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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Philosophie ist eine Guerilla", 3. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unterhandlungen: 1972-1990 (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Eine sehr schöne Sammlung von Texten. Alles denkende Feuer findet hier einen reich gefüllten und intensiv gefühlten Kühlschrank, von 100%-Bitterschokolade bis zur süßesten Sacher-Torte ist alles dabei.

Schon der erste "Brief an einen Kritiker" ist sowohl bedrückend, traurig, als auch zu wahnsinnigem Lachen verführend ("Von allen möglichen Interpretationen wählt ihr immer die niedrigste und boshafteste."; "Nietzsche macht einem Kinder von hinten.")
"Die Philosophie kennt große innere Schlachten, doch das sind Schlachten, um zu lachen." Wer könnte in einem Buch, das an den Kontrollgesesllschaften ebenso entlang deliriert wie den Schmerz ihres Seins kenntlich macht, so einfach sagen, dass das wichtigste ist, nicht mit dem Lachen aufzuhören?

Auch Absurdität wird nicht verschwiegen, sondern ihr Sein gefeiert, vor allem die Absurditäten der Unterhandlungen, die die Philosophie hält und die manchmal so lange dauern, "daß man nicht mehr weiß, ob sie noch zum Krieg oder schon zum Frieden gehören."

Ein Aufruf, dem Ernst auch lächerliche Masken aufzusetzen, statt verbissen das Denken einkerkern zu wollen. Ein Regenschauer für erhitzte und bedrängte Gemüter und auch ein bisschen eine Absage an (dialektisch) verkrustetes Denken, dass auch heute noch zu oft den Tenor anzugeben scheint. Ein Quell für neue Gedanken und gegen "paranoide Schizophrenie". Einleitung ins deleuzianische Zeitalter.
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12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen adorno-foucault-deleuze, ergebnisse einer denker-kette, 11. Juni 2003
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unterhandlungen: 1972-1990 (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
"wir befinden uns in einer allgemeinen krise aller einschließungsmilieus, GEFÄNGNIS, KRANKENHAUS, FABRIK, SCHULE ..." schrieb gilles deleuze im "postskriptum über die kontrollgesellschaften" in seinem buch UNTERHANDLUNGEN. das ist vielleicht übertrieben; andererseits fragt sich, ob KIRCHEN und PARTEIEN nicht eventuell mituntersucht werden müssten; auf jeden fall bemüht sich deleuze, die gedanken der frankfurter schule um adorno und marcuse, besonders aber die michel foucaults aufnehmend, deutlich zu machen, dass die "kontrollgesellschaften", die noch äußere gewalt-anwendung zur reglementierung nötig hatten, sukzessive abgelöst werden von "disziplinargesellschaften", die gar keine disziplinarmaßnahmen mehr einzusetzen brauchen, weil im vorauseilenden gehorsam die erlasse der herrschenden längst introjiziert worden sind und als fremd-körper innerhalb des ICH gar nicht mehr erkannt werden. psychoanalytisch einfühlsam und nicht nur soziologisch korrekt findet man bei deleuze auch die bemerkung: "in den disziplinargesellschaften hörte man nie auf anzufangen (von der schule in die kaserne, von der kaserne in die fabrik), während man in den kontrollgesellschaften nie mit irgendetwas fertig wird: unternehmen, weiterbildung, dienstleistung ..." - man könnte beide gesellschaften zusammenfassen unter dem begriff "leistungsmasochismus". es ist zwar schön und sinnvoll, etwas zu leisten, nicht aber in einer entfremdenden arbeit, unter missachtung der persönlichkeitsrechte, unter der glocke von rationalisierungen im doppelten sinne: schneller, mehr und billiger arbeiten bis zum zusammenbruch einerseits, rationalisiert aber auch im sinne von: mit kaltem, rechnerischen verstand unterjocht bei gleichzeitiger ignoranz moralischer oder emotionaler gesichtspunkte. "Ist einmal die letzte emotionale Spur getilgt, bleibt vom Denken einzig die absolute Tautologie übrig," wetterte einst adorno. oder, möchte man variieren, "bleibt vom denken einzig eine machiavellistische unverschämtheit übrig." gilles deleuze hat adornos minimale stichworte weiter präzisiert, dessen aufkeimende einsichten analytisch verschärft und mit beschreibungen der inzwischen weiter in ihr unglück voranschreitenden gesellschaften belegt.
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Unterhandlungen: 1972-1990 (edition suhrkamp)
Unterhandlungen: 1972-1990 (edition suhrkamp) von Gilles Deleuze (Taschenbuch - 25. Oktober 1993)
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