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49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erdrückend unpathetisch
Imre Kertesz stellt in diesem Buch sein Schicksal dar. Als vierzehnjähriger in ein Nazi-Konzentrationslager verschleppt, wird er beinahe ein weiteres Todesopfer dieses unbarmherzigen Regimes. Er beschreibt alles in der Ichform, mit den Augen eines gerade pubertierenden Kindes. Stilistisch ist natürlich an diesem großartigen Literaten nichts auszusetzen,...
Veröffentlicht am 8. Mai 2003 von R.S.

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Roman
hat mich nicht so mitgerissen, wie ich es mir erhofft habe. Teilweise sehr, sehr in die Länge gezogen und nicht wirklich auf den Punkt gekommen
Vor 4 Monaten von Geli Grimm veröffentlicht


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49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erdrückend unpathetisch, 8. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Imre Kertesz stellt in diesem Buch sein Schicksal dar. Als vierzehnjähriger in ein Nazi-Konzentrationslager verschleppt, wird er beinahe ein weiteres Todesopfer dieses unbarmherzigen Regimes. Er beschreibt alles in der Ichform, mit den Augen eines gerade pubertierenden Kindes. Stilistisch ist natürlich an diesem großartigen Literaten nichts auszusetzen, Kertesz schreibt in langen Sätzen und Absätzen - dennoch gut lesbar.

Das herausragende und ganz besondere an diesem Buch ist jedoch das Fehlen jedes Pathos. Wäre es nicht ein Thema bei dem uns jegliches Lachen gefrieren muss, so wären einige Szenen dazu geeignet, zumindest kurz aufzulachen. Die kindliche Naivität mit der er die ganze Szenerie schildert, ist teilweise brutaler als jede pathetische Darstellung dieser Zeit. Niemals in dem ganzen Werk gibt es auch nur einen Funken Selbstmitleid oder Schuldzuweisungen. Gerade diese Darstellung jedoch läßt uns alles intensiver erleben, an die bitteren Schilderungen haben wir uns, so brutal das Klingen mag, vielleicht schon etwas gewöhnt. Dieses Werk rüttelt nochmals auf. Es fordert zu einer ganz neuen Auseinandersetzung mit der Thematik.

Wie stellt man sich nun eine unpathetische Darstellung vor, nun: Selbst der Blick auf die Duschköpfe die wahrscheinlich Gas ausströmen werden, schildert er vollkommen teilnahmslos - als ob er es nicht selbst wäre der betroffen sein wird. Als es dann eine echte Dusche mit warmen Wasser ist, ist er überrascht, aber nicht mehr. Das Unpathetische an dem Werk jagt dem Leser kalte Schauer über den Rücken - denn dadurch wird die Wirklichkeit noch intensiver erfahrbar.

Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird es eigentlich absolut unbegreiflich, dass jemand dieses Schicksal erleiden musste und dennoch solch ein Werk produzieren kann. Das Fehlen von Selbstmitleid, Anklagen und Verurteilungen ist eine enorme Leistung, die uns eines der erschreckendsten literarischen Werke der Geschichte bescherte. Für dieses Werk wurde Kertesz völlig zu Recht der Literaturnobelpreis 2002 verliehen.

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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter die Haut, 28. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Der "Roman eines Schicksallosen" des Nobelpreisträgers Imre Kertész gehört zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt in autobiografischen Zügen den Gang eines jungen Mannes ins Konzentrationslager. Im Gegensatz zu den bisher bekannten und zweifellos wichtigen Werken über die Nazi-Zeit, die allesamt versuchen, das schreckliche Geschehen authentisch abzubilden, schildert Kertész auf manchmal naive, manchmal scheinbar gelassene Art und Weise, wie ein junger Mann aus seiner Stadt in den Lageralltag überführt wird. Die Schrecken der Lagerzeit werden beinahe wie eine nebensächliche Handlung in den Lebensweg des jungen Mannes eingeflochten. Kritiker werfen ihm deshalb eine Verharmlosung des Nationalsozialistischen Terrors vor. Aber gerade die Beschreibung teilweise unbedeutend anmutender Details, gekoppelt mit den Träumen, Wünschen und zutiefst persönlichen Gedanken des Protagonisten, die nicht nur um das Lagerleben und das nackte Überleben kreisen, gelingt es Imre Kertész, dem heutigen Leser Einsichten zu vermitteln, die atemberaubend sind und den zeitlich Entrückten den Schrecken dieser Zeit des Terrors eindringlich nachempfinden zu lassen, "ohne mit der Nase direkt draufgedrückt" zu werden. Das Miterleben und Mitdenken geht wirklich unter die Haut. Dieses Buch gehört in jeden Bücherkanon und sollte besonders an Schulen gelesen werden, denn Schüler sind aufgrund der Darstellung von Gewalt und Terror in den Medien gegen schockierende Ereignisse bekannterweise abgestumpft. Hier wäre dieses Buch eine mehr als sinnvolle Ergänzung zur Bearbeitung und zum Verständnis des Nazismus.
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56 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom "Glück" im KZ: Imre Kertesz erzählt seine Geschichte, 10. November 1998
Von Ein Kunde
Als 15jähriger Junge wurde der Ungar Imre Kertesz nach Auschwitz deportiert, dann weiter nach Buchenwald, dann nach Zeitz. In seinem "Roman eines Schicksallosen" beschreibt er diese Zeit aus der Perspektive des naiv-unschuldigen Jungen, der er war - und bereitet dem Leser damit manche Überraschung. Sein Romanheld Köves Györgi, ein Budapester Schüler, hat 1944 noch nichts von den Konzentrationslagern gehört. Als er eines Tages aus dem Autobus geholt und nach Auschwitz verschleppt wird, weiß er nicht, was ihn dort erwartet. Deshalb kann er das Geschehen völlig wertfrei beschreiben. In gefälligem Plauderton schildert der arglose Protagonist, was er sieht und erlebt. Nach quälend langer Fahrt in einem fensterlosen Güterwaggon, während derer einige andere verdursten, empfindet Györgi den Bahnhof von Auschwitz und die deutschen Soldaten nicht als unangenehm: "Doch ich bemerkte, daß hier draußen jetzt schon deutsche Soldaten (...) auf alles ein Auge hatten: ich war durch ihren Anblick sogar ein bißchen erleichtert, denn sie wirkten schmuck, gepflegt und als einzige in diesem Durcheinander ruhig und fest." Die kahlköpfigen Häftlinge in gestreiften Anzügen hingegen hält er für Straftäter und nimmt innerlich Distanz zu ihnen - nicht ahnend, daß er nur kurze Zeit später selbst so aussehen wird. Als er am gelben Dreieck bemerkt, daß es Juden sind, denkt er: "Tatsächlich, sie sahen aus wie Juden, in jeder Hinsicht. Ich fand sie verdächtig und insgesamt fremdartig." Der Arbeit des Arztes bei der Selektion an der Rampe von Auschwitz kann er bald folgen: "Kam ein alter Mann - ganz klar, auf die andere Seite. Ein jüngerer - hier herüber, zu uns. (...) Und so, mit den Augen des Arztes, konnte ich nicht umhin festzustellen, wie viele von ihnen alt oder sonstwie unbrauchbar waren."

Dieses "Verständnis" für die Täter zieht sich durch den ganzen Roman. Die Grausamkeiten, die der Ich-Erzähler schildert, erscheinen ihm nur folgerichtig, wenn er sich in die Lage der Peiniger versetzt. Der "Roman eines Schicksallosen" erschien in Ungarn bereits 1975, nachdem Kertesz 13 Jahre daran geschrieben hatte. Das Buch wurde jedoch totgeschwiegen. Eine deutsche Fassung erschien 1990, fand aber ebenfalls kaum Beachtung. Erst die neue Übertragung von Christina Viragh brachte den Durchbruch. In der Tat haben Leser schwer zu schlucken an diesem Buch. Der Roman endet mit den Sätzen: "Ja, davon, vom Glück der Konzentrationslager, müßte ich ihnen erzählen, das nächste Mal, wenn sie mich fragen. Wenn sie überhaupt fragen. Und wenn ich es nicht selbst vergesse." Dieser Schluß wurde in der Presse viel zitiert, und der Autor auf seiner Lesereise stets gefragt, wie er so etwas schreiben könne. Seine Antwort: "Momente des Glücks, das ist die Wahrheit. Glück kann grausam sein."

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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Qualitativ höchstkarätige Weltliteratur!, 14. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Der Literaturnobelpreis wurde dieses Jahr zu Recht an Imre Kertesz verliehen. Denn inhaltlich sowie stilistisch wurde mit diesem Roman ein Stück Weltlieratur geschaffen, die bislang ihresgleichen sucht. Aus der Sicht des 15jährigen Jungen wird mit jugendhafter Naivität ganz alltäglich von zweifelsohne inhumanen Verbrechen innerhalb eines Konzentrationslagers berichtet. Dabei bekommt der Leser wegen dieses Kontrastes regelmäßig Gänsehaut, denn mit unbekümmertem, gradezu kindlichem Stil über Mord- und Foltertaten zu schreiben ist nicht alltäglich beim sonst so sterilen Berichtstil, den einige Autoren frequentieren.
Dass gerade dieser Kontrast die Brillanz des Werkes kennzeichnet, liegt auf der Hand. Denn Bücher mit vergleichbaren Themen, die bloße Tatsachen aneinanderreihen, gibt es in der Literatur schon genug. Aus dieser Perspektive aber wurde mit solch geistreicher, metaphorischer Sprache noch niemals über den Nationalsozialismus berichtet.
Fazit: Ein literarisches Faszinosum; für Freunde hochwertiger und geschmackvoller Literatur ein absolutes Muss!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn ich es nicht selbst vergesse..., 8. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Ein Roman, der einerseits beklemmend und verstörend wirkt, aber doch gleichzeitig ein literarisch hochstehendes Kunstwerk ist. Der Literaturnobelpreisträger Imre Kertész erzählt hier seine eigene Geschichte. Als 14jähriger Jude wird er in Budapest aus einem Autobus gezerrt und nach Auschwitz und Buchenwald verschleppt. Nach drei Tagen wird er über Buchenwald in das "Provinzlager" Zeitz verlegt, wo keine Gaskammer droht, "nur" der Tod durch Erschöpfung, durch Epidemien oder sadistische Bewacher. Schnell durchschaut der Junge die Hierarchie der Hölle. In der Krankenstation erlebt er seine Befreiung. Als er nach Budapest zurückkehrt, hört er vom Tod des Vaters in Mauthausen, in der Wohnung haben sich Unbekannte einquartiert.
Das Geschehen wird aus Sicht des Kindes geschildert, wobei von Kritikern die oft naive und "verharmlosende" Darstellung gerügt worden war - doch gerade diese Darstellung des Unfassbarsten, Grausamsten als etwas Banales, Normales ist ja das zutiefst Erschreckende.
Die Diskrepanz zwischen harmlosem Berichtston und dem Inhalt des Berichts macht uns zu Zeugen einer Massenmordapparatur, und damit beeindruckt die Erzählung zutiefst: "... dort, bei den Schornsteinen, gab es in den Pausen zwischen den Qualen etwas, das dem Glück ähnlich war... Ja, davon, vom Glück der Konzentrationslager, müßte ich ihnen erzählen, das nächste Mal, wenn sie mich fragen. Wenn sie überhaupt fragen. Und wenn ich es nicht selbst vergesse." !!!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiger Zeitzeugenbericht, 19. Januar 2003
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich dazu aufschwingen darf, einen Nobelpreisträger oder vielmehr sein Werk zu rezensieren.
