Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sport & Outdoor calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madamet Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen5
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
3
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 25. Februar 2014
Bioökonomie heißt Ökonomisierung alles Lebendigen und die Betrachtung von Leben als Biomasse.

Dieses Buch
- erläutert, wo die Bioökonomie historisch, gedanklich, wirtschaftlich und politisch anzusiedeln ist;
- nennt die zentralen Drahtzieher, skizziert deren vorzügliche Vernetzung und zeigt deren ökonomische Interessen auf;
- beschreibt die Inbesitznahme der Politik durch die den Schulterschluss übende Chemie-, Pharma-, Agrar-, Biotechnologie- und Nahrungsmittelindustrie und ihre Folgen;
- konfrontiert die Nutzenversprechen dieser Industrien mit der Realität; vor allem wird ausgeführt, dass und warum die Bioökonomie eben nicht der Hungerbekämpfung und dem Umweltschutz dient, sondern den Welthunger massiv steigert und die restlose Umweltvernichtung rasant und nachhaltig vorantreibt;
- es analysiert die inzwischen unglaublich geschmeidige und leider auch wirkungsvolle Kommunikationsstrategie der gut vernetzten Akteure der Bioökonomie und hilft, sie zu enttarnen, u.a. sprachlich (etwa der Begriff Pflanzenschutz, der den Schutz von Pflanzen suggeriert, in Wahrheit aber eine beispiellose Pflanzenvernichtung bewirkt);
- es skizziert die bereits vorhandenen und verstärkt systematisch abgewürgten und erstickten Alternativen zur Bioökonomie und nennt wirksame Gegenstrategien
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. August 2014
Jahr für Jahr werden weltweit rund dreihundertzwanzig Milliarden – in Zahlen: 320 000 000 000 – Kilogramm Fleisch zum Zweck des Verzehrs produziert. Aufeinandergetürmt ergäben diese ein Gebirgsmassiv aus Tierleibern, dessen Gesamtgewicht das der Weltbevölkerung überstiege. Diesen Fleischberg bilden 65 Milliarden Mitgeschöpfe. Tagtäglich werden 35 000 Hektar Wald gerodet, jeden Tag wird die Biodiversität um 150 Arten reduziert. Gleichzeitig wuchern monokulturelle Agrarwüsten mit totgespritzten Böden, auf denen ohne Kunstdüngung kein Blatt mehr wüchse. Leben – von der genmanipulierten Zelle zum »Humankapital« – ist nichts Heiliges mehr, sondern wird zu »Biomasse«, die beliebig instrumentalisiert und kapitalisiert werden kann: Willkommen in der schönen neuen Welt der »Bioökonomie«!
Man sagt, der beste Trick des Teufels war es, der Welt weiszumachen, es gäbe ihn gar nicht. Einen teuflisch cleveren Winkelzug ersonn auch der von der Bundesregierung eingerichtete »Bioökonomierat«: Angesichts der begrenzten gesellschaftlichen Akzeptanz von Gentechnik, Massentierhaltung und Monokulturanbau wurde die totale Kapitalisierung des Lebens in »Bioökonomie« umgetauft. Dieser wohlklingende Name hat nichts mit gutem Leben zu tun, sondern bezeichnet »die Umwertung alles Lebendigen auf den Rohstoff ›Biomasse‹«.
Nachzulesen ist diese verheerende Entwicklung in Franz-Theo Gottwalds und Anita Krätzers brisanter und aufschlussreicher Schrift »Irrweg Bioökonomie«. Bei aller Dringlichkeit und persönlichen Betroffenheit ist ihre »Kritik an einem totalitären Ansatz« sorgfältig recherchiert und argumentiert. Sie zeichnet unheilvolle Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und Forschung nach und deckt Infiltration und Desinformation auf. So entlarvt das Autorenduo das Vokabular der Bioökonomie als Orwell’sches »Neusprech«: aus »Lobbyist« wird »Politikberater«, aus »Mitgeschöpf« »Nutztier«, aus »Ackergift« »Pflanzenschutzmittel«, aus »Genmanipulation« »Biotechnologie«, aus »Pflanze« »Bioenergiemasse« … Mit schönfärberischen Worten und demagogischen Parolen wird die Bioökonomie als alternativlos deklariert. Dabei gibt es durchaus Alternativen, wie Michael Braungarts »Cradle to Cradle«-Prinzip, Gunter Paulis »Blue Economy« und Karl Ludwig Schweisfurths »symbiotische Landwirtschaft«, die zu ignorieren »politisch fahrlässig« wäre, resümieren die Autoren.
Franz-Theo Gottwald und Andrea Krätzer eröffnen eine überfällige Debatte. Dafür gebührt ihnen Dank und Respekt – und auch dafür, dass sie ihr Buch, das sachgerecht die Realpolitik herausfordert, auf ethischen Überlegungen begründen, vor denen ihr persönlicher Schmerz über die Entwicklung erkennbar wird. Die Frage, auf welcher ethischen Grundlage eine Gesellschaft gedeihen könnte, die Leben nicht ausbeutet, sondern fördert, steht somit im Raum. Eine solche – noch zu verfassende – Ethik wäre eine dringend benötigte Ergänzung zu dieser mutigen und augenöffnenden Streitschrift.
Ein wichtiger Vordenker dieser Ethik der Verbundenheit – die holistisch wäre, weil sie sich auf das Leben als Ganzes bezöge, die keine willkürliche Grenze zwischen würdebegabtem und auszubeutendem Leben zöge, und die den Menschen nicht über die restliche Natur stellte – ist der Arzt, Philosoph und Organist Albert Schweitzer. Vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überschattet und von allem, was er aus der Philosophie über Ethik wusste, im Stich gelassen, entwickelte er seine Lehre von der »Ehrfurcht vor dem Leben«. 100 Jahre später hat uns dieses Denken, das seiner wie auch unserer Zeit voraus war, erstaunlich viel zu sagen. Als Ethik definiert Schweitzer »die Ehrfurcht vor dem Willen zum Leben in mir und außer mir«. Frieden in der Welt könne nur einkehren durch eine »Ethik des Erlebens der ins Grenzenlose erweiterten Verantwortung gegen alles, was lebt«. Dass es in Schweitzers Denken keine »tote Materie« gibt und sich diese Verantwortung prinzipiell auf alles erstreckt, führt unweigerlich zu lebenspraktischen Konflikten; diesen gälte es aber gerade nicht auszuweichen, denn »in der Wahrheit sind wir, wenn wir die Konflikte immer tiefer erleben. Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels.«
Einen Aspekt unseres trügerisch guten Gewissens fordert der politische Ökonom Károly Henrich in der bemerkenswerten Sammlung »Der Stein als Bruder« heraus: Beiträge zwischen Geo­logik, Geoethik und Geo­poetik stellen die verbreitete Auffassung, Steine seien bloß unbelebtes Material, in Frage. Als Wesen, die selbst zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus Mineralien bestehen, sind wir den Steinen womöglich näher, als wir meinen. Kulturwissenschaftler ­Fridolin Stähli bricht eine Lanze für eine holistische Perspektive auf Gestein, und der politische Ökologe Peter Cornelius Mayer-Tasch wirft die Frage auf, was wir den Steinen schulden – »wie wir ihnen das danken können, was wir ihnen verdanken«. Anknüpfend an Christopher D. Stones »Haben Bäume Rechte?«, fragt Roderick Nash »Haben Felsen Rechte?«. Erst wenn vielen eine solche Frage nicht mehr lächerlich erscheine, könne sich unsere Wertestruktur wandeln und uns ermöglichen, die sich verschärfende ökologische Krise zu wenden, schrieb der Umweltethiker in seinem 1977 verfassten Essay. Vier Jahrzehnte später bleibt zu sagen: Es ist höchste Zeit.

(erstmals erschienen in »Oya anders denken. anders leben«, 27/2014)
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Januar 2015
Sehr spannendes Thema, dass einem richtig die Augen öffnen! Somit nicht nur für Akademiker, sondern auch für Ottonormalo sehr empfehlenswert. Der Schreibstil ist angenehm und man versteht zu jedem Zeitpunkt, was gemeint ist. Einzige Kritik ist das Bucheinband zu diesem Preis. Für 14 Uhr erwarte ich einen festeren Einband, damit ich auch länger etwas vom Lesen hab. Eine Seite ist mir leider schon gerissen und das passiert mir nie.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Mai 2014
Schöne Chronologie zur Entwicklung des Begriffs. Die Logik erinnert an die 70iger mit einer fundamentalen Kapitalismus-Kritik. Die benötige Debatte zur Bioökonomie wird mit diesem Buch leider nicht eröffnet. Positiv: es liest sich flott weg.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. April 2014
bilden kann durchaus selbst zu lesen oder zumindest den Klappentext, vielleicht dann doch in den Buchladen gehen, ist sowieso effektiver ...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden