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Kundenrezensionen

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am 11. Dezember 2012
Ich bin kein großer Freund von Biographien oder Reiseberichten. Deshalb war eigentlich niemand mehr überrascht als ich selbst, dass mir die Leseprobe des Buches so ausnehmend gut gefallen hat, dass ich es tatsächlich komplett lesen wollte.

Bereut habe ich diese Entscheidung nicht!
Von Hamburg ging es über Buxtehude in die niedersächsische Provinz - für mich sehr unterhaltsam, weil ich dort lebe. Durchs Sauerland, weiter nach Speyer und immer tiefer in den Süden, durch Frankfreich und schließlich über die Alpen. So war es gedacht...aber was läuft im Leben schon so wie geplant?
Eine Menge lustiger Erlebnisse und Begegnungen mit skurrilen Menschen lassen keine Langeweile aufkommen, im Gegenteil - nicht nur einmal musste ich laut lachen und irritierte dadurch die Menschen in meiner näheren Umgebung.

Dennoch ist dies kein lustig alberner Urlaubsbericht, sondern tatsächlich eine Pilgerreise: denn die Tiefgründigkeit begleitet die ganze Reise - die ja nicht aus Lust und Laune entstand. Neben der Unterhaltung spürt man beim Lesen die Ernsthaftigkeit, die hinter den Plänen steckt; die Neugier und Sehnsucht, die in jedem Schritt steckt; die Einsamkeit, die jeden Wanderer mitunter überkommt.....all dies berührt den Leser, lässt aber durch den mitreißend ironischen Schreibstil kein Trübsal aufkommen - meine Empfehlung auch für die Leser, die sonst keine Reiseberichte lesen!
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am 10. Januar 2013
„Der Gang nach Canossa“ ist das zweite Buch des Hamburger Journalisten Dennis Gastmann, der auch für das Fernsehen arbeitet und für den NDR in einer sehr unterhaltsamen Sendung „Mit 80000 Fragen um die Welt“ reist. Dadurch kennt man ihn auch schon als Reporter, der sich fremden Dingen auf eine sympathische Art, sehr charmant und mit fast kindlicher Neugier annähert, was großen Spaß beim Zusehen macht.

In seinem neuen Buch bleibt er zur Abwechslung in unserem Kulturkreis und begibt sich auf die Spuren von König Heinrich IV., der im Dezember 1076 von Speyer aus nach Canossa aufbrach, um den Papst dazu zu bewegen, den Kirchenbann gegen ihn aufzuheben. Dieser Bußgang ist vielen sicher noch aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Allerdings geht es Dennis Gastmann nicht darum, dem Papst oder der katholischen Kirche zu gefallen, sondern mehr um die Herausforderung diese Strecke zu bewältigen und darum, eine Art Pause einzulegen und dem Stress für einige Zeit zu entfliehen.

Während Heinrich IV. damals wohl zu Pferd unterwegs war, wie Dennis Gastmann von einem Historiker im Laufe seiner Reise aufgeklärt wird, nimmt sich der Journalist vor, die ziemlich genau 1000 Kilometer von seinem Wohnort Hamburg bis ins italienische Canossa zu Fuß zu bewältigen und das, obwohl er bisher nicht besonders viel Sport getrieben hat. Diese Tatsache, kleinere Verletzungen, schlechte Wanderwege und Schnee im Gebirge sorgen dann aber immer mal wieder dafür, dass er seinem Vorsatz kurz untreu wird und auf den Bus oder Zug ausweicht. Dennoch bewältigt er in den drei Monaten insgesamt einen Großteil der Strecke, inklusive einer Alpenüberquerung, zu Fuß und geht dabei wirklich an seine körperlichen Grenzen, wie der Leser immer wieder miterlebt, sodass die kleineren „Schummeleien“ dem Ganzen keinen Abbruch tun.

Im Verlauf der Reise kommt es immer wieder zu interessanten und manchmal zugleich amüsanten Begegnungen mit mehr oder weniger alltäglichen Menschen. So trifft er in Frankfurt einen Börsenexperten und unterhält sich mit Mitgliedern der Occupy-Bewegung, diskutiert mit einem katholischen Priester in Speyer und die Zeugen Jehovas wollen ihn genauso anwerben, wie die Produzenten einer trashigen neuen Fernsehsendung. Er übernachtet in den verschiedensten Unterkünften, von einfachsten französischen SB-Hotels, über Herbergen mit Familienanschluss in Italien oder dem luxuriösen Hotel Beau Rivage in Genf, wo man recht wenig begeistert auf ihn und sein Wanderoutfit reagiert.

Dadurch, dass Dennis Gastmann sehr anschaulich schreibt und mit seiner ihm eigenen Neugier auch auf dieser Wanderung an alles herangeht, kann man sich sehr gut in viele der Situationen hineinversetzen und als Leser hautnah dabei sein. Unterstützt wird dies zudem durch gelegentlich eingefügte Fotos. Es fällt auch auf, dass er beim Niederschreiben des Buches nach seiner Rückkehr aus Canossa auch noch viele Fakten und Details recherchiert und hinzugefügt hat. Immer wieder finden sich auch teils ironische, mal mehr, mal weniger offensichtliche Anspielungen zu aktuellen Themen, wie den Rücktritt von Christian Wulff oder der Wirtschaftskrise. Alles in allem ist dieses Buch eine sehr abwechslungsreiche, unterhaltsame und zugleich informative Lektüre, die sich zudem angenehm flüssig lesen lässt.
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am 27. Januar 2013
Gang nach Canossa - Dennis Gastmann
Kurze Inhaltsangabe:
Dennis Gastmann hat sich entschlossen, eine Pilgerreise von seinemzu Hause bis nach Canossa zu unternehmen, Luftlinie 999 Km. Er will alles zu Fuß laufen, nur mit einem Rucksack und dem nötigsten. Er schreibt herrlich über Unterkünfte, kurzzeitige Weggefährten, von der Liebe zu Bäumen, von wunderschönen Landschaften und unbezwingbaren Bergen. Auf den Spuren eines Königs möchte Dennis Canossa erreichen. Diese Pilgerreise ist wirklich etwas besonderes und Herrn Gastmanns Durchhaltevermögen hinsichtlich der Schwierigkeiten dieser Reise ist bemerkenswert und verdient Respekt. Die Reise führt den Leser durch verschiedenste Landstriche, wie einige deutsche Bereiche, dann das Elsaß, ein Teil von Frankreich und natürlich Italien. Der Autor beschönigt die Strapazen der Reise nicht, versteht es aber auch, die wunderbare Seite zu beschreiben.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist wunderbar. Der Autor schreibt flüssig, interessant und auch amüsant und zwar in einer Art, das einem das Buch schon nach den ersten paar Seiten ans Herz wächst und man es nicht mehr weglegen möchte. Man nimmt, wenn auch nur als Leser, an dieser Pilgerreise teil und fühlt bei allem mit. Die Beschreibungen sind sehr detailliert. Man kann sie richtig sehen und die Wege mitgehen.
Eigene Meinung:
Ich fand das Buch einfach klasse! Ich hätte nicht gedacht, das mich ein Buch, eine Geschichte über eine Pilgerreise so mitreißen könnte, aber Dennis Gastmann hat es geschafft. Ich bin jeden Meter mitgelaufen, habe mitgefühlt, mitgenossen, war mitgenervt und habe mich mitgefreut. Dennis hat mich auf eine tolle Reise mitgenommen, die ich als Leser gerne mitgemacht habe. Wie gerne hätte ich in Italien mitgegessen - hmmmmm oder die Burg von Canossa dann gesehen, aber geistig war dies möglich. Ich danke für dieses wunderbare Buch und gebe fünf Sterne.
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am 11. November 2012
In 1,5 Tagen durchgelesen und sehr begeistert! Unbedingt empfehlenswert!

Es handelt sich nicht um eines der üblichen Selbstfindungs-Wanderbücher, sondern Dennis Gastmann fokussiert sich mit seinem geübten Satire-Blick auf die kleinen Geschichten auf seiner Wanderschaft. Schon im ersten Kapitel merkt man seinen feinsinnigen Humor. Z.B. wie er die Strecke -ganz modern- einfach mal googelt und herausfindet, dass es exakt 999,9 Kilometer Luftlinie seien und laut Google Maps die Route für Fußgänger in 10 Tagen und 8 Stunden zu schaffen sei - allerdings über Helgoland.
Gefühle kommen aber auch nicht zu kurz, denn er schildert eingehend wie die körperlichen Strapazen und die Einsamkeit sich bei ihm als "Sportmuffel" äußern. Man ist bis zuletzt gespannt wie und ob er die Strecke schafft und welch wundersame Begegnungen er noch erlebt. Wer kommt schon auf die Idee, einen Hausbesuch bei den Zeugen Jehovas abzuhalten oder im Beau Rivage (Barschel starb dort) abzusteigen? Einfach genial!
Nebenbei wird auch das Geschichts-Wissen etwas aufgefrischt, wenn er über das "Vorbild" Heinrich IV. und dessen Gang nach Canossa erzählt.

Alles in allem von der ersten bis zur letzten Seite spannend, witzig und dennoch einfühlsam. KAUFEN! :)
Und da man danach unbedingt mehr möchte von seiner Art zu schreiben, sollte man sich auch sein erstes Werk zulegen (Mit 80.000 Fragen um die Welt).
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am 14. Juli 2014
2012 machte Gastmann sich im Frühjahr auf eine 1.637 km lange und drei Monate dauernde Reise von Hamburg-St. Pauli nach Canossa in Norditalien, um den Weg, den einst König Heinrich der IV. ging, um den Papst dazu zu bewegen, den über ihn verhängten Kirchenbann aufzuheben und für seine Sünden zu büßen, nachzugehen. Ob zur eigenen Buße oder Selbstfindung oder einfach nur aus journalistischer Neugier, so ganz klar ist sich Gastmann über seine Motive selbst nicht. Jedenfalls soll es in Canossa die besten Tortellini geben, zur Not muss das als Grund reichen.

Bereits 2011 ist Dennis Gastmann "Mit 80.000 Fragen um die Welt" gereist, nun scheint es, als wolle er sich selbst ein paar Fragen stellen, und wo ginge das besser als auf einem Trip allein durch ein paar europäische Länder. Da den Jakobsweg ja mittlerweile jeder läuft, hat Gastmann sich wohl gedacht, etwas Innovativeres muss her, also beschloss er, sich auf den Weg nach Canossa zu machen. So könne er mal in Ruhe über sein Leben, seine (vermeintlichen) Sünden und alles mögliche Andere nachdenken, was ihm unterwegs noch so durchs Gehirn schießen würde oder seinen Weg kreuzt.

Die erste Etappe führt ihn von Hamburg nach Buxtehude, von dort geht es über Wildeshausen und Osnabrück (kurzer Besuch bei Mutti) zum Rothaarsteig, dann Gastmann erstmalig an seine körperlichen Grenzen bringt. Von dort wandert er weiter nach Frankfurt, Neustadt, Speyer usw., bis er in Genf im berühmten Hotel Beau Rivage (Stichworte: Barschel und Badewanne) absteigt, man gönnt sich ja sonst nichts. Die nächste, nahezu unbezwingbare Herausforderung liegt im Mont Cenis, den Gastmann zum Glück aber mit einem erfahrenen Bergsteiger namens Bolognesi (ja wirklich) bewältigen kann, um dann über Turin endlich an der Burg Canossa in Norditalien anzukommen. Übrigens: Ich habe hier nicht jede einzelne Station von Gastmanns Reise aufgelistet, weil es mir einfach nicht interessant genug erschien.

Denn so wirklich spannend oder bahnbrechend unterhaltsam ist das nicht, was der selbsternannte "Wurzelsepp" (so fühlt Gastmann sich unter all den feinen Pinkeln bei seiner Ankunft im Nobelhotel Beau Rivage) hier erlebt. Und sein Weg zum inneren Ich ist es leider ebenso wenig. Er erlebt ein paar seltsame Dinge (er umarmt z. B. Bäume und hätte fast in seine Thermoskanne gepinkelt) und trifft komische Leute (die Zeugen Jehovas oder die Frau, die vor ein paar Jahren den Hersteller von minderwertigen Brustimplantaten verklagt hat), aber alles in allem vermag das nur wenig oder punktuell zu fesseln. Und auch Gastmanns vielgepriesener und angeblich so sarkastischer Humor findet nur wenig Einzug in sein Buch…oder erschließt sich mir einfach nicht. Gastmann kann durchaus gut schreiben und auch formulieren und manches Mal kommt man um ein Schmunzeln nicht umhin, aber da das Buch inhaltlich (für mich) so wenig hergibt, kämpft man sich mit Gastmann von Etappe zu Etappe, ohne ihm wirklich zu folgen.

Das mag allerdings auch an der unwirtlichen Jahreszeit liegen, zu der Gastmann seine Reise beginnt. Im noch oft verschneiten, verregneten und kalten deutschen Frühjahr, in dem die Felder braun, die Bäume kahl und die Luft feucht ist, gibt es nur wenig Positives oder gar Sonniges zu berichten. Gastmann friert, wird nass bis auf die Knochen und rutscht aus in Schlamm und Schnee. Darüber hinaus sind viele Abschnitte von Gastmanns Reise landschaftlich so karg, hässlich oder belanglos, dass auch diese Beschreibungen nicht unbedingt die Laune heben. Deutsche und europäische Tristesse, immer mal wieder, sowas will man eigentlich nicht unbedingt lesen.

Da der Autor nicht überzeugend vermitteln kann, was ihn zu dieser Reise angetrieben hat, folgt man ihm auch nur mäßig interessiert auf seinem vermeintlichen Büßergang. Mal wandert er an der Schnellstraße entlang, dann wieder durch Wald und Wiesen, wo er sich auch gerne mal verläuft, dann wieder fährt er ein Stück mit dem Zug oder dem Bus, macht Halt in hübschen oder furchtbar hässlichen Gasthöfen, bekommt widerlichen Fraß und exzellente Küche vorgesetzt, pflegt abwechselnd die böse schmerzenden Beine, Füße oder Hüften und lernt zauberhafte und nervtötende Leute kennen. Tja…

"Gang nach Canossa" bietet durchaus interessante Einblicke und stimmige Zu- und Umstandsbeschreibungen und kann immer mal wieder durchaus witzig sein. In der Summe aber ist es ein recht belangloser und unspektakulärer Reisebericht, der für den Autor definitiv mehr Nutzen hatte als für den Leser. Vielleicht gebe ich Gastmanns gemütlicher, unaufgeregter Schreibe noch mal eine Chance, denn dieses "Mit 80.000 Fragen um die Welt" klingt da weitaus interessanter und vor allem: internationaler als diese Zustandsbeschreibung bundesdeutscher Tristesse. Und vielleicht erschließt sich mir dann auch Gastmanns angeblicher Humor, den ich in diesem Buch nur ab und an habe aufblitzen sehen. Somit knappe drei von fünf Tortellini, die in Canossa vielleicht besser schmecken als anderswo…vielleicht aber auch nicht.
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am 29. Juli 2013
Miit 74 Jahren habe ich selbst eine ca. 400 km lange Fußwanderung zurückgelegt. Insofern bin ich immer an ähnlichen Erlebnissen anderer Zeitgenossen interessiert. Die Schilderung von Dennis Gastmann habe ich mit großem Genuss gelesen - fand ich doch viele Situationen vor, wie vom Autor beschrieben. Beispiel: Bänke zum Ausruhen. Wie beim Autor waren Bushaltestellen oft meine letzte Rettung. Ich hatte auch falsche Vorstellungen über die Verpflegung während des Tages. Wie von Dennis Gastmann dargestellt, löste ich das Problem morgens beim Frühstück im Hotel . Tagsüber sind die meisten Dorfgasthäuser geschlossen.
Das Buch kann ich ohne jede Einschränkung empfehlen.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Dezember 2012
Bei wolkenlosem Himmel macht sich der Autor am 6. März zu Fuß zu seiner Wanderung von Hamburg nach Canossa auf. Er folgt den Spuren Heinrichs IV.
Es wird eine Pilgerreise voller Unwägbarkeiten und Überraschungen. Die eine oder andere interessante Begegnung wartet geplant und ungeplant am Wegesrand.
Das Buch zeichnet sich durch seine lebendige Erzählweise aus. Man meint, auf dem Weg dabei zu sein. Allerdings verfolge ich die Reise gern nur per Buch, denn es wird deutlich, dass die Geschichte anstrengend ist. Nicht nur die Füße, auch der Kreislauf zollen den ungewohnten körperlichen Leistungen Tribut. Die Gefühlsschwankungen zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit werden ausgezeichnet vermittelt. Den einen Tag läuft es wie am Schnürchen, den nächsten geht gar nichts. Der Autor bleibt Realist. Er beschönigt nichts.
Der Autor ist ein exakter Beobachter. Viele Kleinigkeiten am Wegesrand registriert er. Die Beschreibung der Städte und Dörfer ist ausführlich und anschaulich. Die Sprache ist erfrischend und mit feinsinnigem Humor durchsetzt. Auch für die Menschen auf der Strecke hat der Autor ein offenes Ohr und einen guten Blick.
Da ist Lotte - Kartenlegerin, Wahrsagerin. Sie warnt den Autor vor seinem Vorhaben, bringt ihn aber trotzdem zum Rothaarsteig. Rolf, der ihn ein Stück des Weges begleitet, spricht ohne Punkt und Komma. Bolognesi, Bergsteiger aus Leidenschaft, bringt dem Autor bei, wie er ohne Anstregung und Schwitzen über die Alpen kommt.
Überhaupt – die Gebirge. Sie liegen wie unüberwindliche Hindernisse vor dem Autor. Sie bei Schnee zu überqueren, scheint aussichtslos.
Mit spitzer Zunge wird nicht nur die Geschichte interpretiert, sondern auch Ereignisse der Gegenwart karikiert, sei es der französische Wahlkampf oder die Börse. Ein besonderes Schnäppchen war das Gespräch mit den Medienvertretern.
Doch auch ernste Themen finden Eingang. So trifft der Autor eine der Betroffenen des Billigsilikons in Brustimplantaten.
Das Buch hat mich aber nicht nur gut unterhalten, ich habe ebenfalls einiges dazugelernt. Zu vielen Orten erzählt der Autor kleine Geschichten, die neugierig darauf machen. Die Feinheiten der polnischen und italienischen Küche kamen ebenfalls gut an.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es wurde nie langweilig. Es ist eine Reisebeschreibung der besonderen Art. Ich werde es gern weiterempfehlen.
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am 27. Dezember 2012
Dennis Gastmann hat ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch geschrieben, in dem er seine Reiseerfahrungen auf 999,99 km von Hamburg bis zur Burg Canossa lebendig und abwechslungsreich schildert. Es gipfelt im Fazit: "Alles, was ich noch brauche, sind Tortelli mit Ricotta, Spintat und einer Prise Salz" (S. 315) - großartig.

Auf dem Weg werden viele "Abenteuer" beschrieben, so die Durchquerung des wilden Norddeutschlands, die Bezwingung des Rothaarsteigs als erster Wanderer des Jahres, die Überquerung des Jura-Gebirges (ausnahmsweise nicht zu Fuß) sowie die Bezwingung des Mont Cenis zwischen Frankreich und Italien. Zwischendurch stellt Dennis Gastmann dann auch fest, dass Heinrich IV. gar nicht zu Fuß nach Canossa gegangen, sondern geritten ist. Und das auch nicht alleine, sondern mit einem großen Stab. Das tut den vielen Verweisen auf die Erlebnisse Heinrichs aber keinen Abbruch. Eingeschoben werden skurrile Episoden bei den Zeugen Jehovas, der Wahrsagerin Lotte oder eines Opfers der PIP-Brustimplantate.

Das Buch ist keine sachliche Reisebeschreibung und gibt auch keine Hinweise für den eigenen Gang nach Canossa. Dafür aber viele Einblicke in die Gedankenwelt von Dennis Gastmann auf dieser langen Reise, in die Irungen und Wirrungen seiner Überlegungen und Rückblicke und in die Mentalität der Menschen auf dem Weg. Oder, wie er es selbst sagt: "Traum und Trauma sind Geschwister auf meiner Alpentournee" (S. 246). Das Buch in 20 Kapiteln auf 315 Seiten ist eine ideale Lektüre im Zug, im Bus oder auf jeder eigenen Reise.
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am 5. Februar 2013
Der „Gang nach Canossa“ von Dennis Gastmann ist eine unterhaltsame Lektüre von Hamburg, über Speyer, Genf etc. rund 1000 Kilometer zu Fuß nach Canossa.
Wie sein historisches Vorbild König Heinrich IV. macht sich Gastmann auf den Weg nach Canossa, allerdings mit dem Vorteil, schon auf dem Weg nach Speyer einige lustige Geschehnisse berichten zu können. Außerdem muss Gastmann nicht um Buße beim Papst bitten, sondern suchte die Herausforderung und eine Pause aus seinem stressigen Alltag. Bis auf die eine oder andere Ausnahme hält sich der nicht ganz sportliche Autor auch an sein Vorhaben. Doch mehr als nachvollziehbar ist es allemal, auf Auto, Bus oder Bahn kurzfristig auszuweichen, wenn die schlechten Bedingungen kaum eine Alternative lassen.

Während der dreimonatigen Reise trifft Gastmann natürlich auch auf die unterschiedlichsten Menschen und lässt den Leser an der einen oder anderen amüsanten und interessanten Begegnung teilhaben. In Frankfurt trifft er einen Börsenexperten und Mitglieder der Occupy-Bewegung, in Speyer einen katholischen Priester und Zeugen Jehovas. Auch Schlafstätten, Landschaften und aktuelle Entwicklungen kommen nicht zu kurz.

Sympathisch, anschaulich und freundlich geschrieben, mit einer großen Portion Humor und interessanten Fakten ist das Buch absolut zu empfehlen! Dank des Schreibstils geht man quasi selbst nach Canossa…
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am 24. Januar 2013
Der Weltreporter" des NDR ist diesmal in Europa unterwegs. Im März 2012 bricht Dennis Gastmann zu einer 3monatigen Wanderung von Hamburg nach Canossa auf, nach dem Vorbild König Heinrichs IV, der im 11.Jh. den berühmten Gang nach Canossa" zu Papst Gregor VII auf sich nahm.
Gastmann trifft auf seiner Reise interessante Menschen, wie den Frankfurter Mr. Dax" oder eine geistheilende Metzgerin, und schildert diese Begegnungen sehr unterhaltsam. Eins der Highlights findet in einer elsässischen Kleinstadt statt, in der 2 engagierte Fernsehagenten den Reporter mit ihrem Mediensprech überfallen, und die örtliche Kneipenkundschaft die Kulisse bildet... Bei der Schilderung der provinziellen Tristesse oder bei seinen Begegnungen hat man aber trotz seines lockeren Schreibstils nie das Gefühl, daß der Autor sich über seine Gesprächspartner erhebt, was sympathisch wirkt .
Mit seinem 12 kg Rucksack und bei teilweise tagelangem Regen kommt der Reporter, der sich als unsportlich und etwas übergewichtig beschreibt, auch immer wieder an seine Grenzen. Er beschreibt die Einsamkeit auf seiner Wanderung ebenso wie die Sehnsucht, überhaupt gelingt es ihm gut, eine Mischung aus ernsten und witzigen Themen zu finden.
Mir hat dieses unterhaltsame Buch sehr gut gefallen, ich kann es nur empfehlen.
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