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Für das schlichte Gemüt des Dieners Sosias ist die Sache mit der Identität am Anfang des Amphitryon so klar wie nur irgendetwas. Er weiß: Ich bin ich. Und wenn er für diese Behauptung Prügel bezieht, schleudert er seinem Peiniger entgegen: Dein Stock kann machen, dass ich nicht mehr bin. Doch nicht, dass ich nicht Ich bin, weil ich bin." Nur: Was passiert, wenn sonst niemand erkennt, wer man zu sein glaubt? Sosias' Herr, Amphitryon, und dessen Frau Alkmene machen die schmerzliche Erfahrung, dass manchmal aus heiterem Himmel nichts mehr so ist, wie es scheint. Während Heinrich von Kleist dies schrieb, machte er gerade eine Beamtenausbildung und wünschte sich nichts sehnlicher, als von der Gesellschaft als Dichter anerkannt zu werden. Stattdessen lag er die halbe Zeit mit Blähungen und Magenschmerzen im Bett und musste sich von dem rüstigen alten Goethe als Hypochonder verspotten lassen. Kleist ahnte früher als andere, dass niemand zwischen Schein und Sein zu unterscheiden vermag. Seine Zeitgenossen waren von dieser Botschaft heillos überfordert. Und wer will es ihnen verdenken? Selbst heute ist das Thema für viele ziemlich starker Tobak. In Amphitryon schafft es Kleist, den Riss in der menschlichen Identität aufs Tragischste und zugleich aufs Komischste darzustellen.
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TOP 1000 REZENSENTam 23. September 2015
Ein Meisterstück: Kleist schrieb nicht einfach der Vorlage Molières mit dem gleichen Titel hinterher, er arbeitete dessen Komödie in etwas anderes um, was es so oft nicht noch einmal gibt: in ein Lustspiel, das sich praktisch unverändert auch als Trauerspiel darstellen lässt. Kleists Kunstgriff: dort, wo Molière den kurzen Weg in die komödiantische Auflösung der Verwechslungsgeschichte wählte, eskalierte Kleist die in dem Stoff angelegte Identitätsfrage aufs äußerste: Zeus nimmt seine Ansprüche nicht ohne weiteres zurück, als der echte Amphitryon auf der Szene erscheint, und Alkmene erkennt den echten Gatten nicht, als dieser und sein göttlicher Doppelgänger einander den Rang der Authentizität streitig machen. Nur um den Preis der Hinterlassung eines Göttergeschenkes, eines filius dei ex machina, nämlich des göttlich gezeugten Herakles, ist der Olympier geneigt, von Alkmene zu lassen.

Wie viel Komödie in dem verarbeiteten Stoff steckt, kann man am treffendsten an der Trias der Nebenpersonen, und hier insbesondere am Sosias, studieren. Als Lustspiel trägt Amphitryon allerdings einen Trauerflor, und als Trauerspiel eine Schelle. 'Amphi' verweist als griechische Vorsilbe auch auf die Doppelnatur dieses Schauspiels, und die Doppeldeutigkeit ist in Kleists Bearbeitung keineswegs nur eine Metapher für eine turbulente Verwechslungsgeschichte. Diese eigenartige Schwebelage der Betrachtungen, zusammen mit den schwungvollsten Blankversen, die sich denken lassen, machen aus Amphitryon ein Glanzstück der deutschen Dramatik.
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