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Peter Sloterdijks »Kritik der zynischen Vernunft« (edition suhrkamp)
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2006
Nach dem himmlischen Spaß beim Lesen der Sphärentrilogie machte ich mich sogleich an sein älteres Opus "Kritik der zynischen Vernunft". Ich zitiere daraus: "Seit Marx, Kierkegaard und Nietzsche haben nur solche Denkanstrengungen noch Anrecht auf allgemeines Gehör, die mit den ironischen, praktischen und existentiellen Philosophieaufhebungen Schritt zu halten versprechen." (Edition Suhrkamp, S. 931). Dieses Buch ist zweifellos eine Denkanstrengung, und zwar wiederum eine höchst vergnügliche. Aber kann es auch selbst eine Philosophieaufhebung leisten, mithin eine Aufhebungsphilosophie? Nein, das will es nicht und kann es im 20. Jahrhundert vielleicht gar nicht. Die Systematik ist keine philosophische, sondern eine feuilletonistische: P. Sl. führt keine neue spekulative Substanz ein und misst diese dann am Kanon. Er dekliniert vielmehr die europäische Kulturgeschichte anhand des Begriffspaares kynisch-zynisch durch und spannt immer wieder den Bogen zwischen den Alten (Diogenes) und der Moderne. In der Sphärentrilogie verfährt er methodisch gleich, nur gebraucht er dort als Ordnungsmuster nicht ein Begriffspaar, sondern eine geometrische Form, nämlich die Kugel. Dass manche Zeitungsschreiber unseren Autor nicht gerade mögen, ist für mich ein untrügliches Zeichen dafür, dass er der bessere Feuilletonist ist. Übrigens hat man den Eindruck, dass in diesem Buch ältere Textteile wie der ganze Komplex "Weimarer Republik" in das später erfundene Ordnungsmuster integriert wurden. Der Leser kann sich also durchaus den Spaß erlauben, sich selbst als das Opfer eines raffinierten Vermarktungszynismus zu erleben, der im zu großen Titel des Buches seinen letzten Ausdruck findet. P. Sl. agiert als ein Patchwork-Autor, ein Sample-Künstler, ein DJ der Philosophie; umso enttäuschender sind seine (spärlichen) Aussagen zur Musik. Zu ihr hat er keinen Draht. Letzte Bemerkung: Sphärenrastermäßig zeigt sich P. Sl. schon in der "Kritik" als schaumartig; zynismusrastermäßig kann man bei ihm in den 20 Jahren seit der "Kritik" eine stete (Aufwärts-)Bewegung vom Kynismus zum Zynismus erkennen.
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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. September 2001
Die Kritik der zynischen Vernunft ist wie die Betitelung andenkt ein Monument der kritischen Erörterung des Denkens und Handeln inmitten der Verhältnisse des 20 Jahrhunderts.Ohne den antagonistischen Widerspruch zu wiederholen, den Marx zwischen sozialen Klassen zu entdecken glaubt, erkennt der Autor einen Widerspruch,eine Grenzziehung zwischen zwei verschiedenen Akzentsetzungen des Denkens und des Handelns.Es ist auf der einen Seite der kynische Akzent, mit dem der "Typus" des "Soldat Schweijk" sich ungeachtet der Verhältnisse seine Lebengestaltung schlau und listig erschleicht,in ständiger Verstellung vor den herrschenden Instanzen, die ihm seine Handlungsfreiheit "austreiben" wollen.Auf der anderen Seite gibt es den "Typus" des "Grossinquisitors" der den Menschen aufgrund eines umfangreichen Gedankengebäudes die Handlungsweise vorschreiben will,der befindet welche Wirklichkeit es geben darf, soll, und welche Wirklichkeit,sprich Menschen, es nicht geben darf, die folglich "auszumerzen" sind.Die Grenzziehung läuft hierbei nicht durch die Gesellschaft ,sondern durch die Persönlichkeit, mal ist man als Mensch eher ein "zynischer Typ" mal ein "kynischer Typ".Grundsätzlich favorisiert der Autor der kynischen Akzent, ohne jedoch verschweigen zu können, dass keiner vor dem Abgleiten in zynische Allüren gefeit ist.Eigentlich verdeutlicht Sloterdijk anschaulich dass man keine Philosophie schreiben kann, ohne Psychologisches zu sagen.Begriffe und Bedeutungen werden von Menschen erdacht und sind somit keine überweltlichen Abstrakta ,denen man sich nur von "aussen" nähern kann.Sein Ansatz erinnert an Nietzsche der in den kritischen Texten sich gerne an die Motive des Gedachten heran pirscht, um somit das Gedachte auszuhebeln.
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20 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2001
Es werden Wahrnehmung und Darbietung des modernen Journalismus der heutigen Zeit erforscht. Der Umgang und die Einstellung des ständigen Informationsflusses mit seinen verschiedensten Themen und Ereignisse werden angespielt.
Der Journalist mit seinem Verhalten konfrontiert und diejenigen aufgewiesen, die ihr Material auf unmoralischen Art beschaffen. Sei es mit kriminellen oder mit realitätstrübenden Mitteln, was bleibt ist die Einstellung, Ihre Taten immer an ihrem Berufsbild auflasten zu können. Danach wird auf die eigentliche noch größere Problem der modernen Massenmedien hingewiesen. Die Gleichgültigkeit, das negativ erregende Berichte direkt neben positiv bildendenden Berichten entstehen, und das Interessantheit und Belanglosigkeit an der in fragegestellten Nachfrage gemessen wird.
Mit dem Satz wird der eigentlichen Sinn dieses Buches gut beschrieben:
"Such is life. Als Nachricht ist alles verfügbar. Was Vordergrund ist, was Hintergrund ist, was wichtig, was unwichtig, was Trend, was Episode: alles reiht sich in eine gleichförmige Linie, worin Gleichförmigkeit auch Gleichwertigkeit und Gleichgültigkeit erzeugt."
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2015
Auslegung eines Originals durch ca 13 Autoren was als eine Einführung bzw Interpretation angesehen werden kann.Eine Präsentation des gestalteten Verständnisses.
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8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 25. März 2005
sloterdijk, die begriffe ZYNISCH und KYNISCH gegeneinandersetzend, versucht gesellschaftliche polaritäten zu beschreiben: dem patriarchalischen sexualZYNismus stellt er den aubegehrenden feministischen KYNismus gegenüber, dem ZYNismus der sich für ihre umtriebigkeiten stets große geldmengen beschaffenden militärköpfe aller länder stellt er den KYNismus derer gegenüber, die sich nicht so gern mustern und einverleiben lassen wollen, dem ZYNismus der an der besteurerungsschraube drehenden regierungsapparatschiks stellt er den KYNismus der gewerkschaftlichen protestbewegungen gegenüber und so weiter. liest man den etwas angejahrten genialen erstwurf der nun schon länger anhaltenden sloterdijkiade noch einmal erneut durch, entdeckt man, dass das buch hält, was man von einem philosophischen erwartet: eine langanhaltende, vorausschauende gültigkeit. nimmt man als beispiel für den ZYNismus der religions-cliquen die tricks, mit der manche mullahs ihrer islamistischen gefolgschaft den horizont verbrettern - und begreift als KYNischen gegenimpuls zum beispiel RAWA - die organisation afghanischer frauen, die mit versteckter video-kamera unter der burka hinrichtungen in fußballstadien filmten - dann sieht man, dass sloterdijks antinomie ZYNismus versus KYNismus bleibende gültigkeit hat. auch wenn sloterdijk, wie in jüngster zeit geschehen, die amerikanische regierungs-administration dem ZYNischen, den europäischen kampf um eigene identität eher dem KYNischen reflex zuordnet, bleibt er seiner einteilung treu. inwieweit sloterdijk selbst ZYNisch wird, wenn er in seiner umstrittenen gedenkrede den begriff des "menschentreibhauses" fabriziert, wird ihm vielleicht auch noch irgendwann von einem mutigen und standhaften KYNiker erklärt werden können. denn das wollen wir sicher nicht, dass man seiner formulierung "die wunde heine, die wunde marx, die wunde kierkegaard, die wunde nietzsche, die wunde heidegger, die wunde freud, die wunde adorno" - nun bald anhängen müssen: die wunde sloterdijk?
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Februar 2013
Nichts für Wenigleser, viel Text um den Brei herum,
mir fehlt die klare Aussage,
vielleicht bin ich zu wenig intelektuell, um das zu verstehen.

Very special stuff for fans of Sloterdijks....
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