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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch bei Russell ist das Ziel der Philosophie die Erkenntnis, 27. März 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Sir Bertrand Russell (1872-1970), der dritte Herzog zu Bedford, war Mathematiker, Sozialkritiker und Friedensaktivist. Im vorliegenden Buch befasst es sich mit den Problemen der Philosophie, dabei versucht er unmittelbare Erfahrung mit dem Weltbild der Physik zu vereinen. Der Philosoph hinterfragt Begriffe wie Erscheinung und Wirklichkeit und verdeutlicht, dass Substanz, Materie und die Gegenstände keine Realität darstellen, sondern vielmehr logische Konstruktionen sind. Dieses begründet er in der Folge dezidiert. Nicht nur Farben und Geräusche haben keinen Platz in der materiellen Welt der Wissenschaft, sondern auch der Raum, den man durch Gesichts- und Tastsinn in Erfahrung bringt, gehört dazu. Russell empfiehlt von daher zwischen Sinnesdaten und materiellen bzw. physikalischen Gegenständen zu unterscheiden. Diese Betrachtung ist notwendige Vorraussetzung für seine Erkenntnistheorie und seine Kritik an den traditionellen philosophischen Fragestellungen, wie man im Klappentext belehrt wird.

Russell setzt sich in seinem Buch mit dem Begriff des Idealismus auseinander und reflektiert einzelne Erkenntnisformen. Er resümiert, dass unser gesamtes Wissen- die Erkenntnis von Dingen, ebenso wie die von Wahrheiten - die "Bekanntschaft" zur Grundlage haben. Diese herauszufinden macht Russell sich ans Werk.

Quelle unserer Erkenntnis geistiger und seelischer Phänomene ist das Selbstbewusstsein. Sie ist die Bekanntschaft mit unseren Bewusstseininhalten bzw. unseren Gemütsbewegungen. Russell definiert :"Das Bewusstwerden von Universalien (auf diese geht er näher ein) nennt man "begreifen" und ein "Universale, das uns bewusst ist, nennen wir Begriff."

Durch Begriffe und Beschreibung wird man in die Lage versetzt die Grenzen der persönlichen Erfahrung zu überschreiten. Wissen, welches uns auf der Grundlage der Erfahrung etwas über Dinge aussagt, die wir persönlich nicht erlebt haben, so Russell, beruht auf einer Überzeugung, die von der Erfahrung weder bestätigt noch widerlegt werden kann.

Der Philosoph erläutert anschließend wie man bei allem zur Erkenntnis allgemeiner Prinzipien gelangt, wo dabei Schwierigkeiten auftreten und zeigt schließlich die Grenzen der philosophischen Erkenntnis auf.

Ich kann nicht behaupten, dass ich Russell wirklich begriffen habe, aber er hat mir zumindest verdeutlichten können, dass in einer Welt, in der die Naturwissenschaften Vorrang vor der Philosophie besitzt, sie dennoch ihren Sinn nicht verloren hat, weil wir durch die Größe der Welt, die die Philosophie betrachtet, selber zu etwas Größerem gemacht und zu jener Einheit mit der Welt fähig werden, die das größte Gut ist, das man in ihr finden kann" (vgl. S. 142)

Aber bitte, lesen Sie selbst!
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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verständlicher und lesenswerter Klassiker, 23. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Russell diskutiert in diesem Buch eine Reihe grundlegender philosophischer Probleme: Wie nehmen wir etwas wahr, und wie kommen wir zu dem Schluß, es gäbe eine materielle Außenwelt? Sind Namen versteckte Beschreibungen? Wie erkennen wir Wahrheiten, Irrtümer und Wahrscheinliches? Was kann und was nützt Philosophie? - Das Buch stammt von 1912 und ist in den meisten Punkten nicht mehr aktuell - als Klassiker ist es lesenswert, leicht verständlich und regt zum Selberdenken an - empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Russellsche Probleme, 30. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Russell zu lesen ist nicht leicht, abe er gilt als eine der verständlicheren Philosophen udn so kann man sich auch als Anfänger die Probleme der Philosophie zu Gemüte führen. Das kleine handliche Reclam-Bändchen passt in jede Tasche und durch sein fast nicht existierendes Gewicht kann es eigentlich überall zum Lesen mitgenommen werden. Der Text gliedert sich in angenehm kurze Kapitel und wird noch mit einem Nachwort versehen.
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8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel" (Russell), 17. Februar 2008
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Russell (1872-1970) wurde als Sohn einer adligen Familie, die ihren Stammbaum auf Heinrich VIII. zurückführte, geboren. Im Alter von drei Jahren verwaist, wurde er von seiner Großmutter erzogen. Von 1890 bis 1894 studierte er Mathematik und Philosophie am Trinity College in Cambridge. Wegen seiner ausgezeichneten Leistungen wurde er 1895 zum College - Mitglied gewählt, 1910 avancierte er zum Dozent. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich überwiegend mit logisch-mathematischen Arbeiten und veröffentlichte 1910 bis 1913 zusammen mit Alfred North Whitehead die Principia mathematica, eines der wichtigsten Werke der modernen Logik. 1912 eben diesen Band der Probleme der Philosophie. Und dieser Erörterung kann man eines vorausschicken, nämlich, dass es Russell gelang, eingängig und unterhaltsam Grundideen und Fragestellungen der Philosophie ohne Verlust an Sachbezug darzustellen. Gesunder Menschenverstand und Bereitschaft, den Bahnen Russells zu folgen, ist einzige Voraussetzung des Lesers, sich den Problemen zu nähern und Erkenntnisgewinn zu erlangen.

Anschauliche Darstellung für den Leser heißt, von verständlichen und bekannten Gegenständen und Empfindungen ausgehend, ein System von Fragen und Antworten bereitzustellen, von dem aus man die philosophische Sicht erprobt, erfragt, verwirft und schlussendlich in eine Logik oder Metaphysik zur Anschauung, zur Wirklichkeit, zur transzendenten Wirklichkeit oder zum notwendigen Denksystem führt. Und in der Folge der Begriffe erkennt der Leser, wie aus Universalien (allgemeine Ideen), begreifen und Begriff entsteht, wie Materie aus Natur oder aus dem Geiste zu betrachten ist und in ihrer physikalischen wie philosophischen Existenz deutlich wird. Ihm gelingt es nahezu spielerisch, zwischen Akt des Wahrnehmung, und der Wahrnehmung an sich zu unterscheiden, so wie die Wirklichkeit in ihrer subjektiven Betrachtungsweise ebenso keine feste Größe ist und erst in der Relation zwischen Dingen der Erscheinung oder den Dingen an sich neue Erscheinungen und dahinter liegende Wirklichkeiten sich manifestieren. So wie der Tisch ein Tisch der Erscheinung ist im Sinne des Betrachtes, gelingt es Russell dennoch aufzuzeigen, das im Begriff des Tisches zwischen Menschen und ihrem Bewusstsein sich Übereinstimmungen ergeben, die es möglich machen, ungesehen darüber zu sprechen..

Farben dienen zur Anschauung ebenso, sind sie doch nur Folge reflektierter Wellenlängen des Lichtes und man kommt so leicht zu dem Standpunkt, dass es die Farbe an sich vielleicht nicht gibt, jedoch deren Erscheinung im subjektiven Standpunkt. Zumindest wird hier Bekanntschaft und Beschreibung ebenso deutlich und man wird sich wundern, inwieweit Sinnesdaten von Außen durch Introspektion zu Gegebenheiten des inneren Sinnes werden. Und während diese Rezension nun von Ihnen, liebe(r) Leser(in), gelesen wird, ist zu bedenken, dass das Wissen durch Beschreibung letzten Endes auf ein Wissen durch Bekanntschaft zurückführbar ist. Bekanntschaft kann in der Anschauung oder durch Gedanken gemeint sein, Erkenntnis durch Beschreibung ersetzt die persönliche Erfahrung und erweitert somit den erlebten Horizont. Da nun diese Einführung nah an noch spürbarer Erfahrung gelungen ist, wendet er oder Sie sich den Schlüssen zu, nämlich aus den Gegebenheiten der Erfahrungstatsachen allgemeine Prinzipien der Überzeugungstatsachen abzuleiten, die zu Schlüssen gemäß dem Prinzip der Induktion (hohe Wahrscheinlichkeit der Wiederkehr führt zum allgemeinen Gesetz), dann zu den Erkenntnissen, die von Prämissen abgeleitet, axiomatischen Charakter haben bis hin zu den Fragen der Erkenntnis a priori, die seit Kant eben nicht mehr nur analytisch (Prädikat des Subjekts) zu sein hat, sondern eben synthetisch sein kann. Es bedarf keiner Analyse des Subjekts, um zum Prädikat zu kommen.

Spätestens hier in der Frage, wie die Beweisführung in der reinen Mathematik ist und ob eine erhöhte Anzahl von Beispielen höheren Erkenntnis ermöglicht, taucht der Einfluss Cantors Mengenlehre und in gewisser Weise, wenn es um geometrische Beispiele geht, Euklids more geometrico (Elemente) auf. Die an sich einfache Sachlage wird beleitet vom Gefühl der Notwendigkeit. Man bewegt sich nicht wie in der verallgemeinerten Empirie entlang bloßer Tatsachen, die nur in dieser Welt womöglich gelten, sondern das Erlebnis, dass 2x2=4 ist, ist die besondere Art von notwendiger Ewigkeit, geltend in jeder aller möglichen Welten. Dieser Notwendigkeit muss sich alles Wirkliche und Mögliche anpassen, die Erhabenheit der Mathematik als höchste Form der Philosophie wird erlebbar.

Das Kantsche Ding an sich hält der Königsberger für unerkennbar, man könne meinen, er sei agnostisch in der Betrachtung des Unsichtbaren und ergänzt es deswegen um die Erfahrung aus der Erscheinung des Dings und vereint beide Gedanken zum Phänomenon, welches dann nicht mehr objektiv allein, sondern subjektiv besetzt wird durch die beigesteuerte Erfahrung, des apriorischen Wissens. Kant verbindet Empiristen und Rationalisten zum ewigen Frieden, und dennoch gelingt es Russell insofern es sich um Denkgesetze handelt, Kant in die Zwickmühle zu bringen, weil er den Satz vom Widerspruch wie jedes andere apriorische Urteil anwendet auf das zum Bewusstsein Gehörende wie auf das Bewusstsein selbst und findet damit die bei Kant fehlende Größe, nämlich die Welt der scholastischen Universalien oder des platonisches Ideenhimmels. Wenn Beziehungen ein Sein zukommt, ist es welches Sein? Diese Frage findet man in Annäherung beantwortet bei Platon. Aus den Aspekten vieler Handlungen werden gleiche eliminiert und diese dann dem Begriff z.B. der Sophrosyne (vgl. Rez Platon: Charminides) zugeordnet. Jede Handlung mit gleichen Aspekten hat nun Teilhabe am Wesen, das die zuvor gefundenen gemeinsamen Aspekte vereint. Dieses Wesen ist damit die Besonnenheit selbst. Ein Sein, welches zeitlos und ewig existiert im Gegensatz zur Existenz, welche mit Zeitbezug Gültigkeit hat. Sein ist das Vollkommende; Existenz ist im Fluss, also werdend.

Sollten Zweifel übrig bleiben, führt Russell den Leser in die Welt der Wahrheit und der Falschheit, lässt uns erkennen, das Meinungen in Bezug auf Wahrheit eine andere Ebene darstellen und das Wahrheit letztendlich eine aus dem subjektiven Meinen und Empfinden herausgenommene Instanz mit allgemeiner Gültigkeit ist. Es ist dasselbe, dass Erkennen ist und der Gedanke, dass Sein ist. (Parmenides) So wird dem Leser das Wissen um etwas deutlicher, zumal Irrtum und Wahrscheinlichkeit, die die Frage nach dem Wie? der Erkenntnis begleiten und in Intuition oder logischer Ableitung erhellend sein können. Die vermutet widersprüchliche Aussage der hypothetischen Wahrheit gelangt zu neuer Klarheit und zum allgemeinen Verständnis.

So wie die Grenzen der philosophischen Erkenntnis insbesondere in der Metaphysik zu allerlei Spekulationen und interessanten Beweisführungen vieler Philosophen jeder Couleur Anlass geben konnten und mussten, so zeigt sich das Überwinden wollen der Grenzen im Streben der Menschen nach absoluter Wahrheit gerade auch in den metaphysischen Ebenen. Galt noch Hegels Sichtweise vom Teil und seinem Komplement anlog des getrennten Kugelmenschens des Aristophanes im Symposion als wegweisend in der philosophischen Neuzeit, erweist sich Russell als Logiker des 20. Jahrhunderts, um am Ende die Grenzen und die übertrieben erhofften Vorstellungen der Philosophie wieder zu erkennen, auch wenn Raum und Zeit in ihrer unendlichen Teilbarkeit zu unendlichen Mengen im Cantorschen Sinne führen mussten und sich der illusorischen Unwirklichkeit der bisherigen Philosophie entziehen konnten. Es wird der Wert der Philosophie gerade in der hoffenden Ungewissheit zu sehen sein, denn nur diese erzeugt Fragen und lässt den Ausbruch der Gedanken aus dem Kerker des Körpers in eine Kontemplation zu, die den unparteiischen Blick auf das Ganze ermöglicht. Wie einst Parmenides mag man erschrecken bei dem Gedanken: Alles ist eins. Und gerade aus der einen Sicht gewinnt man die Perspektive eines Gottes und spürt aus der Büchse der Pandora die verbliebene Hoffnung als Rettung.

Dieses Buch sollte in keiner Bibliothek eines philosophisch Interessierten fehlen. Russell streift und vertieft die philosophischen Erkenntnisse und Denkmuster der bekannten Philosophen und Philosophien, erhellt zudem die zur Weisheitsliebe führenden Fragestellungen, wie es in so einer brillanten Kürze und Prägnanz nur noch Nagel gelingen konnte. Nichts anderes als eine Empfehlung gilt damit für Russell mit diesem Abriss der Probleme der Philosophie, seine in Gedanken gefasste Zeit.
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2 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse!, 6. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Wie sehr R. geschätzt wird erkennt man auch an dem Skandal an der Universität Köln. Man entdeckte damals, ich glaube in den 70er Jahren, daß
die Habilitationsschrift einer Kölner Philosophieprofessorin zum großen Teil einfach von Bertrand Russell abgeschrieben war. Diese Frau wurde von
Johannes Rau damals vom Dienst suspendiert.
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Probleme der Philosophie (edition suhrkamp)
Probleme der Philosophie (edition suhrkamp) von Bertrand Russell (Taschenbuch - 6. Januar 1967)
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