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123 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genau so müssen solche Sammlungen sein
Herzlichen Dank an den Herausgeber Christian Geyer, seines Zeichens Ressortleiter „Neue Sachbücher" im Feuilleton der FAZ. Dieses Zwischenfazit der Diskussion um Willensfreiheit war dringend notwendig. Denn so sehr ich mit den Gehirnforschern sympathisiere, beim Thema Willensfreiheit wird das Eis immer dünner und die Belastung immer grösser...
Veröffentlicht am 27. November 2004 von Fuchs Werner Dr

versus
32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn Du denkst Du denkst dann denkst Du nur Du denkst.....
Das Buch "Hirnforschung und Willensfreiheit" von Chistian Geyer ist eine Zusammenstellung von Texten und Meinungen von in der Wissenschaftswelt mehr oder weniger bekannten Philosophen und Neurologen zum sehr kontroversen Thema Willensfreiheit, Determiniertheit und Entscheidungsfreiheit. Aus den Beiträgen wird die Brisanz und der Sprengstoff ersichtlich der unter den...
Veröffentlicht am 24. März 2007 von Andreas Graefenstein


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123 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genau so müssen solche Sammlungen sein, 27. November 2004
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Herzlichen Dank an den Herausgeber Christian Geyer, seines Zeichens Ressortleiter „Neue Sachbücher" im Feuilleton der FAZ. Dieses Zwischenfazit der Diskussion um Willensfreiheit war dringend notwendig. Denn so sehr ich mit den Gehirnforschern sympathisiere, beim Thema Willensfreiheit wird das Eis immer dünner und die Belastung immer grösser. Paradoxerweise sind es die Neurologen selber, die unsere Sehnsucht nach einer allumfassenden Welterklärungstheorie begründen und gleichzeitig erfüllen. Und es ist nicht ganz einfach, ihnen Widerstand zu leisten, wenn alles im Kopf passiert.
Der Herausgeber hat die 30 Beiträge sehr klug ausgewählt und lässt Hirnforscher, Philosophen, Theologen, Historiker, Literaturwissenschaftler, Juristen sowie sich selber zu Wort kommen. Das Ganze fügt sich dann zu einem Bild zusammen, das sich zwar schwer in einen Rahmen sperren lässt, aber dennoch mögliche Denkrichtungen skizziert.
Die paar Euro sind bestens investiert. Denn der Herausgeber taucht für mich in die Publikationsflut, hebt offen daliegende Schätze, sucht aber auch unter den Steinen und entdeckt so Perlen, die mir verborgen geblieben wären. Nicht alles, was er an die Oberfläche beförderte, hat mir gefallen, musste ich doch einige lieb gewonnene Bilder von der Wand nehmen oder aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Aber genau das muss ja der Sinn solcher Tauchgänge sein.
Wie bei Sammlungen dieser Art unvermeidbar, sind die einzelnen Beiträge von unterschiedlicher Qualität, wobei der freie Fall ins Grässliche nie eintritt. Beim Schwierigkeitsgrad der Artikel hat Christian Geyer offenbar darauf geachtet, allzu Unverständliches, Fachspezifisches und Esoterisches gnadenlos auszuschliessen. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist eine Bestandesaufnahme, die zwar den Frontallappen und seine Umgebung fordert, aber das limbische System nicht überfordert. Anders gesagt, intellektuell anspruchvoll, aber wohltuend und sehr anregend. Die Neugier auf einzelne Autoren wurde ebenso geweckt wie die Absicht, wieder vermehrt auf die Edition Suhrkamp zu achten, wenn ich brauchbare Zwischenresultate suche.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Auswahl wichtiger Ansätze, 12. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Das Buch von Herrn Geyer ist hervorragend geeignet, um sich einen gewissen Überblick über mögliche Positionen im - allerdings empirisch prinzipiell unentscheidbaren - Diksurs zur Willensfreiheit zu verschaffen.
Experimente wie die von Libet inklusive deren Deutungen beruhen bereits auf etwas, was sie doch erst in Frage zu stellen vorgeben: auf der freien Entscheidung über die Teilnahme am Experiment und der Möglichkeit, vorgefundene Erfahrungen unterschiedlich und damit frei zu interpretieren. Dass jedem prädikativen Akt vorprädikative Prozesse, dass Motive den Handlungen vorauslaufen, ist außerdem ein alter Hut und wird seit mindestens hundert Jahren von Psychoanalyse, Individualpsychologie und Phänomenologie durch introspektive und dialogische Erforschung der Bewusstseinsakte selbst (nicht des Gehirns) erkannt. Auch der Freiheitsbegriff, um den es in der Diskussion oft geht, ist eher mechanistisch simpel und völlig ungeeignet zum tieferen Verständnis des Phänomens. Man bläst hier ein Scheinproblem unnötig auf, und es ist die Frage, ob man soviel Zeit damit verbringen sollte. Allerdings: man wird angeregt, angesichts bestimmter Fragen die eigene implizite Position zu klären. Darin steckt das Menschenbild, das man hat. Das kann Wissenschaft nicht begründen. Genau im Gegenteil.

Eine ausführliche Diskussion in: Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Bewusstsein und Wissenschaft. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus.
Siehe auch dieses hervorragende Grundlagenwerk: Das Gehirn - ein Beziehungsorgan - Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption
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32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn Du denkst Du denkst dann denkst Du nur Du denkst....., 24. März 2007
Von 
Andreas Graefenstein "agraefenstein" (Karlsruhe, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Das Buch "Hirnforschung und Willensfreiheit" von Chistian Geyer ist eine Zusammenstellung von Texten und Meinungen von in der Wissenschaftswelt mehr oder weniger bekannten Philosophen und Neurologen zum sehr kontroversen Thema Willensfreiheit, Determiniertheit und Entscheidungsfreiheit. Aus den Beiträgen wird die Brisanz und der Sprengstoff ersichtlich der unter den Experten zur Zeit existiert und sich auf Grund der modernen Möglichkeit der neuronalen Analytik sich im Fluß befindet auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache und fächerübergreifenden allgemeingültigen Definitionen zum Thema Willenfreiheit. In der Diskussion spielen die Experimente von Libet, Haggart und Eimer immer wieder eine wichtige Rolle. Der Leser erhält einen guten Überblick über die zur Zeit geführten wissenschaftlichen Dispute und Fragen. Sind wir nur rafinierte Automaten? Wie kann man freies Handeln definieren? Was ist ein Willenruck? Wie werden soziale Regeln gebildet und wann spricht man von einer fehlgeleiteten Prägung? Gilt der Monismus oder Dualismus? Was sind "Zombie Agenzien"? ........ Das Buch und die Autoren geben zwar keine absoluten Antworten aber mindestens interessante Gedanken, Anregungen und Vorschläge. Ich habe nicht bereut das Buch gelesen zu haben.
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50 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen denkanstösse zu einem interessanten thema, 23. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
intention: die gesammelten texte in diesem band, sind aus einer reihe der faz entstanden. zu wort kommen naturwissenschaftler, philosophen, rechtswissenschaftler, soziologen, etc, womit das thema willensfreiheit aus verschiedenen blickwinkeln betrachtet wird. für den interessierten leser sicherlich eine wertvolle sammlung für weitere denkanstösse. für fachleute wenig neues.

aufbau: das buch ist so aufgebaut, dass zuerst die naturwissenschaftler zu wort kommen, dann die kritik durch andere wissenschaftler folgt. der herausgeber bemüht sich in eigenen artikeln die texte zu moderieren. gut gemacht.

inhaltlich: die hirnforscher (nawi) vertreten aufgrund ihrer erkenntnisse aus der hirnforschung die meinung, (grob gesagt) dass es keinen freien willen gibt. philosophen versuchen den menschen als vorrangig geistiges wesen zu betrachten, wenn es zur frage der willensfreiheit kommt.

persönliche anmerkung: bin philosophie absolvent. ich vermisse eine einführung, die begriffe wie willensfreiheit, determinismus und kausalität betrachtet. bei manchen philosophischen texten scheint mir der tiefere zugang zu der thematik tatsächlich zu fehlen. vor allem fehlt mir der verweis auf einen (viel zu wenig gelesenen) philosophen, der sich (auf kant aufbauend und ihn verbessernd) auf hunderten seiten mit willensfreiheit und determinismus beschäftigt: arthur schopenhauer

kleine einführung:

materie: fragt man nach dem zustandekommen eines materiellen ereignisses, ein auto prallt gegen eine wand, so sind die ursachen für den effekt meist schnell gefunden (denkt man!): geschwindigkeit, masse, fliehkräfte, etc. denkt man deterministisch, so sind die ursachen und auslöser unendlich viele und liegen bis ins unendliche zurück (das auto wurde gebaut, die wand wurde gebaut, der autokonstrukteur musste zur welt kommen etc).

mensch: warum sollte es hier anders sein? das berühmte kant beispiel (vor einer hinrichtung kann man sich retten indem man über einen ehrenhaften menschen lügt), welches willensfreiheit beweisen soll, kann auch widerlegt werden, indem man sagt: der lügende ist aufgrund seines bisherigen lebens, aller umstände (undendlich viele, der erkenntnis nicht zugängige oder bewusste inklusive)zum lügen bereit; der nicht-lügner ist nicht dazu bereit. ändert er kurzfristig seine einstellung, auch dann gab es dafür (möglicherweise durch ration nicht nachvollziehbare, aber dennoch vorhandene) gründe.

schopenhauer hat es in einem schönen satz ausgedrückt:

"man kann zwar dies oder jenes wollen, aber man kann nicht wollen was man will."

meine feststellung soll den determinismus nicht verherrlichen, sondern soll als ergänzung zum buch ein weiterer anstoss des nachdenkens sein.
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49 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen neuro-biologisch-philosophischer Diskurs um d freien Willen, 14. April 2006
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
"Wahrheit, deren Richtigkeit ich beweisen kann, besteht ohne mich selber. [...] Wahrheit, aus der ich lebe, ist nur dadurch, dass ich mit ihr identisch werde." Soweit Karl Jaspers, der neben der Philosophie einen besten Ruf auch in der Psychischen Pathologie hat und somit posthum zum Thema beitragen könnte.

Christian Geyer gelingt es hervorragend, die Deutung der neuesten Experimente in Einzelberichten und doch zusammenfassend darzustellen. Sein Buch spricht nicht von Lösung, sondern eben von Deutung und damit spiegelt sich bereits der Stand der Wissenschaft und zeigt die Streitkultur um dieses Thema. Alles rankt sich um die zurzeit en vogue gehandelten Matadore des Fachs, nämlich G. Roth und W. Singer. Diese beiden Wissenschaftler bestimmen in vielen Veröffentlichungen, sind deterministisch und betreiben auch ihre Forschung im Fach mit der Aussage, dass alles vorherbestimmt ist. Die Schuldfähigkeit und die Verantwortung des Einzelnen wären dann neu zu definieren, insbesondere im Strafrecht oder in der Forensik.
Geyer hat im Weiteren eine gute Themenauswahl zum Diskurs gewählt. Das Hauptthema um den Determinismus mit Roth und Singer nehmen einen Großteil ein, die Frage des freien Willens wird in der Folge aus unterschiedlichen Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen kategoriengerecht betrachtet. Die Frage, ob es nun einen neurobiologischen Gottesbeweis gibt, wie die mögliche Interessenslage eines Immanuel Kant dazu gewesen sein mag (Freiheit nur in selbst gegeben Gesetzen), wie viel weiter heute schon die Definition im Strafrecht ist (Gesetze seit 1952, 1959 mit aktueller Gültigkeit nicht nur aus juristischer Sicht), bis hin zum Totschlag-Argument, dass Determinismus immanent den Diskurs verbietet und vieles mehr begeistert und macht dieses Buch sehr lesenswert. Denn eines ist sicher, wie er sagt: "Mit dem Gehirn ist nicht zu spaßen." Wollten wir doch immer unser Ich finden, scheint es heute so, dass wir unser ICH erfinden müssen. (ICH von Werner Siefer; Christian Weber ebenso lesenwert)

Anmerkung: Wenn eine Sache erforscht wird, kann sie doch nicht zugleich notwendige Voraussetzung der Analyse sein, sondern nur Ergebnis. So will es die reine Lehre der Kategorien. Hier erforscht das Gehirn sich selbst. Ein Paradox mit Ich-Verlust?
Und mein limbisches System mit affektiver Stimulans der Amygdala zwingt mich noch zur Aussage, dass die bildgebenden Verfahren der Neurologie bis heute Korrelate aufzeigen. Vermehrte Hirnaktivitäten stehen in Korrelation zu den jeweiligen Stimuli. Aber es gilt auch, dass Korrelation nie kausal und nie intentional ist, die Aussage ist: es korreliert, mehr nicht. Die Sprachgenauigkeit innerhalb der Forschung ist hier sehr ernst zu nehmen will man die Alltagsphilosophie nicht noch mit Gerüchten versorgen. Und die Frage bleibt, welche Antwort uns Korrelationen geben?
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Willensfreiheit- ein Streitthema zwischen Neurowissenschaftlern und Philosophen, 23. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Meinungsstreit über ein interessantes Thema ist immer spannend....so ist es auch mit diesem Buch. Ausgangspunkt sind die berühmten Versuche von Libet (im Anhang von ihm selbst ziemlich ausführlich dargestellt), nach denen eine Entscheidung ca. 300 Millisekunden vor dem Zeitpunkt ihres Bewusstwerdens unterbewußt vorbereitet wird. Prominente Neurowissenschaftler wie Singer und Roth behaupten nun, dass daraus der Schluss zu ziehen sei, wir bildeten uns Willensfreiheit nur ein...mit Konsequenzen z.B. für unser Strafrecht. Hiergegen ziehen die die meisten Beiträge des Buches wie ich meine mit guten Argumenten zu Felde. Allerdings sind einige Beiträge eher nur wortreich. Einige Argumente ziehen auch nicht, wie z.B. der Einwand, Singer habe sich mit seinem physikalistischen Erklärungsansatz selbst widersprochen, indem er eine (als nicht physikalisch unterstellte) Einwirkung auf die Verschaltung der Neuronen des kindlichen Gehirns durch Kultur und Zivilisation eingeräumt habe: Kultur und Zivilisation werden der jeweils nachfolgenden Generation (Lamarck's These einer Übertragung von Lebenserfahrungen auf die Nachkommenschaft über Gene mal dahingestellt) über die Sinnesorgane und damit physikalisch vermittelt, wie sonst? Stark dagegen sind die Argumente, die auf den Unterschied der Entscheidungen bei erforderlichem reflexartigen Handeln und andererseits nach gründlicher Überlegung hinweisen. Wenn unsere evolutionären Vorläufer die Flucht im Gefahrenfall erst nach bewußt erlebter Entscheidung eingeleitet hätten, würden wir als Spezies wohl kaum existieren. Insofern wäre ein anderes Ergebnis der Libet'schen Versuche überraschend gewesen: Wir haben uns eben evolutionär als Überlebensstrategie so entwickelt, dass uns manche Entscheidungen, die wir als Person (oder System wie der Naturwissenschaftler sagt) treffen, erst Millisekunden später bewusst werden...das ändert nichts an unserer Verantwortung als Person.
Das Buch bietet einen guten Einstieg in die schwierige Problematik. Wer darüber hinaus eine Begründung unserer Willensfreiheit aus der Sicht eines Naturalisten unter Annahme einer kausalen Determiniertheit der physikalischen Welt kennen lernen möchte, sollte als Ergänzung "Freedom evolves" von Daniel C. Dennett lesen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht gut genug, 7. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Ich schließe mich im Wesentlichen den anderen 3-Sterne Vorrezensenten an. Das Buch druckt recht umfassend die Standpunkte von Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen ab.

Dabei wäre aber eine zumindest etwas koordinierte Zusammenarbeit sehr wünschenswert gewesen. Anstatt die Beschreibung des Libet Experiments in den Anhang auszulagern wäre es viel sinnvoller gewesen, die wichtigen Experimente (und das ist bei weitem nicht nur das Libet Experiment aus den 1980er Jahren) am Anfang zu Erläutern. Dann hätten die Vertreter der Geisteswissenschaften es sich sparen können, einer nach dem anderen, immer wieder auf den gleichen schwächen des Libet-Experiments herumhacken. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn die Fachgebiete der Autoren nicht irgendwo im Anhang zu finden wäre, sondern eine kurze Einführung zum Autor (Alter, Fachgebiet und Arbeitsfeld, Uni/Institut etc.)

Außerdem wäre es sehr informativ gewesen vor jedem Artikel die Antworten des jeweiligen Autors auf einige Standard-Fragen abzudrucken - um seine Position besser einordnen zu können. Z.B.
- Glauben Sie dass jemand a)moralisch b)juristisch verantwortlich sein kann, wenn er in der fraglichen Situation faktisch keine andere Möglichkeit zu Handeln hatte.
- Wenn der Autor an einen real existierenden freien Willen im oberen Sinne glaubt, wie sollte ein freier Wille realisiert sein wenn die Naturgesetze entweder deterministisch oder im Fall der Quantenmechanik rein Zufällig sind.
- Sind neuronale Prozesse eine a)notwendige und b)hinreichende Ursache für mentale Prozesse?
-etc.

Außerdem ist nur ein Aufsatz von Gerhard Roth dabei, der die Debatte versucht weiterzubringen, indem er die Argumente der Gegenseite nochmal aufgreift und nach Möglichkeit entkräftet.

Anstatt mir also zehn Aufsätze von Geisteswissenschaftlern durchzulesen, die sehr ähnliche Punkte wiederholt vertreten, wäre es sehr viel Produktiver gewesen ein Buch zu verfassen, dass eher im Stil eines Zwiegesprächs zwischen den beiden Hauptströmungen aufgebaut ist.

Nach 280 Seiten bleibt für mich festzustellen, dass die Argumente der Befürworter der Willensfreiheit nicht viel mehr als begriffliche Haarspaltereien, irrelevante Analogien und Wunschdenken sind. Es ist nebenbei erwähnt auch nicht so, dass diese Autoren dann konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der existierenden Experimente machen würden.

Alles in allem ein Beispiel dafür wie interdisziplinäre Forschung nicht funktioniert aber als Überblick zum Thema Willenfreiheit dennoch lesenswert.
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5.0 von 5 Sternen Guter Einstieg in die Materie, 12. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
In diesem Sammelband finden sich verschiedenste Beiträge zur Thematik. Ein guter Einstieg in die Thematik, da man sich hier im Kleinen einen kurzen Überblick verschaffen kann, wo man die einzelnen Autoren innerhalb der Thematik verorten kann, Service war einwandfrei, daher volle Punktzahl.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zur Willensfreiheit, 2. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Sehr gute Übersicht über die zur Zeit vorherrschenden Meinungen von Philosophen und Naturwissenschaftlern zur Willensfreiheit auf anspruchsvollem Niveau.
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6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unausgewogene Zusammenstellung, 21. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Ich habe mir bei dieser Zusammenstellung erwartet, dass überwiegend die Experten zum Thema des Buches zu Wort kommen und das sind für mich Neuro-Wissenschafter, Biologen und Kybernetiker.
Deren Beiträge, namentlich die von G. Roth und W. Singer sind auch hervorragend: informativ, schlüssig argumentiert, gut verständlich.
Sie bringen überzeugende Gründe, warum die Annahme, dass der freie Wille eine Illusion ist, die wesentliche bessere Theorie als andere Alternativen ist.
Auch der Betrag von Libet, der aber zu etwas anderen Schlüssen kommt, ist sehr interessant.
Zum weit überwiegendem Teil kommen in dem Buch aber Philosophen, Theologen, Juristen, Literaturwissenschafter, usw. zu Wort, deren Beiträge alle sehr ähnlich sind: Bis auf wenige Ausnahmen haben sie Singer und Roth nicht verstanden, haben geringe Sachkenntnis und neben mehr oder weniger gerechtfertigter Kritik am Libet-Experiment ist ihre einzige Argumentation:
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Es ist schon klar, das es Geisteswissenschafter schmerzt, wenn die Naturwissenschaft nach über zweitausendjahrigen ergebnislosen Philosophierens über dieses Thema nun auch diese Domäne übernimmt.
Aber müssen diesem "Endkampf" dermaßen viel Raum und Wiederholungen eingeräumt werden?
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