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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einblicke in den Terminus ad quem, 14. März 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ludwig Wittgenstein (Suhrkamp BasisBiographien) (Taschenbuch)
Als Autor mehrerer Bücher und Aufsätze über Ludwig Wittgenstein und einer seiner Nachlaßverwalter darf Joachim Schulte zu den wichtigsten deutschsprachigen Wittgensteinforschern zählen. Entsprechend zeugt sein bei Suhrkamp in der Reihe "BasisBiographie" erschienenes Buch "Ludwig Wittgenstein" von großer Sachkenntnis und souveränem Umgang sowohl mit der komplexen Philosophie wie auch der nicht minder komplizierten Persönlichkeit Wittgensteins.
Von letzterer erhält der Leser im ersten (biographischen) Teil einen plastischen Eindruck. Neben der Wiedergabe wichtiger Episoden aus Wittgensteins Biographie tragen hierzu insbesondere auch Erinnerungen von Zeitgenossen bei, so etwa wenn Herbert Feigl über Wittgensteins Impulsivität während eines Streits mit Carnap berichtet (S.31) oder Friedrich Waismann an Schlick schreibt, wie schwer eine Zusammenarbeit mit Wittgenstein aufgrund seines abrupt-intuitiven Denkens sei (S.37).
Anschaulich auch die Beschreibung der Ambivalenz von Wittgensteins Charakter, der allen "Selbstzweifeln zum Trotz" am 7.2. 1931 notiert: "Wenn mein Name fortleben wird, dann nur als der Terminus ad quem der großen abendländischen Philosophie. Gleichsam wie der Name dessen, der die Alexandrinische Bibliothek verbrannt hat" (S.40). Dass Wittgenstein nicht unbedingt an falscher Bescheidenheit litt, wird demnach nicht bloß durch jene bekannte Sentenz aus dem Vorwort des "Tractatus" belegt, in welcher er meint, "die Probleme im Wesentlichen endgültig gelöst zu haben."
Der zweite Teil gibt auf knapp 60 Seiten einen konzisen Überblick über die wichtigsten Theoriebestände von Wittgensteins Philosophie(n). Schulte folgt dabei nicht der in Deutschland seit Stegmüller häufig vertretenen Unterscheidung zwischen einem frühen Wittgenstein des "Tractatus" (Wittgenstein I) und einem späten der "Philosophischen Untersuchungen" (Wittgenstein II), sondern fordert eine höhere Beachtung der dazwischen liegenden "mittleren Periode" ("Blaues" und "Braunes Buch", "Big Typescript", "Philosophische Grammatik" und "Philosophische Bemerkungen"), deren Bedeutung sich nicht darin erschöpfe, Übergang und Vorstufe des späten Wittgensteins zu sein (S.124).
Von dieser Betrachtung abgesehen, hält sich Schulte, der ja auch Mitherausgeber der kritischen Editionen von Wittgensteins Hauptwerken ist, glücklicherweise aus werkgeschichtlichen Spezialfragen heraus und beschränkt sich auf das für ein einführendes Werk Wesentliche. Die recht ausführliche Beschreibung der mittleren Phase bringt es allerdings mit sich, dass einige derjenigen Konzepte und Ideen, die zu den bedeutendsten Theoriestücken der Wittgensteinschen Philosophie insgesamt zu zählen sind, etwas zu knapp erläutert werden, so etwa das Privatsprachenargument und das Problem der Empfindungssprache (S.95ff).
Die Darstellung von Wirkung und Rezeption der wittgensteinschen Werke beschließt als dritter Teil Schultes Buch, dessen Gebrauchswert durch eine Zeittafel, eine ausführliche Bibliografie sowie ein Personen- und ein Werkregister noch erhöht wird.
In Format, Aufmachung und Umfang ähnelt die BasisBiographie übrigens fast zum Verwechseln den bekannten Bildmonographien von Rowohlt. Man hat sich bei Suhrkamp noch etwas mehr um Lesefreundlichkeit bemüht: Längere Zitate finden sich, farblich unterlegt, in Kästchen. An den Seitenrändern dienen Stichworte zum schnellen Auffinden der jeweiligen Inhalte.
Von den genannten Einschränkungen abgesehen, kann das Buch jedem empfohlen werden, der sich einen ersten Einblick in Wittgensteins Biographie und Denken verschaffen möchte.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Optimale Einführung, 29. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ludwig Wittgenstein (Suhrkamp BasisBiographien) (Taschenbuch)
Diese Einführung in Leben, Werk und Wirkung Ludwig Wittgensteins ist als Einstieg optimal geeignet für Menschen mit speziellem Interesse an Wittgenstein und seinem philosophischen Werk. Auch Menschen mit allgemeinem Interesse an Philosophie, besonders an Sprachphilosophie und Logik, ist dieses kompakte und sehr gut verständliche Büchlein zu empfehlen. Professor Dr. Joachim Schulte, der wohl profilierteste Wittgenstein-Forscher Deutschlands, schafft es auf äußerst geringem Raum Wittgensteins Vita und philosophisches Genie in einer sprachlich klar verständlichen, gut strukturierten und sachlich erhellenden Weise darzustellen. Sehr Empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Annäherung an den eigenwilligen Philosophen, 29. Dezember 2013
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ludwig Wittgenstein (Suhrkamp BasisBiographien) (Taschenbuch)
Angeregt durch den gleichnamigen Film von Derek Jarman wollte ich mich ein wenig näher mit der Person Wittgensteins befassen, von der ich bereits blitzlichtartig immer wieder etwas gehört hatte und auch bei Reisen auf Orte gestoßen bin, in denen er eine Zeit seines Lebens verbracht hat.

Das Büchlein umfasst ca. 150 Seiten. Der Autor Joachim Schulte gilt als einer der führenden Wittgenstein-Experten weltweit.

Die Biographie weist eine Dreigliederung auf: Leben – Werk – Wirkung

Leben: Kindheit und Jugend in Wien; Studium; Erster Weltkrieg und Gefangenschaft; Volksschullehrer und Architekt; Rückkehr nach Cambridge; Lehrtätigkeit und Zurückgezogenheit; "Anschluss" Österreichs und Kriegszeit; letzte Jahre. Ein knappes Drittel des Gesamtumfangs, 43 Seiten.

Werk: Frühe Schriften – mittlere Periode – späte Schriften, 57 Seiten und somit den größten Umfang.

Wirkung: Rezeptionen, Kommentare zu den Hauptwerken, außerphilosophische Rezeption; 23 Seiten.

Außerdem im Anhang: Zeittafel, Bibliographie, Personenregister, Werkregister.

Ich habe vor allem vom ersten Teil des Buches über das Leben von Wittgenstein profitiert. So habe ich u.a. erfahren, dass er sich von seinem materiellen Erbe losgelöst hat, um sich einem einfacheren Leben zu widmen. Dass er als Lehrer an einer Dorfschule jedoch scheiterte und sich viele Jahre in ein gewisses Eigenbrötlertum zurückgezogen hat. Zwei Phasen verbringt er in Cambridge.
Er musste immer wieder tragische Verluste von ihm nahestehenden Personen verkraften. Die Verbindung zum großen Philosophen Bertrand Russell hielt ein Leben lang, wenn sie sich auch nicht immer konfliktfrei gestaltete. Seine homosexuelle Veranlagung wird mehr als nur angedeutet.
Die Kapitel über sein philosophisches Werk waren für mich als diesbezüglicher Laie hingegen zum Teil nur schwer nachzuvollziehen. Manche Schlaglichter gingen jedoch auch mir auf.

Fazit: Ein Einblick, bzw. Überblick führt nicht zwangsläufig dazu, dass man den Durchblick in die philosophischen Abhandlungen von Wittgenstein erhält. Dazu bedarf es sicherlich intensiverer Studien. Das Büchlein erfüllt aber umfassend seinen Zweck.
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Ludwig Wittgenstein (Suhrkamp BasisBiographien)
Ludwig Wittgenstein (Suhrkamp BasisBiographien) von Joachim Schulte (Taschenbuch - 3. Oktober 2005)
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