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5.0 von 5 Sternen Berichtet über Themen, über welche für gewöhnlich nicht jeder spricht oder schreibt
John Gruber ist Mitte dreißig, Manager von Beruf und lebt in einem Designappartment in Wien. Für seinen Job reist er oft durch die Welt und lernt auch dabei immer wieder Frauen kennen, welchen er schnell und deutlich klar macht, wie er die Welt sieht. Er ist ein zynischer Mensch, der glaubt Bescheid zu wissen und das gefällt ihm. Doch dass er nicht ganz so...
Veröffentlicht am 23. April 2011 von TheDianaBooks

versus
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literatur-POP, made in Austria...
Es klingt ein bisschen wie Tschick, mit einer kleinen Note wie Mängelexemplar, verpopte moderne Literatur, die das Wort "Sche*ss" in allen nur erdenklichen Wortvarianten kontinuierlich produziert, das hat zum Einen zwar einen Touch von Authentizität, doch kann man sich genauso fragen, wieviel das dann noch mit Literatur zu tun haben soll. Doris Knecht hat einen...
Veröffentlicht am 3. Mai 2011 von A. Zanker


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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berichtet über Themen, über welche für gewöhnlich nicht jeder spricht oder schreibt, 23. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
John Gruber ist Mitte dreißig, Manager von Beruf und lebt in einem Designappartment in Wien. Für seinen Job reist er oft durch die Welt und lernt auch dabei immer wieder Frauen kennen, welchen er schnell und deutlich klar macht, wie er die Welt sieht. Er ist ein zynischer Mensch, der glaubt Bescheid zu wissen und das gefällt ihm. Doch dass er nicht ganz so cool und sexy sondern etwas kleiner und schwächer ist, das wird Gruber dann langsam aber sicher klar, als in seinem Bauch ein Tumor entdeckt wird. Er macht eine Chemotherapie, verliebt sich, geht seinen Gefühlen und seinem Leben auf den Grund und gewinnt dabei einiges an Selbsterfahrung. Ob er auf diesem Weg wohl ein besserer, offenerer, liebevollerer und kompromissbereiterer Mensch wird?

Doris Knechts Debütroman Gruber geht" ist eine Bereicherung für die Literatur. Mit einem sehr individuellen, flüssigen, modernen, ehrlichen, humorvollen und manchmal ironischen Schreibstil berichtet die Autorin gekonnt über Themen, über welche für gewöhnlich nicht jeder spricht oder schreibt.
Der Hauptpunkt des Buches ist, dass Gruber an Krebs erkrankt und die Diagnose und die Chemotherapie ihn dazu veranlassen über seine Gefühle und sein Leben nachzudenken. Er geht nun bewusster durchs Leben und die Welt, macht Selbsterfahrung, begreift bald, dass er weiterleben will, kommt seiner Familie wieder näher und hat zum ersten Mal ernste Gefühle für eine Frau. Dass der Leser Gruber auf diesem Weg begleiten kann, an seinen Ängsten, seiner Wut, seinen neuen Erfahrungen, aber auch an seinen schönen, glücklichen Momenten teilhaben kann, macht das Buch zu etwas sehr Besonderem und Wertvollem. Obwohl man es erst nicht erwartet, wird sich wohl jeder ein kleines bisschen in Gruber wieder erkennen. Jeden kann es treffen und plötzlich hat man Krebs. Gruber gibt nicht auf, lebt weiter, will weiter leben, er kämpft und das ist bewundernswert!! Ob er durch den Krebs und in der Zeit, in der er gegen ihn kämpft, ein besserer Mensch wird, ist da doch nebensächlich...
Dieser Roman hält viele Höhen und Tiefen und so mache Überraschungen bereit und ist absolut lesenswert! Ich bin fasziniert von diesem Werk und bleibe mit der Hoffnung zurück, bald wieder etwas von Doris Knecht lesen zu können!!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welche Entdeckung in diesem Frühjahr,..., 18. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
...was für ein tolles, tolles Buch!
Locker, schmissig, witzig, rasant und trotzdem vielschichtig. Protagonisten, denen man recht schnell sehr nahe kommt. Der anfänglich aalglatte, berechnende, egomanische Kotzbrocken Gruber, dessen Leben sich um Kohle, Klamotten, Job und ständig und immer um sich selbst dreht, bekommt von Seite zu Seite mehr Tiefe. Er trifft die coole, schräge DJane Sarah und wird kurz darauf auf einen Selbsterfahrungstrip katapultiert, den er sich nie hätte vorstellen können, völlig Gruber-untypisch, heftig und gefühlsgeladen.
Das alles erzählt Doris Knecht in ihrem Erstling in einer locker-lässigen Sprache, die sehr viel Spaß macht, die einen "durchcruisen" lässt durch dieses Buch. Hab es dummerweise in einem Rutsch verschlungen. Und jetzt? Bleibt da wohl kurze Zeit eine Lücke, die ich leider nicht füllen kann, da es noch kein zweites oder drittes oder viertes Buch von Frau Knecht gibt. Hoffentlich arbeitet sie schon daran und hoffentlich kommt da bald noch viel mehr nach!
Dies wird wohl mein Lieblings-Verschenkbuch der nächsten Monate...

Übrigens: wem "Tschick" von Wolfgang Herrndorf gefallen hat, der wird vermutlich auch "Gruber geht" lieben.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literatur-POP, made in Austria..., 3. Mai 2011
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
Es klingt ein bisschen wie Tschick, mit einer kleinen Note wie Mängelexemplar, verpopte moderne Literatur, die das Wort "Sche*ss" in allen nur erdenklichen Wortvarianten kontinuierlich produziert, das hat zum Einen zwar einen Touch von Authentizität, doch kann man sich genauso fragen, wieviel das dann noch mit Literatur zu tun haben soll. Doris Knecht hat einen modernen Roman über die Brüchigkeit im Leben, aber auch in seinen Liebesbeziehungen geschrieben, letztendlich ist es dann doch die harte Realität, die hier die Menschen zur inneren Veränderung, vielleicht Läuterung zwingt, auch wenn dies nicht immer freiwillig geschieht.

Johnny Gruber bewegt sich im Dreieck, fährt einen roten Porsche, hört die Musik von Bob Dylan, f*cken ist für ihn wichtig, er bewegt sich im Dreieck, Wien, Zürich, Berlin. Ein Lebemann, der beruflich erfolgreich und materiell gut gestellt ist, aber dem Leben gegenüber wie abgestumpft ist. Er ist mit sich und dem Leben nicht wirklich zufrieden, wie getrieben irgendwie wirkt er. Es treibt ihn zu den Frauen, dessen Beziehungsverlauf alle irgendwie unterschiedlich verlaufen, manchmal glücklicher, manchmal weniger. Perspektivenwechsel schafft die Autorin dadurch, indem sie abwechselnd die Frauen direkt selbst erzählen lässt, alternierend, zu einer angestammten Erzählerperspektive. Irgendwann landet er bei Sarah. Als Sarah von ihm schwanger wird, beginnt für beide, eine essentielle Auseinandersetzung damit, was es bedeutet Eltern zu werden. Doch dem ist nicht genug, die Diagnose auf Krebs katapultiert Gruber in die andere Ecke des Lebens, als sich nur der Genusssucht und der Abgestumpftheit des Lebens hinzugeben.

Fazit: Ein frisch, authentisches modernes Werk, wie Lebenskrisen und Herausforderungen, Menschen mit sich selbst konfrontieren vermögen. Die Sprache ist mit englischen Ausdrücken, eigenen Wortkreationen, kurzen Sätzen, oder Sätzen die ein Wort bilden, sicher ein Experimentieren mit Sprache, auf das man sich gerne einlässt. Ob ich an dem schönen Wort "Sche*ss-" dann aber nach dem ich weiss nicht wievielten Male immer noch meine Freude habe, ich weiss nicht, mir persönlich war das zu viel aufgetragen. Doris Knecht schreibt wie ihr der Schnabel gewachsen ist, frisch von der Leber und mutet diese Direktheit auch dem Leser zu. Stellenweise hat es mich begeistert, genauso ich es über weite Strecken auch "mittelmässig" erlebt habe. Ein Debüt das sich sehen lassen kann, auch wenn es mich nur stellenweise, aber nicht über den gesamten Bogen überzeugt hat. Mit Sicherheit, wird diese Lektüre jüngere Leserschaften anziehen.

Süffige, locker, flockige, Popliteratur, angereichert mit Amerikanismen, wo das freizügige Leben von S*x ganz natürlich scheint, das Gruber schon zu Studentenzeiten lebte: "Büffeln, Saufen, Vö*eln".
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach ein ganz besonderes Buch!, 27. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
Über den Inhalt des Buches kann man ja schon in den übrigen Rezensionen lesen, aber es war mir wirklich ein Anliegen, auch noch "meinen Senf dazu abzugeben", denn dieses Buch ist einfach genial. Ich konnte es praktisch nicht aus der Hand legen, so sehr hat mich das Schicksal des zunächst doch sehr oberflächlichen Grubers gepackt. Genial fand ich auch die Passagen aus dem Blickwinkel seiner "neuen Flamme".
Bislang liebte ich Doris Knecht wegen ihrer witzigen Kurzgeschichten als Mutter von Zwillingen, aber mit dieser Geschichte hat sie sich wirklich auf den Olymp der österreichischen Literaturwelt hinaufkatapultiert.
Bitte unbedingt lesen!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gruber geht allein durchs Leben und dann ..., 28. Juli 2011
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
John Gruber, erfolgreich im Beruf, weniger glücklich in der Liebe, hat sich ein gemütliches, wenn auch sehr oberflächliches Leben als Macho eingerichtet. Dieses Leben wird erheblich durchgewirbelt, als er die DJane Sarah trifft und ihm zudem eine Krebsdiagnose gestellt wird. Die existenziellen Themen Liebe und Tod stürzen unvermittelt in sein so bequemes Leben.
Doris Knecht hat einen sehr witzigen und unterhaltsamen Zeitgeistroman geschrieben. Die Gesellschaftskritik hat mich teilweise an die frühe Elfriede Jelinek erinnert. Knecht schreibt in einer sehr schnoddrigen, umgangssprachlichen Sprache, was an amerikanische Vorbilder erinnert. Insgesamt fand ich den Roman zu lang, denn irgendwann hat man die hypen Gesellschaftsbetrachtungen gesehen. Darum gebe ich nur 3 Sterne, auch wenn Doris Knecht eine sehr gute Schreibe hat.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen uncoolitätsvermeidungszwang, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Gebundene Ausgabe)
lässiges, schnell geschriebenes (und lesbares) buch über die wiener/berliner bobo-szene und einen investmentbanker-mistkerl mit ausgeprägtem uncoolitätsvermeidungszwang, der durch eine krebserkrankung auf seiner hedonisten-einbahn ordentlich ins schlingern gerät und doch noch ein - na ja vielleicht nicht wertvolles, aber zumindest akzeptableres - mitglied der gesellschaft wird. emotional, ohne rührselig zu sein, hart, ohne lieblos zu sein. alles andere als uncool, dieses buch.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typisch deutsch!, 1. April 2013
Von 
Tobias Nazemi - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Taschenbuch)
Ja, ich weiß. Doris Knecht ist Österreicherin. Trotzdem oder gerade deswegen kam mir beim Lesen immer wieder in den Sinn: typisch deutsch!

Warum? Weil Erfolg immer verdächtig ist. Weil Arroganz bestraft gehört. Weil wir Deutschen ein Problem mit Menschen wie der Romanfigur Gruber haben. Gutaussehende Aufsteiger, die alles haben. Geld, Frauen und Stil. Und nicht zu vergessen: einen Porsche! Solche Menschen mögen wir in Deutschland nicht. Was fällt ihnen ein? Wie kommen sie dazu, uns ihre Überlegenheit so deutlich aufzuzeigen? Und damit unsere eigene Unterlegenheit. Das wollen wir doch mal sehen. Da geht bestimmt nicht alles mit rechten Dingen zu. Abwarten, wer am Ende besser da steht.

Und natürlich geht auch bei Gruber nicht alles mit rechten Dingen zu. Besonders gesundheitlich. Ha!, denkt sich der deutsche Leser! Was nutzt einem das alles, wenn man nicht gesund ist. Und man liest mit Genuss weiter. Erfährt, wie unser Sunnyboy nach und nach alles verliert. Erst die Gesundheit, dann den Erfolg im Beruf und bei den Frauen und zum Schluss mit seinen Haaren auch noch seine Prinzipien. Ja, das geschieht ihm recht. Was musste er auch so überheblich und selbstverliebt sein? Und da er am Ende so fertig ist, dass er sich sogar für Schwule und Kinder erwärmen kann, wird er einem als Romanfigur sogar ein wenig sympathisch. Nein, so geläutert darf er nicht sterben. Wir wünschen ihm alles Gute, dass er den Krebs besiegt und es mit der Sarah doch noch etwas wird. Und genauso kommt es. Happy End mit einem wieder am Boden angekommenen Aufsteiger.

Diese Geschichte ist so typisch deutsch, dass sie sich als Drehbuch für den nächsten romantischen Till-Schweiger-Film geradezu aufdrängt. Was das Buch aber für mich trotzdem lesenswert und wertvoll macht, ist der Schreibstil der Autorin. Locker und auf den Punkt formuliert. Und mit einem erkennbaren literarischen Anspruch. Hier beherrscht jemand sein Handwerk. Wenn beim nächsten mal weniger in die Klischee-Kiste gegriffen wird, darf man auf Doris Knecht weiterhin gespannt sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kleiner, aber feiner Debütroman, 19. Februar 2014
Von 
Marie C. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Taschenbuch)
Johannes (John) Gruber ist beruflich viel unterwegs. Beheimatet ist er in Wien, wo er eine schicke Penthouse-Wohnung hat. Überhaupt pflegt er eher einen gehobenen Lebensstil und schaut verächtlich auf andere herab. Sein Leben dreht sich hauptsächlich um ihn selbst. Er nimmt sich furchtbar wichtig und betrachtet seine Umwelt mit einem enormen Zynismus. Frauen sind für ihn nur dazu da, um sie ins Bett zu bekommen, bis er in Zürich die DJane Sarah aus Berlin kennenlernt. Sarah hat eine ganz besondere Wirkung auf John, die für ihn neu ist. Er verliebt sich in sie. Und sie sich in ihn. Doch weil beide so cool sind, spricht man nicht darüber, sondern jeder geht wieder seines Wegs, Sarah nach Berlin, John nach Wien. Doch John bekommt eine ernüchternde Diagnose: Krebs. Als der Tod an seine Tür klopft, fängt John an, nachzudenken, über das Leben, über die Liebe, ja sogar über Kinder. Der Kotzbrocken, der er anfangs war, macht eine gewaltige Veränderung durch. Seine Prinzipien geraten ins Wanken, was ihn sehr viel sympathischer macht.

Scheint Gruber zuerst ein sehr oberflächlicher Mensch zu sein, bekommt er im Laufe der Zeit sehr viel Tiefe. Angestoßen durch seine Krankheit, setzt er sich endlich einmal richtig mit seinem Leben auseinander und findet für sich heraus, was wirklich wichtig ist.

Doris Knechts Debütroman erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Gruber wird von einem allwissenden Erzähler betrachtet. Dazwischen kommen immer wieder Sarah bzw. Grubers Schwester Kathi zu Wort. Ihre Parts sind in der Ich-Form geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind ohne Überschrift, sodass man immer erst nach ein paar Sätzen merkt, um wen es gerade geht. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn die Kapitel mit den jeweiligen Namen überschrieben worden wären.

Sprachlich experimentiert die Autorin ein wenig mit moderner Sprache, abgehackten Sätzen, Wortneuschöpfungen, bildhaften Vergleichen. Das hat mir sehr gut gefallen. Weniger angetan war ich von den vielen ordinären Ausdrücken wie Sch***e, Ar***, fi**en usw. Man kann das durchaus mal in einem Roman bringen, aber hier war es mir definitiv zu viel.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein netter Widerling, 16. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Taschenbuch)
Gruber hat es geschafft. Er ist Mitte dreißig, sieht gut aus, trägt Designerkleidung, fährt Porsche, besitzt ein Penthouse in Wien und ist als Manager international tätig.
Alles, was das Bild des erfolgreichen Managers stört, wird ausgemerzt. Sein Vorname von Johannes in John umgewandelt, seine Familie auf Distanz gehalten, seine Wohnung minimalistisch, steril und geometrisch genau eingerichtet, seine Freunde müssen zu seinem Lebensstil passen und die Frauen dienen ausschließlich seinem Amüsement.

In diese perfekte Welt platzt völlig unpassend die Diagnose seines Arztes: Krebs.

Und plötzlich stürzen auf Gruber sowohl Bestrahlung und Chemotherapie als auch die ersten Anzeichen einer wahren Liebe ein. Denn, schlechter könnte das Timing gar nicht sein, er trifft auf Sarah, eine Berliner DJane, die zwar so gar nicht in sein Beuteschema passt, aber gerade dadurch sein Interesse erregt.
Und was Gruber mehr erschüttert als sein bösartiger Tumor, ist die Tatsache, dass er, der Menschen, die nicht in seinen Kreis gehörten, nicht eines Blickes würdigte, diese plötzlich wahrnimmt, ihnen zuhört und sogar mit ihnen spricht. Kurzentschlossen diagnostiziert er das als Nebenwirkung der Medikamente.
Weiters kann er auch nicht vermeiden, dass er nun die Gegenwart seiner Schwester und ihrer Kinder genießen kann oder es dann doch zu schätzen weiß, wenn ihm seine Mutter einen Teller selbstgemachter Suppe serviert.
Gruber, der, wenn man ehrlich ist, ein echter Widerling sein kann, bekommt etwas weichere Kanten. Er verändert seine Persönlichkeit gar nicht so drastisch, aber man freut sich doch mit ihm und attestiert ihm schlussendlich, dass er ein wirklich "Netter Widerling" ist.

Ich finde, Doris Knecht hat eine tolle Geschichte erzählt, mit Gruber eine Hauptfigur erschaffen, die im Gedächtnis bleibt und die man gerne durch das Buch begleitet.
Deutlicher Minuspunkt des Buches sind die in den ersten paar Kapiteln in Unmengen verwendeten Schimpfwörter, Flüche und Fäkalausdrücke. Diese wären in der Menge absolut nicht notwendig gewesen und wurden von mir als äußerst störend und überflüssig empfunden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass mehr Promotion verdient hätte, 30. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Gruber geht (Taschenbuch)
Da gibt es schon Dutzende von Buchbewertungen, durchaus überwiegend positiv und trotzdem so eine Überschrift? Mir ist aufgefallen, dass die Leser, die hier ihre Meinung kundtun ganz überwiegend aus Österreich stammen. Das ist aber kein Buch aus Österreich sondern ein Buch, das mit heutiger Sprache im ganz heutigen Sinne ein Leben beschreibt, das ganz im Heute stattfindet. 

Gruber hat Erfolg, es geht ihm gut, er arbeitet hart für seinen Erfolg, auch nicht jedes Geschäft funktioniert, aber er bringt's für die Firma und deshalb speist er bei den ersten Adressen, fährt - welches Klischee - einen roten Porsche und hat Mädels zum abwinken.  Ein Zyniker, der sich durchs Leben lebt, alle anderen sind Arschlöcher und er der King. 

Die Autorin verwendet das Stilmittel des Perspektivwechsels um uns auch die Aussenansicht auf diesen Gruber zu zeigen, die Sicht eines der Mädel, der Schwester, die einer anderen Frau, das zeigt Gruber zunächst auch in der Art eines zynischen, arroganten Egomanen, aber man merkt auch, dass irgendwas fehlt.

Das merkt im Roman auch langsam der Leser und der Protagonist, dass da noch was anderes sein muss im Leben als eine Desingnerküche, die nie benutzt wird und bei der die Putzfrau wegen des Farbkontrastes jede Woche die Zitronen und Orangen in einem Korb wechselt. Etwas anderes als die Firma und das Geld und die aufgerissenen Mädels  Da gibt es dann auch die Schwester mit ihren drei Kindern, die mit ihrem Mann - nur der Spießer - einen so anderen Lebensentwurf lebt als Gruber, das nagt ganz langsam an ihm. 

Beschleunigt wird dieses Nagen als Gruber erfährt, dass da im Wortsinn etwas in ihm nagt. Es wird ein bösartiger Krebs in seinem Bauch entdeckt und die Angst um das was er sein Leben nennt zwingt ihn darüber zu reflektieren, ob das das Leben sein kann, gewesen sein kann.

Diese Wandlung des Gruber, der Gang zu sich selbst, ist dabei so flott, unterhaltsam, nachdenklich und spannend geschrieben, dass ich dem Buch ganz viele Leser wünsche und mir sicher auch den neuen Roman der Autorin zulegen werde.
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Gruber geht
Gruber geht von Doris Knecht (Taschenbuch - 1. September 2012)
EUR 8,99
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