Nun gibt es viele Nobelpreisträger, und sie haben zumeist "schöne" Bücher geschrieben. Das unterscheidet sie von Imre Kertész. Der Zwiespalt zwischen dem 15-jährigen naiven Protagonisten, der ähnlich wie Candide dazu neigt, trotz aller Schrecken der Konzentrationslager diese Welt als die beste aller denkbaren Welten anzusehen, und dem Leser, der genau weiß, was sich wirklich hinter den bewusst satirisch-zynisch rosa eingefärbten Beschreibungen der Lebensumstände und Überwachungsmethoden im KZ verbirgt, ist an Brisanz kaum zu überbieten. Gerade dadurch, dass die Verursacher der scheinbar nicht als solche erkannten Gräuel vom Protagonisten in Schutz genommen und ihre Taten gerechtfertigt werden, stürzt Kertész den Leser tief in das Entsetzen hinein.
Kertész musste für dieses Werk viele Anfeindungen hinnehmen. Er verharmlose den Holocaust, hieß es, er decke die Täter.
Wer dieses herausragende, in seiner Art einzigartige Werk so sieht, hat es mit Sicherheit nicht verstanden. Gerade das Understatement ruft beim Leser, sofern er auch nur andeutungsweise etwas über Konzentrationslager weiß, ein länger anhaltendes Grauen und eine tiefere Bestürzung hervor als ein Dokumentarfilm. Denn über Kertész' Werk muss man nachdenken, Satz für Satz auf die eigentliche Information prüfen. Und auf diese Weise prägen sich das Gelesene und das eigentlich Gemeinte ein.
Ich bin keine Professorin für Literatur. Dennoch sei mir das Urteil erlaubt, dass dieses Werk eines Nobelpreises würdig ist.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Holocaust von einem 15-Jährigen erfahren..., 3. April 2003
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Dieses Werk ist der erste Teil der „Trilogie der Schicksallosigkeit", deren weitere Teile „Fiasko" und „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" sind. Kertész begann mit dem Roman, für den er 2002 den Literatur-Nobelpreis erhielt, bereits 1960. 1973 wurde seine Veröffentlichung im kommunistischen Ungarn noch abgelehnt, auch 1975 bei seinem Erscheinen zunächst wenig beachtet. Ebenso erging es 1990 einer ersten Übersetzung ins Deutsche mit dem Titel „Mensch ohne Schicksal" im Ostberliner Verlag Ruetten und Loening, erst die Neuübersetzung von Christina Viragh bei Rowohlt 1996 brachte die internationale Anerkennung von Autor und Werk.
In dem Roman verarbeitet Kertész seine persönliche Erfahrung des Holocaust: 1944 wurde er selbst als 15-Jähriger nach Ausschwitz deportiert und erlebte 1945 die Befreiung aus dem KZ Buchenwald bei Weimar.
Das Interessante und Schockierende an dem Buch ist die Sichtweise des jungen und anfänglich ganz naiven Ich-Erzählers, der in dem „zufälligen" Geschehen immer wieder nach einem Sinn sucht: warum er deportiert wird; wie er die 20 Minuten auf der Rampe in Ausschwitz erfährt, dabei schon so beobachtet wie die Aufseher oder der Lagerarzt, immer im Drang, das eigentlich nicht Begreifbare zu verstehen. Auch die Rückkehr nach Hause ist bemerkenswert dargestellt, das Nicht-Verstehen-Können derjeneigen, die es nicht erlebt hatten, ob es sich um Reporter handelt, die eine interessante Story wittern, oder um die früheren Mitbewohner des Miethauses. Absolut lesenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoch literarischer KZ-Bericht ohne Pathos, 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Nach der Lektüre dieses Buches war ich zutiefst betroffen, obschon im Buch die Nazi-Greuel nicht direkt geschildert, sondern nur angedeutet werden. Das nicht Ausgesprochene erreicht so wesentlich mehr Gewicht. Absolut bewundernswert, Kertész' meisterhaft geschriebene autobiographische Erzählung: ohne Verbitterung und den üblichen Pathos. Er erzählt seine Erfahrungen aus dem KZ aus der naiven Perspektive eines unschuldigen 15-jährigen Jungen, der er damals war, als er nach Ausschwitz abtransportiert wurde. Ein hoch literarisches, spannendes und sehr originelles Meisterwerk, das von allen gelesen werden sollte, damit sich Ähnliches nie mehr wiederholen kann.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wir sind selbst das Schicksal, 7. Januar 2004
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Die entscheidenden Aussagen finden sich ganz am Schluss des Buches: Als György aus dem KZ nach Budapest zurückkehrt, entbrennt zwischen ihm und seinen ehemaligen Nachbarn und Freunden eine Diskussion darüber, wie gut jeder sein Schicksal gemeistert hat, und seine Nachbarn raten ihm, alles aus seinem Gedächtnis zu streichen und von Null anzufangen. Doch gerade das will György nicht; denn er gelangt während dieser Diskussion zu der Erkenntnis, ein "Schicksalloser" gewesen zu sein, jemand, dem ein Schicksal gegeben wurde, das nicht das seine war, jemand, der sich (im übertragenen Sinne) nur fragte, ob es besser sei, mit der Vorortbahn oder der Straßenbahn nach Auschwitz zu fahren. Er hat zwar dieses Schicksal durchlebt und überlebt, erkennt aber, dass er sich auch in dieses Schicksal gefügt hat, in ihm "Schritte getan hat", wie seine Freunde, Nachbarn, Eltern, Familienmitglieder eben auch. Hätte man seinem Schicksal denn ausweichen können, irgendetwas anderes tun können? György bejaht diese Frage: man hätte wohl etwas anderes Unvernünftiges tun können als nichts zu tun, oder das, was eben die meisten getan haben. Seine These ist: "Wenn es ein Schicksal gibt, dann gibt es keine Freiheit; und wenn es Freiheit gibt, dann gibt es kein Schicksal." Dass er selbst sein Leben in die Hand nehmen muss, sein Leben weiterleben muss und will, beweist diese Erkenntnis: "Wir selbst sind das Schicksal." Was auch immer er tun wird, ob er sich fügt oder seinen eigenen, den Gegebenheiten entgegenstehenden Weg geht, das ist seine freie Entscheidung. György schöpft schließlich Hoffnung für die Zukunft, indem er sagt: "Ich bin da, um den Preis, dass ich leben darf." Das Leben ist ein Geschenk. Er will es leben. György hat außerdem im KZ gespürt, wie viel Glück er gehabt hat, überleben zu können. Die nackte Existenz, das am seidenen Faden hängende Leben bedeutete für ihn eine Erfahrung des Glücks, des Glücklichseins. Und György ist davon überzeugt, dass das Glück auch in seinem weiteren Leben "auf ihn lauert."
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant!, 13. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Der "Roman eines Schicksallosen" ist brilliant!
Meiner Meinung nach bisher das beste Buch, das das Grauen des nationasozialistischen Terrors ohne jeden Pathos, ohne literarische Schnörkel, schildert. Dem Autor gelingt dies besonders durch seinen lakonischen Schreibstil. Die Hauptfigur des Romans wird "eingesogen" von verhängnisvollen Ereignissen, wehrt sich nicht, scheint gleichgültig gegenüber seiner geplanten Vernichtung. Aber gerade diese Passivität hilft ihm, zu überleben und dem Leser, zu erkennen, was das Dritte Reich war: Terror und Vernichtung!
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Roman eines Schicksallosen
Roman eines Schicksallosen von Imre Kertész (Taschenbuch - 2. November 2009)
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