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am 5. September 2012
Im Vorwort zur deutschen Ausgabe dieser Aufsatzsammlung wehrt sich Butler zunächst gegen die verbreitete Unterstellung, sie hätte in "Das Unbehagen der Geschlechter" (1991) die Bedeutung des Biologischen bei der gesellschaftlichen Festlegung von Geschlechtsmerkmalen gänzlich verneint. Vielmehr warnt sie vor so einer Sichtweise, in der davon ausgegangen wird, der Körper werde vollkommen oder erschöpfend linguistisch konstituiert: "Eine solche Behauptung läuft auf einen linguistischen Idealismus hinaus, den ich unannehmbar finde." (11)

Butler spricht sich für ein "Projekt der Anerkennung" aus, in dem es darum geht, "die partizipatorische Basis des demokratischen Lebens" zu verbreitern (10) Mit diesem Buch erweitert sie die leibphänomenologische Perspektive (Merleau-Ponty, Waldenfels) um die Frage, was es historisch mit der Materialität des Körpers auf sich hat. Die "Materie" des biologischen Geschlechts und die von Körpern allgemein wird von ihr "als eine ständig wiederholte und gewaltsame Eingrenzung der kulturellen Intelligibilität" verstanden. Dabei steht für sie die Frage im Raum: "Welche Körpern wird Gewicht beigemessen - und warum?" (16)

Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, macht Butler klar: "Die Kategorie der Frauen wird durch die Dekonstruktion nicht unbrauchbar gemacht, sie wird zu einer Kategorie, deren Verwendungen nicht mehr als ,Referenten' verdinglicht werden und Aussicht haben, offener zu werden, ja sogar, auf unterschiedliche Weise bedeutungsgebend zu ein, die keine von uns vorhersagen kann." (54) Die Konstruktion des Geschlechts, so Butler weiter, "wird mit den Mitteln des Ausschlusses erzeugt, und zwar so, dass das Menschliche nicht nur in Absetzung gegenüber dem Unmenschlichen produziert wird, sondern durch eine Reihe von Verwerfungen, radikalen Auslöschungen, denen die Möglichkeit kultureller Artikulation regelrecht verwehrt wird." (30)

Butler rekurriert also auf Materie, um "feststellen zu müssen, dass Materie selbst durch eine Reihe von Verletzungen begründet wurde, die in der heutigen Berufung auf Materie unwissentlich wiederholt wurden. [...] Dieses Erschüttern der ,Materie' lässt sich verstehen als Anstoß; für neue Möglichkeiten, für neue Arten, wie Körper Gewicht haben können." (55f.) Im Gegensatz zu Althusser oder auch Bourdieu, stattet Butler das Subjekt der Anrufung allerdings mit einer gewissen Handlungsmacht aus. "Es bezieht sein Handlungsvermögen zum Teil aus der Einbezogenheit in die gleichen Machtbeziehungen, die es bekämpfen will." (175)

Mit Hilfe der Psychoanalyse kritisiert Butler "Habermas' Rationalismus, der eine Transparenz der Intention im Sprechakt voraussetzt, die selbst symptomatisch ist für eine Ablehnung der Psyche, des Unbewussten, dessen was vor und jenseits jeder ,Intention' der Sprache widersteht und sie dennoch strukturiert." (265)Dabei geht es ihr darum, zukünftige Wege zur Inklusion zu erschließen, d.h. Wege zu Positionen zu eröffnen, die aus der Repräsentierbarkeit und aus den Erwägungen von Gerechtigkeit oder Gleichheit bisher ausgeschlossen worden sind.

Butlers politisches Credo lautet: "Die Macht der Begriffe ,Frauen' oder ,Demokratie' verdankt sich nicht ihrer Fähigkeit, eine politische Realität, die bereits existiert, angemessen oder umfassend zu beschreiben; im Gegenteil, der politische Signifikant wird politisch wirksam, indem er eine Reihe von Verbindungen als eine politische Realität errichtet und aufrechterhält." (287) Manche mögen dahinter vor allem einen defaitistischen Vernunftbegriff vermuten. Sie übersehen dabei Butlers ernstzunehmenden Versuch, die freiheitliche Basis liberaler Demokratien zu erweitern.
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am 29. Juni 2014
Ich habe das Buch für eine Hausarbeit gekauft und bin sehr zufrieden mit ihm. Würde definitiv wieder bei dem Händler kaufen.
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