Kundenrezensionen


19 Rezensionen
5 Sterne:
 (12)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtig für das Leben sind geliebte Menschen.
Diesen Roman Hesses halte ich persönlich für einen der gelungensten. Die Hauptfigur, Peter Camenzind, ist, wie alle Figuren Hesses, ein "Sucher"; dessen individuelle Rückschau auf sein Leben läßt den Leser zunächst noch hoffen, Camenzind möge im herkömmlichen Sinne zu seinem Lebensglück finden: die Liebe zu...
Am 4. Juli 1999 veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Vergleich mäßig...
Dieses Erstlingswerk von Hermann Hesse handelt bereits wie seine nachfolgenden Romane/Erzählungen von der Suche nach sich selbst, dem inneren Ich. Peter Camenzind wächst in einem kleinen Alpendorf auf, bricht jedoch in die große Welt auf, um sein Glück zu finden. Er erlebt die unerwiderte Liebe, die er wiederum in einem Schwerbehinderten findet, den...
Veröffentlicht am 21. November 2012 von Emil Sinclair


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Lektüre auch für Zwischendurch, 28. Februar 2009
Hermann Hesse schildert in seinem Roman 'Unterm Rad' die Entwicklung und den Untergang des jungen Hans Giebenraht. Diese teilweise autobiografische Erzählung geht insbesondere auf den Einfluss der Bildungsinstitutionen auf Hans Entwicklung ein. Im Verlauf der Handlung treten verschiedene Personen in sein Leben, die jeweils nur die besten Absichten für Ihn zu haben scheinen, ihn aber letztendlich immer mehr von seiner wahren Persönlichkeit und der Welt der Gleichaltrigen um Ihn herum zu entfernen scheinen.
Schließlich opfert er sich und seinen jugendlichen Freigeist völlig den fremdinduzierten Bildungsidealen und lässt sich für das Priesterseminar einschreiben, die einzige Möglichkeit für niedere Schichten in Genuss einer gehobenen Bildung zu kommen.
Das Bildungsideal dem er sich unterzuordnen hat versteht den Heranwachsenden als unbehandeltes Rohmaterial, dass mit aller Härt zu behandeln ist um aus Ihm etwas formvollendetes und gutes, ein besseres Wesen zu machen. Aller Eigenwille und alle Kreativität, Wildheit müssen im wahrsten Sinne vernichtet werden um Raum für die neu geschaffene, idealkonforme Persönlichkeit zu schaffen.
Nur leider bemerkt niemand, dass Hans an den gestellten Anforderungen und den Zwängen, sowie der Verleugnung jeglicher kindlicher Bedürfnisse mehr und mehr zerbricht. Auch die Begegnung mit Hermann Heilner, dem anarchisch veranlagten Gegenpol dieser völlig geordneten Welt verschlimmert den Zustand nur, da Hans im Lichte dieses Freundes zum ersten Mal sein Leben reflektiert und erkennt wessen man Ihn beraubt hat.
Schließlich scheint er dem Käfig den seine 'Förderer' um Ihn gebaut haben für einen Moment zu entkommen, gebrochen aber doch anscheinend frei. Bald muss er aber erkennen, dass dies nicht ausreicht seine gebrochene Persönlichkeit zu heilen und so erkennt er ob seiner zurück gewonnenen äußerlichen Freiheit mehr und mehr die tatsächlichen Grenze seines inneren Verlieses. Man spührt als Leser wie Hans mehr und mehr in einen Abwärtssog seiner eigenen Persönlichkeit gerät und auch kurze Lichtblicke täuschen nicht über das sich immer deutlicher abzeichnende Finale des Buches hinweg.

Hermann Hesse erhebt in diesem Roman deutlich und bewegend Anklage gegen ein Bildungssystem, dass dem Lehrenden die Rolle eines Baumeisters zukommen lässt, der den Schüler nach gut Dünken und gegen alle Widerstrebungen formen darf und muss.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie kann ein Mitte-Zwanzig-Jähriger ein derart tiefes,..., 27. August 2013
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... alle Schattierungen der Seele ausleuchtendes Buch schreiben?

Peter Camenzind ist angewidert durch die sogenannte Gesellschaft bzw. das intellektuelle Leben. Nirgendwo sonst findet er derartig überzogene, verlogene Rollenbilder, die man sich überstülpt, sie sind in diesen Kreisen sogar gewalttätiger und irrsinniger als anderswo.

Er sucht die Natur - und findet über diesen Weg einfache Seelen voller Schönheit, unverkünstelt und echt. Die Schilderung von Wolken-Bildern als kleines Beispiel - nirgendwo habe ich etwas vergleichbar Zutreffendes gelesen, alle Draußen-Skizzen sind ein einziger Genuss.

Hermann Hesse ist zeitlebens vor allem Rezensent gewesen, hat sich damit seine ersten Sporen verdient (köstlich seine Anmerkungen dazu in diesem Buch), er möchte sein Leben über das Schreiben und ein einfaches Leben voller Entsagungen zubringen, im Fluss seiner inneren Werte, wolkenverhangen oft, und auf ursprüngliche Art glücklich sein. Peter Camenzind ist ein autobiografischer Roman, die Grundlage dafür, dass Hesse vom Schreiben leben kann, ein Zielfeld für alles, was kommen sollte.

Seine Wanderungen im Freien, die Annäherung an den menschlichen Krüppel am Ende, dort, wo er tiefste Schönheit findet: hier ist das Bemühen um Gott und die Welt tiefergehend, eindrücklich greifbar. Hesse ist als Mitte-Zwanzig-Jähriger deshalb soweit, weil er früher als andere die Verlogenheit von Gemeinschaften (seine Eltern waren pietistische Missionare) erkennt, die sich wie Fesseln um die freie Entfaltung von Seelen legen (können), sein Werk ist ein einziger Befreiungsakt dagegen.

Das Leben im Jetzt, ohne Notwendigkeit auf Anerkennung von anderen, ein freier Geist, am Grund der Dinge, abgekoppelt von Rollen- und Sittenbildern, ganz sich selbst fühlend, mit dieser Art kann es jeder schaffen, Beziehungen zu leben, die nicht von Tauschgeschäften geprägt sind, sondern von tiefer, kooperativer Menschlichkeit und natürlicher Schönheit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die scheue Sehnsucht und das Leiden an der Leidenschaft., 9. August 2012
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Peter Camenzind (Taschenbuch)
"Vorwärts, Wanderer! Es sind noch viele Meere und Länder für
dich übrig: wer weiß, w e m Alles du noch begegnen mußt?"
(Friedrich Nietzsche)

Wie viele Bedeutungen hat Literatur? Was vor den Augen des Lesers geschieht, ist Ereignis und ist Zeichen. Die Bedeutung zu setzen, ist Aufgabe des Lesers; der Autor hat zu schweigen, wenn der Leser autonom wird. Der Text bleibt und wirkt als Gefüge anderer Zeiten und doch mit dem Leser im Kairos der Zeit.

Mit Peter von Matts Luftgeister im Gedächtnis, ist Lesen eine Freude. Mit Hermann Hesses (1877-1962) "Peter Camenzind" zu wandern, heißt die Natur im langsamen Takt zu durchschreiten; Berge, Höhen, Bäche, Schnee und Sonne im aufmerksamen Blick zu sehen, um sich allmählich des eigenen Alltags entreißen und irgendwie merkwürdig berühren zu lassen. Eine Spannung fehlt, die der moderne Alltag aufrecht erhält und in dem er jede Ablenkung garantiert. Es entsteht eher jene berühmte Langeweile, die wir von Büchner kennen, wenn sein Lenz durch die Wälder geht. Da sieht oder geht einer in seiner Heimat, einer jener vielen Camenzinds aus einem kleinen Dorf mit festen Regeln und Abläufen und besticht dadurch, dass er gegen die Geschwindigkeitszwänge der Zivilisation, gegen das Tempo der Großstädte lebt und doch sich angezogen fühlt, jenes zu erleben, um im Wissen darum, sich neu zu bestimmen. Hesse verbirgt nicht Nietzsches Auftrag zum Finden des eigenen Weges, lesen wir kurz Nietzsche: "Es giebt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann, außer dir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn!"

Der Leser liegt wie einst Werther oder Droste Hülshoff mit ihrer Lektüre eben mit Hesses Peter Cammenzind im Gras und erfährt von den Möglichkeiten dieser Welt, von den Schrecken, den Gefahren und dem Lärm. Heute noch bestimmen die kleinen und winzigen Dinge des jungen Menschen Leben, die kleinen Blicke auf mögliche Liebschaften, die zarten Wünsche und die begehrende Jugend liegen zwischen Ich und Welt, noch nicht wissend, dass in diesem Schicksal der Weg zu sich selbst liegt, ein Weg der Erkenntnis seiner und der Welt wahren Beschaffenheit.

So muss Peter Cammenzind seine Heimat verlassen, wohl wissend, dass sein Vater mit dem Tode seiner Mutter alleine ist. Doch es ist Zeit für den Aufbruch. Und dieser Aufbruch ist mehr als ein Gehen, es ist die vehemente Öffnung seiner Selbst in eine andere noch unbekannte Welt. Und dieser Weg in die Stadt ist der Weg in eine zweite Welt, in der Wahrheit, Liebe, Lust und Glück zu suchen und zu finden sind. Er wird zum Kind des Lichts, wie es immer die Menschen waren, die unbedacht in Apfelkörbe liefen. Wie Hoffmanns Anselmus verliert Camenzind auf dem Weg seine Erinnerung und geht dem Neuen, dem Unbestimmten, den neuen Spiegeln dieser Welt entgegen, um über sich zu lernen.

Nicht mehr allein die Natur wird sein Führer. Er entdeckt, dass es Menschen sein müssen, die Neues ermöglichen; er erlebt, wie lohnend es ist, "statt einer abstrakten Menschheit Einzelne zu kennen und zu studieren"; er spürt, dass Freundschaft etwas Besonderes und Beständiges sein kann; er lernt, dass es Liebe gibt zu Menschen und dass Liebe in der höchsten Form ohne Vollzug eine wahre sein kann; er lernt, dass in den Büchern dieser Welt soviel Erweiterndes zu lesen und zu empfinden ist; er lernt in seiner Legitimation neue Welten sein eigen zu nennen, durch die er geht und denkt. Alles funktioniert in ihm selbst, ihm wird das Ich zur Welt und die Welt zum Ich. Seine Erfahrungen werden erweitert durch Erkenntnisse, seine Naturempfindung erweitert im Diskurs und Erleben mit Mensch und Buch.

Ihm schwebt vor, wie Franz von Assisi alle Menschen und Tiere zu lieben auf einer höheren Ebene, er probiert es in Wirklichkeit und wie der Heilige Franz sich durch die tiefe Vorstellung seiner Stigmata in eine Imitatio Christi verwandelt, so scheint auch Hesses Camenzind sich anzulehnen an seine Vorbilder, sich in seiner Seele selbst überzeugend gar so sein zu wollen bis zur vollständigen Hingabe. In der Tat mutet es an, als wenn Hesse seinen Camenzind verwandelt durch dessen Vorstellungen und Gedanken in diesen Erlebnissen von Menschen, Reisen und städtischem Gehabe. Und auch scheint dieser Weg ein notwendiger gewesen zu sein, damit der Herzschlag der Erde hörbar, das Leben als Ganzes erfahrbar und die Erkenntnis reift, Kind der Erde und des kosmischen Ganzen zu sein.

Der Herkunft und der Zeit der Erfahrung folgt die Rückkehr. Peter Camenzind ist naturverbunden, Menschen nah und neu erfahren durch seine Zeit außerhalb seiner Heimat. Was bleibt, ist das Wissen, dass die Welt, egal wo man ist, dem selben Gesetz gehorcht. Nirgendwo geht die Welt in eine andere über. Nur, und das wird deutlich, der Mensch kann seine innere Welt verändern. Sei es in der lauten Welt, in der Wüste oder in der Askese seiner Heimat. Novalis spricht von der "Sonne der Nacht". Diese ist nicht im Weltall, sie gehört nicht der Vernunft. Sie leuchtet in der Seele und da trifft sie auf Hermann Hesse, der mit seinem Erstling den Prozess des aufrechten Gangs als eigene Schöpfung erneuert. Er zeigt, dass im Prozess zur Identität sowohl Natur wie Menschen notwendig sind, letztere sogar in den Ausprägungen von Liebe, Lust und deren Verweigerung. Im Scheitern zu lernen, ist nicht leicht, aber es bietet die Chancen, des "inneren Universums" (Novalis) gewahr zu werden. Hesses Botschaft mit dem Ich-Erzähler Peter Camenzind prägt alle Werke. Die Botschaft heißt: "Sei Du selbst". Dass er diese Erneuerung so nah an die Natur anlehnt, heißt, so meint der Rezensent, auch: Werde wesentlich. Die Natur entspricht ihrem Wesen, was fehlt dem Menschen dazu?

"Einer, / der darin lebte, neuen Aufgaben sich zuzuwenden"(Robert Frost).
Hesse wie Peter Camenzind sind auf dem Wege, Dichter zu werden. Dieses ist ein ausgeprägter Wunsch Hesses im Jahre 1903 und dieser Wunsch wird transferiert auf Camenzind. Diese Erzählung in der Perspektive der Zeile aus dem Gedicht von Frost bedeutet auch, dass sowohl Hesse wie Camenzind leben wollen für alles, insbesondere für Gedichte und Erzählungen, wie auch für Romane, die noch geschrieben werden wollen.

Denn hier lesen wir den Anfang von Hesses Erzählkunst, Vieles folgt, sogar Nobelpreis und sonstige Auszeichnungen. Und tief, sehr tief in Hesses Thema um Natur, Leben und Selbstbestimmung steckt - mit Robert Frost gesagt -, eine Herausforderung: gewünscht "Sei nicht die eigene Liebe als Kopie zurück, / Sondern Gegenliebe, echte Resonanz".

Am 9. August 1962, heute vor fünfzig Jahren starb Hermann Hesse. Verdient hat er eine Würdigung, wie es diese Besprechung eine sein soll.

Sils Maria u. Como, im August 2012
~~
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Mein erster Hesse, 24. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Peter Camenzind (Kindle Edition)
Ich muss gestehen, das ich erst im Alter von 56 Jahren diesen wunderbaren Autor kennen- und lieben gelernt habe. Natürlich habe ich im Laufe meines Lebens immer wieder von ihm gehört - sei es über Steppenwolf oder Siddharta, aber selber gelesen hatte ich ihn noch nie. Hugo Ball hat mich mit seiner Biographie neugierig gemacht, nicht zuletzt über die kritischen aber auch wertschätzenden Äußerungen über den Einfluss des Pietismus in Hessens Leben. Ich habe den Camenzind dann in drei Tagen verschlungen und muss gestehen, selten eine so schöne, tiefsinnige und gleichzeitig amüsante und humorvolle Lebensgeschichte gelesen zu haben. Mitten in den Wirren eines immer wieder zutiefst traurigen Lebens kommen versöhnliche Gedanken mit einer Wucht zum Vorschein, die die Liebe zum Leben hervorrufen, wie auch immer bedürftig und frustrierend es von uns erfahren wird. Mittendrin sogar eine Art Bekehrung, als Camenzind durch ein inneres Reden Gottes von seiner Menschenfeindlichkeit geheilt wird und die fürsorgliche Liebe zu einem behinderten Menschen entdeckt. Der Blick auf die Welt, den Hesse uns vermittelt, ist entlarvend und ernüchternd und dann wieder verzaubernd und verklärend. Wie wahr! Jetzt freue ich mich auf den Steppenwolf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Bestellt für die Oberstufe, 28. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für meinen Sohn ein Muß vom Deutschlehrer in der Oberstufe. Da man da viele Bücher aus eigener Tasche zahlen muß, gehörte das dazu. Aber Preis stimmte, alles okay;-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen peter camenzind, 10. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
das ist ein sehr schönes buch von hermann hesse und auch andere titel von ihm ist gut zu lesen und emfehlenswert
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen peter camenzind, ein sonderling..................., 1. Januar 2007
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Im Mittelpunkt dieses frühen Romans "Peter Camenzind" von Hermann Hesse steht wieder einer der klassischen "Hesse Außenseiter" (die zahlreich seine frühen Erzählungen bevölkern). Der Weg von Peter Camenzind vom Land in die Großstadt (Basel / Zürich) ähnelt dem von Hesse selbst; inklusive der ersten großen Italienreise. Peter Camenzind wird über die Jahre hinweg vom Menschenfeind zum Menschenfreund. Hesse schreibt kurzweilig, manchmal sentimental (wenn er über das Leben philosophiert). Der Leser wird über die knapp 180 Seiten hinweg Peter Camenzind lieb gewinnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Und wenn nicht Hesse als Autor auf dem Titelblatt stünde?, 31. Mai 2012
Ich habe das Buch in einer Frakturschriftausgabe von 1909 gelesen und vielleicht wurde dadurch die Zeit erst deutlich, die seitdem vergangen ist. Mag das Buch damals in seiner Gefühlsdarstellung neuartig gewesen sein, so ist es heute in seiner Lebens- und Gefühlswelt doch sehr weit weg. Wie weit ist die Herkunft Peter Camenzinds aus einem abgelegenen, inzüchtigen Dorf heute noch nachzuvollziehen? Wie weit die Bildungsarmut und Bildungsferne seiner Umgebung und sein eigenes Streben nach Bildung und Welt? Abgesehen vom zeitlichen Abstand überzeugt aber auch der Erzählfaden nicht, wirkt konstruiert, in der Boppi-Episode sentimental und lässt mich im Ergebnis (Rückkehr aufs Land) ratlos. Ohne Hesse als Autor wäre das Buch sicher längst vergessen. Jeder der das Buch lesen möchte, sollte sich daher der Opportunitätskosten bewusst sein - und zu etwas Besserem greifen - auch von Hesse.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Rohdiamant, 19. August 2007
Bei der Lektüre von "Peter Camenzind' beschlichen mich immer wieder Befürchtungen, dass ich vielleicht inzwischen aus meiner Hermann-Hesse-Phase hinausgewachsen sein könnte. Obwohl die typische Geschichte des Außenseiters erzählt wird, der seinen Platz in der Gesellschaft sucht,' die mich "Demian'" und den "Steppenwolf'" verschlingen ließ ' wollte bereits im ersten Kapitel der Funke nicht so recht überspringen. Das Buch lässt großes vorausahnen, und alle Motive, die Hesse später behandelte, tauchen hier bereits auf, aber trotzdem hat die Geschichte des Peter Camenzind einen durchgehend weltfremden, um nicht zu sagen provinziellen Beigeschmack.
Das beginnt schon bei der Schilderung des heimatlichen Dorfes, in dem der Ich-Erzähler viele Stunden damit zubringt, den Wolken nachzuschauen, die er dem Leser als seine "besten Freunde' vorstellt; die starkfarbigen Beschreibungen der Alpenlandschaft, dem Stammtisch-Zechen und des derben Bauernvolkes hätten ebenso gut aus "Heidi' stammen können.
Mit dem Auszug des Jünglings in die große Stadt endet zwar die Idyllisierung, der entrückte Charakter des Buches bleibt. Peter Camenzind knüpft Kontakte zu der örtlichen Künstlerszene und studiert Malerei, dann reist er nach Italien, und freundet sich am Schluss mit einem geistig Behinderten an.
Dies alles mag zwar sämtliche Rezepte für einen guten Hesse-Roman beinhalten, schlussendlich konnte ich aber nicht so richtig Zugang zu der Titelfigur finden. Alle Charaktere bleiben unterentwickelt und tragen immer nur zu einer bestimmten Episode bei; die ständige Selbstbetrachtung des Erzählers hat mich irgendwann einfach gelangweilt.
Aus demselben Material hat Hesse später literarische Brillanten geschliffen; sein Erstling wirkt noch etwas roh und ungeschlacht; und es ist kein Verlust, ihn zu überspringen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Peter Camenzind (Suhrkamp BasisBibliothek)
Peter Camenzind (Suhrkamp BasisBibliothek) von Hermann Hesse (Taschenbuch - 26. November 2007)
EUR 7,50
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen