Kundenrezensionen


32 Rezensionen
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (7)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


51 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer wissen will was morgen diskutiert wird, sollte dieses Buch heute lesen.
Mit dem wachen Auge des in Deutschland aufgewachsenen und lange Zeit hier wirkenden, jetzt jedoch im Ausland lebenden Beobachters, analysiert Notker Wolf (Abtprimas des Benediktinerordens) die geistige Grundhaltung in der Bundesrepublik.
Die insgesamt 21 flüssig geschriebenen Kapitel lassen sich grob in drei Themenblöcke gliedern, deren erster aus der...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2006 von Hans-joerg Naumer

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Inhaltlich dürftig, aber interessantes Zeitdokument
Obwohl das Buch seine Erstauflage erst vor drei Jahren erlebte, gehört es bereits einer vergangenen Epoche an. Nach der letzten Jahrtausendwende erschienen zahllose Werke, die vor zu einem zu großen Einfluss des Staates warnten und Kürzungen im Sozialsystem das Wort redeten. Typisch für all diese Elaborate ist der permanente Gebrauch des Wortes...
Veröffentlicht am 16. April 2009 von Guy Dobét


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

51 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer wissen will was morgen diskutiert wird, sollte dieses Buch heute lesen., 22. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Mit dem wachen Auge des in Deutschland aufgewachsenen und lange Zeit hier wirkenden, jetzt jedoch im Ausland lebenden Beobachters, analysiert Notker Wolf (Abtprimas des Benediktinerordens) die geistige Grundhaltung in der Bundesrepublik.
Die insgesamt 21 flüssig geschriebenen Kapitel lassen sich grob in drei Themenblöcke gliedern, deren erster aus der Position des Kosmopoliten heraus geschrieben ist.
Getreu der Erkenntnis, dass sich große Zusammenhänge nur mit Abstand erkennen lassen, schaut Wolf mit seinen in der Welt gesammelten Erfahrungen auf unser Land. Ein Land, das er als „Wartesaal voller Verbotsschilder“ beschreibt, „bei denen das größte strengstens untersagt, bei Ankunft des Zuges den Bahnsteig zu betreten“ – während sich in der Welt der Globalisierungswettlauf beschleunigt.
Der zweite Themenblock ist eine leidenschaftliche Abrechnung mit dem Geist der 68'er. Dieser Strömung wirft Wolf vor, sie habe einen Staat mit moralisch überhöhtem Anspruch geschaffen. Die Folge: Der Einzelne wurde aus der Verantwortung für die Gesellschaft entlassen. Der auf den Staat übertragene moralische Anspruch spricht von eigener Schuldhaftigkeit frei. Selbstverwirklichung tritt an die Stelle von Freiheit in Verantwortung. Was daraus folgt, ist ein „Betreuungsstaat“, bei dem Reformen vom Scheitern bedroht sind, da sie den „Mythos von 68“ aufs Spiel setzen.
Der Grundtenor von Wolfs Plädoyer ist der freie, selbst bestimmte Mensch, der sein Lebensglück in die Hand nimmt anstatt seine Freiheit – und damit seine Würde – an einen Staat zu verkaufen, der ihm das trügerische Versprechen gibt, dafür alle Lebensrisiken zu übernehmen.
Nach Wolf geht es darum, dass wir unsere Freiheit zurück gewinnen (3. Themenblock) und uns aus der Lage des „gehorsamen, resignierten, verzagten, also entmündigten Bürgers“ befreien. Daher verwundert es nicht, dass sein kämpferischstes, aber auch sein nachdenklichstes Kapitel die „Gleichheit“ betrifft, in der er eine „deutsche Obsession“ sieht, die zur „Freiheitsberaubung“ der Bürger führte.
Für diesen Aufbruch aus der Unfreiheit ist er sich weder zu schade geradezu lustvoll in Fettnäpfchen zu springen, noch mit analytischer Unbeugsamkeit verkrustete Denkschablonen zu sprengen. Eine davon, die „politische Korrektheit“, interpretiert Wolf als die „Terrorherrschaft des Hintergedankens“. „Multikulti“ versteht er als falsch verstandene Toleranz, die in „kultureller Selbstverleugnung“ endet. Auch beklagt er eine Orientierungslosigkeit mangels einer anerkannten, letzten göttlichen Autorität.
Anstöße zur „Erziehung in der Konsumgesellschaft“ und zum Lehrersein runden das Buch ab.
Die „ketzerischen Gedanken zu Deutschland“ (Untertitel) sind nicht frei von Schwächen. Zu häufig bezieht Wolf sich auf Regeln und Traditionen der Benediktiner. Das verschafft dem Leser zwar einen guten Einblick in das Wirken in Geschichte und Gegenwart dieses Ordens, rückt das Buch aber zu oft weg von einem Denkanstoß für Veränderung hin zu einer Beschreibung der Lebenswirklichkeit des obersten Repräsentanten der Benediktiner. Interessant, aber nicht immer zielführend.
Dazu kommt: Eine Verknüpfung der Gedankenstränge hin zu einem abschließenden Appell „Worauf warten wir?“ fehlt. Sie würde die Schlagkraft des Buches deutlich erhöhen.
Lesetipps: F.A. Hayek "Der Weg zur Knechtschaft", Ludwig Erhard "Wohlstand für alle", Roland Vaubel "Sozialpolitik für den mündigen Bürger", Francis Schäffer "Wie können wir den leben?" (auf engl. erhältlich als "How should we then live?")
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


63 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klare Sprache als Ausdruck klarer Gedanken, 22. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Hier spricht jemand in großer Freiheit über die Freiheit. Das lesenswerte Taschenbuch deckt mehrere Ebenen ab. Der Leser erfährt, für manche welch Überraschung, etwas über den Einfluß der Benediktiner auf wesentliche Elemente europäischer Kultur, die Abtprimas Wolf Notker, völlig zu Recht für die Benediktiner einnimmt.

Hart ins Gericht geht er mit den "68-ern" und, anhand aktueller Beispiele, seziert er messerscharf die niederschmetternden Ergebnisse des "Marschs durch die Institutionen" und die Zerstörung der Freiheit. Gerhard Schröder wird in diesem Zusammenhang gnadenlos "geoutet" - und: überraschend logisch transparent.

Eigene Erlebnisberichte aus Missionsreisen nach Asien unter kommunistischen Regeln, die einen mutigen, freien und völlig unabhängigen Geist zu Tage treten lassen, zeigen auf, dass sich Freiheit lohnt.

Ohne Anstrengung und klarem Verstand wird nichts erreicht. "Ora et labora", die alte bendediktinische Lebensregel wird aus vielen Facetten beleuchtet. Sie scheint aktueller, denn je.

Ein starkes Playdoyer gegen den "moralischen Obrigkeitsstaat", der uns bereits wesentlich eingelullt hat und warum wir diesen Zustand ändern sollten.

Erfrischend lesenswert und nachdenklich machend!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hmm... Hart zu schlucken., 10. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Die Deutschland AG braucht eine neue strategische Ausrichtung, das ist mittlerweile jedem klar. "Zukunftsorientiert" ist auch ein gutes und oft missbrauchtes Schlagwort. Ich war bereit, dieses Buch in einem Atemzug durchzulesen, mich über die vermeitliche Besserwisserei grün und blau zu ärgern, und es dannn entsetzt mit Schwung zum Altpapier zu werfen. Weit gefehlt. Ich habe es zum Schritt zwei gar nicht geschafft.

"Worauf warten wir? Ketzerische Gedanken zu Deutschland" bringt eine rücksichtsvoll aufbereitete Sammlung von Einblicken in zwei parallelle Realitäten der Welt, in der wir leben (müssen, denn es gibt ja bekannterweise keine andere Welt); zwei Realitäten, die zusammenwachsen und im Zuge dieser Entwicklung unsere Zukunft als Nation und Weltmacht bedrohen.

Wir haben diese Wirtschaftsrealitäten selbst erschaffen und noch sitzen wir am längeren Hebel. Aber bei uns ist die Puste heraus. In dem abgesicherten, verstarrten System unseres deutschen Aquariums sind wir unglücklich, unmotiviert und unzufrieden, und während wird uns laut beschweren, ziehen China und Indien in ihrem illusorischen Glauben an unbeschränkte Möglichkeiten einfach an uns vorbei.

Während wir mit unseren Steuern die Agrarwirtschaft stützen, betreiben die Chinesen fröhlich unseren Transrapid (und entwickeln ihn weiter vor sich hin). Während wir über die IT-Inder lachen, bauen die Inder Universitäten und Forschungsinsitute, um aus den niedrig bezahlten Call-Centre-Jobs in die besser bezahlten Jobs zu migrieren, die in Indien genauso gut gemacht werden können. Nach Indien wandern unsere mit steuergeldern gesponserten Firmen mit ihren Forschungsabteilungen aus, in China bauen sie ihre Produktionsstätte, während wir uns darüber streiten, was man in Deutschland noch besteuern kann.

Eine Lektüre zum nachdenken und vermutlich auch zum verstärkten beten für die Deutschland AG, denn die meisten von uns können ja eh nichts am Kurs ändern.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligent und aufrüttelnd..., 27. Mai 2007
Von 
Marina C. Watteck (St. Poelten, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Mir ist klar, warum alle 68er fast in ein Wutkoma verfallen. Auf unterhaltsame, sehr intelligente Art und Weise beschreibt Notker Wolf, dass nicht die Revolution erstrebenswert ist, sondern die Evolution - zum Einen. Zum Anderen verweist er auf die Unverwechselbarkeit des Individuums, das sich entfalten soll und muß. Die Verpflichtung zum selbstständigen Denken und Handeln. Dass dies mit einem christlichen Weltbild einfacher ist, wollen Viele nicht wahrhaben. Dabei habe ich persönlich durchaus auch Probleme mit der Institution Kirche, nicht aber mit dem christlichen Glauben. Für mich ist Notker Wolf ein herausragender Kirchenmann, wie man sie leider viel zu selten findet. Nur ein intelligenter Mensch kann auch eingestehen Fehler gemacht zu haben und das scheint vielen 68ern irgendwann abhanden gekommen zu sein. Nicht alles war damals schlecht, genausowenig war damals alles gut. Nur der Einzelne kann seine paar Quadratmeter Leben verändern und das - und nichts Anderes - versucht Notker Wolf in seinem Buch zu vermitteln.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezensoren, die die Aussagen des Buchs bestaetigen ..., 3. März 2007
Von 
Gerold Keefer (Landau/Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Ich halte dieses Buch fuer absolut empfehlenswert. Es erklaert klar und deutlich woran es in Deutschland mangelt. Es verzichtet weitgehend auf belehrenden Ton und versucht nicht den Leser zum Glauben zu bekehren, was fuer einen Abtprimas und ueberzeugten Christen durchaus nicht selbstverstaendlich ist.

Ein abschliessender Nachweis der Qualitaeten dieses Buchs stellen einige der hier vorhandenen Bewertungen dar: Genau im Sinne der von Wolf dargestellten unsinnigen Forderung nach immer neuen Patentloesungen, die uns in der eigenen Bequemlichkeit verharren lassen und uns vor eigener Anstrengung bewahren sollen, werden von Wolf Loesungen eingefordert. Loesungen, die einem selbst moeglichst nichts abfordern, aber das umittelbare, endgueltige Lebensglueck bringen. Man sieht wie sehr die Erziehung zur Unselbstaendigkeit schon gediehen ist!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klare Ansage!, 18. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Ja, worauf warten wir noch? Das ist eine unangenehme Frage. Wer die - wie Abtprimas Notker Wolf sie selbst nennt - ketzerischen Gedanken zu Deutschland liest, wird vor allem eines: Er wird mit sich selbst konfrontiert und dies in einer nicht gewohnten, aber oft heilsamen Weise. Und daher ist es ein unangenehmes Buch.

Mit den Beispielen, in denen "man" vermeintlich keine Chance zum Handeln hat und es aber immer wieder Menschen gibt, die diese sozusagen nicht vorhandene Chance nutzen, macht Notker Wolf deutlich, worauf es nämlich ankommt: Auf jeden Einzelnen. Und das erfordert Mut und Risikobereitschaft. Er hat wohl Recht, wenn er schreibt, dass wir die Herausforderungen nicht meistern werden, wenn wir im Wartesaal Deutschland herumstehen, "der gefüllt ist mit Menschen, die um ihre heiligen Kühe bangen."

Der Titel ist anregend und herausfordernd für jeden, der die hier pointiert formulierte Kritik erst einmal gelassen aufnehmen kann - bei allen anderen wird der Adrenalin-Spiegel in vielleicht bisher nicht gekannte Höhen steigen :-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Benedikt for Europe!, 12. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Als Abtprimas berät Notker Wolf weltweit ca. 800 Benediktinerklöster mit insgesamt rund 25 000 Mönchen und Nonnen in Sachen Personenführung und wirtschaftlicher Ausrichtung. Von daher kann man ihm auch ein Wort zur politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeit in Deutschland zugestehen. Aus meiner Sicht ist es ihm auch gelungen, wichtige Themen klar und deutlich anzusprechen. Es ist ein Buch, das motiviert, mit großer Menschenliebe geschrieben, aufgelockert mit autobiografischen Notizen.
Der rote Faden des Buches heißt Freiheit, der eigentlich doch so deutsche Begriff. Notker Wolf erörtert die Bedingungen, auf die Freiheit und Lebensglück angewiesen sind und macht ganz nebenbei verständlich, was christliche Überzeugungen und insbesondere praktisches Benediktinertum gerade auch heute noch zur Klärung deutschen und europäischen Selbstbewusstseins und Identität beitragen können. Für mich positiv überraschend, inwiefern europäischer Identität immer noch mit den christlichen Auffassungen vom Menschen übereingeht. Seit längerem schon holen sich Wirtschaftsmanager Ideen bei Benediktinern. Was Abtprimas Notker Wolf zu sagen hat, erstreckt sich aber viel weiter! ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend klare Worte, 24. November 2006
Von 
Egon Weiss (85447 Fraunberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Das Buch von Nokter Wolf zeichnet sich durch eine wohltuend klare Sprache aus, die das Buch, trotz mancher "Umwege", nie wirklich langweilig macht. Geradlinig und schnörkellos legt der Autor im Inhalt seine Ansichten über "Gott und die Welt" vor. Ansichten zu einer Welt, die - aus eigener Erfahrung des Autors - nur dann gelingen kann, wenn sie sich ihrer Vielfältgkeit und jeweiligen Eigentümlichkeit bewußt wird, diese freudig und bejahend lebt und erlebt in praktizierter Verantwortung und kritischer Freiheit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Inhaltlich dürftig, aber interessantes Zeitdokument, 16. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Obwohl das Buch seine Erstauflage erst vor drei Jahren erlebte, gehört es bereits einer vergangenen Epoche an. Nach der letzten Jahrtausendwende erschienen zahllose Werke, die vor zu einem zu großen Einfluss des Staates warnten und Kürzungen im Sozialsystem das Wort redeten. Typisch für all diese Elaborate ist der permanente Gebrauch des Wortes "Reform" sowie der stets vermittelte Eindruck, dass eine Verbesserung der Situation nicht von staatlichen Maßnahmen, schon gar nicht gegen die Interessen damals hoch angesehener Wirtschaftsführer wie Harz, Pierer oder Zumwinkel, sondern nur durch einen gesteigerten Fleiß des einzelnen Bürgers ("Du bist Deutschland") zu erreichen sei.

Wolfs Werk ist gewissermaßen ein Nachzügler und von den meisten Werken dieses Typs darin unterschieden, dass hier nicht ein Wirtschaftsführer oder neoliberaler Journalist, sondern ein Kirchenmann vor staatlichen Einmischungen in die Wirtschaft warnt. Der flott runtergeschriebene Essay bietet dabei insgesamt wenig Neues; unangenehm ist allerdings die permanente Pauschalpolemik gegen "die 68er", wobei selten deutlich wird, wen Wolf konkret meint; lediglich die Schröder-Regierung wird als klares Feindbild des öfteren benannt. Daneben finden sich zahllose für sich genommen nette Histörchen aus dem Leben der Benediktiner, die allerdings mit den dargestellten Problemen oft wenig zu tun haben. Es mutet in diesem Zusammenhang allerdings etwas merkwürdig an, dass ein aus einem so durch und durch abgesicherten Umfeld stammender Autor permanent mehr Risikobereitschaft der Bürger anmahnt. Dass die Sache oft so einfach nicht ist und die Möglichkeiten des einzelnen Arbeitslosen zur Beendigung seiner Misere begrenzt sind, wird derzeit von vielen christlichen Sozialethikern nachdrücklich hervorgehoben, ohne dass man diese deshalb zu den bösen 68ern zählen würde.

Mittlerweile, im Zuge der Finanzkrise, hat sich der Zeitgeist wieder gedreht und vielfach zu der Erkenntnis geführt, dass etwas mehr staatliche Einflussnahme in den letzten Jahren vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Ironischer Weise war es der hier viel geschmähte 68er Schröder, dessen Agenda 2010 Wolfs Vorstellungen in vielen Punkten entgegenkam, während die derzeitige christdemokratisch geführte Regierung genau in die entgegengesetzte Richtung marschiert und für mehr Staat an allen Ecken und Enden sorgt.

Fazit: Ein interessantes Zeitdokument, nicht mehr und nicht weniger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert und bedenkenswert, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
"Ketzerisch" sind Notker Wolfs Gedanken zu Deutschland sicherlich nicht. Er spricht aus seinen Erfahrungen und Erlebnissen in Asien Probleme dort an, die die Menschen in diesen Ländern, v.a. in China, in den Griff bekommen haben. Außerdem erzählt er spannend von seiner Arbeit in aller Welt und dem Wirken des Benediktinerordens - und zwar so locker, wie er auch an der E-Gitarre und im persönlichen Gespräch und in Interviews zu erleben ist.
Notker Wolf schildert die Wandlungen, die er außerhalb seiner Klostermauern erlebt hat - und die Änderungen innerhalb seines Ordens, wobei vor allem die "Freiheit" auf seiner Fahne steht; eine Freiheit, die er christlich begründet und institutionell und strukturell umgesetzt hat.
So wird das Buch zu einer sympathischen Lektüre, die sich scharf und konkret mit Missständen unserer Gesellschaft auseinandersetzt - und gleichzeitig Mut macht, die eigene Freiheit in die Hand zu nehmen und daraus zu leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland
Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland von Notker Wolf (Taschenbuch - 1. April 2006)
EUR 12,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen