Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 2. Juni 2006
Diese rororo-Monografie des Humboldt-Experten Meyer-Abich stammt von 1967, lediglich der bibliografische Anhang wurde ergänzt in der 16. Auflage von 2004. Sie teilt das Leben Humboldts ein in die drei Hauptabschnitte A: Familie - Erziehung - Beruf und Reisevorbereitung, B: Die große Amerikareise, und schließlich C: Erntezeit und Vollendung.

Die Biografie handelt kenntnisreich die Voraussetzungen des großen Forschungswerkes der für das gesamte Leben Humboldts so entscheidenden Südamerikareise ab, wir erfahren auch mit Bildern von den wesentlichen Privatlehrern, die die "Dioskuren" Alexander und seinen älteren Bruder Wilhelm v. Humboldt unterrichtet und auf ihre späteren Forschungen vorbereitet haben; von den wichtigen Einflüssen besonders auch der philosophischen Salons um Henriette Herz und Rahel Levin in Berlin, den Hochschullehrern in Göttingen und später beim Bergbau in Freiberg, die Aufenthalte in Jena mit dem "Wahlverwandten" Goethe (gleiche Ansichten zur Morphologie) und dem als missgönnerisch empfundenen Schiller, und die so wichtige Begegnung mit Forster, dem seinerzeit berühmtesten deutschen Forschungsreisenden, der Cook auf seiner Weltumsegelung begleitet hatte.

Die fünfjährige Südamerikareise in ihrem z.T. zufälligen, aber letztlich vorteilhaften Verlauf unter Begleitung des Franzosen Bonpland wird in ihren einzelnen Stationen dargestellt, sie hat Humboldt intensivst vorbereitet und anschließend während über zwei Jahrzehnten in Paris in 34 Bänden unter Mitwirkung zahlreicher Einzelforscher ausgearbeitet. Dieses interdisziplinäre Vorgehen ist absolut neu gewesen zu seiner Zeit, es entsprach seinem Wunsch, den "Kosmos" als Ganzes darzustellen, sichtbar ausgedrückt vor allem in seiner Pflanzengeografie, dem Gedanken also, dass Pflanzengesellschaften an verschiedene Klimate gebunden vorkommen, die aber nicht nur in zweidimensionaler Hinsicht nach Breitengraden oder klimatischem Typ (Savanne, Wüste, Regenwald, etc.) angeordnet sind, sondern auch abgestuft nach der Meereshöhe abwechseln (vgl. sein Landschaftsprofil durch die Anden).

Gewünscht hätte ich mir noch mehr Bilder aus dem umfangreichen, überwiegend in französisch erschienenen Reisewerk. Ansonsten ist das schmale Bändchen eine wunderbare Einführung in das faszinierende Leben dieses letzten Universalgelehrten, dessen überaus fruchtbare Einflüsse gerade auch in Nord- und Südamerika ausführlich gewürdigt werden. (2.06.06)
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Alexander von Humboldt war in vielen Dingen außergewöhnlich: nach Privatunterricht bei exzellenten Menschen tummelte er sich in fast allen Wissensbereichen, erforschte und systematisierte Konkretes in Deutschland, Lateinamerika, später noch einmal Russland. Mit großem körperlichen wie finanziellen Einsatz war er neben Forster der wohl größte deutsche Erforscher und der Letzte, der es zumindest versuchen konnte, ein Universalgelehrter zu sein. Dafür zehrte er sein großes Erbe so stark auf, dass er am Ende doch in den verhassten Staatsdienst gehen musste.

Wie ist ein solches und auch noch rund 90 Jahre langes Leben in den biographischen Griff zu bekommen? Wahrscheinlich überhaupt nicht, und schon gar nicht im kleinen und handlichen rororo-Taschenbuch.

Und doch hat A. Meyer-Abich 1967 einen bemerkenswerten Anlauf getan. Sein "Alexander von Humboldt" entscheidet sich für viele Fakten aus Humboldts rastlosem Leben. Es gliedert sich in Alexanders Herkunft, seine Amerikareise und seine "Erntezeit", in der der Gelehrte seine überreichen Daten und Funde auswertet (150 Seiten). Die letzten 35 Seiten enthalten Anmerkungen, eine Zeittafel, kurze zeitgenössische Würdigungen, eine Literaturliste und einen Index. Bilder (schwarz-weiß) von Humboldt und seiner Umgebung lockern das Buch auf.

Der Nachruhm Humboldts ist zwiegespalten. Daniel Kehlmann hat ihn in "Die Vermessung der Welt" arg karikiert. Die Förderung ausländischer Wissenschaftler geschieht seit fünf Jahrzehnten durch eine "Alexander-von-Humboldt-Stiftung". Zum 200. seiner Lateinamerikareise gab es eine große Ausstellung. - Und doch weiß "man" wohl immer noch viel zu wenig über Humboldt.

Ein fünfter Stern käme erst, wenn nach mehr als vier Jahrzehnten eine _richtige Neuauflage erschienen wäre, die auch die neueren Biographien und Deutungen Humboldts einschlösse.

Dieser Band ist freilich immer noch ein brauchbarer und kompetenter Einstieg, daher vier Sterne.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. April 2007
Meyer-Abich hat ein wirklich sehr informatives Buch geschrieben und war wohl sehr bemüht alle wichtigen Fakten zu komprimieren. Und eben daran leidet dieses Buch über manche Strecken. Es liest sich zum Teil wie eine Aufzählung der Dinge, die Humboldt zugestoßen sind oder die er erlebt hat. Diese Fülle von Information sprudelt nur so vor sich hin, dass man fast den Menschen Humboldt vergisst.

Vieles erschließt sich auch nicht aus dem Kontext und so wird dieses Buch eine Herausforderung darstellen für all jene, die von der Goethe-Zeit ohnehin wenig Ahnung haben. So ist dieses Buch aber dennoch ein guter Einstieg ins Thema Humboldt, wenn auch mit einigen Abstrichen zu genießen.

Eigentlich schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen. So wären es eher 3,5 als 3.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2004
Dies Buch ist sehr nett geschrieben und gibt meiner Ansicht nach einen guten Überblick über Leben und Werk von A. von Humboldt, insb. natürlich die große Reise. Leider bleiben einige Dinge auf der Strecke, was durch die Kürze des Buches nicht verwunderlich ist. Trotzdem, ein guter Einstieg aber auch nicht mehr - 4 Sterne
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden