Kundenrezensionen

22
3,7 von 5 Sternen
Mein schönes Leben als Junkie
Format: TaschenbuchÄndern
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Februar 2013
Mein Umriss:

Muriel Scheu ist im biederen Sauerland aufgewachsen. Mit einer Mutter, die eher geheiratet wurde, als dass sie eine andere Wahl hätte und einem Vater, dem seine Kinder zwar wichtig waren, der aber doch niemals in irgendeiner Weise aus der Rolle oder dem Raster der Normbürger fallen wollte.
Als älteste von drei Geschwistern sollte Muriel ihrer Schwester und dem Bruder ein Vorbild sein, was sie aber nie wollte. Zum ersten mal in ihrem Leben fühlte sie sich in Niger, in Westafrika wohl, wohin es die Familie aus beruflichen Belangen des Vaters verschlug. Leider wurde der Vater krank und die Familie musste wieder zurück ins Sauerland. Dort griff Muriel mit 14 zu ersten Zigarette, nicht lange danach dann auch zu Hasch. Sie wollte sein wie eine Minderheit im ländlichen Sauerland. Sie wollte ein Gammler sein, oder ein Hippie. Wollte sich so kleiden wie sie, wollte so cool sein wie sie und wollte vor allem dazu gehören.
Sie erprobte damals nicht nur sich selber und die Nerven ihrer Eltern. Sie versuchte härtere Drogen und bald auch Heroin.
Nach einiger Zeit ging die Familie wieder zurück nach Afrika. Dort war es für Muriel ein Leichtes an ihre Drogenrationen zu kommen, zumal sie die richtigen" Leute kennenlernte.
Nach einiger Zeit wieder zurück in Deutschland, brach sie aus allem aus. Aus ihrem Elternhaus, aus dem bisherigen Leben und vor allem aus einem behüteten Umfeld.
Amsterdam war für sie bald kein Traum mehr, sondern ihre eigene schöne Realität. Bis sie verhaftet und ihrem Vater übergeben wurde. Das hinderte Muriel aber nicht, wieder zu fliehen.
In die Drogen, in die Arme der Männer, hier bevorzugt sie die Arme prominenter Männer. Anerkennung und Geld für immer mehr Drogen waren ihr das wichtigste. Zumal sie recht schnell auf Heroin umstieg. Vom Sauerland nach Hollywood, über die Kontinente, bis sie glaubte ihr Leben in München in der Schickeria der 80er Jahre gefunden zu haben. Die Liste ihrer damaligen Freunde liest sich wie das Who-is-who der Musikszene. Einige gerieten durch sie an Drogen, andere nutzten sie sexuell aus und ebenso einige wurden von ihr sexuell ausgenutzt.
Durch ihre Sucht verlor sie das Gespür für wahre Freunde....

Mein Eindruck:

Wie werde ich schnell und effektiv zum Junkie? Oder Wegweiser in den Drogensumpf?
Zwei Fragen, die ich mir bei diesem Buch mehrfach stellte. Muriel Scheu steigt in ihrer Biografie mit einem Erlebnis in Malysia ein, wo sie jederzeit verhaftet und zum Tode verurteilt werden hätte können.
Sie verfasste dieses Buch in Zeitsprüngen, zwischen ihrer Zeit als Junkie, der alles einwarf was ihm in die Finger kam, in ihrer Kindheit, die sie mit Unterbrechungen im Sauerland und in Afrika verbrachte, sowie in den späten 90er-Jahren, als sie eine mehrwöchige Entgiftung durchzog, der eine halbjährige stationäre Therapie folgte.
Offen erzählt sie, wie sie immer versuchte so wie andere zu sein. Sich selber konnte die Autorin so wie sie war nicht akzeptieren. Sie fühlte sich zu dick, zu dumm, zu weinerlich..... Dass sie sich da der Clique zuwandte, die sie am ehesten akzeptierte, war abzusehen. Nur nicht für ihre Eltern, denen das Ansehen der Familie nach aussen wichtiger war. In Muriels Clique machte Hasch die Runde und schon bald wurden ihr Medikamente und Heroin angeboten. Egal, für sie war es wichtig dazu zu gehören.
Muriel Scheu erzählt ihren Aufstieg in der Drogen- und Promiszene ebenso wie ihren tiefen Fall und kommt spät zur Erkenntnis, dass sie erst tief fallen musste, um wieder aufzustehen.
Lange Zeit hat man als Leser das Gefühl, dass es nichts Schöneres gibt, als drogensüchtig zu sein und mit jedem ins Bett zu springen.
Das kommt zwar erstmal so rüber, aber ziemlich am Ende ihrer Biografie rückt Muriel Scheu diesen Eindruck zurecht und zeigt einen kleinen Einblick, wie schmerzhaft ihr Weg in der Sucht und danach bis zum endgültigen Entzug ist.

Ich würde es meiner Tochter nicht zum Lesen geben, denn wenn sie in der Mitte des Buches aufhören würde, wäre alles von Muriel Scheu erlebte schön und überhaupt nicht gefährlich. Diese Einsicht trifft Scheu erst am Ende des Buches, welche meiner Meinung nach an den Anfang gehörte.

Fazit:

Ein Buch, das ungefestigte Menschen zur Nachahmung animieren könnte, anderen mit Sicherheit aber als Abschreckung dient. Lesenswert auf jeden Fall, auch wenn Jugendliche besser bei der Lektüre begleitet werden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2011
...dieses Buch kann ich echt nur empfehlen. Ich persönlich halte nichts von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", denn eigentlich müsste dieses Buch längst einen Nachtrag haben, indem steht, was aus Christiane F.geworden ist, dass sie es nämlich nicht schafft in ihem Leben glücklich zu werden und ohne Drogen zu leben. Dieses Buch wird von einer Frau geschrieben, die nicht in einer abgestürzten Umgebung aufwuchs ( also nicht die typische Drogenkarriere mit vorbelasteten Elternhaus ), eine Frau, die wirklich intelligent war / ist und es schonunglos erzählt, wie sie ihr Leben selbst zerstörte und wieder aufbaute. Ich war wirklich von diesem Buch begeistert und kann es wirklich nur empfehlen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juni 2012
Muriel Scheu hat es geschafft das ihr Buch zu meinen Top 2 zählt.
Ich besitze etwa 20 Bücher die sich rund um das Thema Sucht dreht.
Selbst in früher Jugend zu Drogen gegriffen lese ich immer wieder gerne solche Bücher um mir vor Augen zu führen was gewesen wäre wenn ich zu Heroin gegriffen hätte.
Eine wunderbare Lektüre die Einzug in die Klassenräume halten sollte.
Neben "Lass mich die Nacht überleben" wirklich das beste Drogenbuch was ich jemals gelesen habe.

Liebe Muriel,

ich war so fasziniert von dir,deiner Geschichte und dem Buch das ich dein Werk innerhalb von 3 Tagen verschlungen habe und wirklich entäuscht war das es zuende ist.
Neugierig wie ich bin habe ich gegoogelt und einen tollen Bericht gefunden.
Falls du dies also lesen solltest : WO BLEIBT das nächste BUCH???

Quelle:

[...]

Ich bin so gespannt wie's weiter geht, ich möchte mehr erfahren aus deiner Zeit im Bordell,wie es war als frisch gebackene Mama rückfällig zu werden,wie du die Winter auf Goa,Malaysia ect verbacht hast... Und noch so vieles was im Buch angeschnitten wurde bedarf genauerer Erklärung aus Ausführung.

Ich kann nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. März 2010
Wie wäre Ihr Leben verlaufen, wenn Ihnen in Ihrer Jugend statt der ersten Zigarette oder dem ersten Bier ein Bekannter Heroin angeboten hätte? Vielleicht hätten Sie auch nicht '"Nein"' gesagt. Mit den 'coolsten' Leuten rumhängen, vermeintlich '"das Bewusstsein erweitern"', ein Leben abseits vom Angepasstsein führen, abseits der verstaubten Ideale, die einem das Elternhaus anbietet... Den meisten von uns ging es kaum anders als der 14-jährigen Muriel Scheu, die uns in "'Kein ganzes Halbes"' aber nicht nur an ihren Jugenderinnerungen, sondern auch am (erwachsenen) Leben mit der Sucht und den Versuchen, sich wieder aus ihr zu befreien, teilhaben lässt.
Was als 'therapeutisches' autobiografisches Schreiben begann, ist zu einer lesenswerten Roman-Biografie geworden. Mit einem Humor, den man erst mit zeitlichem Abstand und Reife erreicht, nimmt sie uns mit auf eine Reise zu verschiedenen Stationen ihres bewegten Lebens. Anders als seinerzeit Christiane F. beschränkt sich Muriel Scheu auch nicht darauf, vom Leben und Leiden mit der Sucht zu berichten, sondern erzählt von ihren zahlreichen Reisen, von der Liebe, von Sex, von Begegnungen mit Promis, und und und. Das macht das Buch immer wieder überraschend und ein Stück weit auch zu einem Generationen-Portrait. Sprachlich vielseitig, bisweilen lyrisch, ist Scheus aufmerksamer und selbstkritischer Rückblick auf die eigene Vergangenheit jederzeit spannend, persönlich - auf jeden Fall lesenswert!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Februar 2010
Kein bißchen langweilig, rasant, lebendig und turbulent.
Unglaublich, was die Autorin alles erlebt hat und wen sie
alles kennengelernt hat - von Bob Marley bis hin zu Billy Idol!
Darüber hinaus hat mich die erstaunliche literarische Qualität
umgehauen.
Scheu ist immer da am besten, wo sie nachdenklich oder auch beschreibend
ist. Mehr davon!
Meine Empfehlung: Unbedingt kaufen, man hört nicht mehr auf zu lesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2010
Sehr interessantes und fesselndes Buch, das ich deshalb mit Begeisterung und Neugierde in nur 2 Tagen gelesen habe. Die sehr abwechslungsreiche und bewegende Biographie ist jederzeit spannend und mitreißend geschrieben - ein Kaleidoskop von Ereignissen, Erlebnissen und Begegnungen mit interessanten Menschen und Persönlichkeiten an den verschiedensten Orten in ganz unterschied­lichen Ländern und Kulturen.
Der Leser wird in eine bunte facettenreiche aber auch teilweise bizarre Welt geführt - Letzteres insbesondere wegen der Drogensucht und den zugehörigen Umständen, was für den diesbezüglich unbedarften Leser auch eine Reise in eine befremdliche Welt bedeuten kann.
Wünsche der Autorin viel Erfolg mit ihrem auf jeden Fall lesenswerten Buch.
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am 28. Dezember 2014
Ok - das Buch hat Längen; ok - im Buch werden viele "Promis" genannt, von denen ich noch nie gehört habe (mein Problem); ok- es werden Lebensabschnitte angekündigt, die dann nicht mehr erzählt werden (wahrscheinlich hat der Verlag gekürzt); und sicherlich: die Autorin war Teil einer Jugendkultur, die den Drogen gegenüber eine naive bewusstseinserweiternde Erwartung entgegengebrachte, wie sie heute in dieser Form nicht mehr und schon gar nicht gegenüber dem Heroin existiert.
Daneben hat die Erzählung aber eine überzeugende Stärke. Denn nach wie vor geht es um die widerstreitenden Pole von Drogenerfahrungen: dem menschengeschichtlichen Wunsch nach Rauscherfahrungen versus dem Risiko. Auf der einen Seite emotionale Erfahrungen, die ohne diese Substanzen nicht möglich sind. Dem Gegenüber das Risikos, das vielschichtig daherkommt. Die erbarmungslose Abhängigkeit, die den Menschen in ihren Rhythmus zwingt. Aber auch die Folgen des gesellschaftliche Verbotes bestimmter Drogen, über das die KonsumentInnen zur Heimlichkeit gezwungen werden und das den Preis der Droge ins Unermessliche treibt, die Qualität zugunsten des Profitinteresses der Dealer verdirbt.
Und in diesem Spannungsfeld berichtet die Autorin eben nicht nur von dem, in der Literatur überwiegend hervorgehobenen „Halben“, dem Risiko, sondern von dem „Ganzen“, dass Drogenkonsum simpel gesagt auch schön sein kein. Und nur wenn wir diesen Dualismus akzeptieren, werden wir in der Lage sein, bei den nachfolgenden Jugendlichen die notwendige Risikokompetenz zu erreichen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2013
Interessantes Buch, hätte ausführlicher sein können. Erscheint gekürzt, Hinweise auf andere Erlebnisse werden gegeben, aber dann nicht beschrieben.
Spannend erzählt, hab es nicht aus der Hand legen können.
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am 9. Februar 2015
Irgendwann dann gab ichs auf. Ich fand das buch sowas von langatmig und öde. Die geschivhten sind teils so krude und seltsam, dass ich oftmals echt den kopf schütteln musste. Ein grosser teil handelt von ihrer kindheit in afrika und ihrer mutter die sich da am pool im hotel drinks von irgendwelchen männern bringen lässt. Zwischendurch erzählt sie von ihrer reha / therapie und davon wie sehr sie alle da verachtet. Phasenweise erinnern die schilderungen ihrer judend ein wenig an christiane f. Aber eher in einer öden art und weise. Ich gabs dann irgendwie auf weil da so gar nix spannendes oder wirklich orges daher kam. Die schilderungen über diverse promis die sie da kennengelernt hat find ich auch nicht wahnsinnig glaubhaft. Hab ein wenig recherchiert und hab nicht wirklich was neues erfahren über die autorin. Der titel hat mehr versprochen als gehalten...leider.ich find man hätt mehr draus machen können. Voll schade.
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am 4. August 2014
Vorneweg: Ein zweites "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist dieses Buch sicherlich nicht. Es ist die Lebensbeichte einer erwachsenen Frau, für die der Drogenkonsum seit frühester Jugend zum Alltag gehörte, aber ohne allzuviel Reue. Wer also ein Drogenabschreckungsbuch für die gefährdete Brut sucht: Finger weg!
Muriel Scheu schreibt eigentlich nur beiläufig über Drogen. das Heroin ist Teil ihres Lebens, in dem so illustre Namen wie Peter Bogdanovich, Billy Idol oder Iggy Pop auftauchen. Ob die Geschichten alle der Wahrheit entsprechen... man mag es kaum glauben. Unterhaltsam ist es allemal, und bis auf einige grammatikalische Schludrigkeiten liest sich das Ganze flüssig, aber nicht ohne literarische Finesse.
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