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am 7. Dezember 2007
Nicht Treue, Tapferkeit, Weisheit, Demut, Ritterlichkeit, sondern: Flexibilität, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und - vor allem - Intelligenz seien die Kardinaltugenden unserer Zeit. Diese berechtigte Feststellung wird Enzensberger zum Ausgangspunkt einer kurzweiligen Führung durch den "Irrgarten der Intelligenz" für lesende Idioten, will heißen: für die Laien der Intelligenzforschung. (Oder doch für die, denen es an Intelligenz fehlt?)
Enzensberger präsentiert die Abgründe und Absurditäten des Begriffs und der Erforschung der Intelligenz. Demjenigen Laien-Idioten, der ein gesundes Maß an Skepsis den Segnungen der empirischen Wissenschaften gegenüber in sich trägt, vermag dies zwar nichts grundlegend Neues zu vermitteln - denn dass Intelligenz nichts anderes ist als das, was Intelligenztests messen (so zitiert Enzensberger Edwin Boring), dürfte jedem halbwegs raisonablen Menschen aufgehen. Immerhin aber bereitet das Büchlein einem solchen Leser ein bizarr-unterhaltsames Stündchen.
Allen anderen dürfte dieses Stündchen zwar weniger unterhaltsam sein, dafür aber vielleicht wenigstens lehrreich. Und selbst wenn die Intelligenzforschung in Zeiten der Hirnforschung nicht mehr recht en vogue ist, worauf Enzensberger hinweist, so könnte man doch immerhin aus deren Blüten lernen und könnte aufhören selbst welche treiben zu lassen.

Das Buch zu lesen schadet jedenfalls nichts, bestenfalls wird es sogar zum angenehmen Zeitvertreib. Allerdings konnte ich mich, Zeit vertreibend, nicht des Eindrucks erwehren, dass Enzensbergers Werk nicht sonderlich originell ist. Vielmehr wirkt es so, als ob er weite Passagen des Buches zumindest sinngemäß abgeschrieben hätte (z.B. bei dem von ihm zitierten Stephen Jay Gould: The Mismeasure of Man) - auch wenn ich diesen Verdacht mangels Kenntnis nicht belegen kann. Außerdem bemüht sich Enzensberger einigermaßen erfolglos um Ironie.
Denn dass es sich in der Causa 'Intelligenz' um eine ernstzunehmende Angelegenheit nicht handelt, davon kann Enzensberger seinen wohlgesonnenen Leser zwar überzeugen. Trotzdem oszilliert der Text eigenartig zwischen einer zu kurz geratenen Auseinandersetzung und einer unironischen Abrechnung. Es bleibt somit offen, was von Enzensbergers "Essay" zu halten ist: ein "Versuch" ist es wohl, der sich dem Regress und der logischen Stringenz zu entziehen versucht, wie sein Autor zum Ende schreibt. Woran aber sollte man festmachen, ob dieser Versuch gelungen ist?
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"Wir sind aber nicht intelligent genug, um zu wissen, was Intelligenz ist"

Wahr, wahr ... und das gilt so auch für manche anderen Themen, derer sich Enzensberger in seiner langen großbürgerlich-intellektuellen Karriere annahm. Was ihn offenbar nicht hindert, wieder einmal knapp 50 Seiten bei suhrkamp niederzuschreiben.

Hans Magnus Enzensbergers Ansatz ist, etwas Begriffsgeschichte aus seinen Lexika zusammenzustellen. Weiter kreist er sprachlich den Begriff ein und drischt en passant auf die aus seiner Sicht Möchtegern-Intelligenten ein (man hat das Gefühl: alle außer ihm?).

Abheben als gut gelungen möchte ich die Teile, in denen er die ideologische Ausrichtung der anfänglichen "Intelligenz-Forschung" seziert. Warum, von wem und wie wurden solche Konzepte propagiert? Eigenartig ist, dass er hier halt macht. Da hätte er nämlich aus dem "Versuch", dem "Essay", etwas Gelingendes reifen lassen können.
Bourgeoisiefreie Informatiker wie Gunter Dueck, aber auch Intelligenz-Spezialisten wie etwa der unkonventionelle Martin Gardner sind ansonsten zu diesem Thema der Intelligenz, der -messung oder -wichtigkeit wohl deutlich weitergekommen.

Interessantes Thema, es ist jedoch leider von Enzensberger verschenkt worden. Bei jemand wie ihm sollte man sich eigentlich nicht am Ende fragen müssen, ob dieser so genannte "Idiotenführer" nun _für Idioten war oder doch ... ;-)
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VINE-PRODUKTTESTERam 27. Februar 2014
"Wahrscheinlich entwickelt jede menschliche Gesellschaft ihren eigenen Tugendkatalog, in dem sie diejenigen Eigenschaften anführt, die sie für erstrebenswert hält, auch wenn sie nicht jeder erlangen kann. Der Kurswert dieser Tugenden schwankt." (S.11) Waren es früher Treue, Tapferkeit und Ritterlichkeit, sind es aus Sicht von Hans Magnus Enzensberger nun vor allem die zahlreichen Formen der Intelligenz, die zu den Kardinaltugenden zählen.

