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Kundenrezensionen

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am 27. Oktober 2004
„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." So beginnt Franz Kafkas Meisterwerk. Die Geschichte des Prozesses des Josef K. Nachdem die Überraschung etwas überstanden ist, macht sich der Verhaftete daran aus dieser Misere zu kommen. Doch etwas ist anders: Er weiß nicht wessen er beschuldigt wird, er weiß nicht wer ihn anklagt - und muss erkennen, dass er um so tiefer in die Sache hineingezogen wird, je mehr er sich bemüht herauszukommen.
Kafka schildert diese unglaubliche Geschichte mit seiner kühlpräzisen, abstrahierenden Sprache und erweißt sich als Meister der Stimmung. Trotz genauester Beschreibung gelingt es ihm, die Spannung zu halten. Um K. herum zieht sich die Schlinge unaufhaltsam enger...
Die enorme Verständlichkeit der Sprache, steht dabei in krassem Gegensatz zur Geschichte: Schon viele Interpreten haben sich an Deutungen des Werks versucht, allein der Roman steht nach wie vor und gibt dem Leser Rätsel auf, da er gegen jede Deutung oder Interpretation resistent zu sein scheint.
Das beste ist: Man macht sich selber ein Bild.
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am 17. April 2012
Ich war - bevor ich das Buch heruntergeladen habe - etwas skeptisch. Als ich anfing zu lesen, hat mich die Atmosphäre der Geschichte gefangen.

Da wird gegen ein "Gesetz" verstossen, dass niemand kennt. Der "Verstoss" wird nicht benannt. In Gedanken habe Gleichnisse zu aktuellen Situationen gezogen und manchmal Paralellen gesehen.

Die Geschichte ist deprimierend, da sie für mich eine Hilflosigkeit und Resignation gegen eine scheinbar allmächtige, unsichtbare Macht offenbart.
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am 19. Januar 2003
Nun, was soll man sagen...ich komme mir schon sehr anmaßend vor, als abgehalfterter Student so ein Werk überhaupt zu "bewerten". Es ist wirklich, wie ein anderer Rezensent hier schreibt: Kafka kann das Leben des Lesers verändern. Und meines hat er ganz definitiv verändert, hat Fenster zur Welt aufgestoßen, von deren Existenz ich vorher überhaupt nicht wußte. Nach der Lektüre mancher Bücher denkt man, nun viel schlauer und wissender zu sein. Bei der Kafka-Lektüre läuft es umgekehrt: danach ist alles offener, unermeßlicher, geheimnisvoller, als man es für möglich gehalten hätte. Sicher liegt das an Kafkas offenem Stil, der den Leser quasi Schritt für Schritt in dessen Inneres lockt, so dass jeder Kafka-Roman für einen jeden Menschen wohl eine ganz und gar einzigartige Erfahrung ist auf Grund der weit reichenden individuellen Melodie, die Kafka den Leser geradezu zu komponieren zwingt. Der wahre Inhalt steht hier nicht in, sondern zwischen den Sätzen, zwischen den Wörtern, die einem so schön im Kopf klingen, zwischen dem, was Sagbar ist. Und das ist wirklich...sehr groß.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Dezember 2013
Da ist ein Bank(st)er, nennen wir in Josef K, 30 Jahre alt, Single, lebt in einer größeren, gemischten WG, er steht auf eine seiner Mitbewohnerinnen und stalkt diese ein wenig ungeschickt, bis sie lieber mit einer weiteren Frau zusammenzieht. Die NSA (?) hat wohl irgendwie mitgekriegt, dass er was gedreht hat oder auch nicht, vielleicht war es nur ein Übersetzungsfehler oder er wurde denunziert, weil er irgendeiner Wahrheit zu nahe gekommen ist. An seinem dreißigsten Geburtstag bekommt dieser K Josef K. jedenfalls frühmorgens Besuch von Unbekannten Agenten, die sich nicht ausweisen (das würde wohl gegen die nationale Sicherheit verstoßen). Sie teilen ihm mit, dass er angeklagt ist. Zunächst hält K das für einen Scherz seiner Kollegen, aber die Kerle scheinen es wirklich ernst zu meinen. Weswegen er angeklagt wurde, von wem und warum? Das ist irrelevant (oder eine Sache von nationaler Sicherheit und top secret) und das wird auch so von allen Seiten akzeptiert, schließlich lebt man ja in einem Rechtsstaat.

„Das ist alles, was wir sind, trotzdem aber sind wir fähig, einzusehen, daß die hohen Behörden, in deren Dienst wir stehen, ehe sie eine solche Verhaftung verfügen, sich sehr genau über die Gründe der Verhaftung und die Person des Verhafteten unterrichten. Es gibt darin keinen Irrtum. Unsere Behörde, soweit ich sie kenne, und ich kenne nur die niedrigsten Grade, sucht doch nicht etwa die Schuld in der Bevölkerung, sondern wird, wie es im Gesetz heißt, von der Schuld angezogen und muß uns Wächter ausschicken.“

Wohl aus Kostengründen kommt K in den offenen Vollzug, Angst, dass er untertauschen könnte hat man wohl nicht (wahrscheinlich ortet man in permanent über sein Handy oder einen RFID Chip (eine Zeit in der die Geschichte Spielt hat Kafka nämlich nicht angegeben)).
Die Vorverhandlung ist eine Farce. Nachdem man ihm nicht mal korrekt Zeit und Ort genannt hat, scheint die Angelegenheit an sich ohnehin eine abgekartete Sache zu sein. K, ein bisher aufrechter Bürger stellt sich hier aus Selbstschutz zum ersten Mal gegen das System, um andere vor der gleichen Situation zu bewahren, aber nur, weil es ihn selbst erwischt hat. Vorher war ihm dieses Unrechtssystem entweder unbekannt, oder egal. »die Bücher sind wohl Gesetzbücher und es gehört zu der Art dieses Gerichtswesens, daß man nicht nur unschuldig, sondern auch unwissend verurteilt wird.«
Menschen die mehr über das System wissen könnten, ihm vielleicht helfen könnten, haben Angst um ihren Job und halten daher den Mund: „Es gibt hierfür keinen Schutz, auch mein Mann hat sich schon damit abgefunden; will er seine Stellung behalten, muß er es dulden, denn jener Mann ist Student und wird voraussichtlich zu größerer Macht kommen.“

Und nicht nur die direkten Angestellten des Systems profitieren von diesem Unrechtssystem, auch andere bereichern sich daran, allen voran die Anwälte, die damit so richtig Kasse machen und sich in Machtspielchen ergehen. Das ganze System ist korrupt und aufgrund der Geheinhaltung haben nicht einmal die Richter den vollständigen Fall vorliegen. Rettung gibt es nur über Beziehungen, Bestechung und Korruption.

Man sagte mir, Kafka sei interpretationsflexibel. So was finde ich gut, denn jeder kann somit in diese Geschichte das hineinlesen, was ihn bewegt und so das Buch durchaus als dystopische Vorhersage aktueller politischer Entwicklungen sehen.
Für mich ist dieser Roman eine Orwell‘sche Dystopie auf einen totalitären Überwachungsstaat, der seine Bürger überwacht, unter Generalverdacht stellt, ausspioniert, anklagt und exekutiert. Ohne wirklich transparente Gerichte oder Verhandlungen.
Dieses Buch ist eine allegorische Beschreibung der derzeitig von Konzernen und Geheimdiensten beherrschten westlichen Welt, in der Bürger, die ins Fadenkreuz der Dienste geraten, keine Chance haben sich zu wehren, weil sie es ja selber nicht wissen, da es ja geheime Informationen sind und somit können sie auch nicht dagegen klagen, denn es geht ja um geheime Dinge, die die Staatssicherheit betreffen. Alles, was geheim bleiben soll oder einfach nur das Weltbild stört, wird als nationale Sicherheit oder Terrorismus definiert, sei es auch noch so harmlos.
Beim Lesen fragt man sich unweigerlich: Was wusste Kafka über die NSA und Five Eyes? Was über die Geheimprozesse und woher wusste er so genau, dass selbst bei der NSA die eine Abteilung nicht weiß, was die andere macht?

Kafkas „Der Prozeß“ erschien postum und bliebt unvollendet (ein Kapitel ist unvollendet und ich glaube nicht, dass man da wirklich viel verpasst hat; es sei denn, es fehlen noch ganze Kapitel, die er nie begonnen hat). Der Roman entstand um 1914

=== Zum Kindle Ebook ===
Insgesamt sind mir nur zwei Tippfehler im Kindle Ebook aufgefallen. Warzer Roch Fein, statt schwarzer Rock sein, und sagen liege statt sagen ließe.
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am 6. Dezember 2005
Real - irreal - Phantasie oder Wirklichkeit - Einbildung oder Fiktion - wo liegt die Wahrheit?
Ein Wunderwerk und Paradebeispiel für das Wesen der Literatur, die sich mit der Methode der Auslegung u. Deutung von Texten auseinandersetzt.
Literatur - Poesie - Psychologie und Kunst fließen ineinander über und verschmelzen. Gedanken und surreale Konstrukte machen es dem Leser fast unmöglich, eine eindeutige Interpretation zu finden. Und immer gelingt es Kafka - in diesem "Prozess" auch den seinen und den des Lesers einzuflechten - so entsteht ein Geflecht aus schier unlösbaren Knoten, die nur durch die Breite des Bewusstseins eine Deutung finden kann.
Meine Assoziationen und Gedanken liefen beim Lesen in Richtung „Sinn des Lebens“ – ich selbst suchte nach einer „inneren Überschrift“ und fand in mir folgende Vorschläge:
1. „Das jüngste Gericht“
2. „Bilanz des Lebens“
3. „Die Tür zu Gott ist immer offen“
4. „Du stehst dir selbst im Weg“
5. „Das Leben ist nur ein Trugbild deiner Persönlichkeit“
6. „Die Erkenntnis kommt immer erst im Tod“
Nach diesem inneren Resümee für mich, stelle ich fest, dass meine eigenen Überlegungen spiritueller Natur waren, da mich der Text vermehrt veranlasste, über den Sinn des Lebens zu reflektieren. Ich ging sehr schnell davon ab, mir konkrete Personen vorzustellen, die sich hier unterhielten. Vielmehr hörte ich eine innere Stimme zu mir sprechen, die mir aus dem innersten meiner Seele versuchte, neue Türen auf meinem Lebensweg zu öffnen.
Der Text sprach gleichsam einer Parabel oder einer Allegorie zu mir.
Unabhängig von allen möglichen Deutungsansätzen empfand ich den Text komisch, grotesk, tragisch, ernst und mitfühlend zugleich. Die Denkweise des Autors lässt sich nur schwer herausarbeiten, denn den Text lädt zu vielen unterschiedlichen Spekulationen ein.
Ich vermute deshalb, dass es hier nicht um Denkweisen oder Weltanschauungen geht, sondern vielmehr um eine Reflektion eines inneren Lebenszustandes, die als Symbol für das Leben an sich – einer Generation oder Minderheitengruppierung zu ihrer Zeit oder auch autobiographisch zu deuten ist.
So könnte „der arme Mann“ ein Sinnbild für eine verlorene Generation, für ein frustriertes Individuum oder aber auch das Leben selbst sein. Der Türsteher kann ebenfalls auf unterschiedlichen Ebenen eine Deutung finden. Ist er ein Symbol für die Ungerechtigkeit, die Machtinstanzen, das Schicksal – oder aber soll er die Insuffizienz und Schwächen der Persönlichkeit des Menschen symbolisieren?
Das begehrte Objekt in dieser Geschichte – das Gesetz – bewegt den Leser dazu, sich einen Gerichtssaal vorzustellen, wo zum Schluss ein Urteil gesprochen werden muss. Doch zu keinem Zeitpunkt erfahren wir, wo, wie und wer an dieser Verhandlung teilnimmt, da der eigentliche Prozess „vor der Tür“ stattfindet.
Hier gibt es Parallelen zum gesellschaftspolitischen Leben – aber auch starke Ähnlichkeiten zum religiösen. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt, zwischen Wirklichkeit und Phantasie entscheiden zu müssen. Zum Schluss bin ich zu der Auffassung gekommen, dass jeder Mensch, diese Geschichte für sich so interpretieren wird, wie er selbst in der Lage ist, seinen Blickwinkel zu wechseln. Jeder andere Fokus lässt wieder eine komplett andere Interpretationsweise zu – und das ist das Geniale an diesem Buch. Man könnte es geschichtlich, gesellschaftspolitisch, psychologisch und auch theologisch deuten.
Der Text lebt durch die Differenz der Darstellung des Widersinnigen und Unstimmigen in einer scheinbar geordneten äußeren Welt im Gegensatz zu einer vernünftigen inneren Moral- und Wertvorstellung.
Letztlich bleibt die Frage: Wer ist der Schuldige im ganzen Spiel – gibt es überhaupt einen Täter – und wer ist das Opfer? Wer kann und sollte urteilen – gibt es eine Kompetenz außer der Göttlichen, die urteilen dürfte – und wenn ja, gibt es das Göttliche überhaupt, wenn der Einlass das Leben kostet?
Fazit: Alle Versuche, den Text aus dem Verstand heraus deuten zu wollen, müssen fehlschlagen, weil das Wesentliche selbst nicht über das Wort ausgedrückt werden kann. Alle Versuche, mittels Logik und Vernunft einen Sinnzusammenhang zu erkennen, müssen in den wichtigsten Fragen des Lebens scheitern. So steht der Mensch doch in den entscheiden Fragen des Lebens mit sich allein vor Gericht und muss sich der Unmöglichkeit, einer logisch-stimmigen Aussage geschlagen geben. Vielleicht ist das Geschriebene daher selbst ein Versuch, die Verzweiflung über die menschliche Insuffizienz auszudrücken.
Das menschliche Zusammenleben soll in Form von Gesetzen geregelt werden – und muss doch immer wieder deutlich ihre Lücken erkennen – wie auch das religiöse, welches nicht allein über die zehn Gebote geregelt werden kann.
Wenn der Mensch das verloren hat, was ihm zum Menschen gemacht hat, dann hat er auf allen Ebenen sein Menschsein verloren. Ob er nun im Gerichtssaal sitzt – ob er arbeitet, ob er liebt oder stirbt – ob er vor der ersten oder letzten Tür steht – wenn er den Zugang zu seinem Herzen nicht gefunden hat, dann wird er die inneren Türen seines Wesens und auch die Türen zu Gott und der Menschlichkeit nicht öffnen können. Die letzte Instanz ist nicht das Gericht – auch kein jüngstes Gericht, wenn es das überhaupt gibt – die letzte Instanz liegt im Menschen selbst verborgen und sollte von ihm verantwortlich erkannt werden.
Dieser Text hat mich deshalb eines sehr gut gelehrt: Nämlich meine eigene Erkenntnisfähigkeit zu untersuchen und das Wesen des Verstehens genauer unter die Lupe zu nehmen. Bestimmt nun das Sein das Bewusstsein oder das Bewusstsein das Sein? Ist diese Frage aus unserer Sicht überhaupt zu beantworten oder IST das Sein ein Spiegelbild des Bewusstseins? Ich denke, ein jeder von uns hat allein durch diesen kleinen Textauszug genügend „Material“, über diese wichtigen Fragen zu reflektieren.
Anmerkung: Meine Interpretation angesichts der Breite dieses Textes hat hier selbstverständlich nur den Stellenwert meines persönlichen Blickwinkels und sollte deshalb auch nur den Versuch darstellen, etwas Unmögliches möglich zu machen. Ein Blickwinkel kann nie vollständig sein – bleibt immer nur ein Ausschnitt vom Ganzen.
Kurz gesagt: Ich fand diesen Textausschnitt einfach genial, weil er zwischen den Zeilen viel in mir bewegt hat. Dies können nur Texte großartiger Schriftsteller, die selbst während des Schreibens einen innerlichen Prozess durchlaufen, der im Leser auf ein Echo stößt.
Ist ja doch ganz schön lang geworden - sorry, vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit - das Buch hat es verdient!
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am 12. Januar 2006
Von den mehreren Ausgaben Kafkas "Der Prozeß" ist die Ausgabe von "Suhrkamp BasisBibliothek" sicherlich die weitaus Beste!
Man findet Erläuterungen zu Wörtern des ostereichischen Dialektes direkt am Text. Sehr hilfreich!
Weiter gibt es diese Ausgabe Hintergrundinformationen über Kafka, Deutungsanzätze und direkte Verweise im Text zu Hinweisen, die einen tieferen Einblick in das Werk ermöglichen.
Im Anhang finden sich außerdem von Kafka gestrichene Textpasagen.
Klasse Ausgabe!
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am 8. März 2005
Vielleicht der beste der drei Kafka-Romane.
Eine der besten Abhandlungen zum Thema Angst. Angst vor dem Unbekannten, vor dem Allmächtigen, vor der Kontrolle. Aber vor allem existenzielle Angst: die Angst davor, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Formulierung "es gibt keinen" zu finden. Joseph K lebt in einem Labyrinth, dessen Eingang er nicht kennt und das keinen Ausgang hat. Jede Tür führt in einen neuen Gang, jede Bekanntschaft vermittelt ihm nur die Illusion, Hilfe zu erhalten. Er wird angeklagt, erfährt aber bis zum Ende nicht, wofür.
Kafka sagte: "Die Fesseln der gequälten Menschheit sind aus Kanzleipapier gemacht". Eine der großen Wahrheiten des 20. Jahrhunderts, aber viel mehr noch ist "Der Prozess" mit seiner erschreckend hoffnungslosen Grundstimmung eine große Wahrheit der Menschheit.
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am 20. Oktober 2015
Ein Muss für jeden, der des Lesens mächtig ist. Ausreden werden nicht angenommen. Unbedingt lesen und dann ab und zu wieder reinschauen. Das Werk ist derart vielschichtig, dass man zu Kafka immer wieder aufs Neue greifen sollte.
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am 31. März 2005
Dieser berühmte Roman Kafkas sollte von jedem gelesen werden!
In manchen Schulen gehören immerhim Fragmente daraus in den Unterricht als Pflicht-oder Klausurlektüre, was mich persönlich einst von Kafka ferngehalten hat, weil er anders, als viele Schriftsteller vor und während seiner Zeit, nicht im Geringsten eindeutig und wertend geschrieben hat. Das macht seine Werke so anziehend in der Freizeit! Die äußere Sprache ist einfach strukturiert und verständlich, aber die innere Sprache wird wohl jeder individuell anders verstehen, weil Kafka doch recht wenige Anhaltspunkte vorgibt. Nach jedem gelesenen Abschnitt und dem Beginn des nächsten brach für mich jedesmal ein neuer Interpretationsansatz zusammen; ich bin dann zwar zu einer Art "Gesamtergebnis" gekommen, werde es allerdings unterlassen, hier darüber zu schreiben, sondern empfehle den "Proceß" noch einmal wärmstens!
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am 2. Oktober 2008
Es ist im Grunde genommen ein wenig albern, hier ein paar amateurhafte Sätze zu hinterlassen, die dieses Werk in irgendeiner Form angemessen bewerten sollen. Genau genommen ist es ziemlich anmaßend. Über Kafka und dieses Buch haben Germanisten tausende von Seminarvorträge, Magisterarbeiten und Dissertationen verfasst. Das Thema ist von allen Seiten professionell ausgeleuchtet, es existieren Regalmeter an Sekundärliteratur. Es kann also hier nur darum gehen, einen spontanen Eindruck wiederzugeben, der dem einen oder anderen, der den "Prozeß" tatsächlich noch nicht gelesen hat, eine Hilfestellung sein mag.

Ich habe nach rund 15 Jahren wieder zu dem Buch gegriffen - einfach um zu sehen, ob ich es nicht unangemessen verklärt hatte und meine Begeisterung der damaligen Jugend geschuldet war. Um es kurz zu machen: Es hat mich sofort wieder gepackt. Kafka schafft es, in wenigen Sätzen eine beklemmende und fesselnde Atmosphäre zu erzeugen. Das ganze ist traurig, bewegend, begeisternd und niemals langweilig. Ich bin tatsächlich erstmals seit Jahren wieder von einem Buch in den Schlaf verfolgt worden - "Der Prozeß" rief finsterste Träume hervor, wie es Thriller niemals schaffen.

Zwei Bemerkungen noch:
- Ich will hier wirklich nicht in die Interpretation einsteigen. Aber wer in diesem Buch in erster Linie eine Kritik an Justiz und Bürokratie sieht, sollte nochmal zwei, drei Minuten länger nachdenken.. ;o)
- Es ist sensationell und auch erschreckend, wie wenig sich in der Arbeitswelt seit 1920 geändert hat. Die Beschreibung der Atmosphäre in der Bank, die Konkurrenzkämpfe, die Angst, Schwächen zu zeigen - all das könnte sich genauso in unserer Zeit zutragen.
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