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Aus dem 19. Jahrhundert stammen die Tagebuchaufzeichnungen von Herculine Barbine - Alexina genannt. Als Tochter armer Eltern geboren, wurde sie, nachdem ihre herausragende Intelligenz offensichtlich wurde, in Klostern erzogen und zum Beruf der Erzieherin ausgebildet. Erst in ihrem jungen Erwachsenenalter kam die Wahrheit ans Tageslicht: Alexina war eigentlich ein männlicher Hermaphrodit. Die Geschichte war damals skandalöses Tagesgespräch in Frankreich. Alexina wurde fortan ein Leben als „Mann" gewährt. Dieses neue Dasein war allerdings nicht von langer Dauer. Nach einigen wenigen Jahren der Einsamkeit und Identitätssuche verübte der junge Mann Selbstmord. Es ist Foucaults Verdienst, dass die privaten Aufzeichnungen des Hermaphroditen Barbine nicht dem Vergessen anheim fallen. Neben den Originaltexten aus Alexinas Feder findet man im Buch auch die Gerichtsurteile und medizinischen Befunde. Auch wenn die Tagebuchaufzeichnungen teilweise extrem blumig klingen (Schreibstil des 19. Jahrhunderts) - die Lektüre ist spannend und bewegend - und was wohl am wichtigsten ist: sie gewährt einen Blick aus der Perspektive eines Betroffenen. Nicht nur als wissenschaftliche Lektüre empfehlenswert!
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am 5. Dezember 2009
Auf die Aufzeichnungen des französischen Hermaphroditen ist Foucault durch die Arbeit an der Geschichte der Sexualität gestoßen, die er in der Mitte der siebziger Jahren begonnen hatte. Das Buch hat die Bewandnis, die von Foucault propagierte Macht des modernen Sexualitätsdispositivs exemplarisch an der tragischen Geschichte herauszustellen. Das Subjekt steht dem Zwang der Normalisierung de facto ohnmächtig gegenüber. In dem Band wird besonders die Gegensätzlichkeit der Subjektivierungsmechanismen klar herausgestellt. Das Subjekt will sich wiederfinden in der Ordnung der Dinge - es will eine Identität. Auf der einen Seite die befindlichen und emotionalen Tagebuchaufzeichnungen des Menschen Herculine Barbin, welcher nach Identität in Freiheit sucht und an der Auswegslosigkeit seiner Situation scheitert. Auf der anderen Seite der objektivierende und zwangsnormalisierende Diskurs des wissenschaftlich-psychatrisch-medizinischen Komplexes, der um eine Ordnung bemüht ist und darin keine individuelle, selbstbestimmte Freiheit und Identität für das Subjekt jenseits einer Matrix des ,wahren, Geschlechts möglich macht.
Wie aktuell dieserlei Fragen sind und wie sehr der Mensch seine Wahrheit in der Sexualität sucht, zeigt sich momentan wieder an den Streitigkeiten um das Geschlecht der Leichtathletin Caster Semenya, welche bei der Berliner WM 2009 die Goldmedaille im 800m Lauf gewonnen hatte und nun entwürdigende und ihre persönliche Integrität verletztende Fragen über ihre uneindeutige Sexualität über sich ergehen lassen muss.
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