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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachlich grandioses Meisterwerk über den modernen Menschen, der das Leben verlernt hat.
Max Frischs Roman "Homo Faber", der Bericht eines Ingenieurs, zählt mit Recht zu den besten deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts. Der Erzähler Walter Faber, ein UNESCO-Ingenieur, hat sich das rein rationale Weltbild eines puren Technikers zugelegt. Mit Kunst, die ja der Ratio zuwider läuft, kann er nichts anfangen und Gefühle sind für...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2006 von A. Wolf

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auch Techniker wissen nicht alles
In diesem Buch wird beschrieben, wie das sehr geordnete und geregelte Leben des technik-gläubigen Menschen Homo Faber nach und nach aus den Fugen gerät. Es fängt damit an, daß er bei dem Besuch seines Jugendfreundes Joachim feststellen muß, daß dieser gestorben ist. Durch die Konfrontation mit dem Schicksal seines Freundes wird er an...
Am 9. Januar 2000 veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, 26. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
In der Geschichte geht es um den Ingenieur Faber, der am Anfang so vollkommen frei von Emotionalität wirkt und dann durch eine Aneinanderkettung von Zufällen sein Leben überdenken muss. Sehr gut geschrieben, sehr fesselnd, sehr zum Nachdenken. Ich habe es im Zug in einem Rutsch gelesen. Ein tolles Buch!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse!, 18. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Hat mir persönlich sehr gut gefallen. Schöne Sprache, außergewöhnliche aber niveauvoll niedergeschriebene Geschichte. Lässt sich gut empfehlen für Menschen die hinter seelische Horizonte blicken möchten
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschliche Abgründe, 8. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen zu sein. Nähe, Zweisamkeit, für verletzte Seelen ist es manchmal schwer, Intimität zuzulassen, auch wenn sie sich danach sehnen.

Ein Buch voller Wandel und Veränderung, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint. Lassen sie sich überraschen.

Spachlich überzeugend, verleiht die Nüchternheit den notwendigen Kontrast zum emotionalen Schrecken, der im Protagonisten steckt; wer sich in den Charakter von Mr. Faber hineinversetzt, wird erkennen, wie schwer und schmerzhaft solch ein Leben sein kann, wie er es führen muss. Blumige Worte, Ausschmückungen, das alles wäre zu viel und würde der Geschichte nicht gerecht werden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Homo Faber, Ödipus, Inzest und eine Weltreise, 16. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Max Frischs Buch „Homo Faber" entstand in den 50er Jahren, ist somit bereits fast 50 Jahre alt. Trotzdem erscheint es auch heute noch als modernes Buch. Die Hauptperson des Romans, der Ingenieur Faber, ist ein Mensch, der an Technik, Berechnung und Plan- und Erklärbarkeit des Lebens glaubt („Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen."). Ausgerechnet in dieses Leben schlägt der Zufall und das Schicksal ein: er trifft den Bruder eines guten Freundes in einem Flugzeug, er findet den alten Freund tot im Wald, er trifft eine junge Frau, in die er sich verliebt - sie ist seine Tochter, von der er nicht wusste, dass sie existierte. So treffen Schicksal und Fügung diesen Menschen und erschüttern sein Menschen- und Selbstbild. Diese in der Konsequenz inzestuöse Handlung findet vor dem Hintergrund einer Weltreise statt - die Handlungsorte wechseln ständig (Kuba, Italien, Frankreich, Griechenland, Venezuela, USA, ...) und zeigen die physische und psychische Heimatlosigkeit Fabers. Die Sprache des Buches bleibt seltsam karg und nüchtern, oft sind die Sätze elliptisch verknappt und damit sperrig zu lesen. Trotzdem handelt es sich um eine sehr beeindruckende Geschichte, die auch durch Volker Schlöndorf eine sehr ansprechende Verfilmung gefunden hat.
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4.0 von 5 Sternen Natur und Technik, 6. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Homo faber (Gebundene Ausgabe)
Natürlich ist Frisch's "Homo Faber" der Mensch in unserer technisierten Welt, der Ingenieur, der Stadtmensch, der Autofahrer, das Kind, das sich vor euterwarmer Milch ekelt,... Und natürlich scheitert dieser Mensch - an der Natur. Daß in der Verfilmung von Volker Schlöndorff nur die Liebesgeschichte herausgepickt wird, die in "Homo Faber" auch erzählt wird, macht nichts aus. Denn auch hierin zeigt sich Fabers falsche "Einstellung" zur Welt. Eigentlich gehört Liebe gar nicht zu der Welt, die Faber bedienen kann. Sie gehört zur Dschungelwelt, zu Fortpflanzung und Verwesung, zur Welt der Sinne, die für Faber hauptsächlich negative Eindrücke liefert. Wie in einer griechischen Tragödie wird Faber für seine Überheblichkeit bestraft. Die Welt bricht mit der Liebe und der Krankheit über ihn herein. Und während Prometheus noch unsere Sympathien besass, weil doch der Wert seiner Leistungen für uns unbestreitbar war, kann sich Faber nicht einmal dessen sicher sein. Ein düsterer Abgesang auf die technische Kultur? Hohes Lied der Liebe? Jedenfalls lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schullektüre in tadellosem Zustand, 4. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Um mich kurz zu halten ist einfach zu sagen, dass Homo Faber eine Ideale Abiturslektüre ist, da viel Interpretationsmaterial herauszulesen ist. Es begleitet mich sogar in manchen Lebenslagen, wo ich mich selbst als Walter Faber wiedererkenne.

MFG
Thomas
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ich im Menschen und sein verpasstes Leben - Über ein technizistisches Weltbild und Ereignisse im normalen Leben, 21. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Walter Faber ist Techniker und hat Aufträge auf der ganzen Welt. Er reist von New York über Guatemala nach Frankreich und noch weiter. Dort trifft er auf ein junges Mädchen, das er fortan Sabeth nennt. Er verliebt sich in sie und will ihr einen Heiratsantrag machen. Walter verlässt seine Lebensgefährtin Ivy und hat es allgemein nicht mit den Frauen, da er vor über zwanzig Jahren seine Hanna verlassen hat. In Sabeth sieht er Hanna personifiziert wieder und mag die verblüffende Ähnlichkeit kaum glauben...

Max Frischs Werk ist weder ein Roman, noch eine Novelle, sondern schlichtweg ein Bericht, der von der Figur Faber niedergeschrieben ist. Faber entführt uns in seinen Flugzeugmaschinen von einem Ort zum nächsten auf der Welt und erzählt dennoch die Geschichte über seinen Beruf, seine beiden Frauen, zu denen er nicht die beste Bindung hat und über das Mädchen Sabeth, das er kurzerhand kennenlernt und liebgewinnt. Der Bericht weist viele Komponenten auf, die Faber in seinem bisherigen Leben vergeblich sucht und andererseits durch andere ersetzt. Da wäre zum Beispiel sein eigenes technizistisches Weltbild, an das er sich festnagt und so erscheinen andere Menschen um ihn herum ihm unverständlich, er versteht nicht warum die Menschen den Mond beispielsweise als Ereignis anerkennen, das schön anzusehen ist, ihn interessieren nur die technischen Daten hierzu. Faber ist also eine isolierte Figur, die sich nicht der Gesellschaft fügen will und kann aufgrund seines intelligenten und fanatischen Wesens, man merkt es auch daran, dass er gerne Schach spielt und das über Stunden hinweg, sich nicht seiner Umwelt anpassen. Frisch erarbeitet mit "Homo Faber" also mehrere Dinge gleichzeitig: Die Gegensätzlichkeit von Zufall und Schicksal, der Mensch als Ich gegenüber seiner sozialen Fügung und Rolle und der Unterschied zwischen Technik und dem realen Leben mit der Natur. Natürlich ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur und ein oft behandelter Stoff in Schulen, der es in sich hat und für Frischs Intentionen durch diesen Bericht zum Ausdruck gebracht, sehr interessant wirken kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manipulation der Wahrheit, 7. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Ich mußte "Homo Faber" in der Schule lesen und in einer Hausarbeit bearbeiten und ich war damals schon in einer geistigen Verfassung, wo es mir Spaß gemacht hat. Deshalb ist mein Buch voller handschriftlicher Notizen, die es mir immer wieder ermöglichen, meine eigene Entwicklung nachzuvollziehen. Bei einen Umzug fiel es mir wieder in die Hände, im Sommerurlaub wurde es abermals gelesen!

Natürlich spielt der Roman in der Zeit der 50er Jahre mit wesentlichen Rückblicken auf die Nazizeit. Und natürlich kann man fragen, was davon heute noch relevant ist. Vieles! Auch heute noch genießen wir eine absolut verkopfte Ausbildung und wundern uns, dass dass wir nicht gelernt haben, Beziehungen zu bauen und zu pflegen. Wie Homo Faber. Und noch immer, oder schon wieder, werden den Anforderungen einer globalen Wirtschaftsgesellschaft mehr Beachtung geschenkt als der laut Verfassung besonders zu schützenden Familie. Wie Homo Faber.

Max Frischs Roman "Homo faber" aus dem Jahr 1957 ist ein vielschichtiges Meisterwerk. Am Spannendsten finde ich den Umgang des Ich-Erzählers Walter Faber mit der Wahrheit. Vor allem im ersten Teil legt er sich die Wahrheit immer so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt. Mit seinem Bericht verfolgt er das Ziel, sich zu rechtfertigen, nämlich dass ihn keine Schuld am Tod seiner Tochter trifft. Am Anfang behauptet er, dass er als Techniker nicht an Schicksal glaube, dass er folglich ein vollkommen rationaler Mensch ist. So rational ist er jedenfalls nicht, wie er tut. Er handelt gefühlsbetont, impulsiv, spontan. Zudem gurkt ihn sein ganzes Leben an (immer wieder "wie üblich"). Sein Techniker-Getue ist stark aufgesetzt und eine Art Selbstschutz, da er Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens und somit vor dem Tod hat. Er verdrängt unangenehme Tatsachen.

In Homo faber" wird von einem Mann erzählt, der durch eine Reihe von Zufällen zu einer neuen Sichtweise der Natur gelangt. Bei diesen Zufällen handelt es sich um naturbedingte Ereignisse, also solche,die von der Natur herbeigeführt werden beziehungsweise mit ihr in Zusammenhang stehen (Bsp: die Notlandung in der Wüste, das Festsitzen im Dschungel oder die Liebesbeziehung zu seiner eigenen Tochter). Fabers Sicht von der Natur macht im Verlauf des Romans eine Wandlung durch. Er ist in der Lage die Schönheit der Natur zu sehen, Gefühle zuzulassen und sogar zu zeigen. Am Ende nimmt der Roman eine dramatische Wendung. Nach einer Magenkrebsoperation, bleibt zwar das Ende des Buches offen. Man kann aber davon auszugehen, dass Faber in diesem Zusammenhang stirbt.

Es stellt sich die Frage, ob Homo faber" eine realistische Figur ist. Meiner Meinung nach ist seine Wandlung auf ungewöhnlich viele Zufälle zurückzuführen, sodass die Häufung der einzelnen Ereignisse die Geschichte zunehmend unglaubhafter werden lassen. Außerdem ist Faber als Mensch eine extrem zurechtgedachte" Person, die es in der Realität nicht geben kann. Der Autor hat sie so konstruiert, um seine Intension besser zum Ausdruck bringen zu können beziehungsweise um sie für den Leser verständlicher zu machen. Einerseits wird Faber als Realist dargestellt, andererseits aber ist es realitätsfern, weil er sich in seinem Leben nur mit der Technik auseinandersetzt. Er merkt allmählich selbst, dass er mit seinem technischen Weltbild an Grenzen stößt und damit nicht die gesamte Welt erfassen kann.

Die Erzählstruktur des Romans geht über die objektiv wahrnehmbare, faktische Ebene der Beschreibung nie hinaus. Weder Platz für Spekulationen oder Träume wird gewährt, noch für Emotionen oder Spontaneität. Und eben das erzeugt die fesselnde wie abstoßende Authentizität dieses Werks - eine trotz durchgehender Schlichtheit schriftstellerische Bravour Max Frischs, die eindringlicher die Frage nach dem Anspruch und der Definition des eigenen Ichs nicht stellen könnte.
Letztendlich lernt Walter Faber das Leben in seiner ganzen Pracht an Diversität und Irrationalität erst da zu genießen, als ihm tödlicher Magenkrebs diagnostiziert wird.

Ein Tipp noch: Immer mal Pausen machen, hilft beim Verstehen des Buches...
Viel Spass beim Lesen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben ist keine Rechenaufgabe, 11. Juli 2008
Von 
Cornelius Michels - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Das Buch "Homo faber" von Max Frisch ist schon 1957 erschienen. Es ist also über ein halbes Jahrhundert alt. Hieraus allerdings zu schließen, dass die Thematik nicht mehr aktuell ist, ist nicht zutreffend.

Das Buch behandelt in einem sehr verständlichen Stil nachvollziehbar eine existentielle Grundproblematik des menschlichen Seins: Das menschliche Leben im Spannungsfeld von Gefühl und Rationalität. Es zeigt sehr deutlich, dass die Art und Weise, wie der Mensch mit der so genannten objektiven Außenwelt umgeht, nicht die adäquate Weise ist, wie er mit seinem Innenleben und seinen Beziehungen zu anderen Menschen umgehen muss.

Dass der Mensch aufgrund seiner rationalen Fähigkeiten Wissenschaft und Technik hervorbringt, resultiert in seinem Leben nicht automatisch dahin, dass er zugleich mehr Verständnis für sich und seine Mitmenschen und für ein Mehr an Lebenssinn hat.

Im Buch gerät der Hauptakteur, Walter Faber, ein an Zahlen, Daten und Fakten orientierte Ingenieur, in vom Leben gestalteten Umständen, die sich ungeplant und quasi irrational entwickeln. Faber, im Beruf erfolgreich und daran gewöhnt, dass Arbeitsprojekte einen Anfang und ein Ende haben, scheitert letztlich an der nicht eingrenzbaren Dynamik des Lebens.

Überzeugend zeigt Max Frisch wie sehr demjenigen, der nur die äußere Welt als Wirklichkeit akzepziert, die Fähigkeit fehlt mit anderen Menschen in tiefere Beziehungen zu treten und spontane Situationen zu verstehen, bei denen Empathie und Vertrauen notwendig ist.

Max Frisch hat in seinem Buch "Homo faber" nicht irgendwelche interessante und verwickelte menschliche Schicksale beschrieben, sondern er hat in gut lesbarer Prosa eine Art unzeitgemäße Betrachtung geschrieben, deren Thematik auch heute noch aktuell ist.

In Kurzform: Für diejenigen, die nicht blind duch das Leben gehen, ist "Homo faber" auch heute noch eine lohnenswerte Lektüre, die zum eigenen Denken anregt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplexes Buch über die Suche nach der eigenen Identität, 20. Juni 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Max Frischs 1957 veröffentlichter Roman „Homo Faber" ist eines seiner bekanntesten und vieldiskutiertesten Werke. Die Geschichte dreht sich um den rationalen Ingenieur Walter Faber, der seine wahre Identität verdrängt und sich gemäß seiner eingebildeten Rolle als Techniker gefühlskalt und berechnend verhält. Zwanzig Jahre vor der eigentlichen Handlung verließ er seine schwangere Freundin Hanna, um eine Stelle in Bagdad anzunehmen. Auf einer Schiffsreise lernt er dann eine junge Frau namens Sabeth kennen, welche eine Wandlung in Faber hervorruft und seine wahre Identität ans Licht bringt. Doch als die beiden zusammen durch Europa reisen, kommt es zu einer schicksalhaften Enthüllung...
„Homo Faber" ist aus der Sicht der Hauptfigur und liest sich deshalb anders als weitere Werke von Max Frisch. Im Mittelpunkt der Story stehen die drei Hauptfiguren Faber, seine Tochter Sabeth und seine ehemalige Verlobte Hanna. Die Sprache gleicht, wie von Frisch gewollt, einem technischen Rapport, wie Walter Faber ihn schreiben würde und ist bis zu dessen Wandlung innerhalb der Geschichte sehr trocken. Dabei darf allerdings nicht darüber hinweggesehen werden, dass das Werk sehr vielschichtig und komplex ist. Die Hauptproblematik liegt dabei, wie in „Stiller" und „Mein Name sei Gantenbein", auf der Bildnisfrage und der Schuld des Individuums. Weiterhin verwendet Frisch viele Anspielungen und Querverweise, besonders aus der griechischen Mythologie. Deshalb ist das Buch auch trotz der trockenen Sprache durchaus interessant, wenn auch die Ausdruckskraft von „Stiller" nicht ganz erreicht wird. Ich fand das Buch beim zweiten Lesen jedenfalls schon sehr interessant und verstand die komplexe Problematik. Wer damit Probleme hat, sollte sich eine der guten Interpretationen der Reihen „Königserläuterungen" und „Lektürehilfen" beschaffen, womit das Verständnis erleichtert wird. Wer den trockenen Sprachstil des Buches zu vertragen vermag, dem erschließt sich mit Homo Faber ein interessantes, vielschichtiges Buch, welches mit seiner Problematik auch heute noch aktuell ist.
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Homo faber
Homo faber von Max Frisch (Gebundene Ausgabe - 12. September 1962)
EUR 14,80
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