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5.0 von 5 Sternen
Informativ, 3. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Von Ketzern und Klassikern: Streifzüge durch die russische Literatur (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Ilma Rakusa gibt in "Von Ketzern und Klassikern" einen Überblick über die russische Literatur der letzten 150 Jahre. Das Buch setzt sich zusammen aus Artikeln, die die Autorin für Zeitungen geschrieben hat und aus von ihr für verschiedene Bücher verfaßte Nachworte. Daher sind die einzelnen Texte nicht einheitlich gestaltet. In manchen geht sie ausführlich auf biographische Details des jeweiligen Schriftstellers ein, andere beschäftigen sich überwiegend mit einem bestimmten Werk. Alle Texte zeugen von einer profunden Sachkenntnis und sind höchst informativ.
Auch wenn Ilma Rakusa in jedem Kapitel nur wenige Zeilen zitiert, so sind diese kurzen Zitate so aussagekräftig, daß der Leser sofort beurteilen kann, ob er von diesem oder jenem mehr lesen möchte. Auf diese Weise habe ich Alexej Remisow und Jurij Mamlejew für mich entdeckt, zwei russische Schriftsteller, die mir vor der Lektüre dieses Buches nicht bekannt waren. Andere bekannte und unbekanntere Autoren, die Ilma Rakusa hier vorstellt, sind z.B. Tschechow, Tolstoi, Andrej Platonow, Leonid Dobytschin, Marina Zwetajewa, Joseph Brodsky, Wladimir Kasakow und Alexej Schipenko.
Besonders empfehlenswert ist auch der Artikel "Keine heile Welt" über Kinder in der russischen Literatur.
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