Das Werk versucht zunächst den Begriff 'Intelligenz' zu hinterfragen und zeigt durch semantische Spielereien die Vieldeutigkeit dieses Sammelbegriffs auf. "Sollte jemand immer noch ernsthaft glauben, Intelligenz sei gleich Intelligenz, so irrt sich der." (S.15)

In einem zweiten Schritt kritisiert der Autor in sarkastisch-ironischem Ton die verschiedenen Ansätze der Intelligenzmessung und schließt mit der Feststellung: "'Intelligenz ist das, was Intelligenztests testen.'" (S.48) Und das noch nicht einmal reliabel, also entweder nicht transsituativ konsistent und/oder nicht zeitlich stabil. Als Beispiel wird hier der sogenannte Flynn-Effekt angesprochen, eine statistische relevante Verschiebung durchschnittlicher Intelligenztestwerte nach oben über einen langen Zeitraum. Man kennt diese Diskussion von den wiederholten PISA-Tests. Ein beliebtes Muster.

Ferner emotionalisiert Hans Magnus Enzensberger die Thematik durch Bezug auf "die ewige Debatte über den genetischen und den umweltbedingten Anteil an unseren Eigenschaften". (S.41ff) "Die landläufigen Tests eignen sich [..] hervorragend als Mechanismus der sozialen Selektion." (S.45) "Natürlich treffen solche Behauptungen einen politisch hochsensiblen Nerv." (S.43)

Abschließend wertet der Autor die gesamte psychologische Forschungsdisziplin herab und versucht in fast verzweifelter Manier, die Intelligenzforschung zu desavouieren. "Spätestens seitdem die Diskurshoheit auf die Gehirnforschung und die Kognitionswissenschaft übergegangen ist, macht die experimentelle Psychologie einen reichlich altbackenden Eindruck." (S.50)

Für mich ist "Im Irrgarten der Intelligenz: Ein Idiotenführer" leider nur eine unreflektierte Beruhigungspille für eine Leserschaft, die das Offensichtliche nicht erklären und daher das sich daraus Ergebende nicht ertragen kann. Leider ist dieses feuilletonistische Büchlein kein unaufgeregter Diskussionsbeitrag. Man kann Hans Magnus Enzensberger also nur zustimmen, wenn er schreibt: "Wir sind eben nicht intelligent genug, um zu wissen, was Intelligenz ist." (S.55) Dieses Werk ist das q.e.d. für diese Aussage.
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am 9. März 2009
Ich habe dieses Büchlein bereits zweimal mit großem Vergnügen gelesen. Enzensberger entlarvt mit großer sprachlicher Brillanz die Intelligenzhuberei unserer Zeit und lässt die wissenschaftlichen Bemühungen insbesondere der Quantifizierung alt aussehen. Die verhaltene Ironie und der Sprachwitz sind köstlich. Ein intelligenter (;-) Traktat.
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am 12. März 2012
HME beschäftigt sich in diesem Essay mit der heute so oft hervorgehobenen Intelligenz und hinterfragt, was sie war und heute sei. Er hinterfragt, relativiert oder reduziert auf das Zeitlose. Dies alles gestaltet der Autor in einer verständlichen Sprache ohne Allüren und sicherlich auch mit dem ein oder anderen Gemeinplatz. Hier oder dort schleicht sich ein Geistesblitz ein, der den Essay kurzweilig gestaltet. Man spürt zwischen den Zeilen, dass der Autor sein Vergnügen beim Sezieren hatte. Fazit: Es gelingt ihm, einen wandelbaren und fast sakralen Begriff, als ein modisches, höchst flüchtiges und nicht allgemeingültig qualifizierbares Thema zu entlarven. HME mag ein Außenseiter sein (für die intelligenten Arrivierten), aber den Esprit und den Willen in die Tiefe zu gehen, kann man ihm nicht absprechen. In jedem Falle: Lesenswert!
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am 15. Januar 2010
Also dies ist ein sehr wohltuendes Buch für alle, die mit dem Intelligenzquotienten in Berührung kommen, sei es als Verantwortlicher in Unternehmen oder als Bewerber oder einfach als Mensch in der Konkurrenz seiner "intelligenten" Umwelt.

Hans Magnus Enzensberger führt auf amüsante Weise vor, dass der Intelligenzquotient zu absolut gar nichts taugt.
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