Kundenrezensionen

11
4,3 von 5 Sternen
Die Verwandlung (Suhrkamp BasisBibliothek)
Format: TaschenbuchÄndern
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Oktober 2012
Dem Buch und der sehr gelungenen Konzeption der kommentierten Ausgaben des Verlags kann man nur Lob spenden. (5 Sterne)
Ich möchte jedoch all jenen raten, die die Erzählung zum ersten Mal lesen, den Anmerkungen im Text nicht zu folgen, da sonst der Lesespaß durch die Vorwegnahme späterer Ereignisse deutlich getrübt wird; daher Abzug eines Sterns.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2007
"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt." -- Wassn Anfang! Kafka teilt dem Leser Gregor Samsas Verwandlung in ein "ungeheures Ungeziefer" mit, als würde er feststellen, dass es draußen regnet. Keine Einleitung, keine Begründung, nur diese sachliche Feststellung -- päng! Volltreffer!

In diesem Stil geht die Erzählung weiter. Gregor Samsa ist also über Nacht zum Ungeziefer mutiert, einfach so. Niemand wundert sich darüber, auch nicht Gregor Samsa selbst; niemand forscht nach den Ursachen; man arrangiert sich irgendwie mit diesem ungeheuerlichen (!) Sachverhalt. Gregors Familie zeigt zunächst Mitleid, gemischt mit dem Bestreben, die Peinlichkeit verborgen zu halten, doch allmählich verwandelt das Mitleid sich in Abscheu. Schließlich wird der Sohn, das nunmehrige Ungeziefer, isoliert. Eine alptraumhafte Situation für alle Beteiligten entwickelt sich, und nur Gregor Samsas Tod (besser: Verenden) könnte seine Umgebung erlösen. Oder auch nicht. Eine Parabel auf die Entfremdung des modernen Menschen, geschrieben in einer Sprache, wie sie präziser nicht sein könnte.

Ob Kafka in der "Verwandlung" mitteilen wollte, wie er selbst seine Stellung innerhalb der Familie empfand? -- Vielleicht. Einiges deutet darauf hin, aber eine Interpretation nur darauf zu stützen, wäre allzu kurz gedacht. Die Stärke dieser Erzählung liegt auch in einem absurden Humor, wie er schwärzer nicht auszudenken ist. Vor allem die ersten Begegnungen des Ungeziefers mit seiner Umwelt sind geprägt von einer nicht zu überbietenden grausamen Komik, bei der einem das Lachen im Halse steckenbleibt. Man lese nur einmal die Passage, in der der Prokurist von Samsas Firma bei den Samsas erscheint und sich nach Gregors Verbleib erkundigt. Wie hier der arme Gregor sich um Kontaktaufnahme bemüht, ohne an die Wirkung zu denken, die seine äußere Gestalt auf andere haben muss, und wie der Prokurist panikartig die Wohnung verlässt, das ist ein furioses Meisterstück, das die absurden Theaterstücke etwa eines Ionesco blass aussehen lässt.

Und genau das ist es, was in meinen Augen die "Verwandlung" zu einer der besten Erzählungen aller Zeiten macht: Der lakonische Ton des ersten Satzes setzt sich durch die gesamte Erzählung hindurch fort und steht in krassem Gegensatz zu der "ungeheuerlichen Begebenheit", die hier erzählt wird. Eine groteske Wirklichkeit, der die menschliche Sprache nicht mehr gewachsen ist; ein Alptraum, zu dessen Schilderung die Worte fehlen. Eine Katastrophe, die zur Farce wird.

Kafkas "Verwandlung" gibt es in 1001 Ausgabe -- für (fast) jeden Lesebedarf gibt es eine entsprechende Aufbereitung. Die Ausgabe der "Suhrkamp-Basisbibliothek" dürfte sich vor allem an Schüler wenden; ich jedenfalls fand die Erläuterungen zwar gut geschrieben und sachlich korrekt, aber mein Hintergrundwissen reicht, so bilde ich mir ein, auch für weniger ausführlich kommentierte Ausgaben. Wer allerdings zweifelt, ob ihm der erforderliche geschichtliche Hintergrund präsent ist (Nichtwissen ist schließlich keine Schande, sondern unvermeidlich), der ist mit dieser Ausgabe gut bedient; sie geht ausführlich auf v.a. historische und biographische Hintergründe ein und skizziert verschiedene Interpretationsansätze.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Text und Kommentar in einem Band. Die Aufbereitung am Schluss des Bandes ist außerordentlich gelungen, die Kommentare sind klug und verständlich geschrieben. Sie gehen nicht so weit wie eine ausführliche Interpretation, geben dem geneigten Leser aber die notwendigen Informationen, um sich eine eigene Sichtweise zu konstruieren. Hervorragend gelungen, Gratulation!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Text und Kommentar in einem Band. Die Aufbereitung am Schluss des Bandes ist außerordentlich gelungen, die Kommentare sind klug und verständlich geschrieben. Sie gehen nicht so weit wie eine ausführliche Interpretation, geben dem geneigten Leser aber die notwendigen Informationen, um sich eine eigene Sichtweise zu konstruieren. Hervorragend gelungen, Gratulation!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. April 2010
Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk Kafkas mit grossartiger Sprache.
Gregor Samsa erwacht eines Morgens als Käfer und so wird die ganze Familie in dieses Problem hineingezogen.
Es gibt auch verschiedenste Deutungen, ob Gregor nun wirklich physisch zum Käfer wurde oder nur psychisch in seiner Fantasie. Man erfährt es im Buch nicht - der beste Weg ist einfach, das Buch zu lesen und sich selbst eine Meinung zum Thema zu bilden.
Das Ende der Geschichte ist ebenso unglaublich, wie der Rest des Buches, welches man - wie allgemein Kafkas Werke - wahrscheinlich entweder liebt oder hasst. Aber meiner Meinung nach lohnt sich dieses Buch allemal, gelesen zu werden!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 28. Juni 2008
So sicher war Kierkegaard mit dieser Formulierung Demokrits nicht, so dass er sie in "Das absolute Paradox" aus: Philosophische Bissen) umformulierte in eine Annahme. Kierkegaard (1813-1855) und Kafka (1883-1924) verband literarisch eine gewisse Vorliebe zum Paradoxen, immer in der Weise, dass weder Wahrheit noch Bedeutung so klar wurden, dass es Sicherheit und Klarheit in das Gelesene brachte. Wenn der Mensch das Maß der Dinge ist, dann gilt nicht nur Sokrates sondern auch Protagoras, dass der Mensch das Maß für andere sei. Paradoxe Leidenschaft des Verstandes ist es bei Kafka, die ohne sich selbst zu verstehen, ihren Untergang will. Wahrheit und Zeit galten für Kierkegaard wie auch für Kafka als Einheit.

Kafka ist ein Arkanum, zumindest verwoben in ein Geheimnis, in dem weder Wahrheit noch Bedeutung zu finden sind. Er bleibt uninterpretierbar, wie manche zu sagen pflegen, und doch beginnt er seine bekannte Parabel "Die Verwandlung" mit einem Satz, der in sich alles an Wahrheit und Endgültigkeit zu bergen scheint: "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt". Gregor Samsa ist ein Einsamer (Samsa: "ich bin allein" im Tschechischen), ein Ausgestoßener, als der er sich fühlt. Diese Verwandlung ist Zeichen des ersten Satzes und damit ist die Geschichte schon hier vollendet. Das Schicksal ist gewiss, so weiß man, dass keine Hoffnung zu haben, Gewissheit bringt. Kafka legt jedoch Hoffnung in das Schreiben, Hoffnung, Grenzen zwischen ihm und dem Himmel zu überwinden und doch ist er in einem Gesetz, in seiner familiären Sekte und so zeigt sich auch Gregor Samsa in einem Gesetz der ewigen Wiederkehr, der Wiederholung als universalen Zwang, der sich zeigt in seinem Arbeitgeber, auftretend wie Gott, doch nur die kosmologische Leere offenbart, wie Bloom mal aufzeigte. Kafka zeigt seinen Samsa als einen durch Wissen vom Leben verschreckten Menschen. In seinen Aphorismen schrieb Kafka: "Es ist uns auferlegt, das Negative zu vollbringen, das Positive ist schon gegeben" und doch ist es nicht zu sehen, auch für den Landvermesser K., der in die scheinbare Leere empor sieht und Kafka für sich entdecken lässt, dass der Himmel ihm entgegenstürmt. So wie Samsa zunächst beflissentlich seiner Arbeit nachging, Leben als Pensum zum Abarbeiten betrachtete und nichts Tieferes als dieses im Leben entdeckte, so ist das Ungeziefer etwas, was weit von Samsa entfernt scheint, weder Hülle noch Erlösung. Es klingt nach Rimbaud: "Ich ist ein anderer" und so wird klar, warum erst im Zustand nach der Verwandlung, Samsa befähigt ist zur ästhetischen Wahrnehmung. Wie Shakespeares grotesker Caliban (Der Sturm) hört Samsa das Schöne in der Musik und nimmt so Klänge einer anderen Sphäre wahr. Doch seine Wahrnehmung von Ästhetik hört dort auf, wo es um ihn selbst geht. Dem zweiten Gebot folgend wird festgestellt: "Das Insekt selbst kann nicht gezeichnet werden. Es kann auch nicht gezeichnet werden, als ob man es aus der Entfernung sähe". Kafka erinnert, dass eine Negation eines Bildnisses nicht dargestellt werden kann. Samsa sieht sein Verschwinden, seinen Tod voraus und diesen letztendlich als Befreiung seiner selbst vor sich und auch als eine Art Liebe und einen Akt der Liebe zur Familie.

Aber ob es diese Aussage ist, bleibt fraglich, denn wie kann man von einem Nichts von Wahrheit reden. Kafka bleibt verschwommen, Wahrheit könnte nun doch in der Hoffnung liegen und somit sind beide nicht zugänglich. Somit bleibt nach der Bedeutung dieser Parabel zu suchen und auch dort bleibt Kafka ausweichend, da Bedeutung von etwas eine Perspektive zur unbekannten Zukunft hat. Wie man es dreht, der Ratschlag der Katze in "Eine kleine Fabel" wird ein sicheres Ende verheißen. So sicher, wie der Wartende vor dem Gesetz nicht bemerkt, dass er schon drin ist. Es ist nur für ihn, so kann man dem Schicksal nicht entfliehen, die Hoffnung Samsas ist im ersten Satz erloschen, seine, Kafkas Hoffnung auf ewig ins Schreiben verband.

Das Ziel des Lebens, sagt Freud, ist der Tod. Samsas Aktivität im Leben hat sich abgenutzt, er wollte in einem unheimlichen Sinn sterben. Kafka wollte zur Welt kommen durch Schreiben, vielleicht wollte er auch nur bleiben. "Niemand wird lesen, was ich hier schreibe" lesen wir in "Der Jäger Gracchus". Gracchus heißt Krähe oder Dohle und Krähe oder Dohle heißt auf Tschechisch: KAVKA. ".. denn niemand weiß von mir, und wüsste er von mir, so wüsste er meinen Aufenthalt nicht, und wüsste er ..." Der finale Gedanke ist auch der von Gregor Samsa: "Der Gedanke mir helfen zu wollen, ist eine Krankheit und muss im Bett geheilt werden".

Diese Verwandlung aus dem unruhigen Traum ist gleich einer Veränderung der inneren wie der äußeren Welt. Aus der Deutlichkeit des Anfangs, aus der Ausweglosigkeit dieses Faktes, Hoffnung verschwindend, entsteht in den Menschen um ihn herum Sturm, Beben und Feuer in seiner Wahrnehmung, die sich am Ende der Erzählung, am Ende von Gregor Samsa auflöst in einen neuen verständigen Blick. "und nach dem Feuer eine Stimme von Windverwehen, ganz fein." (1.Kö 19, 12) wird bei Kafka: "Stiller werdend und fast unbewusst durch Blicke sich verständigend, .. ". Der Leser weiß es, im verstehenden Mitschweigen dessen, was der Text sagt, indem er es nicht sagt. (vgl. 1. Könige 19, 11-13) "Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume".

Kafka in all seinen Schattierungen zu lesen ist eine Freude. Diese Unbestimmtheit in der Erklärung eröffnet Horizonte, seine Bücher führen zu neuen Kammern des inneren Schlosses, und wie er in den Oktavheften im Februar 1918 schrieb: "Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anderes, verzückt wird sie sich vor Dir winden". Blickt man durch dieses Offensichtliche, erspürt man einen Paria. Der bewusste Paria steht wirklich außerhalb der Gesellschaft und erlangt durch diese Distanz bessere Einblicke in diese, sagt Hannah Arendt und nennt beispielhaft eben diesen Franz Kafka, dessen Geburtstag sich am 3. Juli zum 125sten Mal jährt. Ein Grund, sich diesem Geheimnis wieder zu nähern, damit wir uns herantasten zu wissen, was der Mensch ist.
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am 6. Oktober 2013
Die Erzählung wird ziemlich Rasch begonnen und man braucht etwas bis man sich reinfindet. Was mir aber absolut nicht missfällt!
Es lässt sich sehr flüssig lesen und die Geschichte lässt eigenen Raum für Interpretationen.
Auch wenn es eine Schullektüre zu sein scheint, finde ich es selbst heute noch faszinierend.
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am 22. Juni 2014
Eine Rezension zu einem Text zu schreiben, der in der Literatur als Klassiker gilt, ist nicht nur schwer, sondern unmöglich, weil man dazu ungefähr 100 Jahre zu spät ist.

Es ist ein Kafka, man mag ihn, man versteht ihn oder man lässt es einfach.
Ich finde diesen Mann einfach grandios.
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am 11. Dezember 2012
Als ich dieses Buch vor 30 Jahren zu Schulzeiten gelesen habe, hat es mich sehr angesprochen. Inzwischen ist es inhaltlich doch sehr aus der Zeit gefallen.
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am 12. Januar 2014
Ein eigentlich ganz nettes Buch, mit vielen Metaphern und einem traurigen Ende.
Für jeden der gerne ein Buch lesen möchte, das leicht Verständlich ist und Spaß macht, sollte es sich kaufen
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