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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hans-Peter Rodenberg: Hemingway, 13. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
Rodenbergs Biographie setzt sich zum Ziel, hinter die Selbstinszenierung Hemingways als Abenteurer und Macho zu blicken. Rodenberg betont vor allem Hemingways Verwundbarkeit und seine Selbstzweifel, die schließlich zum Selbstmord geführt hätten. In der Einleitung heißt es: "Der Eindruck von Hemingway, der sich schließlich in der Öffentlichkeit festsetzte, war der eines Angebers, der die Hälfte der Zeit betrunken war, Leute zusammenschlug und großspurig auftrumpfte. Auf der Strecke blieb der andere Hemingway, der sensible Schriftsteller, dem der Alkohol nur dazu diente, seine Selbstzweifel und seine Unsicherheit zu betäuben. [...] Dieser Mann war zugleich Täter und Opfer in ein einer Zeit die einen zweifelsfrei maskulinen Helden brauchte, um die Verunsicherung durch die radikalen Veränderungen des 20. Jahrhunderts zu überdecken." Rodenberg deutet Hemingway als Opfer seiner eigenen Selbstinszenierung.

Was an Rodenbergs Biographie manchmal befremdet, ist die Neigung zu apodiktischen Urteilen. Er wirft für meinen Geschmack etwas zu unbefangen mit psychoanalytischem Vokabular um sich. Von "ödipalen Spannungen" ist die Rede, psychologische Diagnosen sind schnell bei der Hand. Rodenberg studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Amerikanistik und lehrt jetzt als Professor für Film, Neue Medien und Kulturgeschichte der USA an der Universität Hamburg. Und deshalb bleibt hier der etwas saure Nachgeschmack zurück, der sich einstellt, wenn Kulturwissenschaftler anfangen vorbehaltlos zu freudeln.

Davon abgesehen, liefert das Buch aber eine aufs Wesentliche konzentrierte und spannende Einführung in Hemingways Leben und seine Bücher. Rodenberg beschreibt wohltuend bündig Hemingways Jugend und das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern. Hemingways rastloses Leben wird in allen Stationen beschrieben, ebenso wie seine vier Ehen und seine Beziehungen zu Freunden und Vorbildern wie Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald und Sherwood Anderson zu. Hemingways Werke werden prägnant dargestellt und Rodenberg verfolgt die Entwicklung von Hemingways berühmt kargem aber wahrhaftigem Schreibstil
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der ernste Kampf des Ernest um das männliche Image ..., 27. April 2005
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
"Wir sind von Anfang an verflucht, und du mußt erst furchtbar verletzt werden, bevor du ernsthaft schreiben kannst..." schrieb Hemingway 1934 an F. Scott Fitzgerald. Hemingway erschoss sich, wie wir wissen, vor seinem 62. Geburtstag, am 2. Juli 1961, auf seiner Ranch im amerikanischen Idaho mit seinem Jagdgewehr. Welche Traumatisierungen hatten Hemingway umdüstert? Es ist sehr interessant, sich mit der Biographie Hemingways auseinanderzusetzen, dann erst wird klar, warum in seinen Schriften immer wieder Krieg und Stierkampf, Jagd und Tod zum Thema werden. Sein Vorbild war sein Großvater: Soldat. Den Horror pflanzte Hemingways Mutter in den kleinen Ernest damit, dass sie ihm allzugerne die Kleider seiner Schwestern überzog: umso männlicheres Gebaren wurde ihm zur lebenslangen Demonstrationspflicht. Bei einem weiteren Erlebnis gelang ihm die Bewältigung nicht: Sein Vater, Gynäkologe, musste an einer Indianerin einen Kaiserschnitt ohne jede Betäubung vornehmen - das war so schrecklich, dass der zusehende Ehemann sich selbst die Kehle durchschnitt. Härte angesichts des Todes wurde Hemingways unauslöschliches Thema. Den späteren Selbstmord seines Vaters sortierte Hemingway in die Schublade "Feigheit" ein. Wurde sein eigener Suizid umgekehrt ein Beispiel für Männlichkeit und Mut? Es lohnt sich, in diese Hemingway-Biographie von Kenneth S. Lynn einmal genauestens und präzise hineinzuschauen. Vielleicht hat man dann auch eine Antwort auf die Frage, mit welcher Absicht eigentlich diese amerikanische Gallionsfigur immer wieder in den Unterrichtsspiralen unserer Gymnasien auftaucht - oder hat man etwa die Sache nur halb durchdacht - und die Hemingway-Rezeption bedürfte einer energischen Korrektur?
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Monographie Hemingways, 23. Mai 2001
Von 
Ing Helmut Brandstetter (St. Florian bei Linz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
Die Monographie bringt den Menschen in seiner Zwiespältigkeit und den Schriftsteller Hemingway - den Meister der "skelettierten Prosa " - dem Leser näher.Auf der einen Seite der Macho, Trinker, Boxer usw und auf der anderen Seite der schüchterne, sentimentale und von Selbstzweifeln geplagte Mensch. Es wird Hemingways gefährliches Leben, welches seine Werke mit autobiogrphischen Elementen erfüllte sowie sein Verhältnis zu den Frauen und seine Abhängigkeit von den Frauen sehr genau beschrieben.Was für Santiago, dem Fischer aus " Der alte Mann und das Meer "gilt " Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben " galt nicht für Hemingway. Am Ende seines Lebens konnte er nicht mehr schreiben, d.h. er konnte nicht mehr leben und beging Selbstmord.
Dieses Buch beschreibt sehr genau und spannend das bunte Leben Hemungways vom Reporter zum Nobelpreisträger sowie dessen Werke. Empfehlenswert für alle, die mehr auch vom Menschen und Schriftsteller wissen wollen.
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5.0 von 5 Sternen Meine Rezession, 6. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ernest Hemingway (Kindle Edition)
Ausgezeichnet! Gibt einen ganz besonderen Einblick in das Leben dieses hervorragenden Schriftstellers! Ernest - machs gut in der drüberen Welt!
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4.0 von 5 Sternen Öffentliches Image und Wirklichkeit - Eine Gegenüberstellung, 10. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
Ernest Hemingway ist eine interessante und faszinierende Persönlichkeit. Auf der einen Seite der mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Schriftsteller, auf der anderen der Trinker, Frauenheld und Raufbold. Diese zwei Seiten scheinen schwer miteinander vereinbar und gelten heute als Alleinstellungsmerkmal Hemingways. Umso schwerer erscheint es, eine solche Person auf gerade einmal 140 Seiten zu beschreiben.
Hans-Peter Rodenberg ist der Autor, der dies dennoch versucht. Der Professor für Populärkultur und Kulturgeschichte der USA beschreibt und interpretiert den Menschen Hemingway, der weniger in seinen Taten als in seinem Geschriebenen zum Vorschein kommt.

Tatsächlich schafft es Rodenberg, dem Leser eine grundsätzlich gute Übersicht über das Leben Hemingways zu geben. Allerdings bleibt es wirklich bei der Übersicht. Dies ist nicht ausschließlich in dem extrem limitierten Umfang des Buches begründet, sondern auch damit, dass Rodenberg sich klar auf zwei Aspekte des Lebens Hemingsways konzentriert, um den Menschen Hemingway hinter der selbstkreierten Fassade des großen Helden Hemingways sichtbar zu machen. Der erste Aspekt ist das Verhältnis Hemingways zu den Frauen. Die Beschreibungen der Verhältnisse Hemingways zu seiner Mutter, seinen Ehefrauen und Geliebten nehmen daher einen großen Teil des Buches ein, während andere große Ereignisse, wie seine Teilnahme an den beiden Weltkriegen oder dem spanischen Bürgerkrieg extrem kurz abgehandelt werden. Dabei beschreibt Rodenberg zum einen das sichtbare Handeln und Gesagte Hemingways, nutzt aber andererseits auch die Romane Hemingways, in denen dieser seine wahren Gefühle gerne in seine fiktiven Geschichten einfließen ließ. Diese Vorgehensweise nutzt Rodenberg auch im Bezug auf den zweiten großen Aspekt der in diesem Buch behandelt wird - dem Image Hemingways als männlichster aller Männer. Hier stellt er das von Hemingway selbst geschaffene öffentliche Macho-Image dem oftmals zweifelnden und unsicheren Menschen Hemingway gegenüber, der gegen Ende seines Lebens ernste Probleme damit hatte, seinem Selbstbildnis weiterhin gerecht zu werden. Wiederum dienen vor allem die Romane Hemingways als Quelle seiner Gedankenwelt, aber auch Briefe und Tagebucheinträge.

Diese Biografie Ernest Hemingways ist demzufolge also weniger eine Nacherzählung des Lebens Hemingways, es ist vielmehr der Versuch, ein genaueres Bild des Menschen Hemingways zu zeichnen, um ihn von dem in vielerlei Hinsicht falschen Eindruck des machistischen Selbstdarstellers Hemingway zu befreien. Dieses Vorhaben gelingt dem Autor auch sehr gut, wobei die Interpretation der Romane Hemingways als Spiegel seiner Gefühlswelt ganz besonders gut gelungen und lesenswert ist. Für Leser, die dagegen eine ausführlichere Nacherzählung von Hemingways Leben, Taten und Wirken erwarten, ist dieses Buch dagegen eher ungeeignet. Dafür ist auf 140 Seiten einfach nicht genug Platz.
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5.0 von 5 Sternen Hemingway Biographie, 24. August 2012
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
Eine sehr gute und interessante Biographie über Ernest Hemingway. Mit tollen s/w-Fotos dokumentiert.
Wärmstens zu empfehlen! Ebenfalls empfehlenswert ist die Biographie von Hemingway, die seine letzte Frau (Mary Welsh) schrieb. Jedoch auf Deutsch kaum zu finden...
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Völlige Fehleinschätzung, 1. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Hemingway, Ernest (Taschenbuch)
Jeder aufmerksame Leser des Werkes "Fiesta" muß zwingend bemerken, dass der emanzipatorische Veriss der Person Hemingways eine Folge der 68er Bewegung ist und dementsprechend kein ernst zunehmendes Urteil über den Autor sein kann. Gerade in "Fiesta" wird eine Person dargestellt, die aufgrund ihrer Rolle als Beoachter gerade nicht einseitig erscheint. Die Saufgelage, Boxkämpfe, Stierkämpfe, all dies also was mit Machismus in Verbindung gebracht wird, ist eine Schilderung der Dekadenz dieser Zeit, die Hemmingway im Übrigen in "Tod am Nachmittag" wiederum sehr differenziert beleuchtet. Hemmingway muss meiner Ansicht nach völlig entkoppelt von der in vielen Punkten vorurteilsbehafteten Rezensionsgeschichte gelesen werden. Wenn man ihn schon Biographistisch deuten will wird schnell klar, dass es sich um einen Autor handelt, der es aufgrund seiner hohen Selbstreflexion überhaupt nicht nötig hat, sich mit banalem Machismus zu profilieren.
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Hemingway, Ernest
Hemingway, Ernest von Hans-Peter Rodenberg (Taschenbuch - 1. Juli 1999)
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