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56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fehler passieren nicht einfach
Warum machen Menschen in komplexen Situationen Fehler? Und vor allem welche Fehler machen Sie? Um dies herauszufinden hat Dietrich Dörner eine Reihe von Computersimulationen ersonnen, die die Basis für dieses Buch darstellen. Egal, ob es sich um die Verwaltung eines fiktiven Staates, einer erfunden Schokoladenfabrik oder die Überwachung des Reaktors von...
Veröffentlicht am 19. Januar 2007 von Manfred Luger

versus
20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sonnenschein und Regen
Im ersten Teil gibt uns Dörner einen guten und sehr eingängigen Überblick über die verschiedenen Probleme komplexer Systeme. Viele Beispiele zeigen eindrücklich und nachvollziehbar die "Logik des Misslingens". Im zweiten Teil wird das Buch dann immer wissenschaftlicher. Immer noch lesbar, aber deutlich anstrengender. Trotzdem ist es ein sehr...
Veröffentlicht am 21. Juli 2006 von Manfred Schröder


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56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fehler passieren nicht einfach, 19. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Warum machen Menschen in komplexen Situationen Fehler? Und vor allem welche Fehler machen Sie? Um dies herauszufinden hat Dietrich Dörner eine Reihe von Computersimulationen ersonnen, die die Basis für dieses Buch darstellen. Egal, ob es sich um die Verwaltung eines fiktiven Staates, einer erfunden Schokoladenfabrik oder die Überwachung des Reaktors von Tschernobyl handelt: Viele Menschen neigen offenbar dazu, ab einer gewissen Komplexitätsstufe der Aufgabe den rationalen Verstand auszuschalten, Wirklichkeitsanteile auszublenden und bei Fehlern Zuflucht zu Zynismus, Verschwörungstheorien und Despotismus zu nehmen statt das eigene Denken zu hinterfragen.

Alles vertraut und menschlich und man mag daraus den Schluss ziehen, dass vieles von dem, was uns auf dieser Welt falsch und ungerecht erscheint, aus reiner Dummheit bzw. Denkfaulheit und nicht aus bösem Willem geschieht. Das Buch zeigt aber auch, dass Intelligenz ohne Klugheit sich rasch in elaborierten Aberglauben verwandeln kann...die Dialektik der Aufklärung lässt grüßen.

Zum Glück wird dem Leser auch vermittelt, wie man sich mit Aufmerksamkeit Vernunft und einigen praktischen Strategien gegen die Fallen komplexer Systeme wappnen kann.

Streckenweise etwas theoretisch aber ohne Zweifel gewinnbringend zu lesen.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach Jahren noch topaktuell, 18. Dezember 2002
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Dieses Buch zeigt die Schwierigkeiten, die auftreten, wenn der Mensch es mit der Steuerung und Entwicklung komplexer Strukturen zu tun bekommt. Die Beispiele sind mit Hilfe von Computersimulationsspielen aber auch anhand der Realität von Tschernobyl unterlegt. Es wird - durchaus mit gewissen Humor - aufgezeigt, was man so alles falsch machen kann im Leben, als Bürgermeisters eines Dorfes, als Entwicklungshelfer in der Sahel-Zone oder schon bei der simplen Steuerung eines Tiefkühlhauses.
Auch die psychologischen Tricks, die der schwache Mensch so anwendet, um trotz offensichtlichen Scheiterns noch ein Selbstwertgefühl zu behalten. Zum Beispiel angesichts offensichtlicher Katastrophen von der Realität abheben oder zynisch werden, in blinden Aktionismus verfallen, nichts aus Erfahrungen lernen, resignieren, Verschwörungstheorien erstellen...
Man bekommt Verständnis für ungute politische Entwicklungen, die trotz offensichtlicher Schieflage nicht von den Verantwortlichen abgeändert werden. Manche der Versuchsszenarien kommen mir schrecklich realitätsnah vor.
Schön auch, wie Dörner aufräumt mit dem Aberglauben, wir Menschen würden nur 10% unseres Gehirns nutzen: Es läuft auf Erden keine einzige vierbeinige Spezies herum, die dauernd ein ungenutztes fünftes Bein mit sich herumschleppt, das nur darauf wartet, zum Einsatz gebracht zu werden, damit nun erst richtig gesprintet werden kann.
Ein lesenswertes Buch mit viel Erkenntnisgehalt und Unterhaltungswert. Dazu recht preisgünstig.
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manchmal mühsam - aber fast immer lohnend, 21. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Niemand zwingt deutsche Professoren, allgemeinverständlich, lesbar oder gar unterhaltsam zu publizieren. Ganz im Gegenteil gibt sich unsere akademische Elite große Mühe, durch sprachliche Verkomplizierung und sorgsam gepäppelte Ausgrenzungsterminologie davon abzulenken, dass es meistens schwieriger ist, eine komplizierte Sache einfach zu vermitteln als umgekehrt. Schon deswegen ist Dörner eine echte Bereicherung, denn er bemüht sich um Lesbarkeit.
Seine Grundthese: Die Welt ist komplexer und vernetzter, als uns unser Intellekt und unsere evolutionsbedingten oder erlernten Denk-, Entscheidungs- und Handlungsmuster erschließen. Daraus leiten sich zahlreiche Fehlhandlungen ab, ob sie langfristige Strategie und planvolles Vorgehen betreffen oder „richtiges" Entscheiden-Müssen unter Zeitdruck. „Dass man mit den besten Absichten schlimme Folgen produzieren kann, bedeutet ja, dass man nur über ungenügende Einsichten in die herrschenden Verhältnisse verfügt". Dörner legt seinen Untersuchungen simple Thesen zugrunde, die er schrittweise um so folgenreicher entwickelt. Dabei verknüpft er philosophische Fragen (Was ist Realität) mit Systemtheorie, Mathematik, Psychologie und Verhaltensforschung. „Menschen kümmern sich üblicherweise um Probleme, die sie haben, nicht um die, die sie noch nicht haben". Natürlich, logisch, simpel, trivial - aber was hat diese Erkenntnis für Folgen bei der Zielfindung, beim Planen und Handeln? „Man stellt sich einen neuen, bislang unbekannten und zukünftigen Sachverhalt so vor wie den entsprechenden, bereits bekannten." oder "Der intuitive Umgang mit nichtlinear verlaufenden Wachstumsprozessen fällt uns allen recht schwer, und wir sind gut beraten, in solchen Fällen nicht auf Intuition, sondern eher auf die Mathematik zu vertrauen".
Dörner analysiert, wie es zum Unfall in Tschernobyl kommen konnte, warum unvernetzt praktizierter Umweltschutz mehr Schaden anrichtet als kein Systemeingriff, warum dogmatische Weltbilder in dynamischen Systemen zu selektiver und damit verschobener Realitätswahrnehmung führen oder warum Weltbilder auf Basis reduktiver Hypothesen so beliebt sind - im Klartext, was so tröstlich an Verschwörungstheorien ist. Wer sich ideologisch an Dörner reiben will, findet hier ebenso Zündstoff wie der Manager, der sich Erkenntnisse für seine Arbeit erwartet. Fazit: Brillante Gedanken bedingen nicht auch brillantes Lesevergnügen. Aber die Mühe lohnt sich.
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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Murphy's Law vielfältig demonstriert - super!, 21. September 1999
Von 
Dr. Franz J. Giessibl (Friedberg, Bavaria, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Dietrich Dörner beschreibt in seinem Buch, wie nach menschlichem Ermessen gut geplante Projekte doch am Ende den Bach hinunter gehen. Die Vielzahl von Beispielen, angefangen von der Wasserversorgung eines Dorfes in Afrika über die Fauna und Flora eines Gartenteichs erläutert glasklar die Problematik, Prozesse mit vielen Eingangsparametern unter Kontrolle zu halten. Auch das Experiment, bei dem Probanden durch die Drehung eines Steuerrades einen bestimmten (zeitverzögert eintretenden) Ist-Zustand erzeugen sollten, fand ich sehr erhellend.
Fünf Punkte würde ich geben, wenn die folgenden Dinge korrigiert wären:
1) Die Grafiken sind sehr lieblos gestaltet und deshalb schwer zu lesen. Bei einem Buch dieser Auflage wäre der Aufwand des Autors, die Bilder lesbarer zu gestalten sicher zu rechtfertigen.
2) Die Schlussfolgerung aus den Beobachtungen ist nicht klar gezogen. Was also lernen wir daraus und wie machen wir es besser?
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53 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wertvolles Wissen, obwohl zu trocken geschrieben, 12. Juli 1999
Von Ein Kunde
Dieses Buch soll dem Leser einen Einblick in die Unstände gewähren, die die Menschen dazu bringen, falsche Entscheidungen zu treffen. Herr Dörner beschreibt eine große Anzahl von Versuchen (meistens Computersimulationen), wo normale, vernünftige Menschen mit allerbesten Absichten immer wieder unglaublichen Mist bauten. Er erläutert verschiedene Gründe, warum falsche Entscheidungen getroffen werden können, oder warum unsere Handlungen völlig unerwartete und unerwünschte Folgen haben können. Seine Schlußfolgerung, was zu tun sei, um unsere Entscheidungsfähigkeit zu verbessern, ist original und überraschend - aber ich sage Euch nicht, was das ist, das müßt Ihr selber lesen.
Ein Kapitel, das mir sehr gefallen hat, ist derjenige, wo die Ereignisse geschildert werden, die zur Katastrophe von Tschernobyl führten. Es ist wirklich erstaunlich nachzulesen, wie kompetente und verantwortungbewußte Spezialisten sich nichtsahnend Schritt für Schritt an die Katastrophe heranbewegten.
Die zehn Jahre alte Ausgabe, die ich gelesen habe, enthält auch eine Aufzählung von Voraussagen darüber, was die Menschheit demnächst alles erreichen wird. Insbesondere macht Herr Dörner sich über zwei Voraussagen lustig - daß in 80er oder 90er Jahren: 1) alle Haushalte in USA durch ein Nachrichtennetzwerk verbunden sein werden; und 2) daß ein Computer Schach-Weltmeister wird. Er hält diese Voraussagen genauso lächerlich übertrieben wie die Wunschträume über den bemannten Mars-Flug in den 70ern, Klimakontrolle in den 80ern usw. Dadurch bestätigt Herr Dörner auf wundervolle Weise seine eigene Theorie - daß wirklich niemand unfehlbar ist.
So lehrreich und nützlich, wie das Buch auch sein mag, ist es leider auf typisch deutsche Art sehr trocken und langweilig geschrieben. An mehreren Stellen ist zum Weiterlesen eine riesige Willensanstrengung erforderlich. Daher vier Sterne. Ich kann mir vorstellen, daß das Buch auf dem englischsprachigen Markt kein sehr großes Erfolg sein würde. Auch die abgedruckten Computergraphiken sind (zumindest in meiner Ausgabe) kaum verständlich.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie es gelingen könnte, 28. Juli 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Dietrich Dörner benennt in diesem Buch sorgfältig und präzis die Mängel des menschlichen Denkens und Handelns angesichts komplexer Probleme. Weiter geht er den Ursachen für diese Mängel nach: Langsamkeit, Vereinfachung, Beschützen des Eigenbildes, kleiner Zufluss ins Gedächtnis und Aktualitätsvorrang. Daraus leitet er ab, was wir tun können, um bessere Ergebnisse bei der Behandlung komplexer Problem zu erreichen. Er ist der Ansicht, dass besseres Denken und Handeln lernbar sind. Also, packen wir's an! Die Welt hat Bedarf.

Bahnbrechend" hat ein Kritiker dieses Buch genannt. Es ist meiner Beobachtung nach ein Dauerläufer in dem Sinne, dass bis heute immer wieder darauf verwiesen wird, 15 Jahre nach Erscheinen! Das ist ein Indiz zur Bedeutung des Werkes. Vieles ist nach 15 Jahren nicht mal mehr erhältlich, traurigerweise.
Das Lesen hat keine Mühe bereitet. Ich fand es hochinteressant und spannend genug.

Fazit: ein Muss.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Strategisches Denken in komplexen Situationen, 21. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Die Einflüsse auf langfristige Entscheidungen in einem Betriebsbereich oder im gesamten Unternehmen sind unübersehbar. Kundenanforderungen, Wettbewerber, Lieferanten, Staat und Technologieentwicklung verändern sich durchaus in Richtungen, die gar nicht zutreffend eingeschätzt werden können. Diese Komplexität erzeugt Unsicherheit. Und da wir diese vermeiden wollen, sind wir nur zu gerne bereit, zu vereinfachen, Abhängigkeiten zu ignorieren und zufällige Ausschnitte für das Ganze zu nehmen. Mit dieser Strategie wird der Misserfolg zwingend herbeigeführt. Der Psychologe Dietrich Dörner hat in einem leicht lesbaren Buch das Zwanghafte dieser oft gemachten Fehler, die Logik des Misslingens an einigen sehr praktischen Beispielen - die im betrieblichen Alltag vorkommen können - beschrieben. Er zeigt die Fallstricke auf, die sich durch einfache Fortschreibung der Gegenwart in die Zukunft zeigen; beschreibt, was beim Handeln unter Druck passiert; zeigt, wie kritische Variablen ein System völlig verändern können und was bei Planungen für plötzliche Einflüsse auftreten können. Seine Gedanken bieten keine einfachen Rezepte für Lösungen - die gibt es nicht. Dörner öffnet den in der strategischen Planung sich Mühenden die Augen, wo dieser fälschlicherweise vereinfacht, wo er in Fallen tappt und wo er sich womöglich vorschnell mit linearer Hochrechnung zufrieden gibt, das Gesamtsystem aber zukünftig völlig anders reagiert.
Amüsant und leicht zu lesen - für Ingenieure und Kaufleute - hilft das Buch, indem es schlicht zum Nachdenken anregt.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein prima Einstieg in die Materie, 12. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Dieses Buch ist wunderbar geschrieben. Man liest es so herunter und merkt kaum, wie man immer tiefer in die Welt des vernetzten Denkens hereingerät. Selbst in Details versteht Herr Dörner es, dem Leser diese in verdaulicher Form zu präsentieren. Immer wieder muss man schmunzeln, was es zu einem echten Vergnügen macht, dieses Buch zu lesen.
Nach der Lektüre weiß man bestimmt, was man alles falsch machen kann, was schon falsch gemacht wurde und was noch falsch gemacht wird. Da jedoch nur die Probleme konsequent aufgedeckt werden, nicht aber die Lösungen, muss ich leider einen Punkt abziehen.

Dennoch als Einstieg in die Materie ist dieses Buch absolut und uneingeschränkt zu empfehlen. Es liest sich locker bis zum Ende und bietet einen leicht verständlichen und dennoch nicht nur oberflächlichen Einblick in die Materie, in der durchaus einige Lacher eingebaut sind.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen allzu menschliche ´Schwächen´ im Denken und deren Folgen, 9. Januar 2006
Von 
Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
°
Dietrich Dörner beschreibt in ´Die Logik des Mißlingens´ in sehr anschaulicher Weise Fehler, die allesamt menschlich sind, jedoch gelegentlich zu falschen Einschätzungen und folgenschweren Fehlentscheidungen führen können. Ganz selbstverständlich versucht jeder, neue Informationen in seinen bereits vorhandenen Erfahrungs- und Wissensschatz einzubauen und mit erlernten und mehr oder weniger verfeinerten Methoden daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen. Nur selten sind dabei jedoch die individuell verschiedenen Filtermechanismen bewusst, die Aufmerksamkeit lenken, Teile der eingehenden Informationen ausblenden oder Erkenntnisse übergeneralisieren. Spätestens bei komplexeren Entscheidungen vermischen sich dann die Einflüsse durch falsche Hypothesen, Selbstbild-Konflikte in unbequemen Situationen oder Schwierigkeiten bei der Abschätzung langfristiger (z.b. exponentieller) Entwicklungen. Dörner stellt eine Vielzahl möglicher ´Fehlerquellen´ dar und gibt viele amüsante und aufschlussreiche Beispielgeschichten dazu. Ein positiver Effekt ist auch ganz sicherlich, dass man danach so manche Statistik oder Zeitungsmeldung etwas genauer unter die Lupe nimmt. Ein wunderbar spannendes, leicht zu lesendes Buch mit einer guten Mischung aus Wissenschaft und Unterhaltung.
~
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Populär, vielleicht z.T. auch sehr vereinfachend geschrieben, aber ein wichtiges Buch, 9. Februar 2011
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. (Taschenbuch)
Der Bamberger Psychologe Dietrich Dörner hat mit "Die Logik des Misslingens" ein ausgesprochen wichtiges Buch vorgelegt. Dörner beschreibt darin, dass Menschen in komplexen Entscheidungssituationen häufig andere Ergebnisse erzielen als es ihre Intention war. Dieser Befund lässt sich, so zumindest das Ergebnis der Forschung des Kognitionspsychologen, unabhängig von der Intelligenz der Beteiligten, ihrem Bildungsstand und ihrem ausgeübten Beruf aufrecht erhalten.

Komplexe Situationen im Sinne Dörners zeichnen sich dadurch aus, dass viele Variablen zu berücksichtigen sind, dass die Art des Zusammenhangs zwischen den Variablen unklar ist, sie häufig kompliziert untereinander vernetzt sind, dass positive Rückkoppelungseffekte vorliegen (also z.B. exponentielles Wachstum) und u.U. auch darin, dass erste positive Zwischenergebnisse trügerisch sein können.

Dörner beschreibt die kognitiven Probleme seiner Versuchspersonen auch etwas eingehender. Häufig wird monokausal gedacht, also eine Hypothese über den Zusammenhang zwischen zwei Variablen aufgestellt. So könnte z.B. ein Entwicklungshelfer denken: wenn ich Nahrungsmittel einfliege, dann haben die Leute mehr zu essen. Auf den ersten Blick erscheint dies bis an den Rand der Banalität logisch und funktioniert u.U. auch zunächst wunderbar. Nach einiger Zeit jedoch ist trotz Nachschub die Versorgungssituation auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn oder gar darunter. Was ist passiert? Vieles ist denkbar, wie z.B. ein Zusammenbruch der vor Ort vorhandenen Landwirtschaft oder dass es einigen wenigen gelungen ist, übergroße Anteile der Nahrung zu erwerben oder eine Reihe anderer Sachen. Charakteristisch ist, dass die Vernetztheit der Variablen des komplexen Systems nicht berücksichtigt wird und dass langfristige Entwicklungen nicht prognostiziert werden können.

Ein weiterer typischer Fehler sind die Annahme linearer Zusammenhänge (eine Einheit mehr von x bewirkt immer 10 Einheiten mehr von y, wohingegen es in der Realität zunächst 10, bei der nächsten Einheit schon 100, bei der übernächsten schon 1000 sind). So lassen sich z.B. die Probleme Australien erklären, dass viele Tiere eingeführt hat (z.B. Kröten), die bestimmte Schädlinge bekämpfen sollten und sich dann selbst so rasend schnell vermehrt haben, dass sie heute eine Plage sind. Auch Medikamentenmissbrauch, also eine Überdosierung gegen ärztlichen Rat kann sich so auswirken. Viel hilft eben nicht immer viel!

Weitere typische Fehler wären zu nennen. Dörner beschreibt sowohl seine Versuche als auch Beispiele aus der Welt außerhalb der Versuchslabore sehr anschaulich und sehr eingängig. Des weiteren skizziert er Lösungsansätze. So hat sich in seinen Versuchen gezeigt, dass insbesondere die Personen gut abschnitten, die sich von negativen Ergebnissen einerseits nicht aus dem Konzept bringen ließen, also nicht in Panik verfielen, andererseits aber auch nicht starr an ihrem Programm festhalten, sondern alternative Hypothesen ausprobieren, die Zahl der beobachteten Variablen klein halten, aber ggf. bereit sind, weitere mit einzubeziehen.

Wichtig ist es aus meiner Sicht noch zu erwähnen, dass großes Wissen in einem Fachgebiet ebenso hilfreich wie gefährlich sein kann. Dörner beschreibt dies an der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sehr eindrücklich. Hier hat sich ein Team hochrangiger Experten einfach das Problem so lange schön geredet bis sie es nicht mehr kontrollieren konnten. Sie haben zahlreiche Sicherheitsregeln missachtet, vermutlich in dem Glauben, diese seien nur etwas für weniger Erfahrene.
Des weiteren ist davon auszugehen, dass sozialpsychologische Befunde hier ebenfalls wichtig sind. So konnte mehrfach gezeigt werden, dass es schwierig ist, in Gruppen Minderheitenmeinungen zu vertreten. Wenn vier Leute einen Gegenstand als grün bezeichnen, der völlig offenkundig gelb ist, dann gerät die fünfte Person ins Zweifeln und erklärt häufig ebenfalls, er sei grün. In Expertengruppen kommt hinzu, dass man sich keine Blöße geben will. Wer will schon der Feigling sein, der erklärt, er traue sich im Gegensatz zu den anderen nicht zu, eine Entwicklung zu prognostizieren und poche deshalb auf Einhaltung der Sicherheitsregel. So kann Eitelkeit im Extremfall tödlich sein.

Dietrich Dörner schreibt einen höchst unterhaltsam Stil. Das Buch ist flüssig lesbar, enthält so gut wie keinen psychologischen Jargon und bedarf eigentlich keiner Vorkenntnisse. Für Psychologen und Psychologie-Studenten ist das Buch sicher auch bestens geeignet, wenn nicht gar Pflichtlektüre, auch wenn man vielleicht das, was für den Laien angenehm ist, als Mangel ansehen mag. Viele statistisch-methodische Fragen werden nicht diskutiert. Auch werden die Stichproben nur oberflächlich beschrieben. Da ich die Originalarbeiten z.T. kenne muss ich z.B. darauf hinweisen, dass es fraglich ist, ob die Tatsache, dass kein Zusammenhang zwischen der Intelligenz der Versuchsteilnehmer und ihrer Leistung gefunden wurde nicht darauf zurückzuführen ist, dass nur Akademiker an den Studien teilnahmen und somit die Bandbreite der Intelligenz eingeschränkt war. Aber das nur am Rande.

Stilistisch ist vielleicht kritisch anzumerken, dass Dörners Sendungsbewusstsein hoch ausgeprägt ist und er seine Botschaft bisweilen fast schon in Predigermanier immer und immer wieder wiederholt. Kritsches Hinterfragen der Befunde und allgemeine Zurückhaltung sind des Autoren Sache nicht.

Als Gesamtfazit bleibt aber eindeutig: ein exzellentes Buch, ein hochgradig wichtiges Buch, ein gesellschaftlich relevantes Buch, da viele negative Entwicklungen, ob politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher oder auch privater Natur häufig darauf zurückzuführen sind, dass komplexe Systeme schlecht gesteuert wurden.

Unbedingte Kauf- und Leseempfehlung!
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Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen.
Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. von Dietrich Dörner (Taschenbuch - 1. Dezember 2003)
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