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am 11. Dezember 2010
Rosa Luxemburg ist die weibliche Che Guevara der Deutschen. Schon im Kindergarten hört jede/jeder ihren berühmten Satz "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden". Daß Rosa Luxemburg auf diesen Satz, den sie im Gefängnis geschrieben hat, reduziert wird bzw. dadurch in eine zum Vergessen einladende Schublade gesteckt wird, dem tritt die Biographie von Dietmar Dath entschieden entgegen. Das schöne an diesem Suhrkamp-Bändchen ist, daß man nicht mit Events oder Zitaten belästigt wird, von denen man schon mehrfach gehört hat und wodurch man das aufkommende Interesse an einer viel bedeutenderen historischen Figur schnell wieder verdrängen kann. Dietmar Dath beschreibt diesen Satz als ein "ein schlichtes ethisches Postulat, ein Axiom, kein Denkergebnis. Verkürzt man das Denken der streitbaren Gelehrten auf solche Maximen und Sentenzen, dann unterschlägt man, daß für Marxisten wie sie alle Ideen, auch die richtigsten und schönsten, Momente eines dynamischen Prozesses sind, nicht Gebote vom Berg Horeb." Er macht nicht den Fehler die Luxemburg-Biographie mit diesem Zitat zu beginnen, sondern er beschreibt zunächst den feigen Mord an Rosa Luxemburg. Und auch wenn man diese Reihe, die Suhrkamp neu auf den Markt gebracht hat, durchaus als wissenschaftliche und lexikalische Arbeit verstehen kann, gelingt es Dietmar Dath den Leser auf mehrere Arten zu befriedigen. Nicht die museumsartige Auflistung von Fakten oder die so wichtige Katalogisierung der Geschichte ist das, was einem an dieser neuen genialen Arbeit von Dietmar Dath so begeistert, sondern das Herstellen von Zusammenhängen, das "in den Kontext setzen", welches der Biograph wie kein anderer beherrscht. Eben dies sieht man exemplarisch am Umgang mit dem Andersdenken-Satz von Luxemburg. Man braucht kein weiteres Buch über Luxemburg oder den deutschen Sozialismus in der Zeit von Luxemburg, wenn man nur dieses Buch zur Hand hat. Und man kann dieses Bändchen auf mehrere Arten lesen als nur auf einer rein informativen und wunderschön geschriebenen Erzählung ihres Lebens basierend. Z.B. lässt sich dieses Bändchen als Gebrauchsanweisung Luxemburgs Ideen auf heute zu übertragen, als Modell für intellektuelle Frauen, oder als Analyse der linken Bewegung lesen: In jedem Fall findet man die Art von Klarheit, Befriedigung sowie Übersicht auf wenigen Seiten, die nur wenige Biographen liefern, Dietmar Dath gehört zweifellos zu ihnen.
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Der Inhalt des Buches ist einerseits Luxemburgs Leben (ca. 60 S.), ihr Werk (60 S.) und schließlich ihre Wirkung (14 S.).

Das Leben wird eher essayistisch erzählt: Privatklatsch und Liebeleien werden dabei höchstens angetippt. Auch feministische Ansätze fände man hier so gut wie gar nicht.

Dath interessiert sich eher für Luxemburgs Ideen, Marx und Lenin. Dazu versieht Dath alles durchgehend mit dem Senf eigener Meinung, Beobachtungen und Einschätzungen, teils eher über aktuelle Abläufe.
Das Werk Luxemburgs wird ebenfalls mit viel Dath garniert, positiv ausgedrückt: interpretiert und in die heutige Zeit eingeordnet. Teils werden R.L.s Sätze auch wiedergegeben. Sich selbst sieht Dath offenbar als links-marxistisch. Lenin sogar kommt sehr gut weg im "Rosa Luxemburg"-Buch - über diesen hätte er vielleicht lieber die Monografie verfertigt?
Die Wirkung Rosa Luxemburgs ist entsprechend eher rasch abgehandelt, denn Dath hat dies ja bereits in die früheren Teil einfließen lassen. Weil hier Filme erwähnt werden, doch das Berliner Musical fehlt: schauen Sie beim Grips-Theater, doch dies nur nebenbei.

Autor Dietmar Dath stammt vom alemannischen Oberrhein und ist Berufsjournalist. Ein Schriftsteller ist Dath auch, welcher hier sogar den brillanten Sprachinquisitor Karl Kraus an einer Stelle aufgreift. Umso trauriger ist sein zuweilen schludriger Umgang mit der Sprache in einem gedruckten Buche: "Batallion", "letzterer-ersterer", "Inklusion heterogenster Elemente", "langjährige(r) Lebensgefährte",... bzw. vage Satz- und Wortkaskaden sowie Pathosformeln, die vergeblich mit denen Luxemburgs konkurrieren. Ein traditioneller Suhrkamp-Lektor hätte die Zeit für diese Prüfung und gnädige Korrektur wohl auch noch gehabt.

Der hätte Dath vielleicht auch ermuntert, einmal Archivstudien zu betreiben. Dath kittet, so scheint es, einfach aus vielen Büchern und seinem Mitteilungsdrang ein weiteres zusammen. Zum Beispiel stellt er die ursprüngliche Schreibweise des Namens Luxemburg als ungeklärt da. Mag sein. Es wäre aber a) möglich gewesen, dies logisch mit der kyrillischen Schrift der zaristischen Verwaltung zu erklären oder b) einfach selbst den widerstrebenden Hinweisen forschend nachzugehen und sie mit eigenen Augen abzuwägen.

Aufgemacht ist das Buch mit einigen Photos, Zeichnungen, Plakaten etc. Mein Liebling ist M.M. Prechtls bekanntes R.-L.-Plakat (S. 134). Ab und an gibt es am Rand zusammenfassende Wörter.

Kurzum: eine Basis-Biographie ist es nur bedingt - eher, was Dath schon mal immer zu Luxemburgs Ideen sagen wollte und warum er selbst cleverer sei als seine Protagonistin (was er als Zurückschauender sicher ist, das sei zugestanden).

Nein, Rosa Luxemburg hätte da mehr verdient. - Eher drei als vier revolutionäre Sterne kriegt das Buch.
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am 1. Januar 2011
Mir ist das Buch deutlich zu akademisch geraten. Schachtelsätze über eine halbe Seite sind keine Seltenheit. Dem Autor würde ich dringend Wolf Schneiders "Deutsch für junge Profis" empfehlen. Zudem mischt er oft Zitate vom Luxemburg mit eigenen Gedanken - hier muß man beim Lesen schon sehr genau aufpassen, wo das Zitat endet.
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