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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Definitiv mein Tag ...
... als ich NICHT MEIN TAG bestellt habe! Empfohlen von Stefan Raab in TV Total. Stromberg. Kennt jeder. Zwar vom gleichen Autor, aber das hier ist wohltuend anders.
Ich habe selten so gelacht. Ok, die Palette ging von einem leichten Schmunzeln, über ein breites Grinsen, bis zum herzhaften Lacher. Dazwischen: Eine tragig-komische Figur namens Till mit einem...
Veröffentlicht am 5. Juni 2008 von Dirk Westerheide

versus
89 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anfangs lässig, dann nervt es nur noch
Till Reiners ist Ende dreißig, trägt langweilige Klamotten und einen Seitenscheitel, arbeitet bei der Dresdner Bank und träumt davon, mit seiner jungen, leicht merkbefreiten Kollegin Jessica nach Paris durchzubrennen. Zu Hause, in der fast bezahlten Eigentumswohnung am Rande von Osthofen, warten Miriam, mit der Till nur noch selten Sex hat, und Nico,...
Veröffentlicht am 7. Juli 2008 von Thomas Liehr


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89 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anfangs lässig, dann nervt es nur noch, 7. Juli 2008
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Till Reiners ist Ende dreißig, trägt langweilige Klamotten und einen Seitenscheitel, arbeitet bei der Dresdner Bank und träumt davon, mit seiner jungen, leicht merkbefreiten Kollegin Jessica nach Paris durchzubrennen. Zu Hause, in der fast bezahlten Eigentumswohnung am Rande von Osthofen, warten Miriam, mit der Till nur noch selten Sex hat, und Nico, dessen Geburt den Anfang vom Ende des Glücks markierte. Folgerichtig unterteilt sich die Geschichte des Ehepaars in die Zeit vor und nach Nico. Vor Nico spielte Till Gitarre, nach Nico hört er nur noch Rolf-Zuckowski-CDs. Mit Nico.

Dann betritt Nappo die Bank, ein junger Prolet mit riesiger Sonnenbrille auf der Nase und einer Waffe in der Hand. Nappo überfällt die Bank, Till sieht die Chance, sich vor Jessica zu beweisen, und drängt sich quasi als Geisel auf, bevor er den Gedanken in aller Konsequenz zu ende denken kann. Es beginnt eine seltsame Odyssee, die das ungleiche Paar in eine Kleingartenkolonie, später nach Holland und schließlich nach Frankreich führt, und während dieser Tour de Force entdeckt Till nach und nach ungeahnte Charaktereigenschaften an sich selbst, sogar den Hang zur Gewalttätigkeit. Aber zu Hause, in Osthofen, wächst gleichzeitig der Verdacht, dass Till mit dem Überfall etwas zu tun haben könnte. Schlimm wird es, als die dusselige Jessica ihre Chance wittert, das unerwartete Medieninteresse für sich zu nutzen.

Der Roman beginnt lässig und amüsant, ist sehr lesbar, spannend und wirklich komisch. Es sind die kleinen, manchmal gemeinen Wahrheiten über das Leben, die liebevolle Figurenzeichnung und der immerwährende Vergleich zwischen Realität und fast vergessenen Träumen, die die Geschichte interessant und bemerkenswert gestalten. Zudem bereitet Husmanns flockige, sehr authentische Erzählsprache großes Vergnügen. Aber irgendwo in der Mitte stolpert der Autor in die Falle, die er sich selbst gestellt hat: Tills Veränderung darf nicht so weit gehen, dass es kein Zurück mehr gibt, und diese dramaturgische Vorgabe wirkt sich in fataler Weise auf den zweiten Teil aus. Irgendwann gehen Husmann die plausiblen Gründe dafür aus, warum der immer apathischer werdende Till nicht einfach abhaut, während die Daheimgebliebenen (Miriam, Jessica, ein Kommissar) im Dutzend billiger Klischees einsammeln, bis hin zu den Nacktfotos, die Jessica für eine Boulevardzeitung schießen lässt. Die Geschichte beginnt, zu nerven, weil sie sich kaum mehr entwickelt, und wenn, dann in absolut vorhersehbarer Weise. Das ziemlich fade Ende verbraucht den Rest vom Vorschuss, den der Anfang erzeugt hat, und schließlich ist man froh, das Buch weglegen zu können. Schade, weil es wirklich originell und überzeugend begonnen hatte.
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74 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bin das nur ich?, 16. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Interessant, wie weit Meinungen auseinander gehen können! ;o)

Habe "Nicht mein Tag" in der letzten Woche gelesen und konnte es gegen Ende kaum erwarten, bis das Leid endlich aufhört! Till Reiners ist mir schrecklich auf die Nerven gegangen, sein Selbstmitleid und Unfähigkeit etwas zu unternehmen haben mich beim Lesen schier wahnsinnig gemacht und mehr als einmal habe ich gedacht "Das kann doch jetzt nicht Dein Ernst sein!!".

Und gelacht? Sorry, habe ich nicht. Kein einziges Mal. Im Gegenteil, ich fand das Buch in seiner Gesamtheit eher deprimierend. Lauter unglückliche Menschen überall!

Die Serien "Stromberg" und auch "Dr. Psycho" finde ich super! Aber "Nicht mein Tag" hat mich fertig gemacht und ich war erleichtert, als Till Reiners Trip endlich vorbei war.

Aber wie gesagt: Vielleicht bin das nur ich? Vielleicht war ich in schlechter Stimmung?

Fand es nur wichtig, hier auch mal eine ganz konträre Meinung abzugeben.

Am besten also, Ihr bildet Euch Eure Eigene! ;o)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett ....., 21. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Ich habe immer mal wieder schmunzeln müssen, bei Anspielungen auf Werbespots oder auch Altagssituationen, die einem selbst bekannt vorkommen. Aber lauthals gelacht? Nicht wirklich.... Ich habe für dieses Buch ca. 3 Wochen gebraucht, was für mich lang ist. Es ist nicht schlecht, aber für meinen Geschmack auch nicht der Brüller. Das Ende fand ich ziemlich fad und unbefriedigend und war froh, als ich mich endlich durch das Buch gearbeitet hatte und es zur Seite legen konnte. Vielleicht habe ich einfach eine andere Art von Humor, wer weiß.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Das Leben hat uns stets verdrossen..., 7. Juli 2008
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
...ab heute wird zurückgeschossen" (14). Till Reiners ist 38, Angestellter bei der Dresdner Bank, verheiratet mit Miriam, hat einen vierjährigen Sohn und einen völlig unstylischen Seitenscheitel. Zudem steht Till auf seine attraktive, aber völlig blöde Arbeitskollegin Jessica und fragt sich jeden Tag, ob es das mit seinem Leben schon gewesen sein soll. Seinem Chef Herrn Walther schreibt er zu dessen 60. Geburtstag den oben zitierten Spruch in die Glückwunschkarte. Tills Spießerdasein erhält einen Knick, als eines Tages plötzlich Nappo in der Bank steht, wild schreiend mit seiner Pistole herumfuchtelt und wenig später mit 30.000 Euro und Till als Geisel die Filiale wieder verlässt. Es beginnt eine Odyssee, auf der Till Bekanntschaft mit den Hunden Saddam und Hitler macht, die ihn nach Holland und Frankreich führt und auf der er die eine oder andere überraschende Erkenntnis über sich selbst macht.

Ralf Husmann gehört zu Deutschlands besten Drehbuchautoren. Er ist der Macher der Serie "Stromberg", die zu den qualitativ hochwertigsten deutschen Produktionen der vergangenen Jahre gehört. Zu Recht ist Husmann bereits mehrfach mit dem deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet worden. Man durfte also auf seinen Debütroman gespannt sein. Doch leider kann "Nicht mein Tag" die hohen Erwartungen nicht erfüllen und enttäuscht in weiten Teilen. Husmann versucht, das Konzept, welches unter anderem "Stromberg" so erfolgreich gemacht hat, auf den Roman zu übertragen. Die Fernsehserie zeichnet sich vor allem durch die gelungene Gratwanderung zwischen Humor und Tragik aus. Und auch in "Nicht mein Tag" wechseln sich Sprüche wie "Das Leben ist wie Lotto, man verliert immer" (29), "Der Mond ist voll wie tausend Mann" (89) oder "Holland ist wie zu Hause bleiben nur mit Wegfahren" (173) ab mit nachdenklichen Szenen, in denen Till über sein trostloses Leben in der Sackgasse sinniert. Im Roman kommt diese Mischung aber weniger überzeugend zum Ausdruck als in Husmanns Fernsehproduktionen. Zudem ist der Roman mit 333 Seiten in 67 Kapitel eingeteilt, so dass es manchmal den Anschein hat, als seien einzelne Kapitel für sich stehende Episoden, die irgendwie in die Gesamthandlung integriert wurden.

Fazit: Alles in allem eine Enttäuschung. Die Mischung aus Humor und Melancholie ist in den Romanen von Frank Goosen und Sven Regener viel besser gelungen. Es bleibt zu hoffen, dass sich Husmann nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentriert und dafür sorgt, dass auch die vierte Staffel der Serie "Stromberg" wieder zu einem der seltenen deutschen Fernsehhighlights wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen einfach nicht lustig, 24. März 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Audio CD)
Ich gebe zu, dass ich das Hörbuch gekauft habe, weil Chritoph Maria Herbst der Leser ist. Festgestellt habe ich auf jeden Fall, dass ein guter Leser ein schlechtes Buch nicht retten kann.
Die Story ist simpel. Der langweilige Bankangestellte Till Reiners wird bei einem Banküberfall gekidnappt und ist dann mit dem Kidnapper unterwegs. Till Reiners entwickelt sich während der Tour zu einem anderen Menschen, der von seinem langweiligem Alltag entfliehen will. Die Entscheidungen, die er von Zeit zu Zeit trifft sind für den Hörer jedoch nicht nachvollziehbar und damit fehlt auch schon die notwendige Identifikation mit der Hauptperson. Es geht sogar so weit, dass man als Zuhörer einfach immer mehr genervt ist von Till Reiners und den Personen, die ihn umgeben. Außerdem kommt noch hinzu, dass es selten Stellen gibt, an denen man mal schmunzeln muss. Von "lachen" will ich gar nicht erst reden. Es entsteht noch nicht einmal eine Situationskomik. Oftmals spührte ich eher eine Art Verärgerung über die Hauptperson. Jedenfalls war ich am Ende doch ziemlich froh, dass das Hörbuch vorbei war. Einen Kauf kann ich schließlich nicht empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu perfekt und glatt, 8. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Till Reiners arbeitet in einer Bank und ist recht unzufrieden mit seinem Leben. Als die Bank überfallen wird bietet er sich um seiner Arbeitskollegin zu imponieren als Geisel an....
Recht nette Geschichte die sich gut lesen lässt aber einen großen Fehler hat sie ist zu perfekt und glatt. Auf "Hochglanz" poliert aber es steckt nichts dahinter.Man merkt das es Hussmann nicht schwerfällt sich schräge Storys auszudenken. Doch die Geschichte ist zu glatt und perfekt auf Pointen angelegt die dadurch ihren Witz verlieren. Die ganze Story wirkt seelenlos und die Charaktere leblos. Es wirkt wie eine Auftragsarbeit von einem der es kann aber keinerlei Herzblut beim Schreiben vergiest.Das Buch will einer breiten Masse gefallen aber den einzelnen nicht unterhalten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht sein Tag, 30. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Ich kaufte dieses Buch in freudiger Erwartung eine neue Lektüre gefunden zu haben, die annähend an Tommy Jaud rankommt. Da fiel es mir leicht ein Buch des Autors meiner beiden absoluten Lieblingsserien zu kaufen. Ich musste allerdings ziemlich schnell feststellen, dass die Inszenierung einer Serie und eine Geschichte über 300 Seiten wohl unterschiedliche Welten sind, deren Handling nicht jeder beherrscht.

Eine Handlung, welche mich doch zu Anfang das ein oder andere Mal zum Schmunzeln brachte, änderte recht schnell ihren Kurs in eine Tristesse von Ungereimtheiten und zusammengeschusterten Vorkommnissen, die nicht ansatzweise witzig sondern eher deprimierend waren. Der Held oder von mir aus auch Anti-Held nervte mich nach einiger Zeit enorm... Warum kann ich gar nicht genau sagen, mag sein, dass es sein Selbstmitleid war, seine falsch gesteckten Prioritäten oder aber seine manglende Gradlinigkeit.

Meiner Meinung nach versuchte R. Husmann zum Ende hin einfach ein paar Seiten zu füllen. Daran hätte er auch gut getan, wenn er mehr auf die einzelnen Charaktere und deren Umgang mit der Situation eingegangen wäre. Dies endete letztendlich in einem m.E. sehr unbefriedigenden Schluß!

Bitte R. Husmann bleib bei Dr. Psycho und Stromberg und spar dir die Energie eines neuen Buches.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht mein Tag, 23. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Es war nicht mein Tag, als ich dieses Buch kaufte. Ein unbeholfener Angestellter stolpert durch sein hoffnungsloses Leben, wird entführt und erhofft einen Neustart indem er die Lebensweise seines Entführers kopiert. Die Geschichte quält sich dahin wie ein ausgelutschter Kaugummi um zum Schluss im Nichts zu verschwinden. Was daran lustig sein soll, entgeht mir. Das Ende hat noch einen gewissen künstlerischen Touch, erinnert es mich doch wage an den Stil eines bekannten italienischen Semiotikers...
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Debüt-Debakel, 10. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Ralf Husmann, das ist der TV-Autor, der Harald Schmidt und Anke Engelke mit seinen Witzen erfolgreich machte und in der Kult-Serie "Stromberg" mit seinen Dialogen genau den richtigen Ton trifft und einen Eckpfeiler des Erfolgsgeheimnisses ausmacht. Keine Frage - das TV-Segment beherrscht er. Warum sollte Ralf Husmann es Tommy Jaud also nicht gleich tun und eine ähnliche Buchidee erfolgreich und lustig umsetzen können?

Zunächst einmal: Auch Tommy Jaud hat nach dem zugegebenermaßen sehr komischen "Vollidiot" mit "Resturlaub" ein eher zweitklassiges Buch veröffentlicht. Doch Husmann kann mit "Nicht mein Tag" selbst diese Messlatte kaum überspringen. Die Buchidee - ein ungelenker Loser bricht unfreiwillig aus seiner Alltagstristesse aus und tritt auf seiner absurden Odyssee in das ein oder andere Fettnäpfchen - ist leidlich originell, aber bei guter Umsetzung noch vertretbar. Doch auch die kann die Erwartungen nicht erfüllen.

Husmann hat zwei Probleme: Um "Nicht mein Tag" zu einem urkomischen Buch zu machen, fährt er nicht die nötigen humoristischen Geschütze auf, die für die ganz großen Lacher sorgen könnten. Bis auf bei zwei, drei Sprüchen zu Beginn des Romans musste ich nicht ein einziges Mal laut auflachen - enttäuschend für ein Buch, das vom Verlag auf dem Klappentext mit dem Prädikat "Hoffnungslos lustig" beworben wirbt. Wo Husmanns überbordende Kreativität, die bei "Stromberg" noch ein Gagfeuerwerk abbrennen konnte, geblieben ist, darüber kann nur spekuliert werden. Husmanns zweites, verständlicheres Problem: Um aus dem Buch trotzdem noch einen guten Roman zu machen, fehlt ihm das schriftstellerische Talent oder der Wille, mit einer atmosphärischen Inszenierung Stimmung zu erzeugen und "Nicht mein Tag" wenigstens zu einem hintersinnigen, sympathischen Roman werden zu lassen, dessen Geschichte ein bisschen zum Nachdenken anregt. Doch dafür ist die Story zu unglaubwürdig, zu absurd, zu banal, zu langweilig und zu unoriginell. Auch das 08/15-Ende könnte aus dem Anfängerkurs "Kreatives Schreiben" entnommen sein und ist dementsprechend einfallsreich. Husmann hatte weder den Mut, den Schluss wirklich überraschend oder offen zu gestalten, noch die Ausdauer, die Story zu einem vollends abgerundeten Ende zu führen, das alle Fragen beantwortet.

Normalerweise gehöre ich nicht zu der Zunft derjenigen, die bei einem unbefriedigenden Werk (Egal, ob Musikalbum oder Roman) "Kommerz" rufen und hinter einer schlechten Umsetzung einen unmotivierten Künstler vermuten, der auf den schnellen Euro aus ist. Ich kenne Ralf Husmann nicht und weiß nichts über seine Intention bei dem Schreiben von "Nicht mein Tag". Doch anders, als dass Tommy Jauds Überraschungs-Erfolg mit einer ähnlichen Buchidee wiederholt werden sollte und dabei weder Sorgfalt noch Motivation auf ihrem Höchststand waren, lässt sich das literarische Debüt-Debakel kaum erklären.

"Nicht mein Tag" kann man nur zugute halten, dass es schnell und unkompliziert zu lesen ist und mit einer handvoll lustigen Sprüchen aufwartet. Der Rest des Romankonzeptes ist zu belanglos, unkomisch und einfallsarm, als dass eine weitere Auseinandersetzung lohnen würde.
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2.0 von 5 Sternen Vorhersehbar und wenig originell, 14. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag. Roman (Taschenbuch)
Die Darstellung des Normalotums ist ja schon lange nichts neues mehr. Husmanns Protagonist Till Reiners ist allerdings ziemlich vorhersehbar: er arbeitet in einer Bank, ist verheiratet und hat ein Kind, sehnt sich aber nach Abenteuern mit der jungen, blonden und dümmlichen Kollegin Jessica. Das klingt nach einer Normalofigur aus der Klischeekiste und ist auch eine. Na klar, der Reiners muss einen Subaru fahren. Das klingt wie aus dem Anleitungsbuch „Wie man einen Roman mit einem mittelmäßigen Typen als Protagonist schreibt“. Und natürlich muss es zum öden Till einen braungebrannten, sportlichen Kollegen als Folie und als Hassfigur für Till geben, hier in der Figur des Nils. Einer der alles besser kann und auch noch besser aussieht.
Auch stilistisch kocht Husmann sehr mit Wasser und seine Sätze klingen gern hölzern („Er weiß, dass er Jessica nie nackt sehen wird“, „Er weiß, er wird nicht davonlaufen.“). Eben so, wie jemand, der mit Prosa eigentlich nichts zu tun hat, glaubt, dass Prosa klingen muss. Vielleicht wären die Dialoge und Situationen komisch, wenn sie ausgespielt wären, wenn es hier kein Roman wäre sondern eine Sitcom, die ja Husmanns eigentliches Metier ist.
Leider wird das alles nicht viel anders, als die Story fortschreitet und Till von einem Bankräuber als Geisel mitgenommen wird. Ich habe beim Lesen jedenfalls immer gedacht: jetzt lass dir mal was einfallen, Husmann! Wann passiert denn hier mal was unvorhergesehenes? Kam aber nicht.
In allem: wem die Männerfiguren von Tommy Jaud gefallen, dem gefällt sicher auch „Nicht mein Tag“ und man möchte schon vermuten, dass Husmann auch genau so kalkuliert hat. Der Titel klingt nach Jaud, der Protagonist klingt nach Jaud und wahrscheinlich stellt sich Husmann seinen idealen Leser auch wie seinen Till Reiners vor, eben ein Normalo, der „gern mal raus“ möchte. Nur die Auflage und der Erfolg beim Publikum ist wahrscheinlich nicht sehr jaudesk.
Wer wissen will, was Husmann wirklich kann, der sollte sich die Serie „Dr. Psycho“ zulegen, an der Husmann mitgeschrieben hat. Das ist nämlich eine der besten Sitcoms, die es in den letzten Jahren im deutschen Fernsehen gab.
Und wer einen richtigen und wirklich komischen Till Reiners kennenlernen will, der sollte sich den Kabarettisten Till Reiners ansehen. Ich glaube, der heißt wirklich so und das ist kein Künstlername.
Ich gebe aber immerhin zwei Sterne, weil ich das Buch zuende gelesen habe. Einen Stern gibt's nur für worst cases (Abbruch vor Seite 100).
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Nicht mein Tag
Nicht mein Tag von Ralf Husmann (Taschenbuch - 1. Mai 2008)
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