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16
4,6 von 5 Sternen
Sündenflut: Ein Merrily-Watkins-Mystery
Format: TaschenbuchÄndern
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Stellt Euch vor, Ihr würdet in einem kleinen, beschaulichen Dorf in der der Nähe der walisischen Grenze leben und dort würde ein bedeutender archäologischer Fund gemacht. Während die Dörfler ihre ländliche Idylle nun sehr zu schätzen wissen und diese auch um keinen Preis der Welt aufgeben möchten, planen die Stadtoberen den Bau neuer Straßen, Luxushäuser und Supermärkte (die dort keiner braucht) um reiche Städter in den Ort zu locken. Um dieses Vorhaben durchzusetzen, wäre es den Stadtoberen am liebsten, der archäologische Fund könnte heimlich unter den sprichwörtlichen Tisch gekehrt bzw. wieder vergraben werden, damit die geplante Straße wie gewünscht über den zugeschütteten Fund, gebaut werden kann.

Doch dann verliert einer der Befürworter der Stadtoberen seinen Kopf und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Kopf wird aufgespießt aufgefunden, in seinen Augenhöhlen steckt lichtreflektierendes Quarzgestein. Die Parallele zum archäologischen Fund - auch darin befindet sich das gleiche Gestein. Die Polizei ermittelt fieberhaft in alle Richtungen. Ihr Verdacht fällt unter anderem auf eine Gruppe von Menschen mit heidnischer Glaubensrichtung. Und natürlich abermals mittendrin im Geschehen- die Pfarrerin und Beraterin für spirituelle Grenzfragen des Ortes - Merrily Watkins, ihre Tochter Jane, deren Freund Eirion, Gomer Parry und der Musiker und Lebensgefährte von Merrily, Lol.

Ländliche Idylle, gewollter Fortschritt, Dorfklatsch, ein Kriminalfall und religiöse Eiferer. Das sind einige der bereits wohlbekannten Zutaten, aus denen der Autor den bereits 10. Teil seiner Merrily Watkins Reihe "Sündenflut" geschaffen hat. Und obwohl es stets die gleichen Zutaten sind die man als Leser serviert bekommt, gelingt es Phil Rickman dennoch erneut, einen sehr abwechslungsreichen klerikalen Cosy- Krimi mit minimalen Mysteryeinschlag abzuliefern, der mich diesmal von Anfang bis Ende begeistert hat.

Es sind in "Sündenflut" keine Längen zu beklagen und obwohl der auf den ersten Blick etwas behäbig wirkende Erzählstil des Autors so manchen Leser in den Vorgängerbänden einiges an Durchhaltevermögen abverlangt hat, könnte ich mir die gewisse Langsamkeit des Erzählens aus den Merrily Watkins Bänden auch gar nicht mehr wegdenken. Zu einer Serie, die auf dem Land spielt, passt Phil Rickmans Art die Geschichte etwas gemächlicher voranzutreiben, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und so kann er sein besonderes Augenmerk dann auch auf seine wichtigsten Haupt und Nebenfiguren der Serie richten.

Die Kriminalfälle in den Merrily Watkins Büchern spielen eine eher untergeordnete Rolle, doch da ich die Charakterisierung der Figuren als so gelungen empfinde, hat mich das bislang auch nie gestört. Im 10. Teil jedoch steht der Kriminalfall viel mehr im Fokus als bislang, was ich zwar etwas ungewohnt aber als angenehm zu lesen empfunden habe. (Aus diesem Grund rückt diesmal auch der Polizist "Franny" Bliss mehr in der Vordergrund als sonst, der von seiner Frau verlassen wurde und besonders seine knorrige Art und seine etwas unkonventionellen Ermittlungsmethoden haben mir einige unterhaltsame Lesemomente beschert. ) Auch die Hin und Hergerissenheit der Dörfler ob der geplanten Veränderungen, die die Stadtoberen vorhaben, wurden für meinen Geschmack sehr interessant vermittelt.

Erneut gilt meine Warnung, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man die komplexen Handlungsstränge ansonsten nicht durchschauen kann. Vieles hier angesprochene, wird bereits in den Vorgängerbänden behandelt und es ist einfach ein runderes Leseerlebnis, wenn man mit den Romanfiguren bereits vertraut ist, da auch deren Werdegang nicht stagniert, sondern sie sich stets weiterentwickeln. Besonders Jane und Lol mausern sich immer mehr zu meinen Lieblingsakteuren und ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es im 11. Teil der Reihe, "Das Geheimnis des Schmerzes"; der im April 2014 erscheinen wird, weitergeht.

Kurz gefasst: Ein wieder sehr starker und atmosphärisch dichter 10. Teil der Merrily Watkins Reihe. Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)

Die Serie zur Info:

1. Teil: Frucht der Sünde
2. Teil: Mittwinternacht
3. Teil: Die fünfte Kirche
4. Teil: Der Turm der Seelen
5. Teil: Der Himmel über dem Bösen
6. Teil: Die Nacht der Jägerin
7. Teil: Das Lächeln der Toten
8. Teil: Ein dukler Gesang
9. Teil: Das Gespinst des Bösen
10. Teil: Sündenflut
11. Teil: Das Geheimnis des Schmerzes (April 2014)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. November 2013
Als bekennender Merrily-Watkins-Fan war die "Sündenflut" der erste Band, mit dem ich nicht so richtig warm werden konnte. Die Handlung plätschert diesmal definitiv freudlos dahin, der Kriminalfall ist so langweilig konstruiert (obwohl "gepflegte Langeweile" einen richtigen Rickman ausmacht), dass ich mich mehr als einmal überwinden musste, das Buch zu Ende zu lesen. Auch die Auflösung ist diesmal nicht vom "Aha"-Erlebnis gekrönt gewesen. Hoffentlich wird der naechste Band wieder besser!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als in Herfordshire eine archäologische Entdeckung gemacht wurde, durchkreuzt das die Planungen des Stadtrates, die an dieser Stelle lieber Fernstraßen, Hochhäuser und Supermärkte sehen wollten.
Jane, die großen Anteil am archäologischen Fund hatte, darf mit dabei sein und ist hoch erfreut, als sie erfährt, dass die Grabungen auch im Fernsehen zu sehen sein sollen.
Da passiert es, dass einer der Befürworter einem Mord zum Opfer fällt, er verliert im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf. Der Verdacht liegt nahe, dass sein Tod in unmittelbarem Zusammenhang mit der Grabung zu tun hat.
Das ruhige und betuliche Leben im Dorf ist empfindlich gestört.
Zu allem Unglück regnet es auch noch so heftig, dass von Entspannung keine Rede ist.
Es dauert nicht lange, dann ist Lewardine von der Außenwelt wie eine Insel abgeschnitten und ein Mörder sitzt dort mit fest ...

Merrily Watkins und all die anderen bekannten Protagonisten sind mittendrin in den Ereignissen.
Jane ist hautnah an den Grabungen mit dabei, wenn es sich ermöglichen lässt. Leider darf sie dabei nicht so aktiv teilhaben, wie sie es gern hätte.

Ein Schriftsteller ist nach einem provokativem Roman, den er unter Pseudonym geschrieben hatte, mit seiner Frau nach Lewardine geflüchtet, um dort unterzutauchen. Geheimnisvolle, übersinnliche Dinge geschehen, die dem Atheisten gewaltig gegen den Strich gehen. Merrily könnte helfen, aber der Schriftsteller will diese Dinge einfach nicht wahrhaben.

Nebenbei versucht sie noch ihrem Freund Lol Mut und Vertrauen in sich selbst zu setzen, so dass er es noch einmal mit seiner Musik versuchen soll. So ist ein Konzert im Dorf geplant, um dessen Gelingen sich Lol große Sorgen macht, da sein Selbstvertrauen ziemlich im Argen liegt.

Zu den Sorgen und Nöten in ihrer Gemeinde, ihrem stetigen Zwist um ihre Tätigkeit als Exorzistin kommt nun ein Mord ins Dorf. Der lässt auch Merrily nicht unberührt.
An den Ermittlungen zum Mordfall ist Merrily in diesem Roman jedoch nicht involviert.

Die parallel verlaufenden Handlungsstränge verknüpfen sich letzten Endes wieder zu einem kompletten Ganzen.

Wie gehabt gelingt es Phil Rickman Mord, Übernatürliches, natürliche Katastrophen und persönliche Konflikte zu einem gelungenen Ende zusammenzufügen.
Die Protagonisten Merrily, Jane und Lol haben es mir besonders angetan. Ich mag sie und bin über ihre Entwicklungen, die sie durchmachen, erfreut. Gerade Jane wird langsam zu einer verantwortungsbewussten Person, die sehr glaubwürdig ist.

Sehr gut recherchiert wurden hier auch wieder die anstehenden Arbeiten während einer historischen Ausgrabung.
Ich habe sehr gern ein weiteres mal das Dorf Lewardine mit seinen außergewöhnlichen Protagonisten besucht und freue mich schon auf den nächsten Besuch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Weihnachten steht vor der Tür und in Ledwardine steigt der Fluss stetig weiter an. Immer mehr Straßen werden gesperrt und bald wird der Ort eine Insel sein.

Nach wie vor brennt der Streit um die archäologische Grabung, die den geplanten Neubau von Luxusvillen auf einem historischen Hügel gefährden könnte.

In Hereford gibt es einen prominenten Todesfall und Hinweise dafür, dass der Mord in Zusammenhang mit weiteren historischen Funden der Umgebung zu tun hat.

Derweil hat ein Schriftsteller gemeinsam mit seiner Frau in Ledwardine eine Scheune gemietet, denn er hält es für sicherer nach Erscheinen seines Romans zunächst einmal unter anderem Namen in dem kleinen Ort unterzutauchen. Als der Schriftsteller, der überzeugter Atheist ist, feststellen muss, dass etwas Übersinnliches offensichtlich gegen seinen Aufenthalt in Ledwardine ist, wäre dies eigentich ein klassischer Fall, der nach Merrily Watkins ruft. Nur, dass dieser nichts mit Pfarrern zu tun haben will. Wieder einmal überschlagen sich die Ereignisse und Merrily, die immer allem und allen gerecht werden möchte, steckt natürlich mittendrin …

***

Alle Leser, die die Merrily Watkins Mystery Reihe kennen, können eigentlich direkt nach unten, bis zu meinem „Fazit“ scrollen. Allen anderen möchte ich an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung (Spoilerfrei) der 10 Bände liefern, die mich sehr begeistert haben.

Ich bin nur durch Zufall auf diese Reihe gestoßen. Den ersten Teil „Frucht der Sünde“ habe ich auf einem Büchermarkt von einer Verkäuferin geschenkt bekommen, mit den Worten „ich habe es als Leseexemplar bekommen, war ganz gut“. Als ich dann vor geraumer Zeit mein Buchregal nach Lesestoff durchstöbert habe, griff ich nach dem Roman, weil ich derzeit die krassen Thriller nicht lesen mag und ich die Mischung Krimi/Mystery sehr ansprechend fand. Mir hat dann dieser erste Band so gut gefallen, dass ich mir nach und nach alle bisher erhältlichen deutschen Veröffentlichungen besorgen musste.

Bereits im ersten Roman lernt der Leser Charaktere kennen, die ihn die gesamten Bücher lang begleiten.

Merrily Watkins, weibliche Pfarrerin der englischen Kirche, kommt mit 34 Jahren in den kleinen Ort Ledwardine, das Dorf der Apfelgärten. Sie bringt ihre – damals noch 15-jährige – Tochter Jane mit, mit der sie das viel zu große Pfarrhaus bezieht. Merrily ist Witwe. Ihr Ehemann, ein korrupter Anwalt, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, mit im Auto seine Sekretärin/Geliebte. Merrily ist aber nicht „nur“ eine weibliche Pfarrerin, sondern auch die Diözesanexorzistin, modern genannt: Beraterin für spirituelle Grenzfragen! Außerdem hat sie das leidige Laster zu rauchen und völlig unchristilich zu fluchen.

Jane, Merrilys Tochter, ein pubertierender Teenager, dem der Job ihrer Mum mehr als peinlich ist. Sie ist schlau, neugierig und allem spirituellem gegenüber offen. Sie ist ein besonderer, nicht einfacher aber herzensguter, Helfercharakter, der sich im Laufe der folgenden Romane weiterentwickelt.

Dann sind da unter anderem noch der Musiker Laurence (Lol) Robinson, der als junger Mann fälschlich der Vergewaltigung an einer Minderjährigen beschuldigt wurde, eine Weile in der Psychiatrie war und nach und nach seinen Weg zurück ins Leben findet.

Gomer Parry, der raue „Alte“, der ohne seine Bagger, denen er Namen gegeben hat, nicht leben kann. Gomer Parrys Landwirtschaftsdienste: Das ist sein Leben. Ein Mann, der herzensgut ist, immer gerade heraus und trotz seines Alters im Leben nicht ans Altwerden oder den Ruhestand denkt.

Francis (Frannie) Bliss, Detective. Immer wieder kreuzen sich seine und Merrilys Wege. Der eine nimmt immer wieder die Hilfe des anderen in Anspruch, es entwickelt sich beinahe so etwas wie eine Freundschaft

Dann kommen mit jedem Band neue Figuren hinzu, die uns dann wiederum in den Folgebänden wiederholt begegnen. z.B. Der Roma-Charmeur Al Bosswell, der göttliche Gitarren baut. Oder Prof Levin, der Musikproduzent aus Knights Frome, der grossen Anteil daran hat, dass Lol wieder Songs schreibt und sogar Livegigs spielt. Dann ist da noch die Nebenrolle der Athena White. Eine alte, sehr wache, absolut belesene und schräge Lady, die im Altenheim „The Glades“ lebt. Sie tut, als wäre sie eine senile alte Damen, hat aber hinter ihren Türen Unmengen an interessanter Lektüre gebunkert, die sich mit der Geisterweilt, spirituellen Dingen und Hexerei befassen. Sie ist immer mal wieder eine große und sehr amüsante Unterstützung bei der Auflösung gewisser Rätsel.

Neben den Charakteren macht diese Reihe die wunderbare, mystische, landschaftlich sehr geheimnissvolle Umgebung Herefordshires aus. Die Stimmung, die Phil Rickman immer wieder erschafft, fesselt von Anfang an. Er vermischt übersinnliche Elemente mit einer kriminalistischen Handlung, die eher schleichend daher kommt und dann verknüpfen sich, ohne dass der Leser es eigentlich merkt, plötzlich alle losen Enden. Er erschafft Gruselmomente, verbaut immer viel wahres historisches und vermischt all dies sehr geschickt. Edward Elgar, Thomas Traherne, Sir Arthur Connan Doyle und Alfred Watkins: Dies sind einige der realen historischen Figuren, die in der Reihe aufgegriffen werden.

Für mich ist diese Reihe absolut lesenswert und daher musste ich mir in diesem Fall ein wenig mehr von der Seele schreiben, als bei einer einfachen Rezension.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den 10. Merrily Watkins Mystery. Der Roman hat mich wieder gefesselt, binnen zwei Tagen durch die Handlung fliegen lassen und in einer Szene sogar zum Heulen gebracht. Mir sind die Figuren und die Umgebung so sehr ans Herz gewachsen, dass ich die 10 Bände hintereinander weggelesen habe und nun ungeduldig auf April 2014 warte. Denn dann wird der nächste Band im Rowohlt/rororo Verlag erscheinen!

© Buchwelten 2013
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am 25. Juli 2015
Kennern der Reihe "Ein Merrily-Watkins-Mysterie" diesen 10.Roman der Reihe zu empfehlen hieße Eulen nach Athen zu tragen.
Wer diesen Band als ersten der Reihe liest und davon angetan ist, wird bald auch die ersten 9 Romane seiner Sammlung anspruchsvoller Krimis hinzufügen. Sie sind nicht selten auch über die Krimihandlung hinaus interessant und vermitteln nebenbei interessante historische und archäologische Details.

Ledwardine ist ein kleiner Ort an der Grenze zu Wales, Merrily Watkins Pfarrerin und nebenbei Beauftragte für Spirituelle Grenzfragen, hinter dem verschämten Ausdruck verbergen sich unerklärliche Phänomene, die mit Segnungen "verfluchter" Orte oder Häuser, mit dem Bösen, das man nicht erklären kann, mit dem, was man das Wirken des Teufels oder des Bösen allgemein zu tun haben. Keine Sorge, die Krimis, und dieser vielleicht am wenigsten, handeln nicht permabent von exorzistischen Riten oder Ähnlichem. Marilys Tochter Jane, inzwischen volljährig, interessiert an der Geschichte und Mythen der Region, dann der jetzt wieder erfolgreiche Musiker Lol Robinson, Fan von Nick Drake, als Partner der verwitweten Pfarrerin sowie der alte Gomer Perry und der Polizist Frannie Bliss ergänzen die Truppe. Und nicht zu vergessen Eirion (Irene), der etwas ältere Freund und Geliebte der patenten Jane, die im Gegensatz zu den ersten Romanen inzwischen mit ihrer Ma gut auskommt.
In diesem Fall geht es um eine mögliche archäologische Sensation, die Dinedor-Schlange, eine mit Quarzsplittern, die im Schein des Mondes leuchten, belegte kurvenreiche Strecke durch die Landschaft, die einst eine heidnisch-religiöse Bedeutung hatte. Heimatverbundene und an der Geschichte ihrer Heimat interessierte wollen sie als Teil ihrer Wurzeln bewahren, einflußreiche Lokalpolitiker und Geschäftsleute, in inoffiziellem Zirkel an der Öffentlichkeit vorbeispekulierende Machtmenschen, tuen viel, um die Bedeutung herunterzuspielen, weil eine neue Umgehungsstraße, Siedlungen und Supermärkte, die eigentlich genügend vorhanden sind, für das Wachstum und damit die Existenz des Ortes unabdingbar seien.

Da wird der abgetrennte Kopf eines der Politiker gefunden, in den Augenhöhlen Quarzsplitter, an symbbolischem Ort.
Frannie Bliss ermittelt, behindert von seiner Vorgesetzten, der ehrgeizigen Überfliegerin Annie Howe, stellvertr. Detective-Superintendent, Tochter des Lokalgranden Charlie Howe, dem man nie etwas nachweisen konnte.
Mit von der Partie ist ein mediengeiler Archäologe, der auch ein undurchsichtiges Spiel betreibt, und ein Religion verachtender Erfolgsautor und seine Ehefrau, außerdem eine fundamentalistische Eifererin, inspiriert von ähnlich Gesinnten aus der abtrünnigen ehemaligen britischen Kolonie jenseits des Großen Teichs.
Die verwickelten Ermittlungen bekommen noch eine besondere Komplikation in Form eines Unwetters mit sintflutartigen Regenfällen, die den Fluß Wye über das Ufer treten und Ledwardine zu einer von der Außenwelt fast abgeschnittene Insel machen, nachdem eine Brücke eingestürzt ist und nur noch eine Fußgängerbrücke zur Verfügung steht. Gut, daß Gomer seinen alten, treuen, schweren Bagger hat, der auch da noch durchkommt, wo sogar Geländewagwen absaufen würden.
Der Fall wird noch komplizierter, da nicht nur die Archäologie, sondern auch noch Drogenhandel und -verteilung eine Rolle spielen, in den einige Honoratioren verstrickt sind. Auch dieser Fall wird unter Merrilys und ihrer Freunde Mithilfe gelöst, aber es ist eine überraschende Lösung, auf die man nicht schon schnell kommen kann, die Spannung bleibt bis zuletzt erhalten. Und ein Paar, das sich am Ende des Buches über den gelösten Fall im Bett unterhält, ist eine gelungene, wirklich auch lustige Überraschung, mit der man, wenn überhaupt, erst "kurz vor Zwölf" vielleicht rechnen konnte, darauf gestoßen wird der Leser nicht. Aber man ist schon gespannt auf Band 11.

Für mich gehört Phil Rickman`s Serie zu der besten Krimi-Reihe überhaupt, mit sympathischen und ausführlich beschriebenen Charakteren, die dem Leser von Buch zu Buch mehr ans Herz wachsen. Man kann diesen Band auch für sich lesen, ohne über die Beziehungen der Personen groß rätseln zu müssen, aber schöner und lohnend ist es natürlich , alle Bände chronologisch zu lesen, der 11te Fall steht bereits in meinem Bücherregal.

Doc Halliday
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am 29. Januar 2015
Den zehnten Band einer Serie als allerersten zu rezensieren, entspricht sicher nicht den Gepflogenheiten, doch kann man im vorliegenden Falle sagen, daß es ein Werk ist, das nahezu exemplarisch für die ganze Reihe steht und sich deswegen geradezu anbietet, will man etwas über die Merrily-Watkins-Mystery-Serie sagen. Seit nunmehr sechszehn Jahren veröffentlicht der Brite Phil Rickman regelmäßig Romane um die Pfarrerin Merrily Watkins, die in dem englischen Ort Ledwardine, gelegen an der Grenze zu Wales, eben nicht nur als örtliche Pfarrerin, sondern auch als "Ratgeberin für spirituelle Grenzfragen" - sprich als Exorzistin - fungiert. Sie lebt - teils sehr beliebt, teils angefeindet, teils kritisch beäugt - mit ihrer pubertierenden Tochter Jane im alten Pfarrhaus, trifft sich, weil sie da doch konservativer ist, als sie selber gedacht hätte, heimlich mit ihrem Freund, dem Musiker Lol, der langsam wieder Selbstvertrauen fasst, um erneut auftreten zu können, nachdem er Jahre in einer psychiatrischen Klinik verbracht hat und raucht ihre Silk-Cut-Zigaretten mit dem alten Gomer Parry, der, scheinbar unsterblich, eine Art Faktotum im Ort darstellt. Durch ihre Bekanntschaft mit dem Polizisten Franny Bliss wird Merrily aber auch immer wieder in ganz profane Mordgeschichten hineingezogen.

Über die neun vorhergehenden Bände hinweg hat Rickman geschickt ein Geflecht aus Subhandlungen und Beziehungen gestrickt, das der Serie ein Gerüst, einen Halt gibt. Da ist die ewige Auseinandersetzung mit der Fundamentalchristin Shirley West, da sind die fortlaufenden Auseinandersetzungen um Merrilys Tätigkeit als Exorzistin, sowohl mit dem Bischof als auch mit ihrem "geistigen Vater" Huw, einem Priester, der sich in den dunklen Ecken der menschlichen Seele nur allzu gut auskennt. Obwohl Rickman von diesem Aspekt der Merrily-Watkins-Figur klugerweise nur selten Gebrauch macht, spielt das Übernatürliche, bzw. der Anschein, daß Übernatürliches durchaus neben der exakt meßbaren Welt existieren könnte, immer auch eine Rolle und verschafft der Serie so noch den speziellen Touch des Außergewöhnlichen, ohne daß sie je wirklich in die Bereiche der Spuk-, Grusel- oder gar Horrorgeschichten abdriftete. Darüber hinaus gibt es die Geschichte um Lol und seinen wieder erstarkenden musikalischen Ehrgeiz und vor allem die fortlaufende Entwicklung Janes, die älter und reifer wird, die aber zudem mit ihrem eigenen Kopf für manche Turbulenz sorgt.

Dies alles zusammengenommen ergibt einen Kosmos, den Rickman durch die jeweilige Handlung gut mit Spannung anzufüllen weiß. Ganz besonders hoch anzurechnen ist, daß es ihm gelingt, trotz der Soap-Elemente, die das Konstrukt zweifellos aufweist, nie wirklich ins Triviale abzugleiten. Er nimmt seine Figuren ernst, sie sind gut ausgearbeitet und ihre Probleme damit glaubwürdig. Das trifft gerade auf Jane und ihr Erwachsenwerden zu, aber auch auf Merrilys gelegentliche Glaubenskrisen und die Auseinandersetzung mit dem "Bösen" als psychologisches, spirituelles und sogar materielles Phänomen. Diese Auseinandersetzung bekommt eine besondere Tiefem, ein spezifisches Gewicht dadurch, daß sich Jane als Heidin versteht mit einem wachen Sinn für die vorchristlichen Traditionen, Riten und Stätten, von denen es um Ledwardine herum nur so wimmelt. Da es seit nunmehr drei Bänden auch vermehrt um Ausgrabungen geht, um Henges und alte Ritualstätten, wird man zudem mit einer ganzen Enzyklopädie archäologischen Wissens konfrontiert, das sehr gut recherchiert scheint.

Auch in diesem Band vermischen sich eine ganze Menge Handlungsstränge. Wie immer haben wir es mit einem Mordfall zu tun, der sich hier allerdings nahezu komplett als Parallelhandlung abspielt und mit dessen Aufklärung weder Merrily, noch Jane, deren ewiger Freund Eirion - von Jane liebevoll 'Irene' genannt - oder Lol etwas zu tun haben. Eher wird diese Mordgeschichte um einen der Gemeinderäte der Stadt genutzt, um im Leben der Figur Frannie Bliss ein wenig aufzuräumen, ihr eine Art Neustart zu verpassen, was in einer für mit der Serie vertraute Leser äußerst überaschenden Pointe endet. Die Hauptprotagonisten haben derweil alle Hände voll zu tun, das steigende Hochwasser des Wye aufzuhalten und den Ort zu schützen. Hinzu kommt, daß sich im in Ledwardine nicht nur ein Fernsehteam um den Archäologen Blore breit macht, der sich die im Vorgängerband entdeckten vorzeitlichen Besonderheiten anschauen und gegebenenfalls den mit diesem Fund - der auf Jane zurückgeht - einhergehenden Ruhm einstreichen will, sondern offensichtlich auch noch ein atheistischer Autor, der - Richard Dawkins ähnlich - ein Buch geschrieben hat, das den Glauben und die Gläubigen ziemlich direkt angreift und der von Shirley West erkannt und für den Antichristen gehalten wird. Und dieser Mensch muß auch noch feststellen, daß er offenbar über die Befähigung verfügt, Außersinnliches wahrzunehmen, was seinen Nichtglauben maximal untergräbt. Allerdings - und das macht Rickman in diesem Falle äußerst geschickt - wird dieses übernatürliche Element derart nebensächlich eingeführt und behandelt, daß der Leser zunächst nicht einmal merkt, womit er es da zu tun hat. Und wie schon in einigen der Vorläuferbände scheut sich der Autor auch hier nicht, offene Enden zuzulassen.

SÜNDENFLUT ist sicherlich nicht der aufregendste Band der Serie, es ist aber einer der exemplarisch besterzählten, fasst er doch in gewisser Weise alles, was diese Reihe auszeichnet, in einem Mittel zusammen und - vielleicht als Übergangsband gedacht - verweist auf kommende Entwicklungen. Gerade Jane, die hier noch einmal rückfällig wird in jene Zeiten, da sie als Teenager wahrlich nerven konnte, scheint für "Höheres" in Position gebracht zu werden. So bleibt der Leser mit Spannung zurück, Spannung, die den nächsten Band zur heiß ersehnten Lektüre werden läßt. Dies ist eine der besten Krimi/Thriller/Mystery-Serien, die derzeit auf dem Markt sind! Man sollte sie allerdings von vorn und chronologisch lesen, sonst wird man kaum dem Zauber erliegen und sich auch nicht hinein fuchsen können, in all die Figuren und ihre Beziehungen zu- und untereinander. Es lohnt sich, definitiv!
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am 21. Oktober 2013
Sündenflut ist bereits der 10. Band der Reihe um Merrily Watkins und ihre Tochter Jane.
Diesmal ist das spirituelle Element bei weitem nicht so ausgeprägt, wie in den Vorgängerromanen. Es geht in erster Linie um die Verfehlungen der noch Lebenden, nicht um die der Toten.
Diesmal steht auch Frannie Bliss und sein Verhältnis zu seiner Vorgesetzten Annie Howe im Vordergrund. Die Grabung in Ledwardine nimmt langsam Gestaltan und Jane ist hellauf begeistert, daß das Ganze sogar im Fernsehen gesendet werden soll. Erhofft sie sich doch, dadurch die Planungsvorhaben des Gemeinderats durchkreuzen zu können, der viel lieber dort eine Neubausiedlung hochziehen möchte.
Parallel dazu geschieht in Hereford der bestialische Mord an einem Mitglied des Gemeinderats und Frannie Bliss wird zuerst mit in den Fall einbezogen, um dann sofort von Annie Howe wieder abgesägt und an einen Drogenfall gesetzt zu werden.
Und dann kommt am Ende plötzlich alles zusammen und wie es so auf dem Lande ist, die Geschehnisse haben irgendwie doch wieder miteinander zu tun.
Am Ende kommt es im vom Wasser eingeschlossenen Ledwardine zum Showdown und alle Knoten lösen sich auf.

Phil Rickman ist es tatsählich gelungen aus dem Wirrwarr des Anfangs am Ende eine in sich schlüssige Geschichte zu machen.
Athmosphärisch sind ja alle Merrily-Watkins-Fälle, so auch dieser hier. Man sieht vom ersten Moment an die graue, kalte und vor allem nasse Landschaft vor sich.
Gut gefallen hat mir die Weiterentwicklung der Figuren, besonders der von Jane und Lol, auch wenn sie nicht unbedingt im Vordergrund stehen.
Dieser Band macht auf jeden Fall Lust auf den nächsten (Das Geheimnis des Schmerzes), der im April 2014 erscheinen wird.
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am 17. Oktober 2013
Der zehnte Band um Merrily Watkins, Dorfpfarrerin und "Beauftrage für spirituelle Grenzfragen" (eine kirchenbürokratische Umschreibung für Exorzistin), ihre Tochter Jane und ihren Liebhaber und Freund Lol, einen Musiker auf dem Weg zu seinen zweiten 15 Minuten Berühmtheit.

Zuerst war ich von der Reihe angetan, dann kam die Gewöhung an die Protagonisten dazu, zwischendurch ein bisschen Enttäuschung wegen der mitunter arg herbeigerührten Mischung aus ganz normalem Dorf-Grauen, Mörderhatz und unirdisch Bösem. Mit diesem Band hat Rickman ein Highlight der Serie geschaffen. Alles hat sich eingependelt: Jane nervt nicht mehr durch Anfälle von Extrempubertät, Merrily und Lol schwingen im Einklang und auch verlässlich sympathische Nebenfiguren wie Janes Boyfriend Eirion und der Dorfhandwerker Gomer Parry tragen zum Wohlgefühl beim Lesen bei. Ein enthaupteter Bezirksrat, Korruption und Polizei-Filz, ein Atheismus-Star im Gruselhaus, Wasserfluten, Lol vor seinem schwierigen zweiten Solo-Album - aber was hat das alles mit der Ausgrabungsstätte zu tun, die einen Prozessionsweg aus vorchristlicher Zeit und Megalithen freilegt - für die einen ein Schritt, das Alte zu ehren, zu bewahren und für Touristen zu erschließen, für die anderen ein ärgerliches Hindernis für eine Umgehungsstraße und die Vermarktung von Luxushäusern. Ist der steinzeitmäßig gekleidete Wächter schuld, der in der Ferne aus dem Nebel auf das Geschehen blickt? Und ist die Ehe von Sergeant Bliss endgültig gescheitert? Hochwürden Watkins, bitte übernehmen Sie!
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am 15. Oktober 2013
Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Es war sehr spannend und kurzweilig zu lesen und das Ende, besonders für Frannie Bliss, war total überraschend!! Wieder bekam man sehr tiefe, gut recherchierte Einblicke in die Geschichte Englands, Archäologie und (Natur-)Religionen. Jetzt heißt es wieder unerträglich lange 5,6 Monate warten bis der nächste Roman erscheint.... Tipp: Unbedingt in Reihenfolge lesen, weil besonders dieser Roman oft Themen und Personen der vorherigen Bände aufnimmt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Oktober 2013
Ich habe mich schon sehr auf den neuesten Band gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Mischung aus Krimi, Mysterie und sehr sympathischen und menschlichen Hauptdarstellen ist immer wieder super. Man kann nicht aufhören zu lesen. Ein Schmöker wie er sein sollte !
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