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Harry Haller, der Steppenwolf, der von sich denkt, zum einen Teil Mensch, zum anderen Wolf zu sein, ein ewig innerer Kampf, denn nur selten sind sich Mensch und Wolf einig, weshalb die Glücksmomente auch eher rar sind. Und er erkrankt immer mehr an dieser Wahnvorstellung, wird immer deprimierter... Verachtung für die Welt und für sich selber. Bis er Hermine findet oder sie ihn und sie ihm hilft, die kleinen Dinge des Lebens zu lernen. Harry lebt sozusagen nur das Geistliche - sie lernt ihm das Tanzen, zeigt, dass es außer Wolf und Mensch noch viel mehr Aspekte in ihm gibt, die er ignoriert hat, die noch nicht ausgebildet sind.

Für mich war es auch kein pessimistisches, gesellschaftskritisches Selbstbekenntnis des Künstlers zu der Welt, wie es manchmal dargestellt wird. Um das Konstrukt der Persönlichkeit von Harry Haller, übrigens mit vielen psychoanalytischen Überlegungen erstellt, rankt sich eine Geschichte von überwältigender Schönheit und Poesie, ein berauschendes Fest der Farben, die zwischen den Zeilen nicht von Verzweiflung, sondern von einem tiefen Verständnis für das Leben durchdrungen ist.

Der Steppenwolf, eine Geschichte höchster Vollendung, die in keinem Bücherregal fehlen darf. Ein Werk, das nachdenklich macht, das zutiefst anrührt und daran erinnert, dass es nicht selbstverständlich ist, eine Heimat im Leben zu finden.

Will Quadflieg ist für mich in diesem Hörbuch die Idealbesetzung. Seine einfühlsame, tief unter die Haut gehende Stimme spiegelt akustisch die Zerrissenheit Harry Hallers wieder.

Ein tolles Hörbuch!
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am 30. August 2008
Bei dieser Rezension handelt es sich nicht um eine Bewertung von »Der Steppenwolf«, dem Meisterwerk Hermann Hesses. Vielmehr handelt es sich um eine Bewertung des immerhin sechzigseitigen Kommentarteils dieser Ausgabe der Reihe »Suhrkamp BasisBibliothek«.

Eigentlich sollte der Kommentarteil der Ausgaben der »Suhrkamp BasisBibliothek« helfen, literarische Werke zu verstehen und einzuordnen, auch wenn ein Leser vielleicht vorher noch kein Hintergrundwissen zu einem Werk oder Autor hat. Die meisten Bücher der Reihe erreichen dieses Ziel auch und erschließen dem Leser Intention und Hintergründiges exakt, nachvollziehbar und in klarer Sprache formuliert. Leider hat der Kommentar dieser Ausgabe von »Der Steppenwolf« sein Ziel gänzlich verfehlt.

Der Autor dieses Kommentarteils verliert sich in wissenschaftlichen Fachbegriffen und Satzungeheuern, die völlig überladen mit Fachtermini sind. So hüllt der Interpret vergleichsweise wenig Aussagen in viel zu viele »schöne« Worte und Verschachtelungen. Die Aussagen gehen dabei weitgehend verloren und können so leider kaum zu einem tieferen Verständnis von »Der Steppenwolf« beitragen, sondern höchstens zu mehr Unverständnis führen. Ohne ein gezücktes und häufig zu gebrauchendes Wörterbuch und viel wachen Geist ist der Kommentarteil leider kaum zu erschließen. Vielmehr verlangt hier der Kommentar noch nach einer Kommentierung.

Leider mangelt es dem Kommentar nicht nur an Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Auch sind die dargebotenen Hintergrundinformation und ganz besonders Interpretationsansätze sehr fragwürdig. So maßt der Autor des Kommentars sich sogar an, Aussagen, welche Hermann Hesse über sein eigenes Werk geäußert hat, zu revidieren (ganz abgesehen von den Aussagen mancher anderer gestandenen Interpreten). Dies geschieht mit einer schwer nachvollziehbaren Selbstverständlichkeit, als würde der Autor des Kommentars Hermann Hesses Gedanken und Werk besser kennen als der große Schriftsteller selbst. Was an eine Anmaßung und Frechheit grenzt, trägt höchstens zu einem besseren »Missverständnis« von »Der Steppenwolf« bei.

Bisher habe Ich nur gute Erfahrungen mit den Buchausgaben der Reihe »Suhrkamp BasisBibliothek« gemacht. Um so enttäuschter war Ich von dem »erklärenden« Anhang dieser Ausgabe des »Steppenwolf«. Der Aufpreis dieser Ausgabe ist so leider nur durch die Quantität des bedruckten Papiers zu rechtfertigen. Vielleicht sollte dieser Zuschlag lieber in einen »Lektüreschlüssel« oder »Erläuterungen und Dokumente« des »Reclam Verlag« investiert werden. Zwar kann Ich leider kein Urteil über deren Qualität aussprechen. Aber viel schlimmer als bei dieser Aussage kann es kaum werden.
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am 19. November 2013
Das Werk an sich und auch der Sprecher, sind ein Traum. Ich habe jedes Wort gefühlt, genossen und gelitten. Hesse gehört zu den wunderbaren Wortzauberen, die die Welt erklären können, ohne dass am Ende in der jeweils erzählten Geschichte viel an Handlung passiert sein muß. Der Steppenwolf ist eine Erzählung, die mich zutiefst berührt hat und die mich viel über Menschen und Gefühle hat verstehen und fühlen lassen. Ich möchte mich vor so viel Gefühl und Verstehen von MenschHEIT, Weltgeschehen, Leiden, Sehnsucht und innerer Zerrissenheit ganz tief verneigen! Seine Geschichten machen meine Welt schöner und klarer! Und noch etwas mehr, wenn sie von Will Quadflieg so wunderbar gelesen werden.
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am 22. August 2010
Auf den ersten Blick ist der Steppenwolf die simple Geschichte eines Intellektuellen, der lernen muss, dass der geistige Elfenbeinturm, in den er sich verbittert zurückgezogen hat, nichts taugt. In Wahrheit steckt dann doch noch einiges mehr dahinter.
Wie immer bei Hermann Hesse, dem meistgelesenen deutschen Schriftsteller weltweit, der zu den klügsten und tiefgründigsten (nicht nur) deutschen Schriftstellern gehört und nicht umsonst von manchen als Goethes wahrer Erbe gesehen wird, ist auch dieser Band eine Fundgrube origineller und verblüffender Erkenntnisse, deren möglicherweise autobiografischen Kern Hesse hinter einer Reihe stilistischer Tricks verbirgt. So gibt es einen Erzähler, bei dessen Tante die Hauptperson des Buches, "Harry Haller", den die Kritik später als literarisches Alter Ego Hesses zu erkennen meinte, zur Untermiete wohnt, und dessen Memoiren der Junge beim Auszug findet.
In den Memoiren berichtet der unabhängige, aber im Grunde vereinsamte Haller davon, wie er von einem Jahrmarktsburschen ein Büchlein zugesteckt bekommt, nämlich das "Steppenwolf-Traktat", das sozusagen seine eigene Geschichte enthält. Diese Geschichte macht den Kern des "Steppenwolf" aus, der Generationen von Lesern in aller Welt zu Recht beeindruckt hat. Man kann den Steppenwolf vielleicht in ein paar Grundgedanken zusammenfassen:

* Das erste zentrale Motiv des Steppenwolf ist die Unabhängigkeit von den Zwängen des bürgerlichen Lebens, von Ordnung, Wohlanständigkeit und Sauberkeit. Harry Haller hat es in der Tat zu einem solchen Grad an Unabhängigkeit gebracht, dass auch die Enge und die Bindungen der bürgerlichen Existenz verloren gingen und er in einer umfassenden Einsamkeit gelandet ist, die das Wiederherstellen solcher Bindungen schon nicht mehr zulässt.
* Der zweite wichtige Gedanke ist der des "Selbstmörders als Typus". Der Gedanke an Selbstmord als ruhender Pol, als immer möglichen Rückzugspunkt, auf dessen Basis sich ausprobieren lässt, welches Maß an Leiden der Mensch in der Lage ist zu ertragen, ist in der Tat bestechend und Hesse selber stand diesem Gedanken wohl nicht fern, wie der späte Briefwechsel zeigt. Auch wenn zu dieser Maßnahme nie gegriffen werden muss, reicht es, sie als stetige Möglichkeit zu sehen, um aus ihr Kraft zu schöpfen.
* Das dritte Kernmotiv ist die Wandlung des Steppenwolf zu einem Lebemann. Die Verachtung des einfachen Lebens und des Nichtintellektuellen am Beispiel der Musik weicht einem Eintauchen in diese Welt des Profanen, des Tanzes und der Liebe. Der Steppenwolf lernt das einfache Leben schätzen und erweitert seine Persönlichkeit dadurch immens.
* Zu guter letzt steht das Motiv des "magischen Theaters", in welchem Hesse seinen Protagonisten auf eine phantasievolle Reise durch sein gesamtes Leben schickt und an dessen Ende ein Diskurs mit Mozart über die Unsterblichen und über den Humor steht. Humor als wichtigstes Gestaltungsprizip des Lebens war wohl für Hesse ein entscheidender Ansatzpunkt zur Interpretation des Buches - zumindest hat er seinen Kritikern vorgeworfen, dass sie diesen Aspekt links liegen gelassen hätten.
Man könnte den Steppenwolf insgesamt als eine Art Faust des 20. Jahrhunderts bezeichnen, mit dem Unterschied, dass im Steppenwolf nicht zwei, sondern "tausend Seelen" wohnen.

Der intellektuelle Unfug jedoch, sich als Kommentar deklarierend, mit dem Heribert Kuhn hauptsächlich seine eigene Beleseneheit demonstriert und Hesse mit allen verfügbaren Geistesströmungen des beginnenden 20. Jahrhunderts in Zusammenhang zu bringen sucht, spricht der Kernaussage des Steppenwolf, Humor als Grundprinzip des Lebens zu akzeptieren, Hohn, und ist von der öden und lebensfernen Machart, die mich vor Jahrzehnten aus dem Deutsch-Leistungskurs vertrieb. Meine Empfehlung daher: den Text für sich sprechen lassen und die Erklärungen und Kommentare, die permanent versuchen, den Steppenwolf mit Hesses autobiografischen Daten zu verknüpfen, so weit es geht ignorieren.
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am 12. Juni 2010
Wir alle kennen den Steppenwolf - aus der Schule, als Wegbegleiter einer nun fernen Jugendzeit und natürlich (was auch immer das bedeutet) als ein Stück Weltliteratur. Und trotzdem: Ich hätte es niemals für möglich gehalten, wie das unglaublich fein differenzierte Pathos der Stimme Will Quadfliegs den Steppenwolf zu ganz neuem Leben erwecken vermag, ja, ihn beinahe zur lebendigen Figur werden läßt. Fabelhaft!
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am 6. Februar 2016
Ich habe diesen Roman als Schüler im Deutsch Kurs der gymnasialen Oberstufe kennengelernt.
Harry Haller, genannt „Der Steppenwolf“, ist heute – wie zur Erstveröffentlichung des Klassikers von Hermann Hesse vor mehr als 70 Jahren – Identifikationsfigur für seine jugendlichen Leser. Wie sie ist er zerrissen - halb Mensch, halb Wolf - nirgendwo gehört er richtig dazu, nirgendwo findet er wirkliche Harmonie oder gar Liebe. Als ihm der Selbstmord als letzter Ausweg erscheint, findet er in der Prostituierten Hermine und im Magischen Theater einen Hoffnungsschimmer. Die Krise wird überwunden – durch das Lachen über sich selbst. Ein geniales Werk, ein Klassiker, poetisch und doch modern.
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am 20. Juni 2011
Will Quadflieg lässt in dieser geradezu genialen Lesung sowohl die Handlung als auch die Figuren beinahe lebendig werden. Ich hab`s schon mehrmals gehört und bin immer wieder gefesselt. Treppenhaus, Mauer, Beerdigung, Besuch beim "braven" Professor, Hermine, Maria, Pedro und und und.... alles lebt in dieser Lesung, atmet, hat Stimme und Stimmung. Sehr sehr empfehlenswert.
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am 2. Dezember 2009
Ich kann dem vorangehenden Kommentar überhaupt nicht zustimmen. Keine "Vertonung" des Steppenwolfes ist so erstklassig wie die von Quadflieg. Er liest sicher zügig, aber mit hervorragender Betonung und stimmlicher Variation. Von "Bellen" zu reden, erscheint mir vollkommen unbegründet. Habe die Aufnahme (auf Kassette) seit 16 Jahren und noch nie ist mir die Stimme Quadfliegs unangenehm aufgefallen - im Gegenteil.
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am 8. Juni 2014
Bin voll Zufieden mit der ganzen Abwiklung, die Ware rntpricht genau meine ganzen Erwartungen.Ist weiter zu Empfhelen,gerne wieder.Es freut mich sehr
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am 13. März 2007
Ich habe für teures Geld die 6 CDs von "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse gekauft. Leser: Will Quadflieg, bekannter Name!

Das liegt eine Weile zurück, dass ich gespannt die CD Nr.1 einlegte und nach einer Viertelstunde wieder herausnahm.

Nun fand ich die CDs wieder, unter vielen anderen Hörbüchern in meinem Regal, und konnte mich nicht mehr erinnern, weshalb ich sie damals nie gehört hatte.

Ich ZWANG mich, diese 6 CDs im Auto zu hören, weil die Geschichte weltberühmt ist, ich aber keine Zeit zum Lesen habe. Der Grund des Weglegens vor einigen Jahren fiel mir aber dann sofort wieder ein.

Will Quadflieg brüllt in einer unerträglichen Gehetztheit und ohne Pause den ganzen Text ins Mikrofon,- vielleicht um alles auf 6 CDs zu bekommen statt auf 7. Damit aber macht er alle 6 CDs kaputt.

Es macht einem extrem schlechte Laune, sich dauernd so anbellen zu lassen. Nie ändert Quadflieg seinen schnellen, bellenden Tonfall, fast nie liest er einmal langsamer. Man muss immer wieder anhalten, weil man bei dieser Hetzerei gar nicht das Herausgebellte aufnehmen kann. Es ist wie ein endloses Schimpfen. Das mag man ja eine Weile ertragen, es gehört sicherlich auch zum Frust und Überdruss des Steppenwolfes an der ganzen Welt und an sich selbst.Aber man kann doch auch einmal leiser und melodischer sprechen, mit einer nachdenklichen Stimme, mit sich ändernder Satzmelodie, und auch einmal das Tempo verlangsamen. Auch das passt an vielen Stellen sehr gut zum Steppenwolf.

Hier aber wird von Anfang bis Ende nur die ganze Zeit gebellt, alles klingt wie herausgekotzt, es ist, als sei man gezwungen, stundenlang einen nervigen Schäferhund aus der Nachbarschaft zu ertragen, der jeden Vorbeigehenden unentwegt anbellt.

Ich rate jedem davon ab, sich diese CDs anzutun.

Sie macht nicht nachdenklich über den Sinn des Lebens, sondern sie macht nur aggressiv.
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