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4.0 von 5 Sternen Social Web als virtuelle Agora?
Web 2.0 ist also auch bei Suhrkamp angekommen. In der noch jungen Reihe "edition unseld" ist ein schmales Bändchen mit einem auch für schmale Geldbeutel vertretbaren Preis erschienen. Der Beitrag des Medienwissenschaftlers (laut Wikipedia auch: Medienphilosophen) Stefan Münker firmiert unter der Genrebezeichnung Essay. Ein mitunter etwas locker...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2009 von B. Gutleben

versus
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3.0 von 5 Sternen Von Habermas zu Twitter - und zurück
Die Buchreihe edition unseld" soll sich mit den Nahtstellen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft beschäftigen und veröffentlichte bereits einige höchstinteressante Bände. In diesen werden z.B. das Konzept Komplexität erklärt, über die Sprache der Hirnforschung reflektiert oder die Bedeutung der Spiegelneuronen erläutert, neben...
Veröffentlicht am 1. September 2010 von Dirk Engel


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Social Web als virtuelle Agora?, 4. Dezember 2009
Von 
B. Gutleben (Oberhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0 (edition unseld) (Taschenbuch)
Web 2.0 ist also auch bei Suhrkamp angekommen. In der noch jungen Reihe "edition unseld" ist ein schmales Bändchen mit einem auch für schmale Geldbeutel vertretbaren Preis erschienen. Der Beitrag des Medienwissenschaftlers (laut Wikipedia auch: Medienphilosophen) Stefan Münker firmiert unter der Genrebezeichnung Essay. Ein mitunter etwas locker geschriebener Text, für ein eher breiteres bildungsbürgerliches Publikum, zurückhaltend mit Fachterminologie, ganz ohne Screenshots oder Schaubilder, mitunter vielleicht die Erfahrungen der Leserschaft im Umgang mit den Neuen Medien unterschätzend? Doch da darf der Rezensent nicht unbedingt von sich auf andere schließen...
Immerhin kommt doch ab und zu der Medienwissenschaftler durch. Beispielsweise wenn er den Unterschied zwischen technischen Gegebenheiten und deren medialen Gebrauch betont oder die Tendenz kritisiert, bestimmte Medien per se und ohne Rücksicht auf ihre jeweilige Praxis und Nutzung zu bewerten. Auch wenn Münker vor euphorischer Überschätzung der demokratischen und emanzipatorischen Potenziale des Social Web warnt, unverkennbar ist sein grundlegender Optimismus, gerade auch aus dem Vergleich der Rolle der traditionellen Massenmedien im 20. Jahrhundert mit den partizipatorischen Effekten der Netzmedien des 21. Jahrhunderts. In mehrfacher Hinsicht sieht er hier Ansätze zur Verwirklichung aufklärerischer Ideale wie dem herrschaftsfreien Diskurs und dem Aufbau einer Gegenöffentlichkeit quasi als "fünfte Gewalt".
Wohltuend wirkt, dass sich der Autor nicht mit der Schilderung aktueller Gimmicks verzettelt, sondern klare Grundlinien aufzeigt und einen weiten Bogen schlägt von der iranischen Opposition und Obamas Wahlkampf über Habermas' Strukturwandel der Öffentlichkeit und Kants Definition der Aufklärung bis zurück zur athenischen Agora als Schauplatz öffentlicher Diskussionen. Das hat einen gewissen Charme und lässt die insgesamt kurzweilige Lektüre durchaus gewinnbringend erscheinen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von Habermas zu Twitter - und zurück, 1. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0 (edition unseld) (Taschenbuch)
Die Buchreihe edition unseld" soll sich mit den Nahtstellen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft beschäftigen und veröffentlichte bereits einige höchstinteressante Bände. In diesen werden z.B. das Konzept Komplexität erklärt, über die Sprache der Hirnforschung reflektiert oder die Bedeutung der Spiegelneuronen erläutert, neben Wissenschaftlern kommen auch Schriftsteller wie Hans Magnus Enzensberger kommen zu Wort. Ein neuer Band widmet sich nun dem Phänomen Social Media: Emergenz digitaler Öffentlichkeit.

Die Sozialen Medien im Web 2.0". Geschrieben hat es der Medienwissenschaftler und ZDF-Redakteur Stefan Münker. Es hat ganz klar eine vermittelnde Funktion: Der normale Suhrkamp-Leser hat zwar keine Probleme, sich in den luftigen Höhen der Philosophie und Geisteswissenschaft zu bewegen, aber die zum Teil doch sehr triviale Realität des Internets befremdet ihn mitunter. Münkers Essay erläutert, was es mit Social Media auf sich hat. Dabei wird behutsam und eher beiläufig auch nochmal erklärt, was zum Beispiel Twitter oder Facebook ist - sicherlich wird es den einen oder anderen Leser geben, der dafür immer noch dankbar ist.
Das Hauptziel ist jedoch, die philosophische Einordnung der Sozialen Medien (bei denen der Autor bewusst das sozial großschreibt, um darauf hinzuweisen, dass eigentlich ja alles Medien sozial sind). Verwirklicht nicht das Web 2.0 das Konzept eines herrschaftsfreien Dialogs? Demokratisiert das Internet nicht die Welt der Medien? Müsste nicht Jürgen Habermas verzückt sein von dem emanzipatorischen Potenzial der Sozialen Medien? (Um es vorwegzunehmen: Er ist es nicht).

Münker weist zu recht darauf hin, dass das Internet die Partizipation der Bürger an den Mediengeschehen zumindest technisch ermöglicht. Seine klugen Ausführungen sind sehr lesenswert, da er weder einer blinden Internet-Euphorie noch einer dumpfen Digital-Angst verfällt, wie man sie in vielen anderen feuilletonistischen Debattenbeiträgen finden kann. Auch hier ist er ein Vermittler.
Medienpraktiker, die sich während ihrer Bürostunden eher selten mit theoretischer Reflexion beschäftigen dürften, sei das schmale Bändchen ans Herz (oder besser: ans Hirn) gelegt. Die Lektüre des Essays ist keine sehr harte Arbeit, auch wenn beim Leser eine gewisse Vorbildung in philosophischen Fragen sicherlich vom Vorteil wäre (erworben zum Beispiel durch das sporadische Lesen der ZEIT).
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4.0 von 5 Sternen Unaufhaltbare Entwicklungen gehören überdacht, 25. September 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0 (edition unseld) (Taschenbuch)
Zum Alltag gehört das Internet inzwischen bei den meisten Menschen. Gedankenlos (wenn auch in einem guten Sinne) wird es meistens genutzt. Der Medienwissenschaftler Stefan Münker vermag es jedoch, diese Haltung einzugrenzen mit seinem Buch 'Emergenz digitaler Öffentlichkeiten'. Obwohl sich der Titel eher anspruchsvoll anhört, so ist Münkers Buch jedoch ein gut lesbares und anschauliches Taschenbuch. Es gibt dem Leser die Gelegenheit, über die eigene Alltäglichkeit nachzudenken. Münker vertritt dabei nicht die Rolle des maximal kritischen Zeitgenossen, er hebt das Internet aber auch nicht in den Himmel.
Mit beiden Füssen auf dem Boden und dem realistischen Sinn für die Möglichkeiten und Grenzen begleitet Stefan Münker den Leser durch die Aussenbetrachtungen des Internets. Man ahnt immer wieder, welche Entwicklungen die sogenannte digitale Revolution nehmen könnte. Er lässt sich jedoch nicht hinreissen, zu konkrete Prognosen zu formulieren, sondern bleibt ' wohl bewusst ' in der Gegenwart. Immer wieder macht er einen Rückgriff auf historische Entwicklungen, schaut darauf, wie Buchdruck und Fernsehen beispielsweise den Alltag der Menschen verändert haben.
Entscheidend ist Münkers Sicht, dass eine Flucht aus den digitalen Welten in der Gegenwart gar nicht mehr möglich ist. So schreibt er: ' '. es ist die Tatsache, dass sich im Spiel mit den offenen technischen Möglichkeiten Weisen ihres Gebrauchs als neue soziale Aktionsarten etabliert haben, die, alles andere als technisch determiniert, so nie hätten vorhergesagt werden können '..' Eine solche Argumentation wird deutlicher, wenn Münker thematisiert, wie schwer sich die traditionellen Massenmedien (Zeitungen, Fernsehen, ') tun, in der Gegenwart mit den virtuellen Realitäten zurechtzukommen.
Münker thematisiert beispielsweise, dass aus Redaktionen heraus die Ansicht vertreten wird, der Journalismus sei an Zeitungen, Radio oder Fernsehen gebunden. Die Wirklichkeit scheint diese traditionalistischen Anschauungen zu wiederholen. Vielmehr scheint es ja so zu sein, dass vielen die Entwicklungen des Journalismus noch nicht klar zu sein scheinen. Für die zeitgenössischen Journalisten müsste es eigentlich Anregung genug sein, über das eigene Arbeiten nachzudenken. Schliesslich reicht es einem journalistischen Establishment nicht, dass Internetjournalismus möglicherweise dazu neigt, 'per se unprofessionell, amateurhaft, subjektiv, ohne kritische Recherche und inhaltlichen Tiefgang gedacht und geschrieben' zu werden. Wer dies jedoch mit den redaktionellen Realitäten in Beziehung setzt, dass man sich beispielsweise auf Agenturarbeit verlässt, muss einen Nachdenkensprozess in Gang setzen.
Andererseits schreibt der Medienwissenschaftler Münker: 'Der journalistische Geist der gedruckten Presse kann ' und muss ' weiterleben, nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil er identisch ist mit der Idee einer lebendigen Demokratie: Ohne das publizistische Gegengewicht einer funktionierenden Medienlandschaft kann keine Aufklärung, keine Medienbildung mehr stattfinden. Glaubwürdigkeit, Orientierung, Unabhängigkeit sind die Pfunde, mit denen der Zeitungsjournalismus nach wie vor punkten kann.' Es stellt sich natürlich die Frage, wie auch der virtuelle Journalismus den Weg in einen solchen Geist finden kann. Es stellt sich eher die Frage, was die Erotik der papiernen Zeitung und des Buchs eigentlich ausmacht.
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