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am 26. Juni 2008
Das Buch enttäuscht auf ganzer Linie. Es handelt sich um das erste Buch, das ich mit einem Stern bewerte. Blackwater kommt im Buch eher als Nebenthema vor. In großen Teilen des Buches behandelt der Autor statt dessen seine Meinung zur amerikanischen Innenpolitik oder zur Situation im Irak und stellt nur sehr indirekte Bezüge zum eigentlichen Thema her.

Auf den ersten 50 Seiten beschreibt der Autor die Familie des Firmengründers. Dieses Kapitel ist in erster Linie eine Anklage der vom Autor abgelehnten konservativen politischen Positionen. Auf die Fachdiskussion über den Einsatz von Sicherheitsunternehmen geht Scahill jedoch leider nicht ein. Er ignoriert jeglichen sicherheitspolitischen Kontext und begnügt sich damit, den Einsatz als Ergebnis einer Verschwörung der politischen Rechten darzustellen. Er ignoriert nicht nur, dass Blackwater während der Clinton-Administration entstand, sondern polemisiert auch höcht widersprüchlich, wenn er unterstellt, dass die entscheidenden Poliker gleichzeitig überzeugte christliche Fundamentalisten und wirtschaftliche Opportunisten seien.

Auf den nächsten 100 Seiten stellt er seine Meinung zur Situation im Irak dar. Über Blackwater erfährt man hier nur, dass die Firma irgendwie im Irak aktiv ist, Personenschutz leistet, in einem Fall (Najaf) an Kampfhandlungen beteiligt war und vier Mitarbeiter in Hinterhalt verlor. Soviel hätte man auch aus jedem besseren Zeitungsartikel erfahren können.

Im gesamten Buch fehlen weitestgehend Details zu Einsätzen, Mitarbeitern, Taktiken, Erfahrungen und andere Hintergrundinformationen. Scahill stützt sich in erster Linie auf Sekundärquellen und ist sehr meinungslastig. Die Kapitel des Buches reihen in der Regel zitierte Meinungen von Personen aneinander, die Scahills Position unterstützen. In dem meisten Fällen werden dabei Personen wie Naomi Klein zitiert, die wie Scahill in erster Linie politische Kommentatoren ohne themenbezogene Erfahrung oder Expertise sind. Nur in Ausnahmefällen hat er mit direkt am Geschehen beteiligten Personen gesprochen.

Er ist durchgängig äußerst unsicher in der Bewertung militärischer und strategischer Sachverhalte. Man merkt ihm an, dass er in diesen Bereichen keine praktische Erfahrung und auch keinen relevanten akademischen Hintergrund besitzt. Dabei wären entsprechende Kenntnisse die Grundvoraussetzung für akkurate Bewertungen. Einige Beispiele: "Private Military Contractors" sind gemäß Genfer Konvention, anders als von ihzm behauptet, keine "Söldner", und die Bekämpfung von Kombattanten in Moscheen ist nicht völkerrechtswidrig. Die völkerrechtlich legitime Tötung gegnerischer Kombattanten bezeichnet er als "Mord", und durchführende Kräfte als "Todessschwadronen". Die moralisch aufgeladene Sprache des Autors ist unpräzise und unsachlich, was dem Thema völlig unangemessen ist.

Häufig überschreitet Scahill beim Versuch zu polemisieren die Grenzen der Seriösität, z.B. wenn im Rahmen des Hurricanes "Katrina" eingesetzte Blackwater-Kräfte mit "Braunhemden" der SA vergleicht. Nach Fakten, die solche gewagten Urteile stützen würden, sucht man vergeblich.

Leider traut Scahill zudem dem Leser nicht zu, eigene politische Werturteile zu fällen. Anstatt entsprechend guter journalistischer Praxis die erforderlichen Informationen sauber zu recherchieren und dem Leser das Urteil zu überlassen, fällt Scahill die Urteile für den Leser und lässt die Informationen zu häufig einfach weg. Wertende Adjektive ersetzen fehlende Fakten durchgehend.

Scahill konnte offenbar keinen Experten zum Thema für eine Buchempfehlung gewinnen und musste statt dessen auf Personen wie Michael Moore oder Arundhati Roy zurückgreifen, die keinerlei Expertise zum Thema besitzen und ebenfalls eher durch unsachliche und schlecht informierte Polemik aufgefallen sind. Diese Empfehlungen auf dem Buchrücken sollten jedem Leser als Warnung ausreichen. Leser mit fachlichem Interesse können Scahills Buch getrost ignorieren und sollten zu "Corporate Warriors" von Peter Singer greifen.
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am 19. März 2008
Während des vergangenen Jahres mehrten sich die Nachrichten aus dem nicht gerade nachrichtenarmen Kriegsgebiet im Irak, dass private Personenschützer im Auftrag der amerikanischen Regierung in militärische Handlungen verwickelt waren, bei denen viele Menschen getötet wurden. Immer öfter wird in den Medien der Name "Blackwater"erwähnt, eine von etlichen sogenannten "Private Military Companies", die in den letzten Jahren immer mehr ans Licht der Öffentlichkeit gekommen sind.

Das vorliegende, hervorragend recherchierte und gut geschriebene Buch ist gedacht für eine breite Leserschaft und entstanden in der Absicht und der Hoffnung, militärische Aufträge an Private endlich zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte über den Staat zu machen.

Und das ist dringend nötig. Nach Scahills Recherchen halten sich
100 000 private Soldaten derzeit in Irak auf, eine Truppe, genauso stark wie die regulären amerikanischen Streitkräfte. Bei den Briten ist das Verhältnis noch übler: auf 7200 reguläre Soldaten kamen 21000 Mann im Sold englischer Privatfirmen.

Wie Scahill schreibt, rekrutieren die Privaten wie Blackwater ihr Personal aus den Reihen amerikanischer Eliteeinheiten, chilenischer und kolumbianischer Sonderkommandos, viele südafrikanische Truppen, die dort keine Verwendung mehr finden. Für ein recht hohes Gehalt ziehen sie weiter in den Krieg.

Blackwater als "mächtigste Privatarmee der Welt" verfügt sogar über eine eigene Luftflotte und bietet sich, gegen entsprechendes Honorar, versteht sich, an zum Einsatz in allen Krisengebieten der Erde.

Es geht in diesem Buch letztlich darum, wie staatliche Akteure die Privatisierung des Krieges betreiben, mit allen bedenklichen Folgen für das staatliche Gewaltmonopol und die Demokratie.
Ein lesenswertes Buch über die Zunft des Krieges , die längst schon begonnen hat.
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am 3. Dezember 2009
Der Autor ist ein Gegner jeder Art von Söldnerheeren, von 'militärischen Sonderkräften' oder 'Privatarmeen' - wie immer man Leute nennt, die für ihren Einsatz mit der Waffe bezahlt werden. Die bekannteste und größte Privatarmee wird von der Firma Blackwater ausgebildet und bezahlt. Es gibt aber noch etliche andere Söldnerfirmen wie Fluor, DynCorp, Bechtel, Halliburton, Instinctive Shooting International, Sandline oder Titan Corporation. Von diesen Firmen erfährt man auch ein wenig, aber auf Blackwater hat sich Autor Scahill geradezu eingeschossen.

Scahill erzählt von den Gründern von Blackwater, von seinen Lobbyisten - und vom konservativen, von großer Religiosität geprägten Hintergrund. Was aber so böse an Blackwater sein soll, das wird nie recht klar. Natürlich ist es gefährlich, wenn eine private Militärfirma über dem Gesetz steht und für Vergehen nicht verurteilt werden kann. Aber genau daran möchte Blackwater doch etwas ändern, weil es für das Image besser ist und für weitere Aufträge!

Scahill bemüht sich um ein möglichst düsteres Bild von Blackwater, mehr als schmutzig-weiß wird es aber nicht. Die Söldner wissen, worauf sie sich einlassen, wenn Sie (bewaffnet) in den Irak gehen oder nach Afghanistan und dort verletzt, verstümmelt oder getötet werden. Besser, es trifft diese Leute, die bewusst eine Gefahr eingehen, als solche, die man zwingt, wie das 'normale' US-Heer.

Wer hat in New Orleans nach dem Hurrican angepackt und geholfen, als die offiziellen Hilfskräfte sich bestenfalls erst zu sammeln begannen? Es war Blackwater! Weil das nicht in das finstere Bild passt, muss ein seltsamer Schusswechsel herhalten und der Vorwurf, die Firma hätte an dem Einsatz letzten Endes Millionen Dollar verdient.

Es ist ein schmutziges Geschäft und es gibt bestimmt Gefahren, wenn man Söldnerheere einsetzt. Aber wo genau liegt die Gefahr? Man erfährt in diesem Buch (auch) nichts über die Ausrüstung der Söldner, über deren Motive oder den Alltag. Nicht einen einzigen Söldner hat Scahill befragt. Was Scahill schreibt, kann man im Internet selber nachlesen.

Der nächste Mangel aber ist, dass Scahill kein einziges Foto in seinem Buch verwendet. Selbst nichtssagende Bilder wären besser gewesen, als ein Sachbuch ohne jedes Bild. Was bleibt, ist ein zwar interessantes Buch, meist spannend, mit umfangreichem Anhang und gutem Register - aber stark einseitig, daher mit Lücken, und ohne Fotos.
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Die Idee einer Söldnertruppe, welche flexibel einsetzbar ist und einzig und allein auf Bezahlung reagiert ist an und für sich ein altes Thema. Schon im 30jährigen Krieg ist dies mit aller Brutalität Realität geworden und Deutschland hat sehr darunter gelitten. Mit dem Buch BLACKWATER von Jeremy Scahill ist dieses Thema anscheinend wieder aktuell geworden in der Welt - BLACKWATER die mächtigste Privatarmee der Welt.

BLACKWATER ist eine geniale Geschäftsidee, denn das Outsourcing" ist nicht nur in der Privatwirtschaft seit langem beliebt, auch die Armeen der Welt betreiben outsourcing...

Blackwater ist ein geniales Geschäftsmodell und Eric Prince der Präsident einer Armee ohne Land. Die Grundidee ist gut und am Anfang wurde alles auch tadellos umgesetzt.

Polizisten und Armeeangehörige konnten sich bei Blackwater USA gut und umfassend ausbilden lassen. Die Anlage war und ist in bestem Zustand, nur als Söldner im Kampf gegen den Terror ins Spiel kamen, hat sich nicht nur der Gewinn von Blackwater vervielfacht, sondern auch das Risiko.

Blackwater kann das Risiko nicht länger kontrollieren und hunderte von Söldnern sind bereits gestorben, einige haben sich ungebührlich Verhalten und doch wird niemand gerichtlich belangt. Das Modell BLACKWATER scheint zu kippen, zu groß wird das Risiko einer Privatarmee.

Ein brandheißes Buch, Klasse recherchiert, TOP - aktuell und super-spannend.

Sehr empfehlenswert!
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am 8. März 2008
In dem Buch beschäftigt sich Jeremy Scahill, entgegen dem Titel, nicht nur mit Blackwater, sondern mit dem Aufstieg der Söldnerfirmen weltweit. Der Aufstieg Blackwaters steht hier sinnbildlich für die zahlreichen Söldnerfirmen, die sich im Irak verdingen und die Bemühungen der amerikanischen Regierung militärische Aufgaben an Privatfirmen zu übergeben.Eine Entwicklung die in den deutschen Medien nicht thematisiert wird. Allein aus diesem Grund ist es interessant sich dieses Buch zu Gemüte zu führen.

Bei so einem Buch stellt sich natürlich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Der Autor hat in seinem Buch zahlreiche Quellen (ca.1000) angegeben, aus die er seine Informationen bezieht. Hier könnte man als negativ anführen, dass er sich meistens auf Artikel von anderen Journalisten verlässt. Auf der anderen Seite benutzt er jedoch auch eigene Interviews, die er mit den Beteiligten geführt hat. Alle seine Quellen sind gut angegeben und lassen sich so einfach nachverfolgen und überprüfen.

Ein weiterer Kritikpunkt wäre, dass man bei dem Autor eine Tendenz gegen Bush erkennen kann. Jedoch bemüht sich Jeremy Scahill um eine objektive Schreibweise. So versucht er ausschließlich die von ihm gesammelten Fakten sprechen zu lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein gut recherchiertes Buch über ein unbekanntes Thema ist. Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Aktien der Söldnerfirmen seit dem Irakkrieg riesige Kursgewinne haben, wird hier eine Antwort finden. Für mich war es auf alle Fälle sehr lesenswert.
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am 25. Juli 2015
Eines jener Bücher, die im Gewand des Sachbuchs daher kommen und für sich in Anspruch nehmen, Fakten über einen Sachverhalt zu präsentieren, aber tatsächlich nur Behauptungen aufstellen. Wie groß der Einfluss von Blackwater und Co. ist, wird hier immer wieder beschworen, ohne dass dies irgendwie untermauert würde. Ein paar dünne Geschichtchen aus dem Irakkrieg sollen das Ganze untermauern. Nicht wirklich empfehlenswert
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am 27. August 2013
Spannender Erzählstil, viele Fakten, alles super recherchiert. Eine objektive Betrachtung des BlackWater Konstrukts und viele (notwendige) Exkurse in die Politik und Wirtschaft der USA wie auch anderer Länder. Alles in Allem ein Must-Have.
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am 10. April 2008
Am Blackwater zeigt sich, wie privatwirtschafltiche Unternehmen und fundemantalistische Christen die US-Regierung unterwandern und die Demokratie ausgehebelt wird.
Die Macht und der Einfluss dieser Kreise auf die Bush-Regierung werden deutlich am Irak-Krieg, der massgebend auf das Betreiben von Leuten wie Wolfowitz, Cheney, Rumsfeld und anderer, diesen Kreise nahe stehender Männer zurückzuführen ist.
Firmen wie Halliburton und Blackwater haben handfeste Interessen, die einserseits rein finanziell sind und andererseits einem unheimlichen neokonservativen fundamentalistischen Evangelikalismus zu Grunde liegen.
Diese Kreise versuchen mit allen Mitteln, die USA zurück auf den "rechten" Weg zu bringen und scheuen auch vor Gewalt nicht zurück.
Schon Demokraten (d.h. Anhänger der Dem. Partei) sind in ihren Augen Landesverräter und Auswüchse des Bösen. DIese gilt es zu bekämpfen.
Spannend geschrieben und genau recherchiert bietet dieses Buch eine Fülle beängstigender Informationen, die einen fürchten lassen, dass die USA, sollten die Vertreter dieser Ideologien an die Machthebel kommen, noch weitere Abenteuer à la Irak starten werden. Der "War on Terrorism" wird instrumentalisiert zur Hatz auf Andersdenkende und ist in Wirklickeit ein Krieg gegen den Islam und gegen den Liberalismus.
Dieses Buch liest sich wie ein Thriller und am Ende bleibt die ernüchternde Tatsache, dass das alles wahrscheinlich wahr ist...
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am 29. Dezember 2015
Söldnerheere führen schmutzige Kriege für "den Westen". Wer hätte das gedacht? Sehr interessantes und lesenswertes Buch, das die modernen Söldnerorganisationen detailliert und kenntnisreich beschreibt. Empfehlenswert.
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am 27. März 2013
Der private Sicherheitsdienst Blackwater (mittlerweile Namensänderungen) weißt eine enorme Mannstärke auf. Zeitweise stellte diese Firma die zweitgrößte Truppe im Irak. Selbst Flugzeuge und Helikopter befinden sich im Inventar, welches in Krisengebieten in enger Zusammenarbeit mit dem US-Militär auch eingesetzt wird. Jeremy Scahill versucht in diesem Buch die Entstehung von Blackwater, die Einflüsse und politischen Verbindungen zu aufzuzeigen.

Wenn es mal zu Einsatzberichten kommt, wird der blutige Alltag dieser Dienstleistung schonungslos deutlich.

Jedoch berichtet Scahill zu selten von Einsätzen. Viel mehr werden die politischen bzw. wirtschaftlichen Beziehungen von Blackwater deutlich gemacht. Bei dieser Einseitigkeit verliert sich der Autor zudem noch in den Machtzentralen Amerikas und unterlegt diese mit themenfremden Lebensläufen von Entscheidern, um auch deren politische Richtung bzw. Lobbykraft für Blackwater darzustellen.
Auch wenn der Tenor der amerikanischen Regierung bei dieser Darstellung deutlich wird, ist eine neutrale Sachlichkeit hierbei Mangelware.

Auch wenn in einem Kapitel ein erschreckender Ausblick auf die wachsenden Fähigkeiten und Tätigkeiten von Blackwater angerissen werden, kommen andere Geschäftsfelder, wie geheimdienstliche Tätigkeiten, nicht zur Sprache.
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