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TOP 1000 REZENSENTam 12. Januar 2009
Auf die Frage nach einer Erklärung von "Das Urteil" konnte selbst Kafka (1883-1924) nicht antworten. Es lässt sich schließen, dass Kafka seinen Stücken augenblickliche Deutungen gegeben hat. Ist es doch so, dass auch für ihn gerade der Augenblick im übrigen als eine Form der Ewigkeit wichtig war.

Seine Stücke hier sind in diesem Buch aus der systemischen Familiensicht ein Prozess des Herauslösens von der mental gefühlten Bedrohung der Aussenwelt (Verwandlung) und ein Hinausgetrieben werden aus der Familie durch "Das Urteil", sich zu ertränken. Gleichzeitig zeigen sie einen ambivalenten Masochismus, eine Wunschvorstellung durch Strafe aus der "zweifellosen Schuld" entbunden zu werden, um, wie in jeder der drei Erzählungen offensichtlich, erst im Tod die Erlösung erwarten zu können.

Mag man den verordneten Selbstmord als Urteil spüren wie Nero es seinem Berater Seneca befahl, scheint hier die Herauslösung aus der Familie in den Strom des Lebens gemeint zu sein. Dieser Strom kann als Familiengründung gedeutet werden, wenn doch der "geradezu unendliche Verkehr" über eine Brücke an Bedeutungsvielfalt keine Grenzen lässt. Zumindest legt der Begriff nahe, alles außerhalb der Familie neu beginnen zu müssen.

Neubeginn? Sich dem Urteil eines Apparates, sei es Familie oder Gericht forschend zu nähern, scheint als Forschungsreisender möglich. Eben dieser Reisende findet in der Strafkolonie die technische Raffinesse eines Apparates, der in Ausführung jedem Verurteilten durch Wunden zeigt, welches Gebot übertreten wurde. Gelesen und erkannt findet der Verurteilte auch hier im Tod die Erlösung vom Schicksal, ein zufriedenes letztes Lächeln wird prophezeit.

Kafka ist resistent gegen jede Interpretation, damit ein bleibendes Geheimnis. Einzig sicher scheint der nicht endende Kampf mit seinem Vater, ging es um dessen Liebe und Anerkennung, ging es darum, die Riesenhaftigkeit wie im Maulwurf gezeigt, zu reduzieren? Kafkas Selbstzweifel zu seinen Schriften zeigt er in den Tagebüchern: "Sicher bin ich dessen aber auch nicht", "Vielleicht ist es das Kalkül des Franz Kafka, dass sich die Bedeutungen seiner Erzählungen in dem Moment verflüchtigen, in dem man sie dingfest machen will. Das heißt nicht, dass die Interpretationen seiner Texte beliebig sei. Sondern, dass sich die Frage nach den Bedeutungen bei jeder Lektüre neu stellt, dass jede Lektüre ein neues Abenteuer des Lesens bedeutet."

Gern verweise ich auf die ausführlichen Rezensionen zu den Werken: "Die Verwandlung" und "In der Strafkolonie", wie auf die Liste: Franz Kafka - 125 Jahre. Kafka neu zu entdecken ist eine literarische Freude.
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