophien eines Hegel, Fichte, Nietzsche oder die Literatur und Ästhetiktheorien der deutschen Klassiker nicht vorstellbar.
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Die Kritik der reinen Vernunft sollte jeder gebildete Mensch gelesen haben. Warum? Weil das, was Kant dort über die apriorisch gegebenen Voraussetzungen unserer Wahrnehmung und unserer Vorstellung behauptet, bis heute wahr und richtig ist. Über andere Philosophen ist die Zeit hinweggegangen: Fichte, Schelling, Hegel und dergleichen mehr – aber Kant ist bis heute gut und nützlich, um die eigenen Gedanken zu klären und den Ideendschungel ein wenig zu lichten. Gerade für Menschen, die sich mit Bewusstseinphilosophie oder Erkenntnistheorie beschäftigen ist Kant ein Muss!
Vielleicht noch zwei Tips zum Lesen:
1.) Es reicht vollkommen aus, wenn man 10 Seiten pro Tag schafft und
2.) die verwendeten Fachtermini sollte man einfach wörtlich ins Deutsche übersetzen: „Synthetisch“ = “Zusammengestetzt“, „Analytisch“ = „Auseinandergenommen, getrennt“, „Aperzeption“ = “Bewusste Wahrnehmung“ u.s.w. - Das erleichtert das Verstehen und funktioniert bei fast allen Begriffen, die Kant gebraucht!
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am 27. Juli 2008
Als junger Studi hörte ich schon den Satz, dass Beispiele nichts beweisen würden. Viel später stiess ich auf Kants Kritik der reinen Vernunft. Auch er sagt in zahlreichen Variationen, dass die Empiriker in Widersprüchen landen oder bei Zirkelschlüssen. Was aber dann, was ist es, das etwas beweist?

Wir erkennen Dinge mit der Hilfe von apriorischem, empiriefreiem Wissen. Davon gibt es nur weniges in vier Kategorien. Mit dem Verstand und über Begriffe und Vorstellungen beziehen wir die Vielfalt, die Mannigfaltigkeit der äusseren Erscheinungen vereinfachend zurück auf die apriorischen Kategorien, was zu Erkenntnissen führt, die allgemein und notwendig sind. Die Vernunft spendiert diesem Prozess die Regeln und Prinzipen.

Dieser Erkenntnisprozess begrenzt das Erkenntnisvermögen stark. Dinge an sich lassen sich damit nicht erkennen, sondern nur Einzelheiten. Aber Kant sagt einmal tröstend und gleichzeitig hellsichtig, es sei nicht absehbar, wie weit die Menschheit einfach über das Differenzieren und Aufdröseln noch kommen könne. In der Tat, damit ist sie weit gekommen, sodass die fehlende Erkenntnis der Dinge an sich, der Substanz der Dinge, kein grosses Defizit ist.

Was ich mit der vorstehenden Beschreibung nicht teile, ist das Bild der farbigen Brille: Das was wir erkennen können, das erkennen wir vollständig und richtig, denn es ist allgemein und notwendig. Dass es nicht soviel ist, was wir erkennen, das ändert daran nichts. Kant ist auch kein Vorgänger der Konstruktivisten, jedenfalls nicht der radikalen Konstruktivisten wie Glasersfeld, denn ohne Realitätsbezug läuft nach Kant der Verstand leer, resp. Traum und Realität sind nicht mehr unterscheidbar. Beides ist bei Kant mehrfach festgehalten, beschrieben, eingegrenzt, ausgedrückt.

Kant zu lesen gilt als schwierig. Das hat eine wahre und falsche Seite. Die wahre Seite ist, dass die einzelnen Perioden häufig nur schwer verständlich sind. Die falsche Seite ist, dass das nicht viel schadet, denn das kant'sche System ist eng verknüpft, so dass die Kernaussagen immer wieder kommen, rekapituliert und in verschiedenen Formulierungen gefasst werden, womit sie verständlich werden.

Dazu kommt,dass ich vieles nur kursorisch gelesen habe, denn ich muss Kant nicht in alle Verästelungen und in alle Verteidigungen folgen. Mir genügt es, eine Lösung gefunden zu haben für ein altes Problem. Das hat den Aufwand gelohnt. Ich werde mir die anderen Kritiken auch noch vorknöpfen, zumal Kant am Ende der reinen Vernunft der Hoffnung Ausdruck gibt, dass die praktische Vernunft vielleicht mehr zu bieten habe als die reine. Dazu kommt, dass die drei berühmten Fragen, die sich in diesem Buch auf S.677 finden, eine Antwort verlangen: 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen?

Und noch etwas muss ich anfügen: Kants Motiv hinter den drei Kritiken ist aller Ehren wert: Es gehe um den schwachen Menschen, sagt er gegen Ende beiläufig. In der Tat: Wer sauber denkt, verführt niemanden und er kann nicht verführt werden.
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