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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Scharfsinnige Bestandsaufnahme einer deutschen Großstadt,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras (Taschenbuch)
Bedrohlich ist die Atmosphäre im noch vom 2. Weltkrieg gezeichneten Deutschland. Der Autor zeigt an einem Tag im Leben einer Großstadt, wie die Menschen versuchen, sich mit den schwierigen Gegebenheiten zu arrangieren. 41 Personen begegnen dem Leser im Lauf der Handlung; Junge und alte, Deutsche und Besatzungssoldaten, Männer und Frauen. Vielfältige Beziehungen entspinnen sich, aber oft werden die Fäden gekappt, bevor die Menschen einander wirklich begegnen. Anonymität in der Masse ist eins der großen Themen in diesem Roman. Da sind zum Beispiel Carla und Washington, die von allen Seiten angefeindet werden, weil es sich für eine deutsche Frau nicht gehört, mit einem amerikanischen Soldaten zu leben, erst recht nicht mit einem Schwarzen... Oder Philipp und Emilia, die einander nichts mehr zu sagen haben. Er ist als Schriftsteller gescheitert, sie finanziert ihr gemeinsames Leben, indem sie teure Erbstücke versetzt. Ertragen kann sie die zur Fessel gewordene Ehe nur mit Alkohol, der wiederum Philipp noch weiter von ihr weg treibt. Dann begegnet er Kay, einer jungen Amerikanerin... Fesselnd ist aber nicht nur die Handlung, sondern auch die Sprache. Wie kein anderer Schriftsteller in den frühen 50er Jahren nennt Koeppen Restauration und Verdrängungsmentalität beim Namen, was dem Autor damals harsche Kritik einbrachte. Inzwischen ist die Bedeutung dieses Romans für die deutsche Nachkriegsliteratur offenkundig. Wer die Geschichte dieses Landes ein bißchen besser verstehen möchte, sollte Koeppen lesen. Die Atmosphäre der Stadt wird beklemmend realistisch geschildert. Das bemerkenswerteste an diesem Buch ist zweifellos die Erzählweise. Mit stilistischen Mitteln überwindet Koeppen das strenge Nacheinander des traditionellen Erzählens und schafft simultane Stränge, die sich überlagern. So wird der Leser in das gleiche Chaos hineingestellt wie die Figuren, ein faszinierender Kunstgriff. Es handelt sich hier zwar sicher nicht um leichte Lesekost, aber um eine Delikatesse, die ihresgleichen sucht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Blick in die Vergangenheit,
Von Nice2829 (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras (Taschenbuch)
Wenn von den Nachkriegsjahren die Rede ist, existieren in meiner Generation (Jahrgang 1969) recht holzschnittartige Vorstellungen: Hunger, amerikanische Befreier, beginnendes Wirtschaftswunder... Koeppen zeichnet ein Bild, das der Realität weit besser entsprechen dürfte. Es sind keine glücklichen, befreiten Menschen, die "Tauben im Gras" bevölkern. Gescheiterte, Hungernde, Suchende, aber auch dekadente Prasser treffen aufeinander. Sie alle teilen die Erfahrung des Kriegs, die sie prägt. Dass eine neue Zeit begonnen haben soll, ein frischer Start in eine freie Gesellschaft spürt man kaum. Die Protagonisten irren durch Trümmerlandschaften und Nobelhotels, ohne zu wissen, was nun eigentlich kommen wird.Doppelmoral, Rücksichtslosigkeit, jeder ist sich selbst der nächste - ein Schicksalsgemeinschaft, die vereint am Wiederaufbau arbeitet, hat man sich anders vorgestellt. Erhellend die Schilderung der Amerikaner und die Reaktion der Deutschen auf diese. Von "Befreiern" zu sprechen, wie es oft in Sonntagsreden geschieht, ist Heuchelei. Sie werden als Besatzer empfunden. Der Roman schildert diese Schicksale - wie man so gerne sagt - kaleidoskopartig. Oft genug bedeutet das, dass der Autor nicht in der Lage war, seiner Geschichte einen logischen Aufbau, einen roten Faden zu geben. Hier aber spiegelt die zerrissene, unstete Form nur den Inhalt wider. Wer sich ein Bild über die Nachkriegsjahre in Deutschland machen will, kommt an Koeppens nicht immer ganz einfachem, aber stets lesbarem Werk nicht vorbei. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Sinnlosigkeit der Existenz,
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
In "Tauben im Gras" schildert Koeppen einen Tag in einer deutschen Stadt der Nachkriegszeit aus den Blickwinkeln verschiedenster Personen und Charaktere. Eins haben dabei fast alle gemeinsam : Sie haben Angst, sind verzweifelt und vollkommen allein mit diesen Problemen. Jeder Versuch der Kommunikation scheitert bereits im Ansatz, scheint von Anfang an verloren. Die Protagonisten sind praktsich gefangen in ihren Gedanken, die sie Tag für Tag quälen. Die Verlorenheit und die innere Zerrissenheit werden dadurch besonders deutlich und die Gedanken werden oft sehr detailliert wiedergegeben. Das Ganze ist sicher Anfangs nicht sehr angenehm zu lesen (einerseits wegen dem Thema, andererseits wegen Koeppens Schreibstil), verlangt einem andererseits aber auch großen Respekt ab. Es ist beeindruckend wie intensiv und deutlich dich versteckten Empfindungen der Figuren geschildert werden und wie alles Positive direkt vergeht, an den Gegebenheiten der Gesellschaft und den persönlichen Problemen scheitert. Und so leben die Figuren weiterhin ihr sinnloses Leben (so erscheint es), treiben ohne Sinn und Zweck dahin in Erwartung der nächsten Katastrophe, des dritten Weltkrieges. Ein Buch das zum Nachdenken anregt, allerdings auch ein sehr trauriges, beinahe depressives Buch. Sicher nichts was man mal zwischendurch zur Erheiterung liest. Dafür hat Koeppen einen tollen Schreibstil, überrascht immer wieder mit seinen Metaphern und den ständigen Gegensätzen und inszeniert die Gedanken der Charaktere überragend. Definitiv lesenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Eine Sekunde zum Atemholen, Atempause auf einem verdammten Schlachtfeld",
Von
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
"Die Prosa des Romanciers Koeppen ist die zarteste und biegsamste, die unsere verarmte Literatur in diesem Augenblick besitzt", schreibt Hans Magnus Enzensberger. Marcel Reich-Ranicki lobt ihn gar als "Meister der deutschen Prosa".Tauben im Gras, das erste Buch einer Trilogie, erzählt die Geschichte eines einzigen Tages im Nachkriegsdeutschland. Ort der Handlung ist das von Amerikanern besetzte München. Koeppen verarbeitet verschiedene Handlungsstränge, die immer wieder ineinander übergehen. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Religion, Reiche und Arme, Erfolgreiche und Gescheiterte, Alte und Junge begegnen sich, tauschen ein paar Worte aus und trennen sich wieder. Elegant sind Koeppens Wortspiele. Worte, mit denen ein Absatz endet, greift er spielend und wandelnd in der Einleitung des folgenden Abschnitts wieder auf. Ein Beispiel: "...Wann kam das Goldene Zeitalter, die hohe Zeit - Er war ein Hochzeiter. ...". Kurz und fragmentarisch sind seine Gedanken- und Geistesblitze. Sie symbolisieren die lückenhaften, beschädigten Gedankenwelten der Menschen, deren Werte- und Ordnungssystem zerbrochen ist und die nun versuchen aus den Scherben eine neue, heile Welt aufzubauen. Immer wieder wird der Text durch kursiv gedruckte Propaganda- und Zeitungsschlagzeilen unterbrochen: "Krieg um Öl", "Superbomber in Europa stationiert", "Fallschirmjäger nach Malta", "Vorsichtige Fühler, kein Krieg vor dem Herbst", lauten die Nachrichten, die auf das weltweite Gefahrenpotenzial und den Kalten Krieg hinweisen. Wie brüchig der Friede zwischen den Menschen ist zeigt die Schluss-Szene. Deutsche und Amerikaner fraternisieren bei Bier und Musik im Bräuhaus, doch das Misstrauen sitzt tief, eine falsche Nachricht ("Die Nigger haben ein Kind umgebracht") genügt, um die Menge aufzubringen. Steine fliegen gegen die Fensterscheiben des Negerclubs. Dann die mahnenden Worte Koeppens: "Die Steine, die Steine, die sie geworfen hatte, das klirrende Glas, die fallenden Scherben erschreckten die Menge. Die Älteren fühlten sich an etwas erinnert...Mit Scherben hatte es damals begonnen, und mit Scherben hatte es geendet". Koeppen ist ein leidenschaftlicher Verfechter von Toleranz und Völkerverständigung. Carla, die weiße Deutsche und ihr farbiger amerikanischer Freund Washington träumen von einer gemeinsamen Zukunft in einem Land, in dem keine Ressentiments herrschen: "Weiße unerwünscht, Schwarze unerwünscht ... Juden unerwünscht ... Carla und Washington würden das Lokal errichten, Washington's Inn, die Wirtschaft, in der niemand unerwünscht ist." In seiner Metaphorik begegnen wir dem Kreis, der Wiederkehr, der Rückkehr. Koeppen schildert die Ereignisse eines Tages, die Uhr dreht sich zwei Mal im Kreise und kehrt zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Der alte deutsche Dienstmann Josef, der als Soldat in der Fremde ,Reisende' tötet und von dem reisenden farbigen Odysseus getötet wird. Richard Kirsch, der amerikanische Soldat, der in das zerbombte Land der Väter zurückkehrt. Obermusikmeister Behrend, der sich im Krieg in ein tschechisches Mädchen verliebt und seine Tochter Carla, deren Mann im Krieg vermisst wird und die ein wenig Glück beim farbigen Soldaten Washington sucht. Koeppens beschreibt das Leiden der zu-kurz-Gekommenen ebenso, wie die mondäne Welt der Sieger und der Gewinner. Er greift mitten hinein in die bunte, pralle Welt der Reichen und Schönen, entlarvt aber auch deren Maskerade. Alexander, ein erfolgreicher Schauspieler, und seine Frau Messalina, eine dekadente Lebefrau, zählen zu den Gewinnern. Doch nach einer durchzechten Nacht sehen wir "Hundertsechzig Pfund Menschfleisch" auf dem Sofa liegen: "Man verwechselte Alexander mit seinem Schatten ... Er war ausgeheldet". Die Angst bestimmt die Handlungen der Akteure; Angst vor dem Schatten der Vergangenheit, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Zusammenleben. Wie Tauben im Gras flattern die Menschen "sinnlos und wertlos, frei und von den Schlingen bedroht, dem Metzger preisgegeben, aber stolz auf die eingebildete, zu nichts als Elend führende Freiheit von Gott". Nein, Wolfgang Koeppen ist kein Moralphilosoph. Seine Menschen leben und leiden. Sie sind nicht frei von Fehlern, oft nahe am Verzweifeln. Sie sind auf der Suche nach ein bisschen Glück und Geborgenheit. Gerade das macht ihre Züge so menschlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nachkriegsgesellschaft wie in einem Kaleidoskop gespiegelt,
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
In mehr als 100 kurzen und längeren Abschnitten fängt Wolfgang Koeppen wie mit einer Kamera aus unterschiedlichen Perspektiven Szenen ein, die sich bald nach dem Zweiten Weltkrieg an einem einzigen Tag in einer deutschen Stadt abspielen. Obwohl der Name der Stadt nie genannt wird, gibt es zahlreiche eindeutige Hinweise auf München, und die Handlung spielt möglicherweise am 20. Februar 1951.Die unheroischen Helden, die Wolfgang Koeppen hier vorstellt, kommen mit der Welt nicht zu Recht. Ihre Wege kreuzen sich, aber sie bleiben einsam. Die Menschen sind aus der Bahn geworfen, jagen einem besseren Leben hinterher, gieren nach Geld und Genuss, suchen Liebe oder Ruhm. Sie sind existenziell verunsichert, hoffnungslos, auf der Flucht vor sich selbst, nicht in der Lage, die Lebensangst zu überwinden, unfähig zur Besinnung. Man spielt ihnen böse mit. Wie "Tauben im Gras" wimmeln sie durcheinander. Weil es keine zentrale Handlung gibt und man stattdessen -- wie in "Ulysses" von James Joyce -- mit einer Vielzahl von parallelen Geschichten konfrontiert wird, ist die Lektüre der ersten Hälfte des Buches nicht ganz einfach. Erst gegen Ende durchschaut man den geschickten Aufbau. Dieter Wunderlich, Autor Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein "moderner" Roman,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (Bibliothek Suhrkamp) (Gebundene Ausgabe)
In der wissenschaftlichen Diskussion um die Frage „Zufall oder Notwendigkeit" bezieht Koeppen ganz klar Stellung. Der Zufall bestimmt laut Koeppen unser ganzes Leben. Vom Existenzialismus angehaucht, stellt der Autor in seinem Roman die Verstrickungen jedes einzelnen dar, er drückt somit die Totalität des Lebens aus.Der Roman versucht dadurch die Welt als Ganzes mit all ihrer Dynamik darzustellen. Die einzelnen Erzählstränge laufen nebeneinander her und kreuzen sich. Diese Kreuzungen zeigen die Verstrickungen zwischen den einzelnen Protagonisten auf. Wie die Tauben im Gras sind die Menschen zufällig zusammengewürfelt, sie müssen damit etwas anfangen, das beste aus ihrer Geworfenheit zu machen. Auch hier zeigt sich wieder Koeppens Affinität zum Existenzialismus. Der Schlüsselpunkt des Werkes sind die Überlegungen der amerikanischen Lehrerin Miss Burnett: „Im Gras hockten Vögel. Wir verstehen nicht mehr als die Vögel von dem was die Wescott quatscht, die Vögel sind rein zufällig hier, wir sind zufällig hier, und vielleicht waren auch die Nazis nur zufällig hier, Hitler war ein Zufall, seine Politik war ein grausamer und dummer Zufall, vielleicht ist die Welt ein grau-samer und dummer Zufall Gottes, keiner weiß warum wir hier sind, die Vögel werden wieder auffliegen und wir werden weitergehen." Damit wird versucht das Sinnlose und scheinbar Zufällige der menschlichen Existenz bloßzustellen, den Menschen frei von Gott zu schildern, um ihn dann frei im Nichts flattern zu lassen. Sinnlos, wertlos und frei, wie er ist, wird er von Schlingen bedroht und ist auch Gefahren ausgeliefert. Doch der Mensch ist stolz auf die eingebildete, zu nichts als Elend führende Freiheit von Gott. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Menschen wie Tauben im Gras - meisterhaft erzählt!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Tag in der Nachkriegszeit, in einer deutschen Stadt, deren Name nicht genannt wird, die aber vermutlich München ist, Menschen, die einander begegnen, die aneinander vorbeileben.Wie Tauben im Gras sind diese Menschen, die Wolfgang Koeppen schildert, „sinnlos, wertlos, frei und von Schlingen bedroht, dem Metzger preisgegeben." Sie hocken im Gras wie Vögel, verstehen nicht mehr als Vögel, sind rein zufällig hier wie Vögel und sie werden weitergehen wie Vögel wieder auffliegen werden. Wie in einem Film zeigt Wolfgang Koeppen diese unterschiedlichen Menschen. Mit großartiger Erzähltechnik schwenkt er von Schauplatz zu Schauplatz, lässt mit Schnitten die Handlung abreißen, um sie anderenorts wieder fortzuspinnen. In unzählig vielen, kurzen Sequenzen führt er uns einen Tag aus dem Nachkriegsdeutschland vor, dem Betrachter (Leser) macht er es dabei nicht leicht, kaum ist eine neue Figur eingeführt, wird sie schon wieder verlassen, erst mit zunehmender Dauer, wird der Ablauf deutlicher. (Doch so ergeht es dem Betrachter der Tauben im Gras wohl auch, sehen diese manchmal einander zum Verwechseln ähnlich, sind deren Wege manchmal schwerlich differenziert zu erkennen.) Hier wird Geschichte gezeigt, hier wird der Mensch gezeigt, der mit seinen Enttäuschungen und Verletzungen sehnsüchtig und zugleich hoffungslos herumirrt, jagend nach Anerkennung und Glück, verstrickt in Vorurteile, ängstlich, ohne Halt und Geborgenheit. Auch wir, die wir den zweiten Weltkrieg nicht miterlebt haben, können uns hineinfühlen in diese Menschen, denen der Krieg das Urvertrauen zerbombt hat. Dennoch glaube ich, dass es auch eine andere Geschichte gibt, dass wir Menschen nicht zwangsläufig dazu verdammt sind, zufällig herumzuirren wie Tauben im Gras. Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras" ist ein meisterhaft erzählter Roman. Es empfiehlt sich beim Lesen anfangs einige Notizen zu machen, um den Überblick über die geschilderten Figuren nicht zu verlieren, wenn man das Buch zwischendrin für einige Tage aus der Hand legen möchte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wenn man es gelesen hat, ist man froh.,
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wie bestimmt viele, musste ich diesen Roman für die Schule lesen und dabei hab ich mich oft gefragt, ob das die Zeit wirklich wert ist.Im Nachhinein (und nach der Bearbeitung im Unterricht) muss ich sagen, das die Verdrängung nach dem zweiten Weltkrieg wirklich sehr eindrucksvoll dargestellt ist und ich das so noch in keinem anderen Werk gelesen habe. Die vielen Figuren werden zwar nur kurz umrissen und doch wird für den Leser das beklemmende Gefühl dieser Zeit immer deutlicher. Die einzelnen Abschnitte haben für den Leser zunächst keinen Zusammenhang, weswegen wohl viele schon nach den ersten Seiten aufgeben werden, doch für den interessierten und ausdauernden Leser bietet dieser Stil bestimmt eine interessante Abwechslung. Was wohl aber jeden Leser auf Dauer ermüden lässt sind wohl die ellenlangen und ständigen Aufzählungen und Anspielungen. Koeppen stellt sein gesamtes Wissen zur Schau, was einerseits zeigt, wie bemüht er ist seine Absichten auch ganz deutlich zu machen. Doch andererseits ist dieses Geflecht für den heutigen Leser kaum noch zu durchdringen und das kann für manch einen Leser sehr ermüdend oder frustrierend sein. Abschließend muss man sich gut überlegen, ob man sich dieser Herausforderung stellt, doch wenn man ihn dann gelesen hat ist man froh - entweder, weil man viele neue Eindrücke bekommen hat, oder, weil es endlich vorüber ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der deutsche Nachkriegsroman schlechthin,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras (Taschenbuch)
Wolfgang Koeppen hat uns nicht besonders viele Bücher hinterlassen. Am berühmtesten ist dieser erste Roman der "Trilogie des Scheiterns", wie sie vom Verlag genannt wurde. "Tauben im Gras" ist vor allem ein Stilexperiment, ein Roman, bei dem Ästhetik und Form mindestens genauso wichtig sind wie der Inhalt. Der Erzähler schildert einen Tag in der Stadt München und lässt den Leser an den Gedanken und Gefühlen von rund 30 Figuren teilhaben. Koeppens Pandämonium hat eine Menge zu bieten: schreibblockierte Poeten, fanatisch religiöse Kindermädchen, eine sexbesessene Schauspielerfrau, einen schwarzen US-Soldaten, der mit einer Deutschen um das Leben des gemeinsamen Kindes kämpft, kleine Dienstleute, alte Nazis, verbohrte Spießer, einen wütenden Mob, einen Nachkriegsfilmstar und eine Rasselbande ehemaliger NS-Pimpfe. Koeppen montiert den Bewusstseinsstrom einer ganzen Metropole mit Reklamesprüchen und Schlagzeilen zusammen. Es ist nicht immer leicht, der Handlung zu folgen; in jedem Fall aber bietet "Tauben im Gras" einen atmosphärisch dichten Blick auf die Straßen und in die Köpfe der Menschen im Nachkriegsdeutschland.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
man muss sich wirklich zwingen weiterzulesen,
Rezension bezieht sich auf: Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich musste dieses Buch für die Schule lesen und fand es absolut nicht geeignet für 18 Jährige. Der Text war meiner Meinung nach viel zu schwer..
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Tauben im Gras: Roman (Bibliothek Suhrkamp) von Wolfgang Koeppen (Gebundene Ausgabe - 12. Mai 1974)
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