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am 11. April 2003
Zweierlei Ambitionen verbinden sich bei Jan-Dirk Müllers Einführung zum Nibelungenlied. Zum einen soll - Logik der Sache - eine kurze, preiswerte und lesbare Lektüre für Studierende geboten werden, zum anderen eine erschwingliche Kurzfassung des opulenten Forschungsbandes "Spielregeln für den Untergang" (ebenfalls von J.-D. Müller)Verbreitung finden. Da die meisten Leser wohl eher die erste Anforderung für kaufentscheidend halten, sei zu den Qualitäten des Buches folgendes gesagt:
In gut strukuriereter Form bietet das Werk einen Querschnitt durch die wichtigsten Aspekte der Nibelungenforschung: Stoffgeschichte,Struktur, Narratologie und Poetologie - wobei der Forschungsgeschichte ein vergleichsweise schmales Forum eingeräumt wird. Die Vorzüge des Müllerschen Bandes gegenüber den konkurrierenden Ausgaben etwa von Haymes oder Hoffmann liegen vor allem in seiner Aktualität (Erstauflage 2002!), seines übersichtlichen Layouts (im Gegensatz vor allem zu Hoffmann)und seiner Vielseitigkeit und seiner vergleichsweise objektiven Darstellung (im Gegensatz zum etwas einseitig stoffgeschichtlich vorgehenden und oral-poetry-begeisterten Buch Haymes'). Nachteilig auf meine Bewertung wirkten sich vor allem das fehlende Register und der relativ hohe Preis aus.
Fazit: Müllers Einführung zum Nibelungenlied wendet sich an den interessierten Leser mit germanistischen, insbes. mediävistischen Vorkenntnissen, i.e. primär an Studenten und bietet wohlgeordnetes Fachwissen auf neuesten Stand von dem - neben Michael Curschmann und Joachim Heinzle - wohl bedeutendsten Nibelungenexperten unserer Zeit.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Juni 2013
Das Nibelungenlied, eine hoch artifizielle buchepische Gesamtkomposition mit vielen Eigenarten, entschlüsselt und in allen möglichen Themenkomplexen zugänglich gemacht, genau das bietet dieser Einführungsband.
Form und Inhalt reichen dabei weit über den ersten Einstieg ins Thema hinaus. Es sind vertiefende, fundierte Kenntnisse, die hier vermittelt werden, in verständlicher Sprache und leicht nachvollziehbar. Die ideale Lektüre also für anstehende Prüfungen im Studium.
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Formal gliedert sich der Band in zahlreiche Kapitel mit je einem thematischen Schwerpunkt. Innerhalb dieser Kapitel finden sich graphische Hervorhebungen wichtiger Textelemente sowie weiterführende Literaturangaben direkt an der jeweiligen Stelle, auf die sie sich beziehen. Ermöglicht wird hier eine vereinfachte Literaturrechere zu den jeweiligen Themenkomplexen. Resümierende Zusammenfassungen runden die Kapitel in einer Art Merkkästchen ab.
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Inhaltlich werden genau die Themen erläutert, die nicht nur den Schlüssel zum Verständnis des Nibelungenliedes und damit zugleich die Basis jeder interpretatorischen Annäherung darstellen, sondern vielmehr solche, die Voraussetzung für jede gelungene Prüfunge sind:
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> Quellen/ Entstehungsgeschichte/ Sagenhintergrund
> Buchepos zwischen Sagenmündlichkeit und schriftliterarischer Tradition
> Prinzipien des Erzählens
> Die Frage nach der psychologischen Ausgestaltung der Figuren (siehe: „Kriemhildroman“)
> Betrugsmechanismen/ gestörte Kommunikation
> Motivationsstrukturen der Erzählung
> Spielregeln der mittelalterlichen Gesellschaft/ Rechtsinstitute
> Elemente der sich durchsetzenden Heroik
> UND: eine ausführliche Inhaltsangabe
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Fazit: Eine rundum gelungene und überaus empfehlenswerte wissenschaftliche Handreichung zum Nibelungenlied!
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am 4. September 2013
Unbedingt zu empfehlen für alle, die sich etwas genauer über das Nibelungenlied informieren wollen. Ideale Grundlage für eine weitere wissenschaftliche Erarbeitung.
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Wer sich mit dem Nibelungenlied beschäftigt, gleich ob als Professioneller oder hobbymäßig, der wird mit diesem Band dahingehend gut bedient, als er (oder sie) hineingeführt wird in
eine Materie, nämlich in die hochmittelalterliche Dichtkunst.
Und das ist eine Kunst, die es in sich hat, da sie in etwa noch gehandhabt wird in der serbokroatischen Verskunst, die von Vortragenden einem Zuhörerkreis vermittelt werden kann.
Dies wurde in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts ziemlich genau erforscht.
Nun geht die Forschung aber weiter und deshalb ist dieses Buch von Jan-Dirk Müller wiederum wichtig.
Geschichte, Sagenerinnerung, Stil, Aufbau und- vor allem der Handlungsnexus-, Nibelungische Gesellschaft, Nibelungische "Politik", Nibelungische "Psychologie", Öffentlichkeit und Heimlichkeit, Mythische Dimensionen, Die Klage, dies alles sind Kapitel, die eingehend und trotzdem übersichtlich un mit Verve behandelt werden.
Besonders interessant natürlich die Auslassungen über die Strophenform des Nibelungenliedes.
Hier läuft der Autor zu einer wahren Meisterschaft auf.
"Uns ist in alten maeren wunders vil geseit:
von Helden lobebaeren, von grozer arebeit,
von freude und hochgeciten, von weinen unde klagen,
von küener recken striten muget ir nu wunder hoeren sagen."
Also nachvollziehbar: drei Reimpaare mit je drei Hebungen im An- und Abvers, die vierte Zeile aber hat im Abvers vier Hebungen.
Höfische Dichtkunst wird in die mündliche Überlieferung eingebaut. Alles nachlesbar in diesem Buch und vieles mehr noch.
Bleibt noch zu erwähnen, daß man sich das Nibelungenlied zusätzlich erwerben sollte; in Zukunft soll es auch eine humorvolle Fassung von Ralf Nievelstein und Matthias Rummel geben(Siehe: "Literatur in Bayern", 21. Jahrgang, Nr.81).
Dieser Band hier aber ist praktisch unverzichtbar.
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