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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Prosaische Mathematik im Jahr derselben, 17. Januar 2008
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Höhenrausch (Taschenbuch)
"Die Quadratwurzel aus zwei kann nicht bis an einen Punkt berechnet werden, wo die Dezimalstellen anfangen, sich zu wiederholen."

2008, das Jahr der Mathematik. Allerorten in den Feuilletons liest man über die Ideale der Mathematik, über Reinheit und Spiel. Über Topologie und Zahlentheorie und die Rätsel in den Zeitungen unterstreichen den spielerischen Charakter der Zahlen mit sich selbst. So versuchte Dath schon drei Jahre zuvor, Mathematik und Mathematiker dem lesenden Publikum näher zu bringen. Zwanzig Miniaturen sollen helfen, in Phantasie oder Realem Menschen und ihre Gedanken und vor allem die Ergebnisse des Denkens näher zu bringen.

Und es beginnt Cantor in einem Gespräch mit sich selbst über die Zahlen zu philosophieren, ein Mann, dessen Mengenlehre von Poincaire als Seuche betrachtet wurde. Aber das Unendliche ist bei Cantor eine wesentliche Größe, und doch ist sie abzählbar. Und in der Menge der rationalen Zahlen könnte man sich vis a vis mit einer Zahl sehen, obwohl sie abzählbar unendlich ist. Anders im Kontinuum der Reellen Zahlen. Da geht es nicht diskret zu, die sitzen zu dicht beieinander, um sie zu fassen zu kriegen. Und in der Diagonalmethode zeigt er auch, dass die nicht zu fassenden Zahl jeweils eine unmögliche Zahl ist. Glauben Sie nicht, Mathematik sei unmöglich. Im Gegenteil, sie ist reine Geisteswissenschaft, sie ist ein Paradies, so sagte Hilbert, aus dem man nicht mehr vertrieben werden könne. Sie ist wie eine Kardinaltugend, so wie es die Kardinalzahlen fast sind, deren Maximum es nicht gibt. Eine Antinomie!? Nun, wenn die Elemente x in einer Menge die Kardinalzahl repräsentiert und die Menge aller Mengen wieder eine sein soll, die aber außerhalb der Menge sein muss, dann hat diese Menge sich eben nicht selbst als Element, oder sie ist Element ihrer selbst genau dann, wenn sie keins ist. ??????? Fragen, absolute Unendlichkeiten jenseits der Kardinal-, Ordinalzahlen? Nun, gute Mathematiker dürfen nicht anspruchslos sein, also sollte es klar gefasst sein, verständlich und man sollte erkennen können, worin das Problem besteht, schwierig, aber lösbar. Denn raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht (Einstein) Nicht zu vergessen, die Lösung des Problems sollte Wahrheit in die Welt bringen. So sagte Hilbert, der sich dann über algebraische Invarianten den Kopf zerbrach und schließlich einen Satz aufstellte, der sich mit dem Beweis begnügte ohne die ihm immanente Sache jemals zur Anschauung zu bringen.

Nun, hier treten Sie ein in eine Welt der Fälle, Sonderfälle und Verallgemeinerungen. Sie lernen die Verbindung von Arithmetik und Geometrien und deren Abhängigkeit. Sie fragen sich, Woher haben wir die Zahlen eigentlich? Und Sie werden die Frage nach der Existenz auch hier finden, nicht nur im Rahmen der Philosophie und Theologie.

Ein Mathematiker wird Existenz dort finden, wo Axiome widerspruchsfrei sich einander begegnen, dort ist Wahrheit und Existenz. Jedenfalls so lange, bis Gödel es anders vermutete und schliesslich bewies, nämlich dass ein Axiomensystem entweder widersprüchlich oder unvollständig ist. Mathematische Vermutungen wie bei Riemann oder Goldbach in Hinblick auf die Primzahlen warten noch auf Beweise, so wie einige andere wichtige mathematische Probleme auf Hilberts Spickzettel.

Mathematik ist eine Sicht auf die Welt, die in ihren Strukturen mit diesem Blick klarer wird. Auf zum Höhenrausch im Jahr der Mathematik.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Brücke geschlagen., 21. Oktober 2004
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Oder kann die Mathematik zur Prosa werden? Der Autor Dietmar Dath beschreibt in zwanzig Kapiteln gleich viele Mathematiker und deren Beiträge zu dieser Wissenschaft. Wer ein bio-graphisches Sachbuch erwartet, muss umdenken oder das Buch weglegen. Nur kurze Teile der Lebenswege werden beschrieben. Die Protagonisten finden sich wieder in einem surrealen Bühnenbild und veranschaulichen ihr Denken in fein konstruierten Szenarien.
Indikatoren wie Stimmt, wahr, richtig versagen beim Lesen dieses Buches. Nur die Frage, ob das Buch den Leser klüger macht, lasst sich mit ja beantworten. Ob nun auf dem Gebiet der Literatur oder auf dem Mathematik muss jeder selbst herausfinden.
Nicht alle Mathematiker sind dem breiten Publikum bekannt und ihre Errungenschaften möglicherweise noch weniger. In solchen Fällen ist es manchmal schwer dem Gedanke des Autors zu folgen oder gar zu verstehen. So wie für den geübten Mathematiker n-dimensionale Räume keine besondere Schwierigkeit sind, wandeln die Geschichten durch Zeit und Raum, springen weit nach vorne oder hinaus in die Unendlichkeit.
Doch nicht nur das Mathematische knetet der Autor wie einen zähen Teig. Auch menschliches wie Emanzipation, Homosexualität, fehlende Anerkennung, Freitod und Wahn haben ihren Auftritt auf der Bühne dieses Buches.
Dem Autor ist was neues, bisher literarisch nicht da gewesenes gelungen. Er hat Mathematik und Literatur zu einem feinen Tuch verwebt. Verstehen und Interpretieren ist eine Herausforderung, die nach dem ersten Lesen schwerlich zu erfüllen ist. Vielmehr liegt hier ein Lesebuch zum mehrmals Lesen vor. Neben einem Inhaltsverzeichnis enthält das Buch ein Abbildungsverzeichnis und eine kleine kommentierte Bibliographie.
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10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rührende Geschichten, 15. August 2003
Lieber Herbert, du Liebhaber der Anderen Bibliothek, nach den ersten zwei Kapiteln hast du dich von der Mathematik überrollt gefühlt. Du wolltest die mathematischen Aussagen verstehen: Cantors diverse Unendlichkeiten oder Hilberts Programm. Eine Warnung Daths ganz vorne im Höhenrausch hätte dich davon abhalten sollen: Die mathematischen Einschübe dienen der Dekoration.
Die fingierte Einladung Kolmogorows (formulierte die Axiome der Wahrscheinlichkeitstheorie) bei Stalin ist spannend. Der Wahrscheinlichkeitstheoretiker soll dem Kommunisten helfen, den Zufall zu bannen. Hätte doch J.S. tatsächlich „seine" Mathematiker gefragt!
K: „Wenn es eine bestimmte Wahrscheinlichkeit gibt dafür, dass es morgen regnet, und eine andere bestimmte Wahrscheinlichkeit, dass es morgen einen Wind von Osten her gibt, dann müsste in unserem angestrebten System die Quantität der Wahrscheinlichkeit, dass es regnet und zugleich der Wind von Osten kommt, exakt der Summe der beiden Einzelwahrscheinlichkeiten entsprechen." Irrtum Dietmar Dath. Kolmogorow hätte „Produkt" statt „Summe" sagen sollen oder noch besser ein Beispiel mit „oder" und „Summe" wählen sollen.
Gerührt haben mich die Gemeinheiten der publizierten englischen Öffentlichkeit gegen den schwulen Vater der Informatik Alan Turing und Emmy Noethers sensibler Beitrag zur Emanzipation. Im zwanzigsten Kapitel schreibt Dath in die Zukunft der Mathematik. Leider habe ich den Kern in den Ideen der kommenden Lena Dieringshofen ganz und gar nicht verstanden.
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10 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eher abschreckend, 5. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Höhenrausch (Taschenbuch)
Gespannt las ich die erste der ca. 20 Geschichten, war verwirrt und musste diese nochmals lesen. Naja, etwas komisch der Dialog Cantors mit sich selbst. Cantor kämpfte wohl mit einer Geistesverwirrung, aber dies war mir doch etwas zu "abgefahren". Die nächste Geschichte ebenso, die nächste auch. Die realen persönlichen Geschichten werden mit Erfindungen des Autors vermengt und heraus kommt ein wirres (meinetwegen literarisches) Werk. Ich konnte für mich keine neuen Erkenntnisse aus diesem Buch ziehen. Die Mathematik kommt an sich zu kurz (und wird nicht einmal gut erklärt). Ich kann absolut keine Empfehlung aussprechen.
Ich selbst bin Mathematiker und mit den Biographien der besprochenen Personen vertraut - bis auf Frau Dieringshofen, die der Phantasie des Autors entsprungen ist. Eine erfundene Person zu den Größen der Mathematik hinzuzustellen, ist für mich mathematische Blasphemie.
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Höhenrausch
Höhenrausch von Dietmar Dath (Taschenbuch - 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 2,89
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