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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Gespräch
In "Hirnforschung und Meditation" treten beide in Dialog und reden über Meditation und Hirnforschung als zwei Wegen zum Verständnis des menschlichen Geistes. Zunächst macht Ricard deutlich, dass der buddhistische Weg kein emotionsloser Weg ist, dass es nicht darum geht, ein klares und von allen Emotionen befreites Bewusstsein zu erreichen. Vielmehr ist von...
Veröffentlicht am 5. November 2008 von Media-Mania

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mitgefühl trifft auf Fragezeichen
Dieses Büchlein bietet einen ersten Einblick in die Welt der Neurowissenschaften mit Bezug auf die Schulung des Geistes, hierzulande auch "Meditation" genannt. Ich finde, im Dialog zwischen den beiden Forschern Matthieu Ricard & Wolf Singer zeigt sich gut, wie verschieden die Herangehensweise an das Phänomen Bewusstsein/Geist/Gehirn im Osten und Westen aussieht...
Veröffentlicht am 26. September 2011 von KalyanaMitrah


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Gespräch, 5. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
In "Hirnforschung und Meditation" treten beide in Dialog und reden über Meditation und Hirnforschung als zwei Wegen zum Verständnis des menschlichen Geistes. Zunächst macht Ricard deutlich, dass der buddhistische Weg kein emotionsloser Weg ist, dass es nicht darum geht, ein klares und von allen Emotionen befreites Bewusstsein zu erreichen. Vielmehr ist von Bedeutung, sich von seinen Emotionen nicht versklaven zu lassen, sich von konfliktträchtigen Affekten, wie Festhaltenwollen oder Leid, freizuhalten. Meditation ist nicht nur ein Weg mit diesen Emotionen umzugehen, sondern will auch bestimmte Geisteszustände, wie Mitgefühl, kultivieren. Als Wissenschaftler benutzt Singer andere Worte als der Buddhist Ricard. Singer fragt nach Lernprozessen, nach der Entwicklung neuer Fertigkeiten, nach Aufmerksamkeit und der Modulation mentaler Zustände. Er spricht über neuronale Grundlagen beim Lernprozess, der die Meditation ist, und über kognitive Kontrollmechanismen, die Aufmerksamkeit erfordern und modulierend auf bestimmte Hirnstrukturen einwirken. Im Verlauf des Gesprächs werden nicht nur die Begriffe gegenüber gestellt und mögliche neuronale Mechanismen erläutert, sondern auch Ergebnisse von Studien vorgestellt, in denen Personen während einer Meditation untersucht wurden.

Obwohl sich Ricard letztlich für einen anderen Weg des Erkenntnisgewinns entschieden hat als Singer, ist ihm die westliche Wissenschaft aufgrund seiner universitären Ausbildung nicht fremd. Für das Gespräch, das in "Hirnforschung und Meditation" in Auszügen veröffentlicht wurde, ist das von Vorteil. Obwohl Ricard die Sicht des Buddhismus vertritt und erklärt, kennt er die Denkweise der westlichen Wissenschaften und kann sich in dessen Gedankengebäude ebenso sicher bewegen wie im buddhistischen. Anknüpfungspunkte zwischen den zwei Methoden werden dadurch noch deutlicher.
Jedem, der an neuronalen Korrelaten von Meditation interessiert ist, sei dieses Büchlein empfohlen. Ein bisschen neurowissenschaftliche Vorbildung ist sicher von Vorteil, grundsätzlich aber sollte das Gespräch auch für Laien verständlich sein. Die Form des Dialogs hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein Gespräch wird viel weniger durch eine vorherbestimmte Struktur bestimmt als ein Buch und vielmehr durch einen assoziativen Verlauf. Durch eine Einteilung in insgesamt 46 kurz gehaltene Abschnitte mit themenbezogenen Überschriften wird dem Leser jedoch ein Hilfsmittel an die Hand gegeben, dem Gespräch besser folgen zu können. Ein Vorteil ist, dass Fragen direkt gestellt und beantwortet werden. Während Wolf Singer naturgemäß eher Fragen zu buddhistischer Lehre und meditativer Praxis stellt, zielen die Fragen von Matthieu Ricard eher in Richtung neurowissenschaftlichen Verständnisses.

Ein interessantes Gespräch über die Praxis der Meditation und entsprechende neuronale Mechanismen, das auch als Einführung in die Themen gelungen und geeignet ist.
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106 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diesem Dialog sollte man zuhören, 31. Dezember 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Je mehr die Neurologen in die Geheimnisse des menschlichen Gehirns eindringen, desto durchlässiger werden die Grenzen zu Themengebieten, die bis anhin den Geisteswissenschaftlern vorbehalten waren. Auch wenn die Hirnforscher weder das Gottes-Gen noch den Kaufknopf finden werden, können sie doch Aussagen treffen, die häufig überraschen und manchmal beunruhigen. Von einem der weltweit führenden Neurologen zu hören, was die Naturwissenschaften zur Meditation zu sagen hat, kann auch davor schützen, jeden Unsinn schlecht recherchierter Artikel populärer Medien zu glauben. Zudem ist der Gesprächspartner von Wolf Singer eine äußerst interessante Persönlichkeit. Denn Matthieu Ricard war Molekularbiologe, bevor er vor 35 Jahren in den Himalaja zog und buddhistischer Mönch wurde.

"Ein Dialog", lautet der Untertitel dieses Buches. Und darunter verstehen Wolf Singer und Matthieu Ricard tatsächlich einen Austausch von Erfahrungen und Wissen auf gleicher Augenhöhe. Nie hat man als Leser das Gefühl, hier gehe es darum, wer der Hecht im Teich sei. Jeder hört dem anderen zuerst aufmerksam zu, bevor er das Wort ergreift, um dann auf Fragen zu antworten oder durch das Gesagte Fragen aufzuwerfen. Aber sie weichen auch nicht aus einer falsch verstandenen Friedenskundgebung von eigenen Denkmodellen ab, wenn sich Widersprüche auftun. Diese Dialoge haben einen Rhythmus, der es dem Leser erleichtert, dem Inhalt zu folgen.

Und was nahm ich als Quintessenz von diesem Dialog mit? Allem voran die Gewissheit, dass es sich lohnt, grenzüberschreitende Forschung zu betreiben und klugen Köpfen zuzuhören. Allerdings nur, wenn man sich auf einen Gegenstand einlässt und sich der Versuchung entzieht, alles auf schnell verdaubare Häppchen zu reduzieren. Gerade in einer Zeit, in der sich die Vertreter des positiven Denkens wieder lautstark zu Wort melden und auf die Plastizität des menschlichen Gehirns hinweisen, sind differenziertere Betrachtungen wichtig. Ja, das Gehirn ist ein dynamisches System, das sich dauernd verändert und neu verknüpft. Aber Wolf Singer und Matthieu Ricard zeigen aus verschiedenen Blickwinkeln glasklar auf, dass sich Persönlichkeitsstrukturen nur sehr langsam und nur durch jahrelanges Üben verändern lassen. In dreißig Tagen oder nach einem Seminarwochenende wird niemand die Ängste seine Kindheit los. Und auch das Glück stellt sich nicht automatisch nach der Lektüre eines Ratgebers ein.

Mein Fazit: Mit wohltuender Langsamkeit und Präzision nähern sich Wolf Singer und Matthieu Ricard einem Thema, das gewöhnlich allzu salopp und effekthascherisch vermittelt wird. Nebst tiefen Einsichten in die Funktionsweise des menschlichen Gehirns bekommt der Leser ganz nebenbei Anschauungsunterricht in Gesprächsführung und aufmerksamem Zuhören. Zu hoffen ist nur, dass auch all die selbsternannten Alpha-Wellen-Spezialisten und Glücksexperten ihre Nasen in dieses Buch stecken.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein erstaunlich gelingender Dialog über eine deutliche Kluft hinweg., 21. August 2009
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Dieses schmale Büchlein enthält einen erstaunlich gelungenen Dialog zwischen dem Hirnforscher Wolf Singer und dem buddhistischen Meditationsmeister Matthieu Ricard. Erstaunlich ist dieses Gelingen, da beide über eine Kluft hinwegsprechen müssen: Ricard ist zwar seiner bürgerlichen Ausbildung nach Molekularbiologe, aber in Hinblick auf die Neurowissenschaften bloß interessierter Laie; Singer dagegen ist zwar professionell als Hirnforscher an den möglichen Zuständen des Geistes interessiert, es fehlt ihm aber, was im Text häufiger zu merken ist, die kontemplative Erfahrung, um alle von Ricard durch Meditation gewonnenen Einsichten in Natur und Dynamik des menschlichen Geistes nachvollziehen zu können.
Dass der Dialog sich dennoch fruchtbar entfaltet, liegt daran, dass beide einander den schuldigen Respekt erweisen; Singer erkennt Ricards Methode gleich zu Anfang als "kontemplative Wissenschaft" an - d.h. er hat genug von dem - bei (atheistischen) Naturwissenschaftlern leider oft aussetzenden - gesunden Menschenverstand, den es braucht, um zu erkennen, dass tausende Meditierende in jeweils tausenden Meditationsstunden über tausende Jahre, in denen sie ihren Geist zur Ruhe gebracht und sich mit ihm vertraut gemacht haben, etwas über diesen menschlichen Geist und das Bewußtsein in Erfahrung gebracht haben könnten, das ein Laie in fünf Minuten ruhiger Selbstreflexion eben nicht "einfach so" erkennen kann.
Andererseits steht Ricard aus seiner buddhistischen Perspektive kein - oder wenigstens kaum ein - religiöses Dogma im Wege, um die Erkenntnisse oder Erkenntniswege der Naturwissenschaften anzuzweifeln. Im Gegenteil scheint es ihn nicht zu überraschen, dass die neurowissenschaftliche Erforschung von Meditationszuständen Ergebnisse zeitigt, die sich mit der kontemplativ gewonnenen Erfahrung mit relativ wenig theoretischer Anstrengung zur Deckung bringen lässt.
Beide nähern sich dadurch einander, ohne einen Alleingeltungsanspruch ihrer jeweiligen Methode verteidigen zu müssen. Hilfreich für ihren Diskurs, wie auch für die Lesbarkeit des Textes, erweist sich darüberhinaus, dass Ricard sich in etliche neuere Studien aus dem Bereich der Hirnforschung hineingelesen hat und Singer sich aus seiner Selbsterfahrung und seinen weitaus geringeren introspektiven Kenntnissen heraus bemüht, zu erfassen, was (tibetisch-buddhistische) Meditation eigentlich ist, welche Dynamiken sich aus diesem "Sich-vertraut-machen" ergeben und welche Ergebnisse man/frau letztlich damit anstrebt.
Es bleibt schließlich ein Eindruck der Fruchtbarkeit des Dialogs, gerade dadurch, dass Ricard etliche zunächst bestehende Vorurteile Singers zerstreuen kann und ihn, den Naturwissenschaftler, damit zu einigen, in Zukunft noch zu prüfenden, Hypothesen über die Funktionsweise des menschlichen Gehirnes anregt.
Leser, die sich sowohl für die Neurowissenschaften als auch für Meditationstechniken interessieren, sollten an diesem Büchlein keineswegs vorbeigehen. Nebenbei ist es sehr angenehm, wieder einmal mitzuverfolgen, wie erwachsene, reife Persönlichkeiten respektvoll ein Gespräch pflegen - statt ihre eigene Eitelkeit.
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193 von 208 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein philosophisches Kamingespräch, 4. Mai 2008
Von 
iceman (Ingelheim, Rheinland- Pfalz Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Matthieu Ricard sah ich im Sommer letzten Jahres auf einer Podiumsdiskussion in Hamburg, die Teil des Rahmenprogramms des Besuchs des Dalai Lama war, welcher eine Woche lang täglich Einweisungen zu Aryadevas „400 Versen“ gab. Am späteren Abend fand damals ein Dialog zwischen Ricard und dem bekannten Mainzer Evolutions-Philosophen Thomas Metzinger statt, Letzterer übrigens – wie Wolf Singer auch – ein Mitglied der Bruno-Giordano-Stiftung (woran man erkennt, dass es ein gutes Netzwerk von Buddhisten, evolutionären Humanisten, Neurowisschenschaftlern, Psychologen, usw. gibt). Die Diskussion zwischen Ricard und Metzinger war sehr interessant, aber leider viiiiiel zu kurz, um die spannende Frage erschöpfend zu beantworten, in wie weit sich die Theorie des Buddhismus mit den Erkenntnissen der Hirnforschung deckt. Nun, wer sich mit beiden Themenkomplexen schon etwas näher beschäftigt hat - und das sollte man tun! -, der weiss, dass es da trotz völlig unterschiedlicher Herangehensweisen Gemeinsamkeiten gibt, was nicht verwundert wenn man bedenkt, dass die Buddhisten 2.500 Jahre lang nichts anderes getan haben, als ihren eigenen Geist zu beobachten.
Die grosse Gemeinsamkeit liegt darin, dass sowohl der Buddhismus wie auch die Neurowissenschaft eine dualistische Anschauung - also den Glauben an eine vom Gehirn getrennte Seele (oder an Gott) - ablehnen. Sieht man von den esoterischen Elementen der "Religion" Buddhismus einmal ab (die werden hier nicht behandelt), so unterscheiden sich diese beiden Richtungen der "Gehirnforschung" vor allem im Weg, der beschritten wird. Im einen Fall kann man von Geisteswissenschaft sprechen, im anderen von Naturwissenschaft, und wie der eine das Gehirn von aussen erforscht, so der andere von innen, und das Bemerkenswerte ist nun - und das macht beide Seiten so interessant füreinander -, dass beide unterschiedlichen Fachrichtungen bis zu einem gewissen Grad aufeinander angewiesen sind. Denn ein Buddhist - der sich ja durchaus an der "Realität" orientieren möchte - nutzt die Neurowissenschaft ebenso für den eigenen Erkenntnisgewinn, wie es die Neurowissenschaft tut, wenn sie die Aussagen von Patienten oder Probanden verwertet, die sich den „bildgebenden Verfahren“ in der „Magnetresonanzröhre“ zur Verfügung stellen. Ricard selbst hat übrigens schon grosses Aufsehen erregt, als er vor einigen Jahren sensationelle Ergebnisse beim Neurobiologen Richard Davidson in Wisconsin erzielte (Amplitudenausschläge bei aktivierten Neuronen, die in der Meditation über Mitgefühl und Konzentration "jenseits von Gut und Böse" lagen). Sehr erfreulich, finde ich, ist auch die Tatsache, dass neue Studien aus der Entwicklungspsychologie uns mitteilen, dass Altruismus evolutionär sinnvoll ist, und die Fähigkeit zu Mitgefühl schon bei sehr unausgereiften Gehirnen - teilweise Säuglingen - angelegt ist (wenngleich dahinter letztlich ein Eigeninteresse besteht), und auch einige Versuche aus der ökonomischen Spieltheorie weisen in diese Richtung, wenngleich zwischen dem natürlichen Sozialverhalten und dem Anspruch der Buddhisten eine Lücke klafft, die sich mit erzieherischen Mitteln nur schwer schliessen lässt, wenn der Mensch bereits etwas älter ist. Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass wir Menschen unser schöpferisches und emotionales Potential - zwecks Kreativität und Glücksfindung - bei weitem nicht ausschöpfen, und dass es deshalb mehr als ratsam ist, auch über das für Buddhisten so wichtige Mittel der Meditation als pädagogisches Mittel nachzudenken, auch und gerade bei Kindern und Jugendlichen.

Wolf Singers Austausch mit Ricard ist einfach grossartig, sehr lehrreich, aber auch konzeptionell sehr innovativ, weil hier über knapp 130 Seiten ein reiner Dialog aufgezeichnet wurde, welches den Vorteil hat, dass die unterschiedlichen Standpunkte und Theorien in konzentrierter, ja destillierter Form wiedergegeben werden, und entsprechend hoch ist denn auch der Unterhaltungswert des Ganzen. Dieses Buch ist ein langes philosophisches Kamingespräch, geführt von zwei absoluten Meistern ihres Fachs, und es ist eine Freude, dabei zu sein.
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56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Buch zu einem hochspannenden Thema, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Dieses kleine Büchlein ist ein Ausschnitt aus Dialogen zwischen Matthieu Ricard und Wolf Singer, die diese in Frankfurt bzw. Katmandu geführt haben. Themen der Dialoge sind v.a. Durchführung und Ideen buddhistischer Meditation sowie neueste neurologische Ergebnisse der "Meditations-Forschung". Dabei ist es meistens so, dass Ricard die buddhistische Philosophie erläutert und Singer die häufig dazu passenden experimentellen Ergebnisse vorträgt.
Insgesamt finde ich das Buch gelungen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie die Zusammenarbeit zwischen westlichen und östlichen Wissenschaften neue, faszinierende Ideen und Erkenntnisse liefert. Dabei haben mich v.a. einige Aussagen Ricards zum Nachdenken angeregt. Dieses Buch zu lesen hat sich damit sicherlich gelohnt.
Negativ aufgefallen ist mir die doch teilweise etwas chaotisch ausgefallene Strukturierung des Buches. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass ein Gespräch eine andere "Dynamik" als ein Buch besitzt und die Transformation nicht ganz leicht ist. Teilweise wirken die Abschnitte auch etwas kurz und man hätte sich mehr Material zu einem Thema gewünscht. V.a. gewünscht hätte ich mir aber hin und wieder mal einen "Kasten" mit Erklärungen zu bestimmten Fachbegriffen. Dies würde meiner Meinung nach die Qualität und Lesbarkeit des Buches noch deutlich erhöhen. Natürlich hängt das aber auch davon ab, an welche Zielgruppe das Buch adressiert ist.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beweis dass Meditation zu neuronalen Veränderungen führt, 28. Januar 2012
Von 
Remo Uherek (Basel, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Dieses Buch war ein Geschenk meines seit Jahren meditierenden Karate-Lehrers und ist eines der Bücher, welches mein Leben von Grund auf verändert hat.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe konnte ich mit Meditation und Buddhismus nur wenig anfangen. Ich wusste nicht recht, was Meditation ist, und auch nicht, was es mir bringen soll. Matthieu Ricard und Wolf Singer haben es mit diesem Buch geschafft, mich als westlichen Skeptiker auf westliche Art und Weise, d.h. mittels wissenschaftlichen Fakten, vom ungeheuren Potenzial von Meditation und der buddhistischen Lehre zu überzeugen. Mir wurde klar, dass es sich beim Buddhismus nicht um Religion, Esoterik und Mystik handelt, sondern um ein ausgeklügeltes und seit mehr als 2500 Jahren erprobtes System des Geistestrainings, das zum Ziel hat, das volle menschliche Potenzial zu entfalten und die tief sitzende Unzufriedenheit der Menschen zu transformieren. Moderne Psychologie dagegen ist erst wenig mehr als 100 Jahre alt. Besonders dieser Vergleich, 2500 Jahre gegenüber 100 Jahre, hat einen sehr tiefgreifenden Eindruck auf mich gemacht.

Das Buch ist in Dialogform geschrieben, was ihm Leichtigkeit und Lebendigkeit verleiht. Ich habe es an einem Tag verschlungen, was mir bisher nur einige wenige Male passiert ist.

Das Buch zeigt zwar deutlich, dass Meditation wirklich funktioniert, d.h. zu echten neuronalen Veränderungen führt, es aber gleichzeitig kein Wundermittel ist. Es bedarf vieler Jahre der kontinuierlichen Übung, um echte tiefgreifende Veränderungen zu bewirken. Meditation muss als Fertigkeit verstanden werden, die mit viel Beharrlichkeit gelernt werden muss, genauso wie das Erlernen eines Musikinstruments. Für die Meisterschaft in einer Disziplin braucht es häufig mehr als 10.000 Stunden Übung. Bei einer Stunde pro Tag würde dies mehr als 27 Jahre Übung bedeuten! Und jeder, der Meditation bereits ausprobiert hat, weiss wie herausfordernd bereits 15 Minuten sein können. Dieses Zahlenspiel soll keinesfalls entmutigend sein. Es soll helfen, die richtige Erwartungshaltung zu kultivieren. Denn wer zu viel in zu kurzer Zeit erwartet, kann nur enttäuscht werden und wird wieder aufhören. Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass regelmässige Meditation schon sehr schnell die ersten Früchte trägt. Der Geist wird ruhiger, der Körper entspannter, Klarheit wächst.

Im Anschluss an dieses Buch habe ich mir Meditation für Anfänger: Inklusive einer CD mit sechs geführten Meditationen für Einsicht, innere Klarheit und Mitempfinden gekauft und seither, dies war vor über drei Jahren, meditiere ich praktisch täglich. Ich bin unendlich dankbar, dieses Buch als Geschenk erhalten zu haben, und habe es selbst sicherlich bereits zehn mal verschenkt.

Fazit:
Unbedingte Kaufempfehlung für jeden der sich für Meditation, Geistestraining, Glücksforschung, Hirnforschung oder Buddhismus interessiert.

PS: Es ist schade, dass es aktuell (Jan 2012) noch keine digitale Kindle-Version dieses Buches gibt.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspirierende Gemeinsamkeiten, 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Zwei unterschiedliche Menschen, zwei unterschiedliche Themen, zwei unterschiedliche Welten - aber durch Neugier und gegenseitigen Respekt ergibt sich etwas Gemeinsames, bereichern sich die beiden und damit auch die beiden Themen: Meditation und Hirnforschung. Ganz abgesehen von den vielen schönen Gedanken und Erkenntnissen in dem kleinen Buch hat mich das am allermeisten erfreut: Wenn wir aufeinander zugehen, kommen wir alle weiter.

Denn die Neurobiologie beweist zunehmend, was die Praktizierenden der Meditation seit 2'500 Jahren herausgefunden haben: Wir können unsere Wahrnehmungsweisen, unsere inneren Strukturen und Muster verändern und verbessern. Unsere Sichtweise und unser Handeln und Empfinden ist nicht in Stein gemeisselt. Wenn wir subtiler wahrzunehmen beginnen, verändert sich unsere Welt. Auf rund 130 Seiten wird genau dieses Thema von den beiden Fachleuten auf sehr interessante Weise erläutert. Matthieu Ricard fasst das zum Schluss in einem Satz zusammen: "Wir tragen alle das Potential zur Veränderung in uns, und es wäre schade, wenn wir diese Option vernachlässigten."

Und es wäre schade, wenn Sie dieses kleine Buch verpassten.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meditation als Rekalibrierung der zerebralen Verschaltungen, 28. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Laut Matthieu Ricard (MR) - ehemals Molekularbiologe, aktuell buddhistischer Mönch -besteht das Wesen der Meditation im Zustand "des reinen Gewahrseins". Die Aufmerksamkeit des Meditierenden ist messerscharf auf die einströmenden Erlebnisse fokussiert, die er jedoch ohne jeder Gefühlsregung (wichtig!) vorbei gleiten lässt. Das Ergebnis ist ein angenehmes Gefühl der Harmonie mit der Welt.
Ausgehend von dieser Beschreibung entspinnt sich eine Diskussion, bei der MR das Einüben in den Zustand, die subjektiv wahrgenommenen Seiten des Phänomens, sowie seine heilsame Wirkung erörtet, während Wolf Singer (WS) den Schwerpunkt auf seine neuronale Korrelate legt. Da MR eine wissenschaftliche Vorbildung besitzt, bieten seine Ausführungen mehr als esoterische Wolkigkeit eines Mysterieneingeweihten, er ist aufrichtig bemüht seine Erfahrungen nachvollziehbar zu vermitteln. Der Dialog wird auf einem argumentativ hohen und dennoch eingängigem Niveau geführt und behandelt auch solche Begleitthemen der Meditation wie Ethik, Erziehung, Psychoanalyse, Autismus, Träumen.
Obwohl ich dem Austausch viel Anregendes abgewann, fand ich es etwas Schade, dass nach einem eingriffslustigen Beginn die Kontroverse schnell erlahmte und das Gespräch streckenweise zu einem Abgleich bestimmter Geistesverfassungen und elektrischer Erregungsmuster im Gehirn ausartete. Irgendwann kamen auch von dem Buddhisten Ricard befremdliche Aussagen der Art, dass ein geübter Meditierender etwa 15 Sekunden braucht, um den Zustand des Mitgefühls zu erreichen. Außerdem fehlte mir zu Beginn eine Grundlagendiskussion, die Metasicht, das Hinterfragen an der Wurzel, man ging ziemlich schnell in die Einzelheiten. Wieso z. B. ist "Bewertung" ein mentales Konstrukt und "das reine Gewahrsein" nicht? Warum negative Emotionen Verzerrungen der Realität darstellen, während positive Emotionen ihr wahres Wesen offenbaren? Worin - etwa in der Sprache, im sozialem Miteinander, in besonders feinen Ausprägungen der Kunst - manifestiert sich die behauptete extreme östliche Gefühlssensibilität? Wieso - zugegeben, das klingt jetzt provokant, aber die Frage stellt sich mir nun mal - nach Himalaja schielen, wo doch die Erkenntnis "Gefühle soll man weder unterdrücken noch ungehemmt zum Ausbruch kommen lassen" man auch von Marc Aurel lernen kann? Und warum sind die Herren sich so sicher, dass sie die Intensität der Gefühle an der Stärke der elektrischen Entladungen im Kopf ablesen können?
Conclusio: Ein spannender, jedoch etwas einseitig von der Naturwissenschaft geprägter Diskurs. Ich wünschte, die Philosophie hätte am Diskussionstisch etwas mehr Platz eingeräumt bekommen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut empfehlenswert!, 28. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Vorweg - dieser Dialog war für mich ein einziger Lesegenuss.
Das ganze kommt in einer sehr klaren Sprache und hat mein Gründverständniss der Meditation deutlich vertieft wenn nicht grundlegend(!) verändert. Die theoretischen Neurologischen Hintergründe (einiges scheint noch ungeprüft/wird aber erläutert) sind sehr schön erklärt und gut zu verstehen.
Wenn man selber meditiert empfehle ich dieses Buch nicht an 1-2 Tagen durchzulesen sondern das Aufgenomme und die erhellenden Aussagen über Meditation und Bewusstsein auch bewusst zu verinnerlichen (was bei jmd. mit reinem neurologischem Hintergrund sicher anders ausfallen würde als einem regelmäßigem Meditierer).
Hab es definitiv nicht zum letzten mal gelesen und würde es jedem der sich mit dem Bewusstsein beschäftigt oder selber meditiert wärmstens empfehlen!
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84 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen West-östlicher Diwan, 6. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Meditation : ein Dialog (Taschenbuch)
Wolf Singer, Matthieu Ricard: Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog. Frankfurt am Main: Edition Unseld 2008. 136 Seiten. ISBN 3-978-3-518-26004. EUR 10,00
Matthieu Ricard/Trinh Xuan Thuan: Quantum und Lotus. Vom Urknall zur Erleuchtung. München: Goldmann Arkana 2008. 448 Seiten. ISBN 978-3-442-21820-2. EUR 9,95
Der Buddhismus sieht sich heute mit den Naturwissenschaften konfrontiert, die das Weltbild des modernen Menschen wesentlich bestimmen. Der Anspruch des Buddhismus, durch Introspektion gültige Erkenntnisse zu erzielen, scheint zunächst unvereinbar mit dem objektivierenden, empirischen Ansatz der Naturwissenschaften.
Der Hirnforscher Wolf Singer und der buddhistische Mönch Matthieu Ricard (der selbst als Molekularbiologe gearbeitet hat) gehen in ihrem Gespräch der Frage nach, ob die Erfahrungen mit buddhistischer Meditation wissenschaftlich nachvollziehbar sind. Dabei stellt sich erstaunlicherweise heraus, dass Meditation keineswegs ein passives „Sich-Leermachen“ ist und auch kein psychotischer Zustand. Vielmehr wurden bei Meditierenden Gehirnaktivitäten gemessen, die für Zustände konzentrierter Aufmerksamkeit und für Lernprozesse typisch sind: „Dies weist darauf hin, dass intensive Meditation offenbar in der Lage ist, die Zahl und die Größe der Synapsen zu vermehren, und somit ähnliche strukturelle Veränderungen bewirken kann wie andere Formen des Trainings und Lernens.“ (S. 65).
In ähnlicher Weise unterhält sich Ricard mit dem Astrophysiker Trinh Xuan Thuan über Fragen der Kosmologie und Erkenntnistheorie, wie sie von der modernen Physik aufgeworfen werden. Dabei kommen die alten Fragen zur Sprache, die die Menschen schon in der Antike beschäftigt haben: Hat das Universum einen Anfang? Gibt es einen schöpferisches Prinzip, das die Welt ordnet? Gibt es überhaupt eine zuverlässige Erkenntnis der Realität? Gibt es eine Dualität von Leib und Seele?
Beide Gesprächspartner kommen schließlich zu dem Schluss, dass Buddhismus und Naturwissenschaft sich keineswegs ausschließen und dass die beiden Eckpfeiler des buddhistischen Denkens, das abhängige Entstehen und die Leerheit von Eigennatur sich sehr wohl mit der Quantenphysik und der Relativitätstheorie. Die Naturwissenschaft sieht sich hingegen nicht in der Lage, die Theorie eines zyklischen Universums zu bestätigen.
Beide Bücher sind gut geeignet, einen Überblick über den derzeitigen Stand der naturwissenschaftlichen Theoriebildung zu gewinnen und liefern reichlich Stoff zum Nachdenken darüber, welche Herausforderungen sich daraus für die buddhistische Philosophie ergeben. Der Leser sollte jedoch ein gewisses Interesse an metaphysischen Fragestellungen mitbringen, um den teilweise sehr anspruchsvollen Debatten folgen zu können.
Problematisch sind lediglich Ricards Äußerungen über die Psychoanalyse und die moderne Psychologie; sie zeugen nicht gerade von näherer Beschäftigung mit diesem Gebiet. Wenn man überhaupt einen Mangel an diesem wissenschaftlichen Gespräch entdecken wollte, so läge dieser darin, dass die westliche Geisteswissenschaft und Philosophie sowohl für den Hirnforscher wie für den Buddhisten nicht zu existieren scheinen - dabei böte gerade die Philosophie das Feld, auf dem sich verschiedene Erkenntnisansätze über ihre Prinzipien austauschen könnten.
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Hirnforschung und Meditation : ein Dialog
Hirnforschung und Meditation : ein Dialog von Matthieu Ricard (Taschenbuch - 20. April 2008)
EUR 10,00
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