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am 23. April 2012
Juri Andruchowytschs 'Das letzte Territorium' ist eine sehr empfehlenswerte Sammlung von Essays, die gerade diejenigen über die Ukraine informiert, die diese nicht oder wenig kennen. Ein Einstieg in eine unbekannte Region Europas, die zum Zeitpunkt des Erscheinens, 2003, noch lange nicht wirklich in das Bewusstsein Europas gekommen ist. Diese Trennlinie ist daher das Hauptleitmotiv Andruchowytschs, die sich durch brilliant ausgewählte Essays von der ersten bis zur letzten Seite der Sammlung hindurch zieht. Es geht immer um Europa und das 'etwas Andere', eine Lebenswelt die geprägt ist von Postsowjetzeiten, untergegangenen Welten- wie die Galiziens- oder auch der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Autor beschreibt die 'Zustände' seines Landes mit Ironie und Biss, er beschreibt sonderbare Menschen und deren Art und Weise, mit diesem Land umzugehen, aber er schreibt auch mit einer gewissen Liebe und Verbundenheit zu seinem Land, stets im Bestreben, es anderen Menschen nahezubringen und diese Neugier weckt dieser Band ganz bestimmt. Was weiß man schon bei uns über die Welt jenseits der Karpaten? Gerade darauf geht er ein und erklärt sehr vieles über ein Land, 'aus dem man weggeht'. Dabei schafft er es, Neugier zu wecken, er beschreibt mitunter skurrile Situationen und Geschehnisse, die einen ganz neuen Blick öffnen und erklärt durch das Setting seiner Essays aber auch Hintergründe, so dass 'Das letzte Territorium' auch eine Art anspruchsvoller Landeskundelektüre ist. Einen Schwerpunkt inhaltlicher Art legt er zweifelsohne auf den Westteil des Landes, dessen literarische Tradition ohnehin stark ausgeprägt und auch stark europäisch ist. In dieser Tradition führt Andruchowytsch die literarische Linie weiter und weist auf neue Grenzen und Linien hin, etwas, was vor allen den Westteil der Ukraine schon immer abwechselnd von einem oder dem anderen Teil Europas getrennt hat. Dies macht diese Essay-Sammlung auch so interessant, steht sie dadurch in einer Reihe mit Autoren wie Celan, Roth oder Ausländer, nur dass er auch den Ausblick (und Rückblick) auf die neuere Geschichte des Landes und der Region wagt, alte und neue Grenzen von West nach Ost und Ost nach West aufzeigt und uns alle 'eigentlich schmerzlich- daran erinnert, dass dieses Territorium einstmals das wahre Zentrum Europas war und heute ein Territorium zwischen zwei Welten ist, die sich trotz Ende des kalten Krieges nicht wirklich angenähert haben. Schockierend, eigentlich, dass dieser Band gut zehn Jahre nach seinem Erscheinen und zwanzig Jahren nach Unabhängigkeit des Landes immer noch so brandaktuell ist, es immer noch diese skurrilen Situationen gibt und diese neuen Grenzziehungen innerhalb Europas nie wirklich aufgelöst wurden. Noch immer trennt uns sehr viel von diesem letzten Territorium und deshalb behandelt dieses Buch auch noch heute eine Situation, die unseren Kontinent nachhaltig prägt.
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am 22. März 2013
In seinen Essays beschreibt der und analysiert der Autor seine ukrainische Heimat, insbesonders Galizien. Die Essays sind treffend und unterhaltsam, jedoch muss man in der ukrainischen (Literatur-)geschichte sehr firm sein, um Andruchowytsch wirklich zu verstehen, diesbezüglich sind die Fussnoten und die im Anhang abgedruckten Anmerkungen des Autors viel zu dürftig.
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