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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2010
Das Buch ist eine wunderbare und lesenwerte Streitschrift für einen besseren, ehrlicheren Naturschutz. Alle Interessengruppen, die für und oder gegen den Naturschutz streiten, werden mit Sachargumenten zurück gewiesen.

Mit den Thesen und Argumenten verstört und vergräzt Reichholf die Interessengruppen.

Ich möchte ein paar Kernsätze kurz zitieren:
- Kapitelüberschrift "Instrumentalisierter Naturschutz" [S. 80]
- "Der Jäger sieht im Luchs eine Störung des Naturhaushalts, weil dieser Rehe frißt, die er selbst beansprucht." [S. 108]
- "Die Landwirtschaft, mit weitem Abstand die Hauptverursacher des Artenrückgangs, der Naturbelastungen und der Biotopenverliste, bleiben von den Kosten der Regulierung verschont,..." [S. 90]

Die Interessengruppen wie Politker, Naturnutzer (Forstbesitzer, Landwirte, Jäger und Nutztierhalter), Behördenvertreter und Umweltaktivisten (Nabu, WWF...) werden an einem intensiven Konflikt mit diesem Buch nicht vorbeikommen. Ich freue mich auf die spannenden Diskussion.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Februar 2011
Ich hab mir dieses Buch bestellt, weil ich Naturschutz studiere und mir ein paar neue Denkansätze von diesem Buch erhofft habe. Und die habe ich auch bekommen. Dieses Buch zeigt auch die negativen und verbesserungswürdigen Seiten des Naturschutzes, die nun einmal existieren. ALso wer auf der Suche nach kritischen Denkansätzen ist oder noch glaubt im Naturschutz liefe alles prima, dem würde ich dieses Buch empfehlen ;),und 10 € sind ja auch nicht die Welt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2013
Das Büchlein hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn es trifft den Naturschutzgedanken an seinem Nerv:

Als ich 14 Jahre alt war, wurde mir ein Ausweis als Naturschutzhelfer ausgestellt. Damals (1958) nahm ich an der Jahresversammlung der Naturschutzhelfer in der Kreisstadt im sächsischen Obererzgebirge teil. Den größten Teil der Beratungszeit widmeten die Helfer - im Heimatschutz ergraute Männer - der Frage, wie man das Abschneiden von Wanderstöcken einschränken oder bestrafen könne, da dadurch die Feldhecken geschädigt würden, die das Landschaftsbild prägten. Die stundenlange Diskussion darüber erschien mir eine so weltfremde Zeitverschwendung, daß ich nie wieder an einer derartigen Versammlung von Naturschutzaktivisten teilgenommen habe. Wohl tausendmal habe ich bis zum Abitur zu Fuß, mit dem Fahrrad und im Winter auf Skiern mein Exkursionsgebiet durchstreift, mit Feldstecher und bei jedem Wetter und Unwetter. Es war um 1960 die Zeit des großen Umbruchs in der Landwirtschaft. Handarbeit wurde durch Maschinenarbeit ersetzt, natürlicher Dünger durch Kunstdünger, kleine Flächen wurden zu großen zusammen gelegt. Wenn ich die Augen schließe, kann ich mir aber noch heute detailgenau vorstellen, wie es vor 50 Jahren aussah, vor dem Umbruch.

Aus Anlaß der Goldenenen Konfirmation bin ich 2008 wieder einmal in meine Heimat zurückgekehrt und bin mit einem Schulfreund (auch ein promovierter Biologie) die Route gegangen, die wir beide seit einem halben Jahrhundert kennen. Wie fast überall, so hatten stickstoffliebende Pflanzen an Boden gewonnen. Von dem gut durchdachten Bewässerungssystem, mit dem die Bauern einst das Schmelzwasser auf die Felder verteilten, war nicht einmal die Erinnerung geblieben. Von den Feldhecken, in denen die Dorngrasmücken so häufig waren, hatte man die meisten in großem Stil gerodet, was mir noch einmal bestätigte, wie lächerlich und kleinkariert 1958 die Diskussion der Naturschützer gewesen war. Nicht alles war jedoch einförmiger geworden: Dem Maschineneinsatz entzogen sich schwer bearbeitbare Winkel, in denen sich neuer Wildwuchs breit machte, in der flächenmäßiger Ausdehnung durchaus ein gleichwertiger Ersatz für die verschwundenen Hecken. Das, was ich als ganz junger Mensch bereits geahnt oder begriffen hatte, daß politische und wirtschaftliche Veränderungen für die Natur viel tiefgreifender sind als der aus einer Feldhecke geschnittene Wanderstock, diese Veränderungen haben sich vollzogen.

Naturschutz wird bei uns von der breiten Öffentlichkeit vor allem dadurch wahrgenommen, daß er notwendige Verkehrs- und Bauprojekte verhindert oder wenigstens alles daran setzt, sie zu verzögern und zu verteuern. Das ist nach Reichholfs Meinung ein fatales Fehlverständnis von Natur- und Umweltschutz.

Meine Frau stammt aus einem kleinen Dorf unmittelbar an der früheren innerdeutschen Zonengrenze. Der Kielforst, ein Höhenzug aus Kalkstein, erhebt sich dort rund 200 Meter über das Tal und war vor 1945 ein Mekka der Botaniker. Der Eiserne Vorhang schnitt den Berg in Nord-Süd-Richtung. Das Betreten der Osthälfte war bis 1989 nur noch den Grenzsoldaten erlaubt, so daß er mit dichtem Gestrüpp und Kiefernwald zuwuchs und zahlreiche offene Standorte seltener Pflanzen von der Sukzession verschluckt worden waren. 1985 kündigte sich die Wiedervereinigung mit dem beginnenden Bau der bereits vor 1935 geplanten Ost-West-Autobahn durch den Kielforst an. In den Kalkstein mußte dafür ein tiefer Einschnitt gesprengt werden. Die sehr trockenen Hänge dieses Einschnitts, mitten im brausenden Verkehrslärm, sind heute wieder Standorte sehr seltener Pflanzen und Fundorte seltener Insektenarten.

Diese neu entstandenen Trockenhänge am Kielforst fallen mir stets ein, wenn ich von den Protesten fanatischer Heimat- und Naturschützer gegen Verkehrsbauten höre. Sie ketten sich an alte, zum Sterben verurteilte Bäume an, freuen sich wie Kinder über jeden Monat, den sie irgendeinen Baubeginn verzögern und bei einem Brückenbau sehen sie gar das Weltkulturerbe in Gefahr, so als ob irgendein Menschenwerk ewigen Bestand hätte. Doch jeder Verkehrsbau schafft neue und oft extreme Standorte. Unter großen Brücken zum Beispiel fällt so gut wie kein Regen, und dort können nur Pflanzen aus mittelasiatischen Halbwüsten bestehen.

Als 1990 der Maschinenbaubetrieb schloß, in dem mein Schwager jahrzehntelang gearbeitet hatte, bezahlt man ihn dann für die Leitung einer Arbeitsgruppe, die zur "Umweltverschönerung" beschäftigt wurde. Was ihm dabei auffiel: Die Orchomanen wollten, daß das Unterholz gerodet wird, damit die Orchideen wieder wachsen können. War diese Arbeit getan, kam aus der Kreisstadt ein anderer Experte, der die Hände rang, weil jetzt die Brutplätze der Grasmücken zerstört waren. Und nach der Meinung der Herpetologen und Entomologen, die später kamen, hätte man alles sowieso anders gestalten müssen. Ja, was mögen wohl die Frösche zur Bestandserhaltung der Störche sagen?

Und wer kann in jedem Fall sicher wissen, ob eine Art "von selbst" den Weg zu uns gefunden hat oder absichtlich eingeführt oder eingeschleppt worden ist? Letzteres aus der Sicht einiger Naturschützer ein Grund für ihre ewige Verdammnis. Ob die Art gedeiht oder nicht, das allein sollte ausschlaggebend sein, meint Reichholf, dem das Verständnis für den Stil und die Art der Glaubenskämpfe quasi-religiöser Fanatiker fehlt, die etwas bewahren wollen, was auch ohne sie jeden Tag Schaden nimmt, sich jeden Tag verändert. Wer davon unmittelbar betroffen ist, weil seine Lebensqualität herabgesetzt wird, etwa durch den Neubau eines Flugplatzes in der Nähe seines Wohnhauses, sieht die Dinge sowieso anders als die Allgemeinheit und kämpft für sein Eigeninteresse. Es ist sein gutes Recht. Vielleicht hat Vaclav Klaus mit seiner Meinung recht, siehe Blauer Planet in grünen Fesseln. Was ist bedroht: Klima oder Freiheit?, daß die stärkste Bedrohung der Freiheit heute von den Ökofetischisten ausgeht.
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am 21. Juli 2014
Wie immer, wenn sich Reichholf dem Thema Natur widmet, zeigt er Kausalitäten und zieht Folgerungen, die nicht "politisch korrekt" aber dafür umso wahrer sind. Nicht ganz so unterhaltsam wie die Zukunft der Arten aber unbedingt lesenswert!
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am 25. November 2013
Dieses Buch regt definitiv zum Nachdenken an. Kurz und knapp, aber sehr deutlich, zeit der Autor (Irr-)Wege des praktizierten Naturschutzes sowie Lösungsvorschläge zu allgemeinen Problemen.
Ich habe dieses Büchlein quasi verschlungen.
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2011
Prof. Reichholf ist berühmt für provokante Thesen im Naturschutz und hat viele Diskussionen dadurch erfrischend belebt.
Der Titel dieses Buches verspricht dies wieder einmal, hält davon aber nahezu nichts ein. Während über 90 % des Textes der Krise in sich zum Teil wiederholenden bruchstückhaften Skizzen einnimmt, kommen Lösungsansätze für die Zukunft mehr als zu kurz. Wer die sucht, sollte das Buch gar nicht erst in die Hand nehmen!
Im Nachwort bezeichnet Reichholf das Werk als Essay. Aber auch das rechtfertigt nicht den Mangel an Konsistenz in der Herleitung und Lösungssuche der zweifelsfrei bestehenden Probleme.
Die Beschreibung der Problemlage ist furchtbar oberflächlich und polemisch. Die beschriebenen ' nein: nur angerissenen Phänomene hätten eine sorgfältige Analyse verdient, die aber in keinem Fall vorgenommen wird. Der Autor verwendet bisweilen wahllos Begriffe, die unterschiedlichsten Sprachverwendungen entstammen im Mix, als hätte er sich nachts diesen Text vom Herzen geschrieben. Eine Nacht später das nächste Kapitel, Dopplungen inbegriffen. So was mag auch legitim sein, aber für eine ernsthafte öffentliche Debatte wenig hilfreich und zur Drucklegung in einem Buch ungeeignet.
An wen richtet sich das Buch? An 'die' Naturschützer (Wer ist das eigentlich?)? Oder 'die' Gesellschaft? Oder 'die' Politiker?
All dies bleibt als Nebel im Raum stehen und der Leser ist am Ende so klug als wie zuvor.
Dass 'der' Naturschutz in unserer Gesellschaft vor erheblichen Problemen steht, ist nicht zu bezweifeln. Insofern trifft Reichholf mit dem Buchtitel und einigen beschriebenen Phänomenen den Nerv der Zeit.
Mehr aber auch nicht.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. März 2014
Eine wenig in die Tiefe gehende Schrift, die zwar vom richtigen Standpunkt aus geschrieben ist aber ziemlich banal daherkommt. Nichts, was einen Interessierten wirklich befriedigt oder gar weiterbringt,
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