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am 28. Juni 2004
Mit dieser Schrift beweist P. Sloterdijk, daß er ein Fuchs ist. Jedenfalls hat er verstanden, wie man sich in Szene setzt und Reden von sich macht. Andererseits gilt nach einem Diktum Heideggers, den Sloterdijk in seine Argumentation einbezieht, daß wahre Philosophie nur diejenige sei, die auf der Höhe ihrer Zeit ansetze. Man werfe dem Text alles vor, nur über eines sind wir doch wohl alle einig: Gentechnik und die Folgen für den (zukünftigen ?) Menschen, wie für die gegenwärtige Ethik/praktische Philosophie ist brandaktuell. Und wohl auch dringend: wir müssen in dieser schwierigen Frage zumindest anfangen, produktive Lösungsansätze zu entwerfen. Mit irgendwelchen "Ethik-Kommissionen" (deren Ergebnisse denen des Hornberger Schiessens gleichen), oder gar irgendwelchen erhitzten Stammtischdiskussionen (die leicht nach "Rechts" abdriften), ist dem Problem nicht beizukommen. Und es handelt sich um ein Problem, von deren Stellung, die der Mensch dazu bezieht, nichts weniger als der Forbestand oder das Verschwinden der Gattung abhängt. Und genau das ist es, wenn ich recht verstanden habe das, was Sloterdijk mit "Codex der Anthropotechniken" meint. Es geht mitnichten darum, dem empörten Publikum die Meinung Peter Sloterdijks zur "Menschenzüchtung" zu präsentieren; es geht darum, eine wichtige Diskussion, eine bewusstmachung zu initiieren. Die provokante Art, wie dies hier geschieht, ist Geschmackssache; andererseits ist es heute im Zeitalter der Allmacht der (Skandal)medien nicht mehr so einfach, sein Anliegen einer größtenteils Sensations- und Blutrünstigen Öffentlichkeit nahe zu bringen.
Alles in allem aber würde ich sagen, Sloterdijk als Faschist zu stempeln, schießt am Ziel vorbei, das ist eine Interpretation, die ich als unannehmbar bezeichnen würde. Allerdings bequem für diejenigen, die auch weiterhin bei schwierigen Themen wie diesem lieber zu Allgemeinplätzen als zum Nachdenken tendieren.
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Genau einen Satz verlor Peter Sloterdijk in seiner hier abgedruckten Rede aus dem Jahr 1999 über Eugenik, einen einzigen Satz, der allerdings ausreichte, um einen medialen Aufschrei zu erzeugen. Er rede hier einer Eugenik das Wort, einer rassistischen Menschenzüchtung, in der alles, was von einer definierten Norm abweicht, keinen Platz mehr habe. Nichts könnte falscher sein, wie bereits ein Blick auf den Untertitel hätte deutlich machen sollen: "Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus".

1946 verfasst, äußerte sich der wohl deutscheste aller Philosophen im Rahmen eines Briefes an einen fiktionalen französischen Freund, im Angesicht von Weltkrieg und Vernichtungslagern, über die totalitäre Tendenz, die jedem Humanismus zugrunde liege. Im Grunde geht es beiden, Heidegger und Sloterdijk, darum herauszufinden, wie man sicherstellen kann, dass im „Menschenpark“, so Sloterdijks Bezeichnung für jede größere und organisierte Gemeinschaft von Menschen, die Zivilisationsdecke durchbrochen werden kann, wie gerade in Deutschland geschehen. Sloterdijk führt den Grundgedanken des Humanismus zurück auf das Entstehen einer lesenden Öffentlichkeit, was eine einhegende Wirkung auf den Menschen gehabt habe: "Das latente Thema des Humanismus ist also die Entwilderung des Menschen, und seine latente These lautet: Richtige Lektüre macht zahm" (17). Für Sloterdijk ist die Menschwerdung im Sinne des Humanismus somit auch und vor allem eine "Medienfrage" (19); gerade im Zeitalter der weltweiten digitalen Vernetzung ist dies nun wahrlich ein interessanter Ansatz- und Diskussionspunkt. Für Heidegger lag ja gerade in der radikalen Subjektivität des Humanismus die Ursache für das deutsche Menschheitsverbrechen zwischen 1933 und 1945. Hier liegt die bittere Tragik, dass es gerade der auf Zähmung ausgelegte Charakter des Humanismus gewesen sei, der, so Heidegger, die Welt ins Unglück gestürzt habe: "Aus Heideggers Sicht war der Faschismus die Synthese aus dem Humanismus und dem Bestialismus – das heißt die paradoxe Koinzidenz von Hemmung und Enthemmung" (31).

Im Rahmen dieser Diskussion, was denn nun den Mensch am besten zähmen könne, wagt Sloterdijk einen Blick in die Zukunft und stellt die Frage, ob die Menschheit in Zukunft "eine Umstellung von Geburtenfatalismus zur optionalen Geburt und zur pränatalen Selektion wird vollziehen können" (46). Diesen Satz aus dem Kontext zu reißen und dem Autor faschistoides Gedankengut zu unterstellen, ist schlicht und einfach unredlich und wird der höchst aktuellen und erfrischenden Herangehensweise des Themas Humanismus nicht gerecht.
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am 29. Februar 2000
Peter Sloterdijk stellt in seiner ursprünglich auf Schloss Elmau gehaltenen Rede zwei sehr umstrittene Thesen auf. 1. der Humanismus ist tot. 2. Wir brauchen zur Menschenzüchtung einen Codex der Anthropotchniken. Er bezeichnet seine Rede als Nachtstück, was die gedanklichen Brüche und Unstimmigkeiten innerhalb des Textes literaturwissenschaftlich entschuldigt. Das Buch ist lesenswert, aber noch mehr diskussionswürdig, weil die Thesen, die er aufstellt, nicht im Raum stehen bleiben sollten. Da der Humanismus auf dem Medium der Schrift basiert, zeitgenössich das Lesen aber durch andere Medien ersetzt (?) wird, ist der Humanismus, oder die Weiterverbreitung des Humanismus am Ende. Dies ist meiner Meinung nach eine vollkommene Unterschätzung des humanistischen Gedankens, der sich auch über andere Medien transportieren liess, lässt und lassen wird. Seine apokalyptischen Gedanken bezüglich der Züchtung und Optimierung menschlicher Wesen "nach züchterischem Königswissen" ist eine Vision, zu der er nicht Stellung nimmt. Er sieht sie voraus, wird aber seiner Rolle als Philosoph, indem er nicht gegen oder auch für eine solche Zukunft plädiert, nicht gerecht. In der an die Rede sich anschliessenden Debatte, die vorwiegend in der ZEIT, der FAZ und der WELT stattfand, fühlte er sich missverstanden. So, wie die Rede geschrieben ist, liegt der faschistoide Unterton allerdings auf der Hand. Ich würde mir sehr wünschen, dass Herr Sloterdijk ehrlich Farbe bekennen würde zu seiner Vision, damit man die Möglichkeit erhält, sich konstruktiv gegen oder für sie auszusprechen.
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am 24. Dezember 2011
Der Herr Philosoph berichtet im Stil eines Essays über die Wege und Wandlungen des Humanismus auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft. Nichts neues, nichts bewegendes. Alles plätschert so dahin. Ein dünnes Büchlein, denkt man, auch vom inhaltlichen her. Dann ein unerhörter Knall, der allerdings sehr lange ungehört blieb, weil er schriftstellerisch gekonnt in Watte gepackt wurde. Brisant, kulturpessimistisch, aber zwingend in der Argumentation. Kein schönes Buch für gute Menschen.
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HALL OF FAMEam 27. März 2005
Man fragt sich manchmal, warum Sloterdijk so berühmt geworden ist. Weil er so verquast formuliert, dass man es für gescheit halten muss? Oder weil er so geschickt verquast, dass man seine unterschwellige Tendenz, die man streckenweise doch wohl als politisch nicht korrekt einstufen muss, nicht wirklich dingfest machen kann? Am fragwürdigsten ist ohne Frage das Buch mit der Abhandlung des Menschenzucht-Gedankens. Wer sich intensiv mit Nietzsche beschäftigt hat wie Sloterdijk, der ja auch wissen muss, wie freudig dieser Denker vom dritten, tausendjährigen Reich adaptiert worden ist, der müsste sich eigentlich hüten, zu faseln vom "Menschentreibhaus", von "Stichworten zur historischen und prophetischen Anthropologie". Subversiv zu sein, grinsend, gallertartig, nicht zu fassen - das mag ja manchem sympathisch erscheinen - mir gefallen die Denker besser, die nicht höhnisch Unverschämtheiten auf die Spitze treiben, sondern die den Kern des Philosophierens nicht verdrängt haben: eine ständige Bereitschaft zur Selbstkritik, zum Respekt vor dem dialektisch zu erblickenden Gegenteil - und die nicht Philosophie missbrauchen zu einem rhetorischen Spielfeld, in welchem Manipulation, versteckte Herrschsucht und Arroganz sich selbstbelustigt als erneut hoffähig definieren. Es mag vielleicht absurd wirken, aber ich gebe diesem Buch 5 Sternchen: nicht, weil ich dahinterstehe, sondern weil man es gelesen haben muss, um beurteilen zu können, ob man noch hinter Sloterdijk stehen kann ...
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