Kundenrezensionen


139 Rezensionen
5 Sterne:
 (61)
4 Sterne:
 (33)
3 Sterne:
 (14)
2 Sterne:
 (11)
1 Sterne:
 (20)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der Extraklasse
Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Eigentlich ein "ganz normaler" Mordfall, doch sie sieht der Ermittlerin Cassie Maddox so ähnlich, dass ihre Vorgesetzten beschließen, den Mord zu verschweigen. Sie beauftragen Cassie damit, im früheren Umfeld des Opfers, einer Studenten-Wohngemeinschaft zu ermitteln.
Schon der erste Blick auf das fast 800...
Veröffentlicht am 25. August 2009 von Eskalina

versus
26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiegespalten...
Tana French hat eine unheimliche Begabung zum Schreiben. Durch ihre bildhafte Sprache schafft sie es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, über einige Längen des Buches hinwegzusehen.
Nicht hinwegsehen kann ich allerdings über die etwas zu konstruierte und unglaubwürdige Geschichte: Eine Undercover-Agentin schleust sich...
Veröffentlicht am 1. Januar 2011 von Benjamin Bremer


‹ Zurück | 1 214 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der Extraklasse, 25. August 2009
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Eigentlich ein "ganz normaler" Mordfall, doch sie sieht der Ermittlerin Cassie Maddox so ähnlich, dass ihre Vorgesetzten beschließen, den Mord zu verschweigen. Sie beauftragen Cassie damit, im früheren Umfeld des Opfers, einer Studenten-Wohngemeinschaft zu ermitteln.
Schon der erste Blick auf das fast 800 Seiten dicke Buch lässt ahnen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der einen etwas länger beschäftigen wird und den man nicht mal so eben nebenbei lesen kann. Nebenbei gelesen zu werden, ist etwas, dass dieses außergewöhnliche Buch absolut nicht verdient hat. Tana French, die schon in ihrem Debüt "Grabesgrün" durch ihre Sprachmagie überzeugte, hat sich hier noch einmal gesteigert. Vielleicht kann man ihr vorwerfen, dass einige Sachen etwas zu langatmig ausgearbeitet sind - so braucht es allein knapp 200 Seiten, bis Cassie Maddox von ihrem ehemaligen Kollegen überredet werden kann, dass sie als Undercover-Ermittlerin in das Haus der Studenten geht, um sich als deren Freundin auszugeben - doch das verzeiht man gern, denn die Dialoge und die einzelnen Szenen sind sprachlich einfach perfekt.
Cassie, die in dem alten Herrenhaus eine eingeschworene Gemeinschaft vorfindet, fügt sich gut in die kleine Familie ein. Niemand scheint zu bemerken, dass es nicht die Mitbewohnerin Lexie ist, die da nach einer "Verletzung" aus dem Krankenhaus zurückgekehrt ist. Bei allem was sie sagt und tut, muss Cassie versuchen, ihrer ermordeten Doppelgängerin so ähnlich wie möglich zu sein. Die ständige Gefahr enttarnt zu werden, schwebt über allem und lange weiß sie nicht, in welches Spiel sie geraten ist.
Die Autorin hat nicht nur eine absolut fesselnde Handlung entworfen, sondern sie fasziniert durch ihr Gespür für Stimmungen und schildert meisterhaft die einzelnen Beziehungen der Studenten untereinander. Die Schönheit ihrer Sätze fand ich teilweise so beeindruckend, dass ich manche Absätze mehrmals gelesen habe.

Einen Kritikpunkt habe ich aber trotzdem: Es werden häufig Anspielungen auf den ersten Fall der Ermittler gemacht, ohne dass eine Erklärung folgt, das fand ich sehr schade, da man dann mit seinen Vermutungen allein gelassen wurde. Nach der langen Zeit, die verstrichen ist, seit ich "Grabesgrün" gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr an die Einzelheiten, auf die sich die Einblendungen beziehen, erinnern. Da hätte ich mir doch mehr Informationen gewünscht.

Trotzdem sind das Kleinigkeiten gemessen an der Kraft dieses Werkes - Für mich ist dieses einer der besten Kriminalromane der letzten Jahre. Sprachlich sensationell und atemberaubend fesselnd bis zum letzten Augenblick.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiegespalten..., 1. Januar 2011
Tana French hat eine unheimliche Begabung zum Schreiben. Durch ihre bildhafte Sprache schafft sie es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, über einige Längen des Buches hinwegzusehen.
Nicht hinwegsehen kann ich allerdings über die etwas zu konstruierte und unglaubwürdige Geschichte: Eine Undercover-Agentin schleust sich in die WG einer Ermordeten ein, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, um so dem Täter auf die Spur zu kommen. Die WG'ler werden als Menschen beschrieben, die einen sehr nahen Kontakt und Umgang miteinander pflegen und doch merkt keiner, daß sich eine fremde Person in ihr Leben geschlichen hat?
Ich hoffe beim nächsten Buch auf eine etwas bessere Story, denn wie gesagt: Schreiben kann sie!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sucht erzeugend, 22. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Auch in ihrem 2. Buch gelingt es der Autorin Tana French, mich völlig Wegzupusten mit ihrer Sprachgewalt und malerischen Ausdrucksweise. Ich bin noch völlig gefangen in dem Zauber des alten Herrenhauses und seiner tragischen Bewohner.

Lange dauert es, bis Cassie endlich ihren Job als Undercoveragentin antritt. Fast 200 Seiten bereiten wir uns mit ihr darauf vor. Ein wenig konstruiert wirkt es schon, die Story um die seltsame Ähnlichkeit und der verschrobenen Freunde der Toten. Aber Tana French ist eine Zauberin. Mühelos folgte ich ihr Seite um Seite und mit Cassie bereitete ich mich auf die 4 Freunde vor, wurde neugierig bis zum Haareraufen. Und dann war Cassie endlich da, mitten unter den Menschen, auf die sie sich vorbereitete. Und wir waren mit ihr gespannt, ob sie es schaffte, sie zu täuschen und die eigentliche Haupterson, Lexie, überzeugend darzugstellen.
Cassie gerät unter den Bann der eigenwilligen Lebensweise der Freunde. Schon bald hütet sie vor ihrem Ermittler Geheimnisse. Es gibt geschliffene Dialoge, die einzelnen Personen und ihre Beziehung untereinander wird ungewöhnlich lebensnah herausgearbeitet. Und von Tag zu Tag wird Cassie mehr ein Teil davon, bis sie schon fast nicht mehr zurück möchte.

Schon in ihrem ersten Buch hat mich die Personenzeichnung der Autorin beeindruckt. Auch hier treten die Menschen real hervor. Sie erstehen in seltener Klarheit und Tiefe. Ich fieberte jede freie Minute herbei, um weiterzulesen. French hat eine unglaubliche Gabe, Stimmungen zu erzeugen. Hier und da war es mir zwar fast zu methapherschwer, aber sie findet so unverbrauchte und auf den Punkt genaue Beschreibungen, das ich ihr das gerne verzeihe. Man kann manche Situationen im Buch fast selber fühlen und schmecken, weil sie sie so plastisch beschreibt.

"Totengleich" läßt mich traurig zurück. Zum einen natürlich, weil es zu Ende ist. Zum anderen aber auch, weil es wirklich ein trauriges Buch ist. Es handlet von gescheiterten Träumen und Wünschen, von Idealen, die an der Realität scheitern. Die Protagonisten bekommen einen kleine Kostprobe, wie es sein könnte, aber letztendlich geht alles zu Bruch.

Ohne Zweifel ist "Totengleich" ein Krimi, aber wie schon "Grabesgrün" sehr viel mehr. Ich bin Frenchs Schreibstil haltlos verfallen und giere schon nach ihrem nächsten Buch. Dank des Internets weiss ich, aus wessen Sichtweise French dann schreiben wird. Zwar nicht mein Wunschkanditat, aber auf jeden Fall hat die Frau Ideen, Talent zum Niederknien und Mut zu losen Fäden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verschenkt, 4. Oktober 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Nach dem 10-Sterne-Knaller Grabesgrün war ich natürlich sehr gespannt auf das zweite Buch von Tana French. Es hat sehr zwiespältige Eindrücke bei mir hinterlassen. Zunächst einmal: die Frau kann schreiben! Sie beherrscht nach wie vor ein enormes Spektrum von Erzähltönen von lyrisch bis hard-boiled, sie spielt virtuos und subtil mit den Emotionen der Leser, sie lockt und (ver-)führt auf falsche Spuren, sie hat Charme, sie hat Witz und sie besitzt eine durch und durch originäre Herangehensweise, die in der industriellen Krimiproduktion der Konkurrenz ihresgleichen sucht. Aber warum um Gottes Willen verschenkt sie all das Talent an so einen hirnrissigen Plot? Die Story ist heillos überkonstruiert und ohne jegliche Erdung in der Realität - ihre toll aufgebauten und weiter entwickelten Charaktere führen einen zunehmend albernen Mummenschanz auf, der in einer billigen und allzu vorhersehbaren Pointe gipfelt. Sie verhebt sich an der Doppelgängerthematik. Die Reverenzen an Poe, Wallace und Stevenson sind für den Kenner natürlich sehr fein zu goutieren, aber ihre eigene Variation dazu ist dem Krimi-Genre für meinen Geschmack ein bisschen allzu mutwillig übergestülpt. Tiefer Seufzer.
Ob ich mir das dritte Buch von ihr auch reinziehe? Klarer Fall! Auch wenn mich manches aufregt - es regt nach wie vor überwiegend an und ich bleibe dabei: in der zeitgenössischen Krimiliteratur kenne ich derzeit kein größeres Talent.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmungskanone...aber so was von, 27. November 2010
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
...wenn auch vielleicht nicht im allgemein verwendeten Sinne des Wortes: Cassie Maddox ist Detective im Dezernat für häusliche Gewalt, doch da war sie nicht schon immer. Sie war Undercover-Ermittlerin im Drogenmilieu und danach im Morddezernat. Als Undercover-Ermittlerin hatte sie eine falsche Identität - sie agierte unter dem Namen Lexie Madison. Mehr oder weniger ist Lexie Madison ihre eigene Erfindung.

Eines Tages wird eine Frau in einem einsamen Cottage ermordet aufgefunden, und sie hat nicht nur Cassies Gesicht, sondern trägt Papiere bei sich, die auf den Namen Lexie Madison lauten. Sie hat in ihrer Vergangenheit einige Berührungspunkte mit Cassie Maddox, beispielsweise hat sie an derselben Uni studiert. Sie lebte mit vier weiteren Studenten in einem einsamen ehemaligen Herrenhaus. Hat einer der vier Mitbewohner sie umgebracht? Warum?

Cassies ehemaliger Vorgesetzter nutzt die Situation, um den Fall auf seine Weise zu klären: Er schickt Cassie als Lexie getarnt in die Höhle des Löwen, sprich in das Herrenhaus. Die Verhältnisse dort sind verworren und eigentümlich, doch Cassie fühlt sich mehr und mehr zu Hause. Sie möchte gar nicht, dass es einer der Vier war. Offensichtlich hatte Lexie selbst diverse Geheimnisse, hegte unmoralische Pläne, Feinde der Bewohner gab es auch genug. Cassie verstrickt sich durch eigenmächtiges Handeln in die Verhältnisse, bis es jemand rauskriegt.

Natürlich ist es mehr als unwahrscheinlich, dass sich zwei nicht miteinander verwandte Menschen derart ähnlich sehen, dass man sie miteinander verwechselt. Doch die Autorin setzt dem Leser diese Ähnlichkeit so gleichmütig vor, dass man sie einfach akzeptiert. Manche Dinge sind nicht ganz stimmig, z.B. dass die Vier, die einander so nahe stehen, Lexie nicht im Krankenhaus besuchen kommen oder was es letztlich nützt, dass Cassie den Notizbuchfund ihren Kollegen vorenthält. Die Autorin spielt aber äußerst geschickt mit den Figuren, verwickelt Cassie subtil in die hervorragend gezeichnete Atmosphäre im Herrenhaus, verwirrt den Leser durch immer weitere Andeutungen. Wenn man beim Lesen denkt "nee...das kann so aber nicht gehen.", dann stellt die Autorin binnen weniger Seiten klar: Tut es auch nicht. Das fast 800 Seiten starke Werk kommt zudem mit nur einem einzigen Mord aus - saubere Leistung, Frau French. Sprachlich liegt die Autorin um Längen vor den meisten ihrer Kollegen. Fazit: Sehr spannend, ohne reißerisch zu sein, filigran in den Charakteren und ihren Beziehungen untereinander, ungewöhnlich in Fall, Entwicklung und Auflösung: davon möchte ich bitte mehr lesen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Psychothriller statt Krimi, 5. Juni 2011
Lexie Madison wird eines Morgens tot in einem verlassenen Cottage aufgefunden. Ein ganz normaler Fall für die Dubliner Polizei, könnte man meinen. Die Sache ist nur: Eigentlich existiert Lexie Madison nicht, sie wurde für einen Undercovereinsatz erfunden. Und die Tote gleicht der Polizistin, die damals in die Identität von Mrs. Madison geschlüpft ist, wie ein eineiiger Zwilling. Was war passiert? Wurde sie verwechselt und deshalb ermordet? Hatte sie eigene Feinde? Um das herauszufinden, schlüpft Cassie Maddox wieder in die Rolle von Lexie, führt ihr Leben als Studentin weiter, zieht in ein abgelegenes Herrenhaus, das sie mit 4 Freunden von Lexie teilt. Daniel, Abby, Justin und Rafe sind überglücklich, dass Lexie wieder wohlbehalten bei ihnen ist, hatten sie doch das schlimmste befürchtet, nachdem man ihnen erzählt hat, das Lexie niedergestochen wurde und im Krankenhaus im Koma liegt. Aber Cassie merkt schnell, dass irgendetwas nicht stimmt. Die 5 waren Außenseiter, im Dorf nicht sonderlich beliebt und auch untereinander nicht die eng verschworene Gemeinschaft, für die sie alle hielten. Auf der Suche nach der Wahrheit taucht Cassie immer weiter in Lexie Leben, bis sie darin unterzugehen droht...

"Totengleich" stand lange Zeit auf diversen Bestsellerlisten. Warum das so war, kann ich mir nur schwer erklären. Es wird als Kriminalroman bezeichnet, Psychothriller wäre die passendere Einordnung. Denn anders als bei Krimis, weiß man zum Schluss nicht genau, wer der Mörder war. Man muss zwischen den Zeilen lesen, kleine Anekdoten, die erzählt werden und denen man beim Lesen nicht unbedingt viel Beachtung schenkt, im Hinterkopf haben. Und genau das ist das Problem ' es wird viel, teilweise sehr ausufernd, in blumig-bildhafter Sprache, erzählt. Dadurch wird es stellenweise sehr langatmig und die langen Kapitel tragen auch nicht gerade zum Lesefluss bei. So braucht es beispielsweise fast 200 Seiten, bis Cassie ins Haus kommt, um endlich mit den Nachforschungen anzufangen. In diesen 200 Seiten wird sie auf ihren Undercovereinsatz vorbereitet. Das war zwar nicht ganz uninteressant, werden doch hier die Charaktere eingeführt und ausführlich beschrieben, aber das wäre bestimmt auch kürzer und spannender voran gegangen. Der Spannungsbogen bleibt aber gleichbleibend flach, mit Mini-Ausschlägen hin und wieder. Aber immer wenn man denkt, jetzt geht es vorwärts und wird interessant, folgt doch nur wieder belangloses Geplänkel. Nun ja, so ganz belanglos zwar nicht, wenn man es als Ganzes betrachtet, aber das kann man ja als Leser vorher nicht wissen (es sei denn man liest die letzten 150 Seiten zuerst). Das macht es nicht gerade zu einem Buch, das man nicht aus der Hand legen kann. Die Autorin macht es dem Leser aber auch nicht wirklich leicht. Hin und wieder legt sie falsche Fährten, aber auch diese werden nicht konsequent genug verfolgt. Letztendlich zeichnet sich dadurch schon sehr zeitig ab, wer es getan haben könnte und warum. Das bei einem Buch mit fast 800 Seiten. Eine straffere Handlung wäre besser gewesen. Auch das immer wieder mal auf einen vorangegangenen Fall eingegangen wird, macht das Ganze nicht lesenswerter. Andeutungen, was da passiert ist, sind sicher ein tolles Mittel, Verkaufszahlen von früheren Büchern anzukurbeln und stört mich normalerweise nicht, aber ist hier zu viel, so dass es nur noch genervt hat. Es erklärt zwar teilweise, weshalb Cassie sich in Lexies Rolle so wohl gefühlt hat - ein Leben ohne große Verpflichtungen, ohne die Schatten der eigenen Vergangenheit - aber so ganz nachvollziehbar ist es für den Leser nicht. Gerade als ausgebildete Undercoverpolizistin sollte man in der Lage sein, die nötige Distanz zur Rolle trotzdem zu wahren.

Für mich hat dieses Buch mehr Schwächen als Stärken, aber wer Psychothriller mag und alles genauestens verfolgt, wird sicher seine Freude dran haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchstspannung, 17. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Tana Frenchs zweiter Krimi variiert eine literarisache Standardsituation. Eine Clique von fünf Freunden (3 Männer, 2 Frauen) bewohnt gemeinsam ein altes irisches Landhaus, das einer der drei geerbt hat. Die jungen Leute studieren alle am Trinity-College, wo sie sich auch kennen gelernt haben. Sie wirken nach außen unzugänglich und überheblich, sind aber im internen Umgang miteinander liebevoll, offen und hemmungsarm. Sie haben sich der Authentizität des Genusses verschrieben und möchten allen Zwängen von Karriere und Geldverdienen entgehen. Sie wollen nicht weniger, als ihr privates Paradies zu schaffen.
Doch eines Morgens wird eine der beiden Frauen tot in einem verfallenen Gemäuer nicht weit von dem Landhaus entfernt aufgefunden. Sie wurde erstochen und ist sehr langsam verblutet. Schnelle Hilfe hätte sie retten können.
Die Polizei verschweigt den Tod des Mädchens, behauptet, sie sei noch gerade rechtzeitig gefunden worden und läge jetzt im Koma. Die restlichen Freunde werden verhört. Natürlich sind sie bestürzt, bleiben aber abweisend, ihr gemeinsames Alibi ist wasserdicht.
Doch dann geschieht etwas, mit dem keiner der Freunde gerechnet hat. Da die Tote große Ähnlichkeit mit einer Ermittlerin hatte, wird diese undercover in die hermetische Welt des Landhauses eingeschleust - als angeblich gerade genesende 5. Freundin.
Die Undercover-Ermittlerin kam sich dem Sog des Freundeskreises kaum entziehen und gerät immer tiefer in das höchst private Geflecht aus Bindungen und Abhängigkeiten. Es beginnt ein perfides Spiel, das absolute Höchstspannung für den Leser garantiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unrealistische Grundidee toll umgesetzt in spannendem Roman, 8. Februar 2011
Sicherlich ist die Idee, dass die Ermittlerin Cassie Maddox genauso aussieht wie ein ermordertes Mädchen, recht weit hergeholt. Auch dass diese Ermittlerin es dann schafft, sich innerhalb von zwei Wochen in allen Punkten von Mimik und Gestik in die ermordete Person hineinversetzen zu können, ohne dass einer deren engsten Freunde etwas merkt, ist etwas unrealistisch. Hierfür gibt es einen Stern Abzug.

Hat man sich aber erstmal mit diesen Punkten abgefunden und lässt sich dann auf das Buch ein, ohne weiter über diese Anfangspunkte nachzudenken, erlebt man ein athmosphärisch geniales Buch.

Eigentlich ist Cassie ja in die Rolle der Ermordeten geschlüpft, um den Mord aufzuklären. Letztlich beschäftigt sich das Buch jedoch vordergründig mit den zwischenmenschlichen Abgründen und den seelischen Konflikten, die Cassie dadurch erleidet.

Das Buch konzentriert sich also nicht nur auf die Aufklärung des Mordes, sondern bringt einen durch die tiefgründige Schreibweise von Tana French auch den Charakteren unglaublich nah. Dadurch habe ich die 800 Seiten nicht als langatmig empfunden, sondern wahrlich genossen, da man mit der Zeit das Gefühl hatte, die Charaktere kennen zu lernen.
Zwischenzeitliche Rückblenden auf den vorherigen Fall und Cassies damaligen Partner empfand ich (obwohl ich vor einiger Zeit auch schon Grabesgrün gelesen habe) nicht mehr wirklich nachvollziehbar.

Insgesamt endlich mal ein Leseerlebnis, das aufgrund der 800 Seiten nicht gleich nach einem halben Tag am Strand vorbei ist und dennoch Spaß macht bis zum Schluss!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders gut..., 21. Dezember 2010
Tana French schreibt anders. Anders als die gängigen Krimiautoren. Sie schreib feiner, facettenreicher, aufmerksamer. Jeder Figur widmet Sie sich mit liebevoller Aufmerksamkeit, jeder Ort wird lebendig durch ausdrucksstarke Details und atmosphärische Beschreibungen.
Natürlich steht der zu lösende Fall im Mittelpunkt, natürlich ist ein Mord geschehen, aber hier geht es nicht um eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die zur Aufklärung desselbigen beitragen und indem die Beteiligten nur Statisten sind, sondern es geht um feinste zwischenmenschliche Nuancen und eine Gruppe von Charakteren, die den Mittelpunkt der Geschichte selbst bilden.
Eine Story, die soviel Zeit verstreichen lässt, nur um den Alltag der Freunde zu schildern, könnte sicher dröge und langatmig werden, wenn sich ein Autor daran versucht, der über weniger Talent als French verfügt. Ihr gelingt es jedoch, dass man die Zerissenheit Cassies vollends nachvollziehen kann; Ihr Zwiespalt und ihr Wunsch, in dieser Welt zu verweilen ist allzu verständlich, ebenso wie die Gefahr sich darin zu verlieren.

Ein wirklich außergewöhnlicher Krimi- für Krimifreunde und Krimimuffel uneingeschränkt empfehlenswert und daher ein wahrer Juwel!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial!, 20. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Gleich, nachdem ich "Grabesgrün" gelesen hatte, wusste ich, dass ich den nächsten Roman dieser jungen Autorin ebenfalls lesen wollte. Ihr Sprachgefühl ist großartig, ihre Charaktere sind gut durchdacht und vielschichtig und die Geschichten, die sie erzählt, fesseln den Leser ab der ersten Seite.

In "Totengleich" begegnen wir einer alten Bekannten aus Frenchs erstem Roman: Detective Cassie Maddox. Nachdem sie sich nach ihrem letzten Fall im Morddezernat ins Dezernat für häusliche Gewalt hat versetzen lassen, wundert sie sich sehr, als sie von Sam O'Neill, ihrem Freund, und Frank Mackey, ihrem früheren Chef in der Undercover-Abteilung, zu einem Leichenfund gerufen wird. Doch ihre Verwunderung weicht jähem Entsetzen, als sie in das Gesicht des Opfers blickt: es ist wie ein Blick in den Spiegel. Die Verwirrung steigert sich noch, als sie erfährt, dass diese Frau, die ihr gleicht wie ein Haar dem anderen, ihre frühere Undercover-Identität geklaut hat und unter dem Namen Lexie Madison gemeldet war. Wer war diese Frau, die so geschickt eine alte Identität angenommen und sich damit an der Uni eingeschrieben hat? Sam möchte als leitender Ermittler des Morddezernats auf die übliche Weise ermitteln, doch Franks Pläne gehen in eine ganz andere Richtung: er möchte Cassie als Lexie in deren altes Leben schleusen. Also behaupten sie, Lexie habe den Angriff überlebt und leide nur unter einer leichten Amnesie. Cassie wird einer intensiven Schulung unterzogen, um ziemlich viel über Lexies Wesen und Leben zu wissen und zieht dann als Lexie in ihr neues Zuhause ein: Whitethorn House. Dort hatte Lexie mit ihren vier besten Freunden gelebt, deren Freundschaft über das normale Maß weit hinausgeht und in ihrer Struktur mehr einer Familie gleicht. Doch was als ganz normaler Undercover-Einsatz geplant war, wird für Cassie zu einer Zerreißprobe. Sie fühlt sich viel zu wohl in diesem Haus, in dieser Gruppe und sie droht, den Grund ihres Aufenthalts in Whitethorn House aus den Augen zu verlieren. Wäre Cassie vielleicht viel lieber Lexie?

Tana French nimmt den Leser mit in ein Verwirrspiel, dessen Grenzen oft schwimmen. Cassie kämpft sich in das Leben der vier Freunde, wird ganz und gar zu Lexie und droht dabei, ihr eigenes Ich zu verlieren. Dafür nimmt sie auch in Kauf, wichtige Informationen für sich zu behalten und nicht an Frank weiterzugeben, womit sie sich in große Gefahr begibt. Sie fühlt sich wie ein Teil dieser seltsamen kleinen Familie und weniger wie die Ermittlerin, die sie sein sollte. Doch unter der Oberfläche macht sie nicht nur als Lexie eine Entwicklung durch, auch ihr Bild von Cassie erfährt Korrekturen und reift.
Tana French weiß, wie man schillernde Figuren entwickelt - keinen ihrer Helden könnte man in wenigen Worten beschreiben und genau das liebe ich an ihren Krimis, besonders an "Totengleich". Ich hoffe sehr, dass wir von dieser Autorin noch viel hören und vor allem lesen werden!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 214 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Totengleich: Kriminalroman
Totengleich: Kriminalroman von Tana French (Gebundene Ausgabe - 22. April 2010)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,79
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen