Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


5.0 von 5 Sternen Alles ist vergänglich, also erkenne dich selbst oder "Schatten sind meine Werke"
"Ich sage: Fast alles was ich sehe,
könnte anders sein. Aber um welchen Preis?
Die Spuren des Fortschritts sind blutig.
Sind es die Spuren des Fortschritts?
Meine Wünsche sind einfach.
Einfach unerfüllbar?"

Hans Magnus Enzensberger, einer der wichtigsten deutschen Intellektuellen und virtuoser und vielfältiger...
Veröffentlicht am 4. März 2012 von Timo Brandt

versus
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen nicht was ich dachte
nicht was ich dachte . schlechte u m s c h r e i b u n g . !
Vor 14 Monaten von Stevy veröffentlicht


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

5.0 von 5 Sternen Alles ist vergänglich, also erkenne dich selbst oder "Schatten sind meine Werke", 4. März 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Blindenschrift (edition suhrkamp) (Sondereinband)
"Ich sage: Fast alles was ich sehe,
könnte anders sein. Aber um welchen Preis?
Die Spuren des Fortschritts sind blutig.
Sind es die Spuren des Fortschritts?
Meine Wünsche sind einfach.
Einfach unerfüllbar?"

Hans Magnus Enzensberger, einer der wichtigsten deutschen Intellektuellen und virtuoser und vielfältiger Verfasser beinahe jeder Art von Prosa, Lyrik und Dramatik, ist neben seiner sicherlich wichtigen Stellung als Essayist auch einer der bekanntesten deutschen Dichter der Nachkriegszeit. Seine Poesie ist in der Mitte zwischen subtilem Gedankengut und sprachlicher Ausdrucksmechanismen angesiedelt und schwankt oft zwischen Abstraktion und Klarheit.

Nach den rabiateren Bänden Verteidigung der Wölfe und dem kritisch-verdüsterten Gemisch Landessprache ist Blindenschrift fast schon so etwas wie eine erstaunliche Kehrtwende oder ein Neuanfang. 1964, also vier Jahre nach Landessprache entstanden, hat es die klecksende und gewaltige, Ehrfurcht gebietende Stimme dieser Gedichte abgelegt und sich einer, manchmal schon fast resignierten, oft labyrinthischen, Klarheit und Schlichtheit zugewandt. Die ist jedoch niemals sachlich oder nüchtern; eher schneidend, lauernd und meist komprimiert.

Was thematisch am meisten auffällt sind die Symbole und Antagonismen der Vergänglichkeit. Im Ganzen ist der Band ein bisschen wie ein langes Selbstgespräch von Enzensberger mit sich selbst, darin Augenblicke, Betrachtungen und vor allem Fragen.

"Was soll da auftauchen aus der Flut,
wenn wir darin untergehen?

Noch ein paar Fortschritte
und wir werden weitersehen."

Bestechend ist mal wieder die bleibende Aktualität seiner Dichtung. Nach dem dritten Gedichtband, den ich jetzt nun von ihm lese, kann ich schon absehen, dass die besten seiner (auch seiner engagierten, kritischen) Gedichte und Zeilen, zeitlos sind. Vor allem in Blindenschrift sind sie es.
Gedichte sind wichtig für das Verständnis von Schönheit und für die Selbstreflexion. Beides können sie stärken und beides können sie auch in sich tragen. Enzensbergers Gedichte sind keine klar gestaffelten Bekenntnisse oder schlichte Ansagen; ebenso wenig sind sie unzugänglich oder kryptisch. Jedes von ihnen hat so etwas wie einen inneren Schlüssel, eine eigene innere Logik, die sehr wohl zu erreichen ist. Hat man diese innere Logik erstmal erkannt, ist es ein leichtes seine Symbole zu verstehen.

"Als wäre nichts geschehen
erscheint täglich neu
unser rührender schmutziger
knallharter frommer Roman.
Fortsetzung folgt, und kein Ende."

Blindenschrift ist sicherlich kein besonders schöner und auch kein besonders beeindruckender Gedichtband. Aber er hat eine leicht kritische Stimme, eine besondere Essenz, die ihn trotzdem sehr einzigartig macht. Und gleichsam finde ich persönlich, dass er auf seine Art auch sehr stimmungsvoll und weise ist und das mancher Text sehr zum Nachdenken anregt: Über das Können, das Wollen, das Denken - wie schrieb Enzensberger: "Nimm die Binde ab/ König Mensch und lies/ unter der Blindenschrift/ deinen eigenen Namen." Ich kann bezeugen, dass das in manchem Text gut funktioniert.

Zuletzt noch ein paar Zeilen, die zeigen sollen, dass es sich über Gedichte nachzudenken lohnt:

"Denkbar immerhin,
wenn auch nicht glaublich:
Die Katastrophe wäre da,
wenn über uns käme die Nachricht:
dass sie ausbleiben wird
für immer

Verloren wären wir:
Wir stünden am Anfang"
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachexistenzialistische Lyrik von Links nach nirgendwo., 13. Juni 2010
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blindenschrift (edition suhrkamp) (Sondereinband)
Wenn jemand glaubt, dass alle wesentlichen Fragen bereits gestellt sind, dass die meisten davon semantisch fragwürdig sind, dass es auf die Frage nach dem Sinn nur Schweigen als Antwort gibt, wenn jemand also nachexistenzialistisch verortet ist, schreibt er wie Hans Magnus Enzensberger. Das Ergebniss ist, dass eine Frage, die eigentlich nicht gestellt werden darf, so kunstvoll in der Schwebe gehalten wird, dass bloß(!) keine Antwort erkennbar wird. Denn eine Antwort zu dulden, hieße, der Frage untreu werden, welche durch ihre unbeantwortbare Stellung, die einzig rechte Erkenntnis darstellt.
Wer mit solchen Haltungen, die Schriftbild werden (allerdings nicht Braille!), etwas anfangen Kann, kann auch Enzensbergers Lyrik genießen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen nicht was ich dachte, 20. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blindenschrift (edition suhrkamp) (Sondereinband)
nicht was ich dachte . schlechte u m s c h r e i b u n g . !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Blindenschrift (edition suhrkamp)
Blindenschrift (edition suhrkamp) von Hans Magnus Enzensberger (Sondereinband - 1. Juli 1967)
EUR 5,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen