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49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine unglaubliche, leider wahre Tragödie!
Die Frage die sich mir nach dem Lesen dieses Buches sofort stellt: Kann man diesem Buch überhaupt Sterne verteilen, bzw. kann man weniger als 5 Sterne für ein solches, unter die Haut gehende Buch geben. Ich auf jeden Fall, gebe 5 Sterne für das Überleben von Nicole Dill und dafür, dass sie nach einem solchen Horror-Erlebnis wieder zurück...
Veröffentlicht am 17. Januar 2011 von Manfred Müller

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Muss
Schlimm was Nicole Dill widerfahren ist - kein Frage. "Wie ich ermordet wurde" lautet der Untertitel dieses Buches. Doch ein paar wenige Seiten genügen der Autorin um die Beziehung zum Täter und die eigentliche Tat darzustellen. Mit weit mehr an Buchstaben und Papier wird der Leser mit langatmigen Vor- und Nachanalysen konfrontiert. welche teilweise nicht mal...
Vor 14 Monaten von Urs Baumann veröffentlicht


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49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine unglaubliche, leider wahre Tragödie!, 17. Januar 2011
Die Frage die sich mir nach dem Lesen dieses Buches sofort stellt: Kann man diesem Buch überhaupt Sterne verteilen, bzw. kann man weniger als 5 Sterne für ein solches, unter die Haut gehende Buch geben. Ich auf jeden Fall, gebe 5 Sterne für das Überleben von Nicole Dill und dafür, dass sie nach einem solchen Horror-Erlebnis wieder zurück gefunden hat.

Ehrlich gesagt, hatte ich vor dem Lesen schon auch meine Vorurteile: Wahrscheinlich eine Frau die auch nach dem xten Hinweis sich nicht vom gewalttätigen Partner trennen wollte. Aber nein, Nicole Dill ist diesbezüglich nichts vorzuwerfen. Sie konnte diese spätere (unglaubliche) Eskalation nicht annähernd erahnen. Zudem sie ja blind in diese Falle lief, obwohl die zuvor kontaktierte Polizei und der Hausarzt des Freundes davon wussten, dass dieser Mann bereits einmal eine Frau ermordet hatte, die sich von ihm trennen wollte.
War es Desinteresse oder wirklich der bemühte Datenschutz dass diese Behörden/Personen Frau Dill nicht vor ihrem Freund warnten und sogar aktiv empfahlen sich von ihm zu trennen, also eigentlich ein Todesurteil aussprachen?

Was diese Frau erlebt hat, geht über das Ertragbare hinaus. Dass sie heute wieder normal leben kann und auch wieder einen Lebenspartner und mit ihm sogar ein Kind hat, kann man als kleines Wunder betrachten. Die Meisten wären daran zerbrochen.

Nicole Dill's Buch zeigt auch, auf eine sensible aber doch selbstkritische Art, wie man nach einem solchen Horror-Trauma wieder in das Leben zurück findet: langsam in kleinen Schritten und mit vielen Rückschlägen aber schlussendlich erfolgreich wenn man die Kraft besitzt durchzuhalten.

Für mich bleibt ein Fazit: Dieses Amtsgeheimnis-Gesetz MUSS überarbeitet werden. Gewisse Institutionen MÜSSEN Daten miteinander austauschen. Klar es braucht hier Regelungen, z.B. dürfen Krankendaten nie in Versicherungshände kommen, jedoch muss ein Lebenspartner gewarnt werden können, wenn klares Agressionspotenzial vorhanden ist.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg zu sich selbst., 16. Februar 2012
Von 
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(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Nicole Dill schreibt ihren eigenen Lebens-Krimi in einem hervorragenden Deutsch, spannend und unglaublich nahegehend bis zur letzten Seite. Selten habe ich ein ergreifenderes Buch gelesen, von dem ich glaube, dass es vor allem auch eine Aufarbeitung zu sich selbst geworden ist.

Wann macht sich ein Mensch wirklich Gedanken um seine Herkunft und all jene Dinge, die man gemeinhin als Schicksal bezeichnet? Frau Dill nutzt diesen dramatischen, tiefen Fall ins Bodenlose (ihr Ex-Freund entführt, vergewaltigt und versucht, sie zu töten), um eine Vielzahl von psychologisch unheimlich spannenden Facetten aufzureihen bzw. diese zu (er)klären, angefangen bei ihrer Jugend bzw. den Eltern.

Wie reagiert ein Mensch, der im Grunde aufgegeben hat, der sich dem Tod nähert? Welche Gefühle und Abwehrmechanismen wirken? Warum treffen Frauen einen bestimmten Typ Mann und welche Rolle spielt dabei der eigene Vater? Wie erkennt man psychopathische, gefährliche Narzissten und welches Abwehrverhalten wirkt am besten? Auf viele dieser Fragen gibt es keine allgemeingültigen Antworten, aber jeder kann in diesem Buch die für ihn geltenden finden.

Tatsache ist leider, dass Narzissten oft ebenfalls nur Opfer sind, deren Kern nichts anderes nach außen kommuniziert als die Verdeckung eigener Schwächen, eine Art Abwehrverhalten vom eigenen, leeren Selbst. Frau Dill beschreibt ihren Peiniger und analaysiert sein Leben bis hin zu einer freudlosen, harten Jugend. Sie trifft sich mit anderen Opfern und findet selbst den Weg in in neues Leben, angetrieben auch durch eine unerklärliche, tiefe Resilienz. Siehe auch Der Soziopath von nebenan. Die Skrupellosen: ihre Lügen, Taktiken und Tricks. Noch schwieriger wird die Frage, wie man sich vor solchen Menschen schützen sollte, ja wäre eine öffentliche Liste relevant, in der Menschen mit ihren vergangenen Strafen öffentlich bekannt gemacht werden? Ab wann wäre ein Hausarzt verpflichtet, Angehörigen zu sagen, dass ein Mörder ein Mörder ist?

Das Buch wirft viele Fragen auf und analysiert diese Sachverhalte aus Sicht eines Opfers treffend. Mich freut sehr, dass Frau Dill nach diesem Martyrium wieder in das Leben zurückgekehrt ist, sie skizziert diesen Weg ausführlich und hilfreich für andere, hat heute eine neue Partnerschaft bzw. mittlerweile eigenen Nachwuchs. Dabei haben ihr die Hilfe von Kliniken, Therapeuten und Verwandten/Freunden langsam, aber sicher den Weg zurück geebnet. Sie hat im Grunde ihren Schicksalsschlag genutzt, um eigene Stärke zu entwickeln bzw. diese nicht mehr von anderen zu erwarten.

Am Ende folgt noch eine kurze Chronologie angekündigter Dramen (auch wichtige Ansprechpartner für Opfer in D und CH) sowie Interviews mit einem forensischen Psychiater, einer Oberrichterin/Strafrechtsprofessor sowie mit dem ehemaligen Leiter der Münchner Mordkommission. Es scheint eine Theorie zu geben, dass Menschen, die in der Kindheit Opfer von Gewalt wurden, dies auch später als Erwachsene anziehen. Diese Interviews sensibilisieren für einen Bereich, den wir gemeinhim an die sichere Klärung der Krimis im Fernsehen delegieren, den wir nicht wahrhaben wollen. Interessant fand ich, dass Frau Dill heute keine Actionfilme oder Krimis mehr sehen kann, weil sie automatisch die Leiden der Opfer miterlebt. Bewunderswert ist, dass sie in einer für sie erlebten gewalttätigen Welt wieder Vertrauen und Hingabe erleben kann.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unfassbar!, 23. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Die Autorin beschreibt die schlimmste Nacht ihres Lebens und die Folgen davon wie auch die Vorgeschichte. Leider hat all das einen unfassbaren Hintergrund: ein bereits verurteilter Mörder, der auch nach seiner Inhaftierung immer wieder auffällig war, hat dieses Verbrechen begangen und niemand hat es verhindert. Es gibt keine Worte für eine solche Tat, unvorstellbar, dass jemand zu so etwas fähig ist und noch viel unvorstellbarer, eine solche Nacht zu erleben. Genauso unglaublich ist aber der Umstand, der zur Tat geführt hat und damit der Umgang mit Schwerverbrechern.

Das Buch ist aufgeteilt in diese dramatische Geschichte sowie ausführliche Interviews mit Fachleuten. Beim ersten Blick ins Buch hat mich das ein wenig verärgert, weil ich dachte, dass damit die Geschichte der Autorin zu kurz kommt. Genau das ist nicht der Fall. Die Interviews sind interessant und vertiefend.

Der Ton des Buches gefällt mir sehr gut - nicht zu dramatisierend, aber der Geschichte gerecht werdend; absolut ausreichend für den Leser, aber gewisse persönliche Infos bleiben der Privatsphäre erhalten.

Was mir fehlt sind mehr Informationen dazu, wie die Situation in Deutschland ist. Dagegen werden praktischerweise die Kontaktadressen für Hilfestellen auch für Deutschland geliefert.

Das Buch interessiert sicherlich alle, die die Autorin in einer Talkshow gesehen haben. Aber auch für alle, denen in Erinnerung gerufen werden sollte, dass man einem Mörder seinen gefährlichen Charakter nicht ansieht. Und trotzdem wird man durch die Lektüre nicht traumatisiert. Das Buch darf in meinem Regal wohne bleiben - allein als Erinnerung zur Vorsicht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Muss, 8. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Schlimm was Nicole Dill widerfahren ist - kein Frage. "Wie ich ermordet wurde" lautet der Untertitel dieses Buches. Doch ein paar wenige Seiten genügen der Autorin um die Beziehung zum Täter und die eigentliche Tat darzustellen. Mit weit mehr an Buchstaben und Papier wird der Leser mit langatmigen Vor- und Nachanalysen konfrontiert. welche teilweise nicht mal auf fundiertes psychologisches Wissen beruhen. Es macht den Anschein, dass ein paar Seiten Manuskript der auf schlimmste Art Gepeinigten, von der Autorin mit Biegen und Brechen zu einem Buch von knapp 200 Seiten geformt werden mussten.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 29. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist einfach nur erschütternd mein Mitgefühl und Hochachtung vor dieser Frau. Man kann gar nicht aufhören zu lesen. Was diese Frau alles durchgemacht hat, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Wie sie alles gemeistert hat, ist wahrscheinlich nur möglich, wenn der Lebenswille groß genug ist.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr interessant !, 16. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist sehr interessant. Wollte einfach etwas über diese unglaubliche Geschichte erfahren.. Über die Geschehnisse die ihr passiert sind wir nicht sooo viel berichtet. Dafür wird mehr auf die Misstände im Staat aufmerksam gemacht. Das z.B. verurteilte Sexualstraftäter auf freien Fuß durch die Welt spazieren dürfen ohne das sich jmd. zuständig dafür sieht die Bürger zu schützen .
Wie gesagt sehr interessant und regt absolut zum nachdenken an.
Ich würde es jederzeit wieder kaufen und lesen !
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den eigenen Tod überlebt, 12. Dezember 2012
Von 
Andrea Hübner "monja1995" (Fahrenzhausen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Mein Umriss:

Nicole Dill wächst in einer Familie auf, in der es normal zu sein scheint, dass der Vater die Mutter schlägt. Als Kind lernt sie schnell, sich unauffällig zu verhalten, um sich keiner Gefahr durch den Vater auszusetzen.
Sie wächst zu einer selbstständigen jungen Frau heran und führt ein erfülltes Leben. Sie heiratet und geht mit ihrem Mann nach China. Auch dort lebt sie sich schnell ein und versucht von Land und Leuten zu lernen und ihr Leben zu bereichern. Dann verlangt ihr Mann die Scheidung. Diese Scheidung geht verhältnismäßig ruhig über die Bühne und Nicole kehrt in die Schweiz zurück. Dort kauft sie sich eine schöne Wohnung und findet auch schnell wieder eine gut bezahlte Arbeit.
In ihrer Freizeit treibt sie Sport und hat viele Freunde.
Dann lernt sich Roland kennen und verliebt sich in ihn. Unbewußt verändert sie sich, nimmt es aber selber am Anfang nicht wahr. Immer mehr vereinnahmt Roland sie und sie fühlt sich in der Beziehung eingeengt. Als er ihr immer mehr Freiheiten nimmt, teilt sie ihm mit, dass sie sich von ihm trennt.
Da nimmt das Drama seinen Lauf.
Roland bittet sie, seine Sachen aus seiner Wohnung holen zu dürfen. Da sie aber erfuhr, dass etwas mit ihm nicht ganz stimmen kann, vergeht sie fast vor Angst und fasst den Entschluß, ihm seine Sachen durch das hochgelegene, kleine Badezimmerfenster hinaus zu reichen. Er schafft es jedoch sie zu überrumpeln und dringt in die Wohnung ein. Dort bedroht er sie und dann entführt er sie. Eingesperrt mit ihr in seiner Garage merkt er, dass sein Selbstmord, bei dem auch Nicole sterben soll, so nicht funktioniert. Er vergewaltigt sie und schießt ihr mit einer Armbrust in die Brust. Doch Nicole ist nicht tot. Er packt die Schwerverletzte ins Auto und begibt sich auf eine Reise mit ihr, von der sie nicht zurückkehren soll…..

Mein Eindruck:

Dieses Buch entstand aus Notizen, die Nicole Dill in ihrer Rekonvaleszenzzeit angefertigt hat, aus einem langen Interview mit einer Autorin und anhand ärztlicher und psychologischer Gutachten, die über Nicole Dill, sowie auch über ihren Lebensgefährten erstellt wurden.
Auch wenn Nicole Dill nur einen Bruchteil ihres Martyriums in den Händen ihres Lebensgefährten wiedergibt, so kann sich der Leser gut vorstellen, was diese Frau erlitten hat und auch noch lange nach der Tat noch erleiden mußte. Dieses aufgrund der Ignoranz der Behörden, die wussten, was für eine Vergangenheit Roland hatte. Saß er doch bereits wegen Mordes im Gefängnis. Dass Nicole nicht gewarnt wurde und auch keine Information seines Arztes auf direkte Nachfrage erhielt ist einfach skandalös.
Sie geht intensiv auf ihren körperlichen Heilungsprozess ein, bei dem ihre Psyche für die Ärzte eine untergeordnete Rolle spielte. Erst später, als sie sich selber um Hilfe bemühte, sollte sie diese bekommen.
Nicole ist eine starke Frau, die stundenlange Folter und ihren Todesschuß überlebte und auch noch die Stärke besaß mit ihrer Geschichte schonungslos an die Öffentlichkeit zu gehen.

Mein Fazit:

Nichts für schwache Nerven und trotzdem sollten junge Frauen diese Geschichte lesen, um vielleicht etwas für ihr eigenes Leben daraus zu ziehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben - wie ich ermordet wurde, 22. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Ein sehr bewegendes und erschütterndes Buch ... hoch sensibel geschrieben ... unglaublich eigentlich ... mutig ... und trotz der schlimmen Geschehnisse ehrlich , authentisch nie sensationshungrig oder überzogen ... toll ... alle Achtung vor dieser Autorin.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das neue Leben nach der eigenen Ermordung, 4. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
"Der Weg in den Tod, der ein gewaltsames Ereignis sein wird, ein durch Menschenhand absichtlich herbeigeführtes Sterben, ist ein monströses Ereignis. Wer ermordet wird, kann nicht in Würde sterben, und der nackte Überlebenswille löst bösartig eine unmenschliche Furcht aus."

Eingesperrt in einen Kofferraum, vergewaltigt und das Geschoss einer Armbrust in der Brust ist Nicole Dill stundenlang ihren Todesängsten und ihrer Ohnmacht ausgeliefert. Sie ist zudem dem Mann ausgeliefert, der sich in ihr Leben, in ihr Herz gedrängt hatte. Der Mann, den sie geliebt hatte, mit dem sie schöne Momente erlebte, bis nach und nach dunkle Wolken aufkamen. Zuerst noch unbemerkt, dann immer bedrohlicher, bis die Situation eskalierte.

Dass Roland A. ein verurteilter und als gefährlich eingestufter Vergewaltiger und Mörder war, wusste sie nicht. Niemand warnte sie, niemand stand ihr bei. Als sie eine Gefahr fühlte, wurde sie nicht ernst genommen, stand alleine.

Nicole Dill hatte Glück. Sie überlebte, auch wenn sie dieses Überleben lange oft als Strafe empfand. Der Weg zurück ins Leben war lang und steinig, die Einsicht, Opfer zu sein, hart.

"Niemand will Opfer sein. Das widerspricht unserer kulturellen Auffassung, wonach wir selbstbestimmt handeln und für unser Glück und unser Unglück selbst verantwortlich sind. Gesellschaftlich ist das Opfer mit einem Stigma behaftet."

Die Einsicht in den eigenen Opferstatus ist aber nötig, um die Vergangenheit zu verarbeiten. Sie ist nötig, um zu erkennen, dass man selber nicht Schuld ist. Sie ist zudem nötig, da nur durch die Öffnung gegenüber dieser Vergangenheit auch wieder ein Blick in die Zukunft und ein Leben nach der Tat möglich wird.

Ob es für die erlebte Ungerechtigkeit eine wiedergutmachende Gerechtigkeit gibt, ist fraglich. Die Gesetzeslage scheint mehr auf Seiten der Täter als auf der der Opfer zu stehen. Der zwar verständliche, hier aber hinderliche Satz „in dubio pro reo“ verlangt von Opfern Beweise, welche oft schwer bis unmöglich zu liefern sind. Das hilft Tätern und deren Protektoren oft, mit ihrer Fehlhaltung durchzukommen, keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Das Opfer wird dabei ein zweites Mal Opfer. Zumindest fühlt es sich so. Die einzige Möglichkeit, selber aktiv zu werden und nicht in einer passiven Rolle, im Opferstatus zu verharren, ist, über das Geschehene zu reden, es Sprache werden zu lassen. Das hat Nicole Dill getan und sich so selber Schritt für Schritt ihr Leben wieder lebenswert gemacht.

Fazit:

Die erschütternde Lebensgeschichte einer Frau, die sich den Weg in ihr zweites Leben nach ihrer Ermordung erkämpfen musste. Berührend und ergreifend.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle, 7. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Leben!: Wie ich ermordet wurde (Taschenbuch)
Schwer zu beurteilen ist auch dieses Buch. Auch hier sollte kein Leser in Versuchung geraten zu WERTEN - und dennoch macht man es, wenn man sich für die Sorte " Persönliche Erfahrungsbücher" entschieden hat.
Man hat vor, die Geschichte bis ins Detail zu erfahren, sich selbst an den Ort des Grauens zu versetzen um irgendwie später das Buch mit einer gewissen Erleichterung wegzulegen " Gott sei Dank, hab ich das nicht selbst erlebt".
Aus diesem Grund bin ich wieder mal sehr sehr vorsichtig eine derart dramatische Geschichte bzw. den Mut der Autorin ihre Geschichte niederzuschreiben zu kritisieren oder gar ihre Gefühle dabei in Frage zu stellen.
Das steht mir einfach nicht zu.
Ich habe die Autorin bereits im SWR Nachtcafe gesehen und ihre Schilderungen mit Schrecken vernommen.
Daher kannte ich schon den Großteil ihrer Geschichte und ich hätte das Buch ehrlich gesagt, nicht mehr benötigt.
Wie bei einigen derart geschriebenen Büchern liegt die Faszination für den Leser ( leider) in der Leidensgeschichte.
An ihre eigene Geschichte wird sie ohnehin ihr Leben lang erinnert werden, deswegen wird sie sich auf die groben Details ihrer " Ermordung" beschränkt haben.

Mehr würde mich interessieren, wie man eine derart furchtbare Situation überwunden hat, wie kann man wieder nach vorne schauen, was gibt einen Halt und Kraft. Welche Persönlichkeit war man vor der Situation, hatte man schon Bewältigungsstrategien, war man eher eine starke oder schwache Persönlichkeit?
Sicher derartige Schilderungen wurden auch von Frau Dill getätigt - mir, allerdings ein bisschen zu wenig.
Denn auch das interessiert ( so denke ich) den Leser sehr.
Doch wie schon anfangs erwähnt, ist es eine persönliche Geschichte in der es der Autorin sicherlich gelungen ist AUFMERKSAM zu machen, AUFMERKSAM auf viel zu lockere Strafvollzugsmaßnahmen, Ausgänge, schwere Fehler der Justiz etc.
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Leben!: Wie ich ermordet wurde
Leben!: Wie ich ermordet wurde von Nicole Dill (Taschenbuch - 2. Januar 2012)
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