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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend Zusammenfassung des momentanen Dilemmas
Heiner Flassbeck gelingt es mit seinem Buch, in gut verständlicher Sprache und auf wenig Raum zusammenzufassen, warum die Finanzkrise, die mittlerweile von weiten Teilen der Politik- und Medienlandschaft zu einer Schuldenkrise umgedeutet wurde, einfach nicht enden will und ihre Folgen trotz aller Gegenmaßnahmen nur noch schlimmer und nicht besser werden...
Veröffentlicht am 8. April 2012 von K. Haas

versus
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das buch hat Stärken und Schwächen
Ob Finanz-, Schulden-, oder Eurokrise, der Mythos der unfehlbaren Märkte ist bei den meisten schon lange erschüttert. Flassbeck zeigt im Buch aber auch, dass publikumswirksamer Aktionismus der Politik die allgemeine Krise in den letzten Monaten eher verstärkt, als sie gelöst hat.

So wendet er sich z.B. gegen das Paradigma, dass der...
Veröffentlicht am 25. Januar 2012 von Falk Müller


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend Zusammenfassung des momentanen Dilemmas, 8. April 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Heiner Flassbeck gelingt es mit seinem Buch, in gut verständlicher Sprache und auf wenig Raum zusammenzufassen, warum die Finanzkrise, die mittlerweile von weiten Teilen der Politik- und Medienlandschaft zu einer Schuldenkrise umgedeutet wurde, einfach nicht enden will und ihre Folgen trotz aller Gegenmaßnahmen nur noch schlimmer und nicht besser werden. Flassbeck zeigt die grundsätzlichen Irrtümer in der Wirtschaftspolitik und -lehre auf, durch die die Grundlagen für Krisen geschaffen werden und die vor allem nichts zu deren Beseitigung oder Vermeidung beitragen.

Das ist recht weit entfernt von dem, was man so allgemein im medialen Mainstream zu hören und lesen bekommt, aber nichtsdestotrotz ausgesprochen stichhaltig. Doch leider ist der öffentliche Diskurs in diesem Bereich ausgesprochen ideologisch und so gut wie nicht sachlich geprägt, der "Glaube an die Unfehlbarkeit" des Marktes wird wird einem ja nun schon seit Jahren quasi wie ein religiöses Mantra eingetrichtert, und eben genau an dem Sockel dieser Legende sägt Flassbeck mit schlüssig vorgetragenen Argumenten.

Das Buch ist nun nicht besonders mit großem Wert auf den Unterhaltungsaspekt geschrieben worden und liefert sehr komprimiert eine ganze Menge an Informationen und Sachverhalten. Dies ist bei eine überschaubaren Umfang von 61 Seiten aber auch vollkommen o. k.

Fazit: Wer sich fragt, warum eigentlich die Krisenbewältigungsmaßnahmen, die zurzeit auf europäischer und deutscher Ebene angestrengt werden, so komplett ins Leere laufen und sogar noch zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Situation der meisten EU-Bürger führen, der bekommt hier in kompakter Form die nötigen Hintergrundinformationen. Sehr empfehlenswert!
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72 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Banken- und Finanzmarktkrise als Wirtschaftskrise verkleidet und zur Staatsschuldenkrise erklärt!, 23. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
So hätte der Titel auch lauten können. Heiner Flassbeck räumt hier gründlich auf mit den in und von den Medien gern wiederholten Mythen über die immer noch andauernde und von den Banken selbstverschuldete Banken- und Finanzmarktkrise.

Flassbeck steht mit seiner Einschätzung nicht allein da, es gibt etliche Ökonomen von Rang, die die wirtschaftliche und politische Situation ähnlich sehen wie er. Das allein ist Grund genug, sich auch mit seinen Positionen zu beschäftigen.

Eine Wahrheit ist: die Banken prüften die Risiken der von ihnen vergebenen Kredite nicht, jeder andere Geschäftsmann muss jedoch für seine Geschäftsrisiken eintreten und haften; die Banken aber wurden und werden mit Abermilliarden an Steuergeldern aus ihren kriminellen Spekulationsgeschäften freigekauft und können deshalb sogar noch ihre Gewinne verwirklichen, auf unser aller Kosten. Darum werden wir zum Sparen gezwungen, was im Einzelhaushalt mit Verzicht erkauft wird, funktioniert in einer Volkswirtschaft jedoch gar nicht. Schließlich sind die Volkswirtschaften ja nicht mit einem Einzelhaushalt zu verwechseln. Kurzum: Was der Eine spart, kann der Andere nicht verdienen. Spart nun einer (der Staat) ganz massiv und zwingt so andere (die Bürger) auch zum Sparen, setzt man ganz schnell eine sich selbstverstärkende Abwärtsspirale in Gang. Das ist die Beschreibung der gegenwärtig vom Besitzbürgertum und ihrem Finanzkapital vertretenen und den Bürgern aufgezwungenen Aushungerungspolitik. Der Sinn des Ganzen erschließt sich nur, wenn man weiß, dass das Besitzbürgertum über diese Aushungerhungspolitik des Staates (Austeritätspolitik) seine eigenen Gewinne realisieren will. Ökonomie ist eben immer auch Herrschaftswissen und -mittel. Deshalb ist sie auch politisch.

Für die Journalisten und die Medien, welche die Mythen verbreiten, gilt immer noch Paul Sethes Erkenntnis:"... Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sie immer. ...".
Der Volksmund fasst das kürzer: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Man könnte nun meinen, das alles sei ja nur ein Meinungsstreit, leider ist das aber weit gefehlt, denn die Auswirkungen der durch die Mythen verkleisterten und ihnen zugrundeliegenden Entscheidungen sind harte Wirklichkeit für Millionen von Menschen: Arbeitslosigkeit, Hungerlöhne und Armut. Hier gilt Kurt Tucholskys Einsicht: "... Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech. ..."

Es gibt Leute, die sich dem deutschen Besitzbürgertum (ca. 100 Milliardäre und ca. 800.000 Vermögensmillionäre, Stand 2011) zugehörig wähnen und deshalb die rabiate Marktreligion (Neoliberalismus) vertreten; allein, wähnen kommt von Wahn.

Wie die Märkte zu kapitalistischen Märkten wurden, erlärte der Wirtschaftshistoriker Karl Polanyi The Great Transformation: Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft).

Wichtig ist dabei noch zu wissen: Das Gegenteil von Markt ist nicht der Staat sondern das private Monopol. Das erleben wir zurzeit, da der anachronistische Irrwitz aus den Zeiten des Feudalismus immer noch existiert: Die privaten Banken.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 4. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Heiner Flassbeck zeigt und erläutert vom dominanten medialen Mainstream gepflegte oder gar durchgesetzte Mythen, die eine klare Sicht auf die Ursachen der aktuellen Krise verstellen. Natürlich kann man so komplexe Sachverhalte nicht in einem Buch abbilden, aber im Wesentlichen kommt der Autor den Problemen viel näher als jene, von denen in den Medien berichtet wird bzw. die in den Talkshows sitzen. Wer die Ursachen der globalen und der Eurokrise begreifen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Leider werden die Erklärungsansätze des Autors wegen der Dominanz des medialen Mainstreams von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist tragisch, aber konsequent:, 29. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Wer einmal die Logik auf dem Altar der eigenen Ideologie geopfert hat, verliert damit auch die Urteilskraft, um den eigenen Untergang zu verhindern."

Dieses kurze Zitat auf Flassbecks Buch sagt alles aus über die gegenwärtige Situation in einem von einem übermächtigen Land dominierten Wirtschafts- und Währungsraum, welches in keinster Weise logisch oder Makropolitisch vernünftig handelt oder argumentiert, sondern nur - Hohepriestern des Wahnsinns gleichend, die jegliche Logik und Verstand einer Ideologie opfern (Ideologie: die Idee/Vorstellung steht vor der Logik bzw. biegt sich die Logik so zurecht, wie sie der Vorstellung entspricht) - idelogischen Glaubenssätzen, fernab jeder Vernunft, folgt und dabei nicht nur die Europäische Währungsunion, sondern auch die Wirtschaft in der EU an sich und in letzter Konsequenz auch im eigenen Land zu Grabe trägt. Was danach noch bleibt ist wie immer bei ideologischen Opfergängen der Altar selbst.

Flassbeck erklärt in zehn Kapiteln kurz und prägnant welche massiven, auf lange Sicht fatalen Fehler im Rahmen dieser Währungsunion gemacht wurden und noch werden, inwieweit Deutschland daran beteiligt ist, welche Methoden dabei verwendet werden, welche Lügen und Propaganda auf Basis dieser Ideologie entstanden sind und zu guter letzt welche unausweichlichen, fatalen Konsequenzen dies nur haben kann.

Dieses Buch veranschaulicht eindrucksvoll den (nahenden) Endpunkt einer im Westen seit drei Jahrzehnten grassierenden Ideologie des wirtschaftlichen Wahnsinns, wobei diese Ideologie - egal wie man sie nennen mag, Neoliberalismus, Marktradikalismus oder auch nur größter wirtschaftspolitischer Irrsinn aller Zeiten - angewandt in einer Währungsunion nur zu einem solchen Ergebnis führen kann, wie man es jetzt aktuell in der EU schon sieht, nämlich wirtschaftliche Austerität statt - wie vorgesehen und möglich - Prosperität.

Einen Stern Abzug nur dafür, dass Flassbeck nicht noch deutlicher auf die unausweichlichen Konsequenzen und Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Bevölkerung eingeht und die in Deutschland schon bestehende Situation, die - von der Politik herbei geführt - für die jetzige Malaise hauptverantwortlich ist, nur am Rande erwähnt statt sie noch deutlicher zu geißeln.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wird dem Euro der Todesstoß versetzt?, 15. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Nur durch ein Wunder, so Flassbeck, könne der Euro noch überleben. Wenn man sieht, wie sich realisiert, was er 2010 in seinem Buch "Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts" prognostiziert, sollte man seine Mythen der Krise ernst nehmen.
Auf weniger als 60 Seiten gibt er einen Abriss der Fehlentwicklungen bei der Bewältigung der Krise. Fördern die Finanzmärkte unseren Wohlstand oder verhalten sie sich wie eine blinde Herde? Handeln die Regierungen oder schlittern sie von einer zur nächsten Krise? Sind Schulden, Staatsschulden, die Ursache der Krise? Leben wir über unsere Verhältnisse, können wir uns gesundsparen? Sind die kleineren Länder an der Peripherie der Währungsunion Schuld an der Eurokrise? Müssen wir alle sparen, dürfen wir keine Schulden machen? Inflationieren die Notenbanken die Wirtschaft? Wird Deutschland Zahlmeister Europas oder muss nicht die Lücke in der Wettbewerbsfähigkeit beseitigt werden? Ein "weiter so" funktioniert nicht.

Rechte Bewegungen schießen wie Pilze aus dem Boden, ob die Demokratie das alles überlebt, ist eine offene Frage. "Der Kapitalismus" darf nur Instrument sein zur Bedürfnisbefriedigung, er gehört uns, der Gesellschaft.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Logisch und klar, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Heiner Flassbeck erklärt und entzaubert in diesem extrem kurzen und preiswerten Buch die wichtigsten "Mythen" der aktuellen Krise. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, aber man sollte auch wissen: Wer zu diesem Thema sonst die FAZ, ZEIT, Süddeutsche, Welt, Spiegel, Focus usw. liest wird sich die Augen reiben.
Der naheliegende Einwand ist natürlich, wie das sein kann, dass dieser Herr Flassbeck recht hat und 95% unserer Journalisten (und Politiker) daneben liegen. Das ist in der Tat unglaublich, aber wer sich auf die logische Argumentation von Heiner Flassbeck einlässt, kommt an den Punkt, dass er besser durchschaut, was an der Standardargumentation schief läuft.
Ein Beispiel: Kolja Rudzio (ZEIT, 26.1.2012) schreibt, die niedrigen deutschen Lohnkosten seien nicht der Grund für die deutschen Exportüberschüsse, sondern die Qualität der Produkte, die "hochwertigen Autos und Maschinen" seien der entscheidende Faktor für die bessere deutsche Wettbewerbsfähigkeit gewesen. Klingt erstmal logisch, aber bei Heiner Flassbeck sieht man in den Grafiken, dass es auf die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten ankommt, und die haben sich über alle Branchen zusammen seit über 10 Jahren extrem niedrig entwickelt, anders als in fast allen übrigen Euro-Ländern. Der entscheidende Punkt, den der ZEIT-Autor unterschlägt, ist: Wenn die Deutschen bei der Qualität und der Produktivität tatsächlich etwas leisten, dann muss sich das im Lohnwachstum entsprechend niederschlagen. Tut es das nicht (und alles, was die Politik seit Gerhard Schröders Agenda 2010 getan hat, setzt auf ein möglichst niedriges Wachstum der Löhne), unterbieten wir unsere europäischen Partner immer mehr und werden in unserer Wettbewerbsposition immer stärker. Zu glauben, das könne noch viele Jahre so weiter gehen, und die deutschen Handelspartner könnten mit beständig negativen Leistungsbilanzsalden ihre gesamtwirtschaftlichen Verbindlichkeiten gegenüber uns immer weiter erhöhen, ist aber naiv, und Heiner Flassbeck zeigt das auf.
Das Buch lohnt sich auch deshalb zu lesen, weil man ein paar Vorurteile abbauen kann: "Keynesianismus" zum Beispiel (so wie Heiner Flassbeck ihn versteht) ist kein Freibrief für sinnloses Geldverschwenden und Inflationsraten von mindestens 20%. Sondern es geht darum, den Unterschied zwischen einzelwirtschaftlichem und gesamtwirtschaftlichem Denken so zu verstehen, dass es für unsere Gesellschaft den meisten Nutzen bringt. Dazu braucht man nicht mehr als drei Dinge: Erstens alte und falsche Glaubenssätze ("Guthaben sind gut, Schulden sind schlecht") über Bord werfen, zweitens eine logische und keine ideologische Vorgehensweise und drittens ein klarer Blick auf die Zahlen und Fakten.
Und der klare Blick auf die Zahlen und Fakten sollte uns nicht zuletzt lehren, dass der bisherige politische Umgang mit der Krise uns tiefer in sie hinein geführt hat, statt zur Lösung beizutragen. Wir sind aktuell (Februar 2012) auf dem besten Weg, die Fehler von Heinrich Brüning in den 30er Jahren zu wiederholen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solides kleines Nachschlagewerk zur Finanzmarkt- und Bankenkrise, 8. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Kleine, handliche Bücher zum günstigen Preis gab es immer schon. Seit einiger Zeit, besonders seit der Veröffentlichung von Stephane Hessels berühmtem Aufsatz "Empört euch", sind sie, z. B. als praktische Nachschlagewerke zu aktuellen Themen, so richtig "in". Und tatsächlich gibt es mittlerweile eine ganze Reihe neuer, wirklich lesenswerter kleiner Werke. Albrecht Müllers "Der falsche Präsident - Was Pfarrer Gauck noch lernen muß, damit wir glücklich mit ihm werden" ist ein solches, genauso, wie Heribert Prantls "Wir sind viele: Eine Anklage gegen den Finanzkapitalismus". Und das vorliegende kleine Buch "Zehn Mythen der Krise" von dem renommierten Ökonomen Heiner Flassbeck gehört mit Sicherheit ebenfalls zu den sinnvollen Werken unter den zuletzt erschienenen Klein-Büchern.

Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der UNO (UNCTAD), arbeitet unter Überschriften wie "Deutschland wird zum Zahlmeister Europas", "Alle müssen ohne Schulden auskommen", "Wir leben über unsere Verhältnisse" oder auch "Ganz unabhängig von den Ursachen: Die Staaten müssen sparen" auf 64 Seiten inhaltlich fundiert, gut verständlich und logisch argumentierend, 10 Glaubenssätze zur Finanzkrise durch und entlarvt sie als das was sie sind: Nichts als hohle neoliberale Meinungsmache. Es handelt sich um Phrasen, die wir alle schon mal gehört haben, beinahe täglich geistern sie durch die Medien, werden von Politikern, Wirtschafts- und Bankenvertretern sowie Journalisten benutzt, und sind nichts anderes als leere Propagandafloskeln, Sprachregelungen aus diversen Thinktanks a la INSM oder Bertelsmann.

So wird der deutschen Öffentlichkeit z. B. seit Monaten eingeredet, daß es sich nicht um eine Finanz- und Bankenkrise handele, sondern natürlich allein um eine "Staatsschuldenkrise" an der vor allem "die Griechen" schuld seien (Daß 11 Millionen Griechen die EU mit 500 Millionen (!) Einwohnern ins Wanken brächten ist für sich genommen schon absurd), und als weitere "Schuldige" stehen Staaten wie Portugal und Spanien schon in den Startlöchern. Und selbstverständlich brauchen angeblich ALLE (!) EU-Staaten eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild, also die Selbst-Kastration bzgl. des hoheitlichen Budgetrechts souveräner Staaten, und alles unter restriktiver Kontrolle der EU, weil die Staaten ja alleine schuld seien. Seltsam nur, daß zeitgleich der Bankenrettungsschirm auf nunmehr 800 Milliarden klettern soll, wozu es wiedermal KEINE Alternative gibt ...etc ... pp ...

Flassbecks informative und lesenswerte kleine, Schrift zeigt, daß sich die finanzpolitische Realität in Deutschland und Europa denn doch ein wenig anders darstellt, als es sich die "schwäbische Hausfrau" vorstellt - oder war es das protestantische "Kirchenlicht" aus der Uckermarck im Kanzleramt? ;-)

Wer jetzt - was nicht auszuschließen ist - auf den Geschmack gekommen sein sollte und es darüberhinaus etwas ausführlicher mag, dem seien u. a. folgende, nicht minder lesenswerte Bücher empfohlen: "Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts" (Heiner Flassbeck), "Zerschlagt die Banken - Entmachtet die Finanzmärkte" (Rudolf Hickel) "Ist der Kapitalismus noch zu retten?" (Peter Bofinger), "Stresstest Deutschland: Wie gut sind wir wirklich? (Jens Berger), "Des Reichtums fette Beute" (Gustav Horn), "Freiheit statt Kapitalismus" (Sahra Wagenknecht) und "Ehrliche Arbeit: Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier" (Norbert Blüm).
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr wichtige Schrift mit einer anerkennungswerten Intention, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Zu so aktuellen wie bedeutenden Themen wie der Wirtschaftskrise erscheinen naturgemäß Dutzende von dicken Hardcover-Büchern, deren Autoren alle die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und dem Leser die einzig wahre Wahrheit erklären. Dass es auch anders geht, beweist der UNO-Volkswirt Heiner Flassbeck. Freilich, im Recht wähnt auch er sich und auch er polemisiert teilweise gehörig; doch erstens beleuchtet er eine wesentliche Dimension in den Wirtschaftswissenschaften, nämlich die starke Ideologisierung, die in Medienberichten oder anderen Texten häufig vergessen oder ausgeblendet werden. Ökonomie ist nunmal nicht so objektiv wie eine Naturwissenschaft (wobei selbst dies zu hinterfragen ist); hinter bestimmten Aussagen und finanzpolitischen Forderungen stecken immer bestimmte Intentionen und Überzeugungen. Übrigens bezieht Flassbeck hier nicht parteipolitisch Stellung, er mahnt sowohl die Rechte als auch die Linke ab. Zweitens unternimmt er hier den umgekehrten Weg, denn er hinterfragt und widerlegt populäre Meinungen über die Krise, und trägt damit dem Umstand Rechnung, dass man etwas zumeist leichter widerlegen als beweisen kann. Nicht bei allen der zehn Mythen gelingt ihm das gleichermaßen stimmig und umfassend. Aber, und dies wäre auch drittens, handelt es sich bei der Schrift um ein kleines, gerade einmal 60-seitiges Büchlein (reiht sich also ein in die mittlerweile zunehmende Zahl von Essaybänden mit einem fast schon verwerflichen Preis-Leistungsverhältnis - für denselben Preis bekommt man heute beispielsweise schon einen dicken Hardcover-Dan-Brown-Roman!). Es ist sehr angenehm, die wichtigsten Thesen konzentriert und ohne aufgeblähten Ballast drumherum präsentiert zu bekommen, auch wenn darunter natürlich die Ausführlichkeit und Argumentationskraft leidet. Wer sich weiter informieren möchte, wird zu Recht auf Flassbecks bisherige Publikationen verwiesen.

Ich halte diesen Essay aber auch inhaltlich für sehr bedeutsam, um hartnäckigen und gefährlichen Meinungen entgegenzutreten: Sei es nun der unzulässige Schluss von Betriebs- auf Volkswirtschaft, die Mechanik und Theorie von Schulden, die Fehlbewertung der deutschen Finanzpolitik (Stichwort "Exportweltmeister"), das gefällige Feindbild vom "faulen Südeuropäer" etc. Mit diesem Hintergrund würden viele Stammtischgespräche anders verlaufen. Doch hier liegt auch das Problem des Textes: Sprachlich ist er zum Großteil nur mühsam bis schwer verständlich, gerade was die ökonomischen Feinheiten anbelangt. Auch die vier Grafiken sind für Laien kaum aussagefähig. Eingeworfene fremdsprachliche Wendungen erleichtern den Einstieg kaum. So ist diese Schrift gerade für die relevante Klientel leider wenig geeignet. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird ihr einiges an Erkenntnisgewinn und Anregung verdanken können.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wenn unter den Blinden der Einäugige König ist..., 30. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
... dann ist Heiner Flassbeck mit seinen ZWEI wachen Augen und seinem scharfen Blick für die komplexen Ursachen der aktuellen Krise ein wahrer Segen für die dringend nötige (ökonomische) Auklärung.

"Statt sich ernsthaft mit den Problemen auseinanderzusetzen, talkt sich die moderne Mediengesellschaft durch die Krise; ... geleitet wird die Mediengesellschaft dabei von einer Disziplin, die sich als Hohepriester des Glaubens an die Freiheit der Märkte versteht und diese ideologische Position mit Zähnen und Klauen, die Macht des Geldes allzeit hinter sich wissend, verteidigt. Nur Aufklärung, Entmythologisierung, kann hier eine Wende erzwingen." (aus dem Vorwort)

Anhand von 10 Mythen trägt Flassbeck mehr zur Aufklärung über die derzeitige ökonomische und politische Krise bei, als 100 Tage Dauerberieselung durch TV u.a., und das auf handlichen 61 Seiten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre!, 31. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein glänzend geschriebenes Pamphlet und wahres Gegengift gegen den neoliberalen Irrsinn, der uns tagtäglich von Politikern, in Talkrunden und fast allen Medien eingehämmert wird.
Heiner Flassbeck, derzeit Chefvolkswirt bei einer UNO-Organisation, gelingt es sehr überzeugend aufzuklären darüber, dass die sogenannte "Schuldenkrise" in Wahrheit eine Bankenkrise ist und dass an der derzeitigen Eurokrise nicht irgendwelche unsoliden Südländer Schuld tragen sondern allein die verfehlte Wirtschaftspolitik Deutschlands. Er erklärt auch, warum alle derzeitigen Maßnahmen nur dazu geeignet sind, die Krise immer weiter zu verschärfen und in eine kräftige Rezession zu führen.
Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp)
Zehn Mythen der Krise es digital (edition suhrkamp) von Heiner Flassbeck (Taschenbuch - 23. Januar 2012)
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