Fashion Sale Hier klicken Kinderfahrzeuge calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More madamet saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen25
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:7,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 9. Januar 2006
Der Lektüren-Klassiker "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horvath(1937) beschreibt die Entwicklung eines Lehrers zu Zeiten des Nationalsozialismus, wie er wieder zu Gott findet und sich sein Charakter verändert. Ein interessanter und zugleich verwirrender Mordfall unter seinen Schüler lässt ihn die Ideale des Nazi-Regimes abstreifen. Er begibt sich auf die Suche nach dem wahren Mörder, findet aber zunächst anderes, was seine Meinung über Gott und die NS-Jugend verändert.
Jugend ohne Gott gehört zu den Klassikern der Lektüren und ist trotzdem ein Buch, dessen Spannung jeden mitreißt. Man meint, die manchmal komplizierten aber dennoch interessanten Entwicklungen des Lehrers mitzumachen, über die man manchmal stolpert, sodass sie nochmals gelesen werden müssen, ehe man sie versteht. Nicht desto trotz ist "Jugend ohne Gott" ein höchst spannendes und interessantes Buch, das auf jeden Fall lesenswert ist. Dabei sollten die wenigen Seiten nicht täuschen, dieses Buch hat es in sich und wirklich die beste Note verdient.
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
---- Zum Hintergrund des Buches ----
"Jugend ohne Gott" war Ödön von Horvaths dritter Roman und entstand im Jahr 1937, also ein knappes Jahr bevor Österreich Teil NS-Deutschlands wurde. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Österreich seit 1933 - nach der Ausschaltung des Parlaments - faschistisch regiert wurde und jegliche Opposition im Lande seit dem Bürgerkrieg 1934 ausgeschaltet war (was vor allem die Sozialdemokraten & Kommunisten zu spüren bekamen). Der bei vielen Österreichern eher ungeliebte Austrofaschismus führte gewiss zu einer Art Abstumpfung gegenüber demokratischer Ideen, zudem schielten nicht Wenige immer hoffnungsvoller zum großen Nachbarn Deutschland, wo seit Hitlers Machtübernahme (1933) alles besser zu werden schien. Massiv betriebene positive NS-Propaganda, die aus Deutschland nach Österreich schwappte, trug das ihre dazu bei, dass immer mehr Menschen einen Anschluss befürworteten oder einem solchen zumindest keineswegs abgeneigt waren...

---- Allgemeines ----
Die Geschichte, die gleichermaßen junge als auch ältere Erwachsene anspricht, handelt von einem Lehrer, der (wie man aber erst im Anhang erfährt) beginnt Tagebuch zu führen (obwohl er sich eigentlich nicht für wichtig genug dafür hält) und aus seiner Sicht (in Ich-Form) die Geschehnisse, von denen der Roman erzählt, zu schildern. Besagter Mann sieht sich einer zunehmend verrohten Jugend gegenüber, die in der giftigen Atmosphäre (oftmals von der Außenwelt positiv bewerteter) ns-ideologischer Gedankengutsverbreitung zum (gefügigen) Werkzeug für fatale Weltanschauungen und Ideen heranerzogen wird. Der humanistisch gesinnte Pädagoge kann mit den neuen Werten und Moralvorstellungen, die sämtliche Gesellschaftsschichten durchdringen, nichts anfangen. Vom Ersten Weltkrieg desillusioniert fällt es ihm zugleich aber auch schwer, an einen gerechten oder gar lieben Gott zu glauben, weshalb sich der Lehrer in einem existenziellen Dilemma (quasi in einer "Leere", wenn man so will) befindet.

---- Zum Inhalt (Achtung Spoilergefahr!) ----
Als er eines Tages Aufsätze korrigiert, empören ihn die abwertenden und rassistischen Kommentare eines Schülers, der schreibt, dass alle "Neger" (was damals allerdings noch das übliche & gebräuchliche Wort für Schwarzafrikaner war) hinterlistig, feig und faul wären. Der Lehrer streicht diese Aussage jedoch nicht rot an, da er meint, einem Schüler nichts vorwerfen zu können, was offiziell in den Medien des Landes verlautbart wird.
Bei der Rückgabe der Aufsätze macht der Unterrichtende den Schüler, der übrigens N heißt, aber darauf aufmerksam, dass Farbige auch Menschen seien. Daraufhin sucht der Vater des Schülers den Lehrer auf und rät ihm, solcherlei Bemerkungen zu unterlassen, wenn er seinen Job behalten wolle. In weiterer Folge verfasst die gesamte Klasse einen Beschwerdebrief, in dem eine neue Lehrperson erwünscht wird. Vom Direktor gedeckt, bleibt der Lehrer auf seinem Posten, der allerdings zunehmend die Freude an seinem Beruf verliert.
In dieser Zeit stirbt ein Schüler an Lungenentzündung, was den Pädagogen noch stärker an Gott zweifeln lässt. Am Begräbnis jenes Schülers fallen ihm erstmals die starrenden, kalten "Fischaugen" seines Schülers T auf, die ihm in Gedanken immer wieder kommen.
Schließlich begleitet der Lehrer seine Klasse auf ein Zeltlager, das verpflichtend stattfindet und zum Zwecke vormilitärischer Ertüchtigung dient (ähnlich den späteren HJ-Lagern). Dort überschlagen sich die Ereignisse. Ein Fotoapparat wird gestohlen, woraufhin der Pädagoge sich eines Schülertagebuchs bemächtigt, um seinem Verdacht nachzugehen. Betroffener Schüler (der Z) glaubt jedoch, einer seiner Kollegen (nämlich der N) hätte in seiner Privatsphäre herumgeschnüffelt und schwört bittere Rache. Der Lehrer, der sich seiner Tat schämt, wagt es nicht, vor versammelter Schülerschaft die Wahrheit zu sagen.
Nach einem Ausflug kommt der N nicht mehr zurück ins Lager. Er wird erschlagen im Wald aufgefunden. Der Verdacht fällt sofort auf den Z und auf eine Bandenführerin (die sich ebenfalls in der Gegend herumtreibt) namens Eva, die der Z in seinem Tagebuch mehrmals erwähnt hat und in die er offenbar verliebt ist.
Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, in der Z alle Schuld auf sich nimmt, ohne jedoch Details zum Tathergang nennen zu können. Vieles spricht nun dafür, dass noch jemand am Tatort gewesen sein muss. Der Richter glaubt, Z würde nur gestehen, weil er damit Eva decken möchte.
In einer Verhandlungspause nimmt der Lehrer seinen Mut zusammen und bekennt sich endlich zum Tagebuchdiebstahl. Er erzählt, was er darin gelesen hat und bringt Eva dazu, ebenfalls auszusagen. Sie berichtet von einem Jungen mit Fischaugen, der den N erschlagen habe. Man glaubt ihr aber nicht und sie kommt in Gewahrsam, bis es zur Verhandlung ihres Falles kommt. Sofort muss der Lehrer dabei an den T denken, der sich später tatsächlich als Täter herausstellt und Suizid begeht.
Der Pädagoge verliert zwar seinen Posten, gewinnt jedoch wieder so etwas wie Vertrauen in Gott, der Ungerechtigkeit am Ende doch zu sühnen scheint. Unverhofft bekommt der Suspendierte bald darauf das Angebot, als Lehrer nach Afrika zu gehen, das dieser unverzüglich annimmt. Daraus resultiert der legendäre Schlusssatz vorliegenden Romans: "Der Neger (so der Spitzname des Lehrers bei den Schülern) fährt zu den Negern."

---- Fazit ----
"Jugend ohne Gott" ist ein kurzweiliger, nachdenklich stimmender Roman über Moral und fragwürdige Wertevermittlung, der auf sehr authentische Weise die Verhetzung einer ganzen Generation Jugendlicher aufarbeitet. Zugleich zeigt Horvath mit der Hauptfigur seiner Erzählung - dem Lehrer nämlich - auf, dass es durchaus alternative Denk- und Verhaltensmuster zur immer weiter um sich greifenden NS-Ideologie gab, diese allerdings zu Unannehmlichkeiten führten. Und wenn schon ein unabhängiger Mann ohne Frau und Kinder so schwer (aber dennoch gut nachvollziehbar) mit sich und seiner Umwelt zu ringen hat, um wie viel härter muss das dann für Väter, Mütter usf. gewesen sein?
Der Autor greift Themen wie Rassismus, Vorurteil & Moral (auf mehreren Ebenen) auf und schafft so in leicht verständlicher, klarer & eingängiger Sprache ein zeitloses Werk deutschsprachiger (österreichischer) Literatur.
Nicht umsonst werden Jahr für Jahr unzählige Schüler älteren Jahrgangs mit diesem Schmöker konfrontiert. Ich kann "Jugend ohne Gott" nur unbedingt weiterempfehlen und hoffe, dass noch viele kommende Generationen sich damit auseinandersetzen dürfen!

Meine Bewertung: +++++

Ein Klassiker deutschsprachiger Zwischenkriegs-Literatur!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. März 2006
Ödön von Horvàth beschreibt in seiner Erzählung „Jugend ohne Gott" einige Tage im Leben eines jungen Lehrers L, welcher Geschichte und Geographie an einer deutschen Volksschule unterrichtet. An dieser Schule sind viele Kinder einflussreicher Eltern. Die von von Horvàth erzählte Geschichte spielt zur Zeit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten um 1933 in Deutschland. Nachdem der Lehrer L im Unterricht auch Schwarze als Menschen bezeichnet hatte, wurde er durch einen seiner Schüler und dessen Eltern beim Direktor dieser Schule angeschwärzt und muss von dort an Veranstaltungen teilnehmen, die auch ihn und nicht nur seine SchülerInnen erziehen sollen. Die Position des Lehrers war bis zu dem Vorfall im Unterrichtsgespräch recht aussichtsreich, dass änderte sich jedoch mit diesem beschriebenen Vorfall und die liberale Einstellung des Lehrers ist somit nicht mehr n Zukunft gefragt. Sein Angagement innerhalb der Schule ist trotz allem aber ungebrochen und auf Grund einer politischen Weisung werden die Osterferien in einem Zeltlager verbracht, in dem die Schüler und Schülerinnen getrennt von einander eine militärische Grundausbildung durch Reservisten erhalten. Nach einigen merkwürdigen Geschehnissen und vielen Erkundungsmärschen, die zum Teil der Aufklärung von Vorkommnissen dienen sollen, lernt der Lehrer, der die schulische Aufsicht führen soll, den Dorfpfarrer eines nahegelegenen Dorfes kennen. In einem ausgedehnten Gespräch diskutieren die Beiden über das ideale Menschenbild und die aktuellen Geschehnisse der Zeit. Der Hauptaspekt dieses Dialogs ist die Frage nach dem freien Willen bzw. dem Determinismus. Dieser Dialog ist für mich auch die markanteste Stelle der Erzählung. Schließlich sollte die Kapitelüberschrift („Auf der Suche nach dem Ideal der Menschheit") auch gleichzeitig der Titel des Werkes werden, der aber in anbetracht des Erscheinungsjahres und der Aktualität umgeändert wurde um nicht durch die Nationalsozialisten verboten zu werden.
In der Folge geschehen auf etlichen Nebenschauplätzen unerklärbare Verbrechen der unterschiedlichsten Art und der Lehrer täuscht sich in vorher für integer gehaltenen Schülern. Nachdem dann auch noch ein Mord begegangen wird und dieser einem seiner Schüler angehaftet werden soll, beginnt der Lehrer die Aufklärung und bekommt mehr und mehr Verständnis für die Situation.
Aus der Ich - Erzählhaltung heraus wird in diesem Werk durch von Horvàth Kritik an der damaligen Zeit in schriftlicher Form verfasst. Die Erzählung verläuft gleichsam eines unregelmäßigen Tagebuchberichts während der Zeit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Während die Hauptperson (der Lehrer) den liberalen Part der Erzählung übernimmt und quasi die Opposition bildet, scheint seine direkte Umgebung, wie die SchülerInnen, die Reservisten oder auch die Justiz bereits durch Indoktrination gefangen. Lediglich der Pfarrer des Dorfes mit dem der Lehrer ein für mich interessantes und intensives Gespräch führt, scheint dieser noch nicht verfallen zu sein.
Die Erzählhaltung vermittelt dem Leser ein direktes Gefühl der Teilnahme in dieser Zeit und vermittelt zusätzlich eine Position bzw. einen Einblick aus einer selten dargebotenen Perspektive, wenn es um die Zeit der Nationalsozialisten geht. Von Horvàth sagte selbst, „dass er ein Buch für die Jugend geschrieben hat, die heute bereits nicht mehr die Gleiche ist."
Dem Stil der Erzählung nach, möchte ich diese Erzählung mit der Novelle „Tonio Kröger" von Thomas Mann vergleichen. Beide suchen in ihren Werken nach dem idealen Menschenbild, der eine für das Fortbestehen einer friedlichen Welt (von Horvàth) der Andere für die Synthese aus Kunst und dem bürgerlichen Leben. Die Divergenz der Betrachtungsweise mit Blick auf die politische Situation und die Aufarbeitung in diesen Erzählungen basiert auf den ca. drei Jahrzehnten Differenz und den unterschiedlichen Brennpunkten der jeweiligen Zeit. Von Horvàth wird oftmals unter die Exilliteratur der dreißiger Jahre eingestuft und Thomas Mann eher als unpolitischer Schriftsteller der Zeit u 1900, wenn man seine frühen Werke betrachtet.
Meiner Meinung nach, ist „Jugend ohne Gott" nicht nur ein aufklärerisches Werk von Horvàths, sondern auch eines der Besten Bücher über die Zeit der Machtergreifung in Deutschland. Zu einen bedingt durch die hervorgerufene Perspektive der Erzählung, zum anderen durch die leicht verständliche Art des Schreibstils, so dass dieses Buch nicht nur ein annehmbares Werk für den Deutschunterricht ist, sondern auch als private Lektüre zum Lesen gefällt.
Auch eine Altersbeschränkung nach oben, ist für mich nicht notwendig. Es sollte lediglich für das Verständnis dieser Erzählung ein gewisses Wissen um die deutsche Geschichte von 1930 an vorhanden sein.
Auf Grund der interessanten Aufbereitung und Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Charaktere und im Verbund mit den Kommentaren dieser besonderen Ausgabe der Suhrkamp Basisbibliothek ist diese Erzählung eine Bereicherung der deutschen Literatur mit geschichtlichen Zusammenhängen. Auch ein gewisser Spannungsfaktor ist in diesem Buch enthalten und lässt in meinen Augen keine Wünsche offen. Diese Erzählung ist also insgesamt nicht nur für den Deutschunterricht, sondern auch für häuslichen Gebrauch in jedem Alter geeignet.
0Kommentar|26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. August 2002
Es ist der Zeitgeist kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland, der Ödön von Horváth in seinem Roman „Jugend ohne Gott" sehr einfühlsam vermittelt. Die Geschichte beginnt am 34. Geburtstag des Protagonisten und zeigt ihn bei der Arbeit als Gymnasiallehrer. Seine Schulklasse versteht seine ethische Gesinnung nicht im Geringsten. Die Kritik Horváths an die materiell orientierte Gesellschaft widerspiegelt sich in der Person des Lehrers. Die Lehrkraft hütet sich nämlich davor, seine humanistische Einstellung zum Ausdruck zu bringen, aus Angst seinen etablierten Job zu verlieren. Die Schüler werden vom Lehrer nur mit den Anfangsbuchstaben erwähnt, so erfährt der Leser das Gefühl von Kollektivismus.
Auch der Schulklasse wird während dem vormilitärischen Ferienlager das Gemeinschaftsgefühl vermittelt. Der Schüler Z zeigt sich jedoch als Individualist, da er regelmässig Tagebuch führt. Der Lehrer kann der Versuchung nicht widerstehen, das Tagebuch des Schuljungen Z zu lesen. Der Z bemerkt, dass jemand sein Tagebuch gelesen hat und beschuldigt dafür seinen Mitschüler N. Der Lehrer verschweigt seine Tat und kommt somit mit seinen inneren Idealen in Konflikt. Die Ermordung des Schülers N, stellt auf tragische Weise die Verrohung der Jugend dar.
Der Prozess wird eröffnet, wobei der Schüler Z angeklagter ist. Durch die innere Auseinandersetzung des Lehrers mit sich selbst ändert er seine Einstellung zu Gott. Dies veranlasst ihn vor Gericht zu gestehen, dass er heimlich Einsicht in das Tagebuch nahm. Dadurch verliert er zwar seine Anstellung als Gymnasiallehrer, animiert aber weitere Zeugen dazu die Wahrheit zu sagen. Somit stellt sich heraus, dass Z unschuldig ist. Nun bemüht sich der Lehrer den wahren Mörder zu entlarven.
Dies erteilt dem aus der Sicht des Protagonisten erzählten Roman eine detektivische Struktur. Die Aufklärung des Verbrechens wird durch die Person des Lehrers mit einer sozialkritischen sowie einer religiöser Ebene verknüpft. Die darin dargestellten grundsätzlichen Erfahrungen der Menschen wie zum Beispiel die Erziehung der Jugend, die Vorstellung von Gott oder das Aufkeimen einer faschistischen Ideologie verleiht dem Roman eine Aktualität, die seit der Veröffentlichung vor rund 60 Jahren Nachhaltigkeit zeigt. Dies mag auch der Grund dafür sein, dass Horváth in der Literaturwissenschaft bereits als „Klassiker" gilt .
Mehr noch als die Aktualität des Buches hat mich überzeugt, wie es dem Schriftsteller gelungen ist den damaligen Zeitgeist wiederzugeben. Während dem lesen spürt man richtiggehend das der Autor die Zwischenkriegszeit miterlebt hat.
Obwohl die Vorstellung von Gott eine dominierende Rolle in der Geschichte einnimmt, kommen in Anbetracht der Themenvielfalt auch diejenigen Leser auf ihre Kosten, die nicht viel von religiösen Auseinandersetzungen halten. Daher empfehle ich dieses Buch auch allen, die sich nicht davor scheuen, sozialkritischen Fragen vor Augen führen zu lassen. Ödön von Horváth kann sich glücklich schätzen den Roman „Jugend ohne Gott" geschrieben zu haben. Denn er war es, der sagte:
„Und wenn nur einer dies Buch liebt, bin ich glücklich!"
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. November 2000
Horvath versteht es wie kein Zweiter zum Einen die psychologischen Abgründe unserer Gesellschaft zu offenbaren und zum Anderen das ganze Geschehen noch in eine wahrhaft erhellende und klare Sprache zu packen, daß man imgrunde nur das Prädikat "meisterhaft" aussprechen kann !Selbst ein überzeugter Atheist wird an diesem Buch zu kämpfen haben! Horvath überzeugt den Leser zwar nicht das es einen Gott gibt doch erhebt er ihn "eindrucksvoll" zur Notwendigkeit. Man braucht Gott umzu überleben! Sei er nun Einbildung oder nicht !
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Dezember 2007
Horvaths kleiner Roman erzählt weniger die Geschichte einer gottlos gewordenen Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus als die Geschichte eines 34jährigen Lehrers, der als junger Soldat im Ersten Weltkrieg seinen persönlichen Gott verliert, weil sich die Welt in ein grauenhaftes Schlachthaus verwandelt hat und Gott dieses zulässt. Im Kampf gegen diesen verloren gegangenen und durch einen strafversetzten Pfarrer wieder ins Spiel gebrachten Gott, der schrecklich sei, weil er schrecklich strafe, strudelt der Lehrer in eine ebenso schreckliche Schuld hinein, die sich mit der Zwangsläufigkeit einer antiken Tragödie ergibt. In einem paramilitärischen Ausbildungslager öffnet der Lehrer unbefugt das Kästchen, in dem einer der ihm anvertrauten Schüler sein Tagebuch verwahrt. Er weiß, dass in diesem Tagebuch die Nachrichten über eine Liebesbegegnung festgehalten sind, die der Lehrer gerne anstelle des Schülers Z gehabt hätte, der zum Adam geworden ist, weil das Mädchen Eva heißt. Das Aufbrechen des Kästchens entspricht dem Öffnen der Büchse der Pandora oder dem Sündenfall in der Genesis. "Jugend ohne Gott" erzählt zuvörderst die Geschichte einer individuellen Schuld im Kontext einer übergeordneten kollektiven Schuld. Der Lehrer verschwindet hinter seinen Lügen, die darin bestehen, dass er die Wahrheit nicht gesteht und dadurch den Tod eines Schülers indirekt mitverursacht. Der Roman erzählt die Geschichte von der langsamen Verfertigung der Bereitschaft zur Wahrheit. Das ist, wenn man es einmal so verstanden hat, von großer erzählerischer Kraft, weil es nicht nur diese Damaligen betrifft, sondern die Menschen in ihren Verwicklungen zu allen Zeiten.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2004
Dieses Buch ist einfach fantastisch. Nach dem Lesen des bildenden Werkes von Ödön von Horváth, kam ich mir irgendwie schlauer vor. Das Buch vermittelt eine autentische Atmosphäre während des dritten Reiches und die Gedanken des Protagonisten lassen einen selbst nicht mehr los. Besonders der Abschnitt "Auf der Suche nach den Idealen der Menschheit" hat es in sich, und ich finde die literarischen Fähigkeiten Horváths werden oftmals unterschätzt. Das Buch ist zwar nicht schwer verständlich, manchmal jedoch verschachtelt auch er Sätze sehr clever, und man muss den entsprechenden Satz nochmal lesen (Vor allem, um die Kernaussage zu erfassen, denn bei diesem Buch ist nahezu jeder Satz von großer Bedeutung!). Jeder, an dem dieser Autor, und natürlich speziell dieses Buch, vorübergegangen ist, sollte unbedingt zugreifen.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. November 2010
Hier dürfen wir die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines jungen Lehrers erleben. Es beginnt damit, dass er Aufsätze seiner Klasse korrigiert. Bei einigen Aussagen der Schüler wagt er es nicht, diese als Fehler anzustreichen, da sie den gängen Aussagen des Radios entsprechen. Und was im Radio gesagt wird, ist doch immer richtig. Eines allerdings kann er sich nicht verkneifen. Beim Zurückgeben der Arbeiten weist er darauf hin, dass Neger auch Menschen sind. Dieser Satz kostet ihn beinahe seine Stelle. Der Direktor des Gymnasiums weist ihn aber nur auf das geheime Rundschreiben hin: Wir müssen die Jugend moralisch zum Krieg erziehen!

Zu dieser "Erziehung" gehört auch ein Zeltlager, in das die ganze Klasse in den Osterferien gehen muss. Mit dabei ist ein Unteroffizier im Ruhestand, der für die vormilitärische Ausbildung zuständig ist. Die Jungen lernen marschieren und schießen. Bei einem dieser Märsche geschieht ein Mord. Das Opfer ist der N., der zuvor von Z.beschuldigt worden war, dessen Tagebuch gelesen zu haben. Es kommt zum Prozess.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Januar 2015
Sehr spannend geschrieben.
Handlung klar nachvollziehbar und es wird zusaetzlich noch einzelne szenen erklaert.
Rundum ein gutes buch und eine sehr schnelle sendung
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. November 2011
Versand: alles wie beschrieben, schnell und gut!

Inhalt: ausgezeichnetes Buch, mit Inhalt der zum Denken anregt!

Bemerkungen: unzählige Bemerkungen am Seitenrand, welche zwar oft nicht notwendig aber trotzdem vorallem bei veralteten Begriffen verständliche Definitionen bieten.

Kommentare: am Ende wird das Buch, sowie einige Phrasen ausführlich, sinnvoll und gut kommentiert.

Alles in allem eine absolute Kaufempfehlung!!;)
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden