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Schneeland
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am 4. August 2005
„Schneeland" ist eines der bedeutendsten und besten Werke Kawabatas. Die ersten Szenen stammen aus dem Jahre 1935, 1938 wurde es zum ersten Mal veröffentlicht, aber die endgültige Version mit erweitertem Ende erschien erst 1948 (13 Jahre lang hat der Autor also an diesen „nur" etwa 200 Seiten umfassenden Roman gearbeitet!).
Jedes Jahr reist Shimamura ins geheimnisvolle Schneeland, einen idyllischen, entgrenzten Ort in den japanischen Alpen, wo die alten Traditionen, fernab des aufstrebenden Industriestaates, noch lebendig sind. Er hat ein Verhältnis mit der Geisha Komako, einer sehr emotionalen und aufgeweckten Frau. Gleichzeitig wird auf seltsame Weise von der eher introvertierten und geheimnisvollen Yoko fasziniert, die mit Komako in einem Haus lebt, diese aber nicht ausstehen kann ...
Die Tatsache, dass er (der eigentlich zuhause in Tokyo verheiratet ist und Kinder hat) nur wenige Wochen im Jahr mit den beiden Frauen, die ihn wirklich lieben, zusammen sein kann und sich in dieser Zeit nicht einmal für eine von beiden endgültig entscheidet, lässt vermuten, dass sich die schöne Illusion des Schneelands irgendwann verschwinden muss ...
Am Anfang, auf den ersten paar Seiten, fällt es dem Leser vielleicht schwer, zwischen Gegenwart und Rückblick zu unterscheiden, da die zweite Ankunft im Schneeland mit den Erlebnissen des ersten Besuchs verknüpft sind. Aber sehr bald wird die zeitliche Reihenfolge chronologisch und leicht verständlich.
Der Erzählstil von Kawabata ist einzigartig. Sehr szenisch, aktionsvoll, elliptisch, fast an Dramen oder Filmdrehbüchern erinnernd. Er ist inspiriert vom europäischen Realismus, jedoch durchsetzt von Ästhetizismus und mit zahlreichen Symbolen und Metaphern übermalt, die sich meist durch die Natur zeigen (Ich verrate hoffentlich nicht zu viel und übertreibe nicht, wenn ich vorwegnehme, dass der Leser am Ende des Romans auf eine der wohl besten und gelungensten Metaphern in der Modernen Literatur treffen wird).
Das Buch muss dem westlichen Leser nicht fremd oder exotisch vorkommen, der Leser sollte sich nur vielleicht der fernöstlichen Welt gegenüber tolerant einstellen und nicht versuchen, sie mit unserer Philosophie und Logik zu sehr zu hinterfragen.
Es gibt eigentlich viele gute Gründe, dieses Buch zu lesen. Der Fan des alten Japans wird auf viele Traditionen und Gebräuche treffen, dem Fan des modernen Japans wird eine klassische, „echt-japanische" Geschichte geboten, fernab des poppigen Knuddel-Images, das vor allem die jüngeren Generationen von Japan heute haben. Dem Literaturkenner werden der außergewöhnliche Erzählstil und die ausgeklügelte Symbolik besonders ins Auge fallen, und dem „Durchschnittsleser" wird eine interessante Abwechslung und Erfahrung zur gewohnten, wohl eher westlich orientierten Lektüre geboten.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Shimamura, die Hauptfigur in Schneeland, kann die übermenschliche Schönheit einer Frau nur in ihrer Spiegelung im Zugfenster ertragen. Dieses Motiv des Romans ist zugleich der Schlüssel zu seinem Verständnis: Kawabata ergründet das wirkliche Leben über den Spiegel der Kunst. Indem er die Einsamkeit der Figuren, ihre vergeblichen Hoffnungen und ihre ziellosen Handlungen in die Naturkulisse einer abgelegenen japanischen Bergregion versetzt, wird ihre Verzweiflung umso augenfälliger. Gleichzeitig wird alles Negative entweder in poetischen Umschreibungen aufgelöst oder bleibt gänzlich unausgesprochen. Die Geschichte zwischen Shimamura und der Geisha Komako wirkt entsprechend unfertig, ihre Gespräche brechen ab, bevor man erfährt, was wirklich in ihnen vorgeht. Doch gerade diese Lücken führen dazu, dass das Lesen zum aktiven Erlebnis wird und die ganze assoziative Kraft beansprucht. In diesem Sinne ist der Roman selbst ein Spiegel: Was er darstellt, hängt davon ab, wer einen Blick hineinwirft. Kawabata gelang mit Schneeland die Verbindung japanischer Erzähltraditionen mit modernen europäischen Einflüssen ' einer der Gründe, warum er 1968 als erster Japaner den Nobelpreis für Literatur erhielt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2012
Tobias Cheung verunstaltet dieses wunderbare Werk von Kawabata Yasunari. Falls möglich, besorgen Sie sich bitte die Übersetzung von Oscar Benl, erschienen beim Carl Hanser Verlag.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. November 2004
"Schneeland" oder neu "Land des Schnees" ist eine Erzählung, wie man sie von Kawabata kennt - Die Handlung fließt ruhig dahin, jedoch leiden und irren die Protagonisten innerlich.
Shimamura reist von Tokio in einen Bergort, wo er eine junge Geisha kennen und lieben lernt. Mehrmals kehrt der Mann in den abgeschiedenen, winterlichen Ort zurück, ohne die Frau fassen und verstehen zu über japanische Kultur hilft etwas weiter, jedoch rührt die Erzählung streckenweise rätselhaft an, ohne einen wirklichen Grund erkennen zu lassen. Menschliche Gefühle und der winterliche Hintergrund verbinden sich, lassen sich aber nicht immer auflösen... Insgesamt ein rätselhaftes und schlicht schönes Buch
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. März 2006
"Schneeland" ist eine faszinierende Erzählung. Kawabatas beschreibender Stil, originelle Dialoge, die sonderbare Beziehung zwischen einem Mann und einer Geisha und die Geschichte die sich um sie herum dreht,... das alles kombiniert macht "Schneeland" mit seinem relativ offenen Ende zu einer lohnenden Leseinvestition. Die stilistische Wirkung ist jedoch nicht ganz so herausragend wie bei "Tausend Kraniche".
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