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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aura vs. Convenience
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin,...
Veröffentlicht am 3. Januar 2007 von kpoac

versus
3 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unnötig
Dieses Buch verdient eigentlich gar keine ernsthafte Rezension. Nur die Diskrepanz zwischen meiner maßlosen Enttäuschung und der bereits vorhandenen sehr positiven Kritik veranlasst mich.

Meine Enttäuschung ergab sich, weil ich mir in einer Betrachtung aus der Zeit, in der die technische Reproduzierbarkeit tatsächlich noch...
Veröffentlicht am 5. Oktober 2012 von mort


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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aura vs. Convenience, 3. Januar 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (Gebundene Ausgabe)
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".

Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.

Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).

Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.

Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.

Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.
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5.0 von 5 Sternen Ich liebe Benjamin..., 17. Februar 2013
Von 
Hanno Hartwig (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (Gebundene Ausgabe)
...und ich hasse diesen braunen Sumpf, der ihn in den Freitod getrieben hat. Ein wahrhaftig großartiger Denker, der noch weit nach dem Krieg, vielleicht zusammen mit Adorno die Geisteswissenschaften hätte beleben können. Aber so müssen wir uns mit dem zufrieden geben, was er uns hinterlassen hat. Daduch gewinnt es allerdings an Gewicht. Für jeden der sich mit Soziologie und Medien beschäftigt, ist dieses Buch Pflichtlektüre, aber auch für die Interessierten...aber was sag ich da. Das weiß ja sowieso schon jeder.
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4.0 von 5 Sternen Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, 4. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
alter Klassiker, nicht alles stringent in Benjamins Schlüssen, finde ihn nicht mehr bei mir , also nochmals auf Kindle, brauche das Buch für meine wiss. Arbeit.
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3 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unnötig, 5. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch verdient eigentlich gar keine ernsthafte Rezension. Nur die Diskrepanz zwischen meiner maßlosen Enttäuschung und der bereits vorhandenen sehr positiven Kritik veranlasst mich.

Meine Enttäuschung ergab sich, weil ich mir in einer Betrachtung aus der Zeit, in der die technische Reproduzierbarkeit tatsächlich noch erwähnenswert und etwas Besonderes war, pointierter sein könnte.

Allenfalls besticht das Buch durch originelle Wortschöpfungen, die nicht einmal zeittypisch genannt werden können, die aber zur Steigerung der Aussage auch nicht beitragien.

„Es wird eine der revolutionären Funktionen des Films sein, die künstlerische und die wissenschaftliche Verwertung der Photographie, die vordem meist auseinander fielen, als identisch erkennbar zu machen“
Das Buch besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung solcher und noch kryptischerer Aussagen. Man fragt sich ständig, was der Autor eigentlich aussagen will. Eine wirkliche Aussage fehlt irgendwie.

Vom Buchtitel und der –beschreibung her hätte ich mir zumindest eine Erörterung des interessanten Spannungsbereichs Bild-Fotografie-Film erwartet und nicht eine wirre Auflistung spontaner Gedanken.
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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit von Walter Benjamin (Gebundene Ausgabe - 18. September 2006)
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