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4,1 von 5 Sternen
On the Road: Die Urfassung
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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2011
Der Legende nach tippte Jack Kerouac "On the Road" 1951 in einem dreiwöchigen Benzedrinrausch auf eine 40 Meter lange Papierrolle, um keine Zeit mit dem Einspannen neuer Seiten in die Schreibmaschine zu vergeuden. Sein Verleger zeigte sich davon wenig begeistert: Der Roman müsse lektoriert und dafür auf Einzelblätter getippt werden. Aber Kerouac weigerte sich. Der "Heilige Geist" selbst hätte ihm diesen Roman diktiert, darum dürfe nichts geändert werden. In seiner Kurzgeschichte "Mexico" (aus dem Buch: "Engel, Kif und neue Länder"), beschreibt Kerouac den Heiligen Geist als gleichbedeutend mit "Leben". Und das Leben hatte ihm tatsächlich "On the Road" diktiert - er schöpfte voll und ganz aus seinen Tramperfahrungen und der Freundschaft zu Neal Cassady. Neal Cassady: eine legendäre Gestalt seiner Zeit, Urahne der späteren Rockstars und Sinnbild für ein exzessives Leben am Rand der Gesellschaft.
Jedenfalls - die Rolle verschwand in der Schublade und erst sechs Jahre später erschien die Druckfassung von "On the Road": nunmehr doch lektoriert und von Kerouac selbst in vielem geändert und gekürzt. Es ist die Fassung, die wir bisher kennen als das Kultbuch der Beatgeneration und von dem Johnny Depp sagt, es hätte sein Leben verändert - und ohne Zweifel ist es immer noch eines der intensivsten und kraftvollsten Bücher, das jeden Leser mit dem Fieber von Aufbruch und Reise infizieren kann.

Ich war anfangs skeptisch, ob die Urfassung von 1951 gegenüber der letztendlichen Druckfassung von 1957 ihre Berechtigung hat. Immerhin war sie nie von Kerouac autorisiert worden und es gab keine Bearbeitung durch einen Lektor. Als erstes fällt auf, daß in der Urfassung alle handelnden Personen mit ihren Klarnamen benannt sind. Aus rechtlichen Gründen ersetzte Kerouac später in der Druckfassung sämtliche Namen durch Pseudonyme: Neal Cassady wurde zu "Dean Moriarty". Dieser Unterschied der Namen spielt allerdings keine große Rolle, er ist für die Geschichte an sich auch unwesentlich. Die wahren Gestalten hinter den Figuren von "On the Road" waren sowieso immer schon bekannt. Die Klarnamen sprechen trotzdem für die Urfassung, denn gerade die bedingungslose Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit im Schreiben waren Kerouacs Antrieb, waren seine Mittel im Protest gegen eine Zeit, in der das Spießbürgertum zum gesellschaftlichen Ideal erhoben war. Der zweite augenfällige Unterschied sind die sexuellen Ausdrücke und die Passagen homoerotischen oder anderweitig "anstößigen" Inhalts, die später der Zensur zum Opfer fielen. Um das Lebensgefühl des Unterwegsseins zu beschreiben und für den Fortgang der Geschichte sind diese zusätzlichen Beschreibungen ebenfalls nicht wirklich von Bedeutung. Andererseits machen gerade diese scheinbar sinnlosen Ausschweifungen, die Direktheit und Unmittelbarkeit, mit der Kerouac sein Erleben widergibt, das Sympathische der Urfassung aus. Vom Standpunkt eines Lektors aus gesehen hat die Urfassung hier sicherlich ihre Schwächen, aber im Grunde ist es, als würde man die Studioversion eines Musiktitels mit einem Liveauftritt vergleichen. Die Studioversion ist vielleicht technisch besser, ausgefeilter, auf das Wesentliche reduziert, aber dafür fehlt ihr oftmals die Energie und Spontanität eines Liveauftritts mit seinen genialen, unwiederholbaren Momenten. Genau diese Spontanität war jedoch Kerouacs Art, zu schreiben und diese Art war so neu, daß sie mit den herkömmlichen, technischen Bewertungen damals leider nicht verstanden werden konnte. Dazu kam natürlich, daß die ungeschminkte Beschreibung von Homo- und Bisexualität 1951 in den USA in keiner Weise gesellschaftsfähig war.

Die Urfassung erscheint mir ehrlicher, auch authentischer, sie stammt aus einem noch gegenwärtigen Erleben, während die Druckfassung in vielen Passagen (z. B. der grandiosen Beschreibung des Jazzkonzerts in San Francisco) zwar detaillierter und auch spachlich besser ausgearbeitet ist, jedoch zum Preis eines mehr technischen, distanzierteren Verhältnis Kerouacs zu seinem Buch. Auch merkt man die mit den Jahren zwangsläufig gewachsene persönliche Distanz Kerouacs zu seinen Erlebnissen Ende der Vierziger Jahre. Ansonsten sind die meisten Teile der Urfassung später 1:1 in die Druckfassung übernommen worden. Wenn ich das Buch irgendwann zum, ich weiß nicht wievielten Male, lesen möchte, dann wird das aber auf jeden Fall die Urfassung sein. Hier ist für mich die Schreibphilosophie der "spontaneous prose" von Kerouac in seiner Reinstform verwirklicht und sicherlich hätte er selbst die Veröffentlichung aus vollstem Herzen begrüßt. Das Leseerlebnis ist noch intensiver, die Geschichte runder und besser verständlich, trotz der Ausschweifungen und wenigen Überflüssigkeiten - alles erscheint wie aus einem Guß. Der Druckfassung wünsche ich dennoch, daß sie eine ebenso moderne und gute Übersetzung bekommt wie die Urfassung. Wer sich tiefer mit On the Road beschäftigen will, der wird so oder so beide Bücher lesen.

Bemerkenswert an dieser Ausgabe sind außerdem die über 100 Seiten Nachwort, in denen die ganze komplizierte Entstehungsgeschichte von "On the Road" fachkundig aus den verschiedensten Perspektiven erzählt wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Oktober 2013
der klassiker der beatliteratur. eine geschichte uebers reisen, feiern, spass haben und freiheit. befluegelt und macht fernweh. kurz nachdem ich dieses buch gelesen hatte, war ich in san francisco. jetz weiss ich, was kerouac meint.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2013
hat mich zum buch geführt. film und buch sind oft sehr gegensätzlich. in diesem fall kann ich für mich sagen: beides sehr gut. das buch ist intensiver als der film, erlaubt das eintauchen in die geschichte, das mitreisen und miterleben. eines der bücher, dass ich sicher immer wieder lesen werde.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2011
Obwohl das Buch ja schon vor gut 60 Jahren entstand, merkt man ihm dieses Alter überhaupt nicht an. Genauso gut könnte es auch jetzt spielen. Also Reiseroman oder um Aufbruchsstimmung zu verbreiten sehr gut geeignet. Was mich allerdings wirklich gestört hat, auch wenn es natürlich gegen den Schreibfluss des Autors geht, der Text kommt ohne Abschnitte aus. Das strengt beim Lesen öfters mal an. So wirkt es auf mich einfach als "too much". Ansonsten aber ein sehr lesenswertes Buch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2013
Super spannendes Buch, konnte es nicht mehr aus den Händen legen! War so davon begeistert, dass ich es auch gerne an meine Freunde verschenkt habe.
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am 3. Januar 2015
Es braucht wenige Worte um dieses Buch zu beschreiben… es ist einmalig,
denn Jack Kerouac hat(te) die Fähigkeit einen mit seinen Worten in seinen Bann zu ziehen. "On the Road" ist wie eine Droge, man will immer mehr, immer weiter voran, die geschilderten Erlebnisse mit eigenen Augen sehen, erfahren.

"On the Road" ist ein moderner Klassiker, den jeder wenigstens ein Mal gelesen haben sollte!
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am 30. November 2013
Eine gute story ! Was mich jedoch ein wenig stört ist, dass alles sehr eng geschrieben ist. Wenige bis gar keine Absätze, die das Lesen erschweren.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. September 2012
Ich bereue, dieses Buch nicht auf Englisch gekauft zu haben. Unglaublich fesselndes Buch, allerdings verliert es meiner Meinung nach durch die Übersetzung etwas an Charme. Nichtsdestotrotz ein unglaubliches Buch, das als Inspiration für ganze Generationen besteht.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. November 2013
Ich hatte mich auf die Geschichte gefreut, aber die Urfassung von "Unterwegs" ist schrecklich mühsam zu lesen. Kein einziger Zeilenumbruch, keine Absätze, alles in einer Wurst geschrieben, da fällt das Lesen wirklich schwer. Die Geschichte an und für sich wäre sicher spannend, aber da greife ich lieber auf die gekürzte Fassung zurück, die auch ursprünglich verlegt wurde. Habs nach einem Drittel wohl für immer beiseite gelegt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Dezember 2013
Wer die kürzere Fassung geliebt hat, kann sich hier noch einmal daran vergnügen, wie das Buch zuallererst geschrieben wurde. Ist aber eigentlich nicht nötig, weil der Autor selber die kürzere Fassung herausgegeben und somit entschieden hat, wie er es haben will.
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