holidaypacklist Hier klicken Jetzt informieren foreign_books Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen14
3,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 19. Juni 2011
Naked Lunch in dieser Ausgabe ist 378 Seiten lang (gebunden). Die "Geschichte" selbst endet jedoch bereits über 100 Seiten vorher. Der Rest sind Erklärungen, Meinungen, Entstehungsgeschichte und Outtakes, die allesamt für das Lesevergnügen unbedingt nötig sind.
Ich neige sogar fast dazu, die Empfehlung abzugeben, die Anhänge vor dem eigentlichen Buch zu lesen. Denn die Geschichte eine Geschichte zu nennen, wäre reichlich übertrieben. Es gibt einige kleinere Handlungsstränge, die begonnen werden, später dann unter Umständen fortgeführt, dies dann aber nicht zwangsläufig chronologisch. Mir ist klar, dass dies zur Konzeption des Buches gehört, was jedoch nichts daran ändert, dass kein Lesefluss entsteht.

Nichtsdestotrotz bietet das Buch Spaß. Die skurrilen Charakter und Szenen wissen zu unterhalten. Wer mehr vor hat, als einfache Lektüre, kann noch eine Menge aus dem Buch herauskitzeln. Unabdingbar ist hierbei die Kenntnis des Lebens von Burroughs, Lektüre der Anhänge und sonstiger Kommentare/Zusammenfassungen die im Internet erhältlich sind sowie der gleichnamige Film. In diesem Paket erreicht das Buch eine deutliche Aufwertung.
Wer jedoch nur die "Geschichte" lesen will, kann durchaus ein bis zwei Sterne abziehen.
Als Einstieg in die Beat Generation bzw. der postmodernen Literatur taugt des Buch nicht.

Noch einige Worte zur "ursprünglichen Fassung": die Veröffentlichungsgeschichte des Romans ist fast genauso wirr wie dessen Inhalt. An dem Buch wurde vor/während/nach der Veröffentlichung viel geflickschustert. Alerdings ist es meines Erachtens nicht so einfach zu erkennen, welche Einfügungen, Auslassungen und Umordnungen tatsächlich vom Autor gewollt waren und welche von der Verlagen vorgegeben (dabei meine ich jetzt explizit nicht Zensierungen). Das Buch nun als die vom Autor intendierte Version anzunehmen, muss zumindest hinterfragt werden.
0Kommentar|19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Januar 2013
ich habe das buch deswegen gelesen, weil ich den film gesehen hatte. beim film hatte ich mir gedacht: oh mein gott, ist das krank. dass der film aber vollkommen harmlos im vergleich zu seiner vorlage ist, konnte ich nicht erwarten.
das buch hat keinen roten faden, manchmal haben nicht mal einzelne sätze einen. was burroughs da im rausch getippt hat grenzt stellenweise an schizophasie.

einige leitmotive:

der islam, meist aus der sicht des unwissenden westlers beschrieben, nun ja, angehörige dieser religion sollten besser schnell weiterlesen. ich fands auf alle fälle heiter-unterhaltsam.

die homosexualität: wird in so vielen varianten und perspektiven geschildert, dass ich mir am ende des buches die ehrliche frage gestellt hatte, warum ich selbst nicht schwul bin. nach der lectüre empfindet man das als das normalste der welt.

drogenkonsum, -sucht, -rausch, -zubereitungen, -sorten. burroughs schildert den akt des substanzenmissbrauchs als das normalste der welt, völlig ohne wertung. immer nach dem motto: "kennt ihr das nicht auch? würdet ihr das nicht auch so machen?"

sexorgien: selten kommt auch heterosex vor, an 2 stellen. sonst ausschweifende partys schwuler reicher westler in tanger, die sich an ihresgleichen, kleinen araberjungen (eindeutige schilderung von pädophilie in dem buch), negern, chinesen usw. vergehen. häufig werden irgendwelche typen gehängt, offenbar soll sowas geil sein.

fremde wesen: monströse kakerlaken (haben in interzone=tanger das sagen, beherrschen den geheimdienst), echsenhafte mugwumps, die sich nur von süßigkeiten ernähren und kleine jungs vernaschen. halbwesen zwischen tier und mensch, menschen, die sich plötzlich in tausendfüßer verwandeln, schaben, würmer und larven die aus allen möglichen körperöffnungen kriechen (beim sex, die betroffenen parteien ignorieren dies aber geflissentlich).

spionage, unterdrückung, foltermethoden, bürokratie, die jeglicher menschlichkeit entbehren. interessant: agenten, die ihre falsche identität plötzlich für echt halten und ihre eigene, echte vergessen. durch drogen und telepathische impulse werden sie von ihren geheimdiensten dazu gebracht, unbewusst ihre agententätigkeit aufrecht zu erhalten.

das arabische umfeld und bild der stadt interzone=tanger, das herrlich exotisch beschrieben wird.

abstruse charaktere, wie bill lee, der schwule junkie, oder dr. benway, weiters der matrose, der sich regelmäßig mit muscat volltankt. außerdem clem & codie, 2 frustrierte bullen, die andauernd versuchen, bill lee einzubuchten (und am ende von diesem abgeknallt werden), waffen-, drogen-, menschenhändler (und händler für noch abstrusere dinge) und prominente, sehr exzentrische westler mit eigenartigen vorlieben, ohne weiteres realistische schilderungen von persönlichkeiten im damaligen tanger.

manchmal gibt es durchaus logische, intelligente handlungsstränge, wie etwa das kapitel, in dem bill lee (der schwule junkie) mit dr. benway (der durch das gesamte buch herumgeistert und mich irgendwie an den mephisto erinnert) plaudert, und ihm benway aus seiner lebensgeschichte erzählt, oder repressive methoden & möglichkeiten erörtert, um eine bevölkerung zu unterjochen. weiters erläutert er teils selbstentwickelte foltermethoden oder erklärt bill lee, woran die psychiatrischen patienten leiden, vor denen beide gerade stehen. in einem kapitel wird auch die parteienlandschaft von interzone=tanger erläutert. alles natürlich maßlos übertrieben, aber burroughs beweist hier einen sehr scharfen blick für politisches geschehen, das tatsächlich stattfindet. durchaus intelligent.

die 100 seiten anhang sind klarer, teils sehr informativ und tragen gut zum verständnis dieses extremen wirrnisses bei. unter anderem zählt burroughs alle ihm bekannten drogen auf und beschreibt ihre wirkungen. außerdem erzählt er, wie er von seiner 12 jährigen morphinsucht auf wundersame weise von einem englischen doc geheilt wird.
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Mai 2010
Naked Lunch gehört sicherlich zu den Büchern, denen man entweder 0 oder 5 Sterne gibt.
Etwas dazwischen oder ein "ganz nett" wird man wohl von niemandem hören.

Zu der nun vorliegenden Fassung und Übersetzung ein paar Anmerkungen:

Die bisher geläufigste Übersetzung von Katharina und Peter Behrens ist zensiert bzw. basiert auf einer zensierten Fassung. So fehlen nachweislich ganze Sätze. Weniger bekannt ist leider hingegen die unzensierte Übersetzung von Carl Weissner, die allerdings nur bei Zweitausendeins erschienen ist.

Die neue Fassung von Michael Kellner ist unzensiert und um neues Material lediglich ergänzt worden. Es wurden also keine Passagen gestrichen oder durch alternative Fassungen ersetzt. Diese "Outtakes" befinden sich im Anhang.
Die Übersetzung als solche ist in der einzelnen Wortwahl moderner, präziser - ja, verständlicher (sic!) als die bisherigen Fassungen.
Aber leider ist sie auch etwas akademischer als die von Weissner, die ich bevorzuge, auch weil ich sie für sprachlich flüssiger halte.

Dennoch eine klare Empfehlung, weil die Weissner Fassung (im Moment) vergriffen und das zusätzliche Material natürlich auch sehr reizvoll ist.
33 Kommentare|36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. November 2012
Vorneweg: Ich schätze und respektiere Burroughs durchaus und bin mir über den Hintergrund des Autors und des Romans sehr wohl im Klaren. Ich finde, jeder Autor hat das Recht, zu schreiben, was er will und solange er damit eine Zielgruppe findet, gibt es daran überhaupt nichts auszusetzen. Ich habe auch überhaupt kein Problem mit derber Sprache oder surrealen und zusammenhangslosen Handlungen. Ich liebe z.B. alle Bücher von Bret Easton Ellis und Chuck Palahniuk und mag zumindest viele Bücher von Irvine Welsh und Bukowski. Genannte Autoren schaffen es, im Gegensatz zu Burroughs, allerdings meistens, eine wirkliche Geschichte zu erzählen.

Als ich Naked Lunch durchgelesen und mir danach eine umfassende Dokumentation über den Autor angesehen hatte, wurde mir einiges klar, was ich zuvor noch nicht völlig durchschaut hatte. Burroughs scheint dieses Buch aus einer Art Protest heraus geschrieben zu haben. Ich kann mir nur vorstellen, wie schwierig es zu jener Zeit gewesen sein muss, homosexuell und drogenabhängig zu sein und damit ganz klar am absoluten Rand der Gesellschaft zu existieren. Daraus resultierte offenbar sein Drang, sich dem entgegenzustellen und zu einer Stimme dieser "unterdrückten" Gesellschaftsschicht zu werden. Burroughs war in vielerlei Hinsicht hochintelligent und hat das amerikanische Volk sowie die politischen Machthaber bis ins Innerste durchschaut. Dennoch, um zu Naked Lunch zurückzukommen, hätte ich mir eine klarere Stimme gewünscht. Die Geschichten, die dieses Buch enthält, mögen im Subtext durchaus auf Missstände aufmerksam machen, doch im Großen und Ganzen werde ich das Gefühl nicht los, dass hier ein Autor am Werk war, der großen Gefallen darin fand, über das zu schreiben, was ihn selbst erregte und was in der Gesellschaft verteufelt wurde. Daher finde ich das Buch längst nicht mehr zeitgemäß und insgesamt kenne ich ähnlich ekelhafte Bücher mit weitaus intelligenterem Inhalt, die nicht überwiegend zum Selbstzweck verfasst wurden.

Ich finde, ein Werk sagt am meisten aus, je mehr man über den Autor weiß und es fällt mir äußerst schwer, Burroughs ernsthaft zu bewerten. So vieles an ihm gefällt mir, so vieles empfinde ich als asozial und an einer psychischen Störung grenzend. Dasselbe könnte ich übrigens über Ayn Rand sagen und ihre Bücher finde ich weitaus ekelhafter als Naked Lunch. Um diese Rezension abzuschließen: Nichts gegen Burroughs. Er war ein Mann seiner Zeit und seine Stimme hat Anklang gefunden, zweifellos. Aber sollte man an diesem Werk festhalten und es über Jahrzehnte hinweg als große Kunst feiern? Ich bezweifle es ernsthaft.
11 Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Februar 2011
Wer sich an "Naked Lunch" wagt, muss vorher wissen, dass es schlichtweg krank ist. Werte, Normen und Bilder, die wir kennen, werden über den Haufen geworfen und in ein Gemisch aus Illusionen, Orgien und Drogen verzaubert. Das kann einem gefallen, aber nur, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Anderenfalls wird man einen Rahmen, eine Form und eine Handlung vermissen.
Wenn es gelingt, ist das Buch vielleicht wirklich ein revolutionärer Blick aus einer uns (fast) allen fremden Perspektive. Wenn nicht, ist es ein großer Haufen Scheiße, der einen eigentlich nur anekelt.

Aber nebenbei gesagt, ist diese Version sehr gut. Viele erklärende, nachträglich verfasste Texte von Burroughs sollten selbst diejenigen ein bisschen versöhnlich stimmen, die dem Buch sonst nichts abgewinnen können.

Insgesamt gilt: Vorsicht beim Kauf!!! 25 Öcken sind ne Menge Geld für reinste Verwirrung
0Kommentar|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Dezember 2015
In diesem Buch steht auf den ersten knapp 300 Seiten die Urfassung von "Naked Lunch" in einer bestimmt sehr guten neuen Übersetzung. Dann folgen auf gut 100 Seiten noch einige Texte und Erklärungen von Burroughs selbst, die einen das Buch und auch die Drogensucht an sich wirklich besser verstehen lassen. Außerdem sagen auch die beiden Herausgeber noch eine Menge Sinnvolles. Man braucht diese Erklärungen, denn "Naked Lunch" ist wirklich ein sehr spezielles Buch. Erstens ist es absolut kein Roman, sondern eher eine Sammlung von wirklich krassen Sätzen, die allerdings oft ganz zusammenhanglos aufeinander folgen. Zweitens ist das Buch wirklich grenzenlos obszön. Da werden Gedanken ausgesprochen, die tatsächlich schockierend sind.

Burroughs hat dieses "Buch" mit 45 veröffentlicht. Zur Zeit der Niederschrift war er 12 Jahre lang absolut auf Droge. Und zwar auf harten Drogen. Er nennt es Junk. Deswegen sind die Sätze, die er da formuliert, auch so krass. Auf so etwas kann man wohl nur im kompletten Drogendämmer kommen. Deswegen sind diese Sätze aber auch leider ohne Zusammenhang, denn im kompletten Drogendämmer kann natürlich niemand eine kohärente Geschichte verfassen. Im Prinzip ist das Besondere an diesem Buch, dass hier ein echter Junkie schreibt. So etwas kommt in der Literatur kaum vor. Die echten Junkies sind viel zu beschäftigt. Die kommen nicht zum schreiben. Und die meisten Schriftsteller, die mit ihrer Drogensucht angeben, sind in Wirklichkeit sehr vorsichtige Halbdrogisten, also keine echten Junkies. In Bill Burroughs haben wir einen einzigartigen Sonderfall. Hier schreibt ein Volldrogist im Vollrausch wirklich vollkommen irre Sätze. Übrigens hat Burroughs später erfolgreich entzogen. Deswegen ist er wohl auch 83 Jahre alt geworden. Zweite Anmerkung: Burroughs hat bei einem Wilhelm-Tell-Spiel aus Versehen seine Ehefrau erschossen. Also: Dieser Typ ist wirklich ein Extremist. Ich habe jedenfalls noch nie zuvor so ein verrücktes Buch wie "Naked Lunch" gelesen. Es ist wirklich eine besondere Erfahrung für Leser mit guten Nerven und großer Nachsicht, allerdings war mir dieses Ding ein paar Nummern zu extrem, daher nur 4 Punkte.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Februar 2015
Zu Beginn fühlte ich mich von dem Buch ein wenig überfordert: Verzweifelt suchte ich nach irgendetwas, das mir einen Hinweis auf einen tatsächlichen Plot bzw. einen Handlungsverlauf geben konnte, bis ich die Suche aufgabe und versuchte, mich einfach auf das einzulassen, was mir geboten wurde. Und siehe da: Plötzlich glaubte ich etwas hinter den, wie es mir schien, zusammengestückelten, voneinander unabhängigen Kurzszenen erkennen zu können. Zwar nicht unbedingt einen tatsächlichen Sinn, aber doch gewisse sehr gesellschaftskritische Eckpunkte, nur eben aus der Sicht eines absolut verlorenen, homosexuellen Drogensüchtigen. Ich glaube auch nicht, dass Burroughs mit diesem Werk tatsächlich beabsichtigte, den/die LeserIn durch einen tatsächlichen Roman zu führen: Wie er gegen Ende des Buches erwähnt, wurde dokumentiert, was er selbst wahrgenommen zu haben scheint, ohne dass er den Leser, wie er sagt, mit einem roten Faden "belästigen" wollte.
Insgesamt eine solide 3 - 3,5 Sterne Bewertung. Das Buch hat mich nicht aus den Socken gehauen, aber es konnte mich auf seine ganz eigene Art doch überzeugen. Dennoch ist es, da sehr speziell, sicher nicht für jeden was.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Januar 2016
Eine Zusammenfassung der Geschichte fällt schwer. Zu wirr und "zerhackt" ist der Kultroman von Burrough. Einer der ganz großen der Beat Generation. Sex, Fekalien, Monster und Drogen sind der Klebstoff der den Roman zusammenhält. Schwere Kost, die nicht jedem gefallen dürfte, aber zu recht ein Meisterwerk seiner Zeit ist.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. März 2012
... durch die imaginäre "H"-Welt von W. S. Burroughs!

Das Buch habe ich noch nicht ganz gelesen, aber es macht Spaß, auch wenn es bisweilen etwas unzugänglich erscheint, aber einen "normalen" Roman mit linearer Erzählstruktur und einem "roten Faden" darf man natürlich nicht erwarten! Dennoch lesenswert, auch mal für kurz zwischendurch ganz tauglich.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Februar 2015
"Naked Lunch" hat KEINE nachvollziehbare Geschichte. Wild verworren sind verschiedene Versatzstücke und Fragmente ineinander verwoben. Die anfängliche Unzusammenhänglichkeit wird auch gegen Ende nicht aufgelöst und so bleibt der Roman bruchstückhaft, sicherlich gewollt, aber dennoch ist es schwer alles als echten Roman zu bezeichnen. Vielmehr sind es Eindrücke möglicher Handlungen unterschiedlicher Geschichten, die dennoch von Beginn bis Ende alle offen bleiben. Insofern gelingt es mir persönlich auch kaum, hier irgendwo einzutauchen, sondern zumeist war ich damit beschäftigt, ein "mehr" aus allem herauszufiltrieren, etwas dass das Weiterlesen rechtfertigt.
Sicher gibt es gute Ansätze und interessante Optionen, wohin es gehen könnte, doch nach dem zigsten Zeit- und Ortssprung hat man definitiv Mühe noch dran zu bleiben. Je mehr man über die Umstände weiss, desto mehr kann man dem Werk abgewinnen, doch mir reicht dies letztlich nicht aus, um sagen zu können, ich kann das Buch wirklich weiter empfehlen.

Wer Interesse an Burroughs hat, kann es lesen, sollte aber nicht zu viel erwarten. Der grundsätzliche Stil ist souverän, einzelne Fragmente durchaus gut, aber im grossen Verbund eher verloren. Es gibt natürlich eine gewisse Drastik in der Darstellung bestimmter Szenen, diese ist aber lange nicht so stark, wie oft beschrieben.

Man kann Burroughs als Autor ein Talent nicht absprechen, dennoch greift nicht jedes Buch gleich gut. "Naked Lunch" werde ich nur einmal lesen und kann es nicht wirklich allgemein weiter empfehlen. Wer den Autor mag und mehr über ihn erfahren möchte, der wird dies ohnehin lesen, auch als Psychogramm eines Rausches kann es interessant sein. Der normale Leser, auch der ambitionierte, sollte vielleicht mit einem von Burroughs anderen Büchern beginnen. Ich kann hier "Junky" empfehlen, dessen neue englische Ausgabe ebenfalls wiederhergestellt ist und das auch sprachlich interessant sein kann. Vor allem aber wird hier eine klare "Geschichte" erzählt, die einem das Verständnis weiterer Werke erleichtert.